Caron Freeborn – Presenting… the Fabulous O’Learys

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Caron Freeborn – Presenting…the Fabulous O’Learys

1984, after 40 years in the show business, Kenneth O’Leary decides to retire from the stage. His daughters Delia and Raquel simply accept this, then they realise that this will also affect their lives since they both live on their father’s money even though they are both grown up. But this is not their only problem. Delia’s boyfriend Eddie suddenly falls for the older sister – and she for him. And there are people looking out for the family money – life is everything but easy for the O’Learys.

The description of the novel really made me curious about what to await. Caren Freeborn definitely created outstanding characters whom you will not easily forget. Ken, the father, who can only speak though all the lines he used on stage and constantly quotes Shakespeare. Raquel who is stuck somehow between wanting to be a successful nightclub singer and having a real career and caring for her sister. Delia who not only shows clear signs of eating disorders and at least some hints of autism. The minor characters aren’t less intriguing.

Those characters obviously lead to many funny situations and hilarious dialogues, nevertheless, the novel was lacking something on the plot level. Even though I had a lot of fun reading it and admittedly, the characters’ make-up has absolutely succeeded, it could not absolutely convince me.

“Can none of you see it? Not one of you? We can’t do it. We can’t be like other people, not any of us. The trying’s over. Finished.”

I couldn’t agree more with Ken’s conclusion that the family is quite unique and far from being average. They oscillate between being fabulous/fascinating and scary/frightening at the other end. This makes the novel outstanding in the masses of books, yet, I wold have expected a bit more.

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Michael Wildenhain – Das Singen der Sirenen

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Michael Wildenhain – Das Singen der Sirenen

Der Literaturwissenschaftler Jörg Krippen wird als Gastdozent nach London eingeladen. Schon bei der Ankunft in seiner Bleibe begegnet er einer jungen Frau, die zugleich etwas Bekanntes wie auch etwas Faszinierendes hat. Als sie in seinem Seminar auftaucht und ihn dann auch noch auf Deutsch anspricht, ist er mehr als verwundert, lässt sich aber auf eine Affäre ein. Bald schon muss er jedoch feststellen, dass sie sich nicht zufällig über den Weg gelaufen sind, sondern dass Mae dies alles geplant hat und ihn tatsächlich schon aus Berlin kannte. Berlin, seiner Heimat, wo auch seine Frau Sabrina und sein Sohn Leon sind und eigentlich das gemeinsame Leben stattfindet, aus dem sich Jörg gerade mehr und mehr flüchtet. Schnell entfremdet er sich von seinem alten Leben, doch die Vergangenheit holt ihn ein, eine Vergangenheit, die noch vor der mit Sabrina lag.

Sirene, die, ein weibliches Fabelwesen der griechischen Mythologie, das mit seinem Gesang die Männer betört und schließlich tötet.  Auch bei Michael Wildenhain singen die Sirenen und locken Jörg Krippen an, der scheinbar den Verlockungen der Frauen nichts entgegenzusetzen hat und sich wehrlos ausgeliefert sieht. Sabrina lockt ihn und kann ihn für ihre Ideale einnehmen, auch Mae ergibt er sich unmittelbar. Was in der Mythologie einen gewissen Reiz hat, weil immer die Hoffnung besteht, dass eines dieser Fabelwesen seinen Willen nicht bekommt, wird bei Wildenhain jedoch zu einem lahmen Männerbild, das mich nur teilweise überzeugen kann.

Jörg Krippen als Figur ist schwach. Beruflich weitgehend gescheiter, privat auch nur wenig vorzuweisen, als Vater versagt. Statt sich der Realität zu stellen, flüchtet er: in ein anderes Land, in eine andere Beziehung. Immer wenn es gilt, Verantwortung zu tragen, läuft er weg. Was soll mir diese Figur sagen? Dass es schwache Menschen gibt? Ja, natürlich. Dass es feige Menschen gibt? Sowieso. Aber wo bleibt die Lösung? Der Roman liest sich sehr gut, sprachlich tadellos und überzeugend. Aber auch ein wenig zu glatt, zu smooth, um Reibungspunkte zu erzeugen. Er kann an einigen Stellen überraschen, aber insgesamt für mich der Roman, der bezogen auf Handlung, Figuren, Thema und auch Sprache von den Nominierten der Longlist zum Deutschen Buchpreis der blasseste und am wenigsten überzeugende Roman ist.

Christine Wunnicke – Katie

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Christine Wunnicke – Katie

Was ist los mit Florence Cook? Schon als Kind benimmt sie sich seltsam, bindet sich an ihrem Bett fest und hat komische Wahnvorstellungen. Ein Gutachten muss her, sie könnte ein Medium sein. Florence zieht also zu Familie Crookes, deren Oberhaupt Sir William Crookes viel Erfahrung mit allerlei Gutachten hat und ein gefragter Mann im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist. Im Hause Crooks zeigt sich dann, was mit Florence los ist: sie wird von Katie Morgan bewohnt, dem Geist einer seit 200 Jahren untoten Piratentochter, die den Weg ins Jenseits noch nicht gefunden hat. Katie kann regelrecht aus ihr heraustreten, wissenschaftlich ist das sogar nachweisbar, denn Florence wiegt weniger und ihre Körpertemperatur sinkt. Ein Faszinosum und Highlight der Stadt.

Was aus heutiger Sicht natürlich völliger Humbug ist, zeichnet Christine Wunnicke mit der zeitgemäßen Ernsthaftigkeit nach. Der Wissenschaftler hält seine Erkenntnis wie folgt fest:

„Die psychische Elektrizität unseres Mediums«, fuhr Crookes langsam fort, »erzeugt neuerdings ebenfalls eine Emanation von stark wechselnder Stofflichkeit. Diese sitzt einer Verkennung auf, welche wohl ein Residuum erlernten Aberglaubens des Mädchens ist. Sie hält sich für den Nachhall einer ehemals Lebenden. Sie glimmt dito. Sie bewegt auch das Radiometer. Sie geht umher und spricht.”

Der Autorin gelingt es in jeder Hinsicht, die Atmosphäre Londons vor rund 150 Jahren einzufangen und ihren Figuren in den Mund zu legen. Dabei legt sie einen ironischen Ton an, der einem beim Lesen einfach begeistert. Insbesondere in Bezug auf Katie. Die mysteriöse Erscheinung ist kein freundliches Fräulein, das man befragen könnte, sondern ein durchtriebenes Gör:

„Auch für das, was der Geist tat, fand Pratt keine Worte. Er saß auf Pratt und drückte ihn mit leibhaftigem Menschengewicht in die Matratze. Zuvor hatte er andere Dinge getan, die ein Mensch nicht tun darf oder nur im Hafen der Ehe. Pratt drehte sich mühsam um. Jetzt saß der Geist auf seinem Rücken und Pratt konnte ihn nicht mehr sehen. Das war gut so.“

Es hat durchaus seinen Grund, dass Katie gerade Florence bewohnt. Auch für alle anderen Figuren, die mit ihr Kontakt haben, spiegelt sie jeweils das wider, was sie erwarten und in ihr sehen wollen. Wie bei jeder anderen Séance ist hier der Wunsch und Eindruck des Betrachters maßgeblicher als das, was real vorhanden ist. Die Figuren basieren auf realen Tatsachenberichten, es fällt nicht besonders schwer zu glauben, dass sich vieles genau so zugetragen hat, auch wenn es heute eher amüsant bis absurd anmutet.

Die Parodie der Schauerromane ist nicht zu verkennen – das jungfräuliche Mädchen, das besessen ist, der Forscher, der ihr helfen will, der abgeschlossene Handlungsort im hause Crooks, der böse Geist – und dann ein sehr modernes Verhalten der Figuren, die den wirtschaftlichen Nutzen des Ganzen erkennen und daraus zu Profit schlagen wissen: aus dem umherwandernden Geist Katie wird „Katie King“, die in öffentlichen Auftritten vorgeführt wird.

Christine Wunnickes Roman stand auf der diesjährigen Longlist für den Deutschen Buchpreis. Dies finde ich eher ungewöhnlich, denn weder Genre noch Umsetzung passen in die Reihe der üblichen Erwählten.

Simon Lelic – The House

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Simon Lelic – The House

Finding a house in London is more or less impossible; therefore, Sydney and Jack are happy when they finally get one. It is not what they have dreamt of, but, with the time, they became realistic about what is possible and accepted the offer. Soon after they move in, strange things start to happen and they become more and more alert: is the house haunted or is somebody playing tricks on them? Is it because they interfered with the neighbour? His daughter confided herself in Sydney and awoke bad memories in her: just like Betsi, Sydney was suffering under her father’s temper and violence throughout her childhood. Unable to find help, she ran away at the age of 14 and left her younger sister with the situation at home alone. A bad conscience makes Sydney support the young neighbour, but obviously, her father is going to stop this. Or is the threat coming from somewhere completely different? No matter what is behind, soon Sydney and Jack find themselves in danger and even start losing faith in each other.

Simon Lelic’s novel starts a bit as a surprise, it’s not the typical third person narrator we have, but a kind of diary entries or letters that the two protagonists write to each other. So we have Jack’s and Sydney’s perspective in alternation which makes it quite lively and authentic, especially since you get the impression of the highly stressful situation they are in and which has gone out of control. The way they write reflects their emotional state, it is repetitive, not well organised and thought through but rather like a stream of consciousness just coming out of their mouth.

The plot itself has many surprises to offer, at first you are with the protagonists, not knowing what is happening and always trying to make sense of what they write. Then, slowly, you realise that Sydney and Jack have hidden some useful and important information from you, too, and you start getting sceptical about actually trusting them. As the novel moves on, you have to adjust your idea of the characters and the action again and again which I liked a lot since you could never feel absolutely secure about it.

 

“The House” really deserves the label “thriller”. Quite often, you feel a cold shiver running down your spine when again something strange happens in the house. The characters’ actions are all credibly motivated and the plot itself is convincingly constructed. The strongest aspect for me was the psychological construction behind the story; knowing what Sydney went through, you can understand her reaction when she finds out about Betsi’s life at home. But also Sydney’s mother – even though she is a rather tragic figure – can be understood in her way of behaving. So, the novel is not just playing on your nerves with a thrilling plot, but also offer some insight in emotionally induced actions and decisions.

Zoe Beck – Die Lieferantin

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Zoe Beck – Die Lieferantin

Der Verlust ihres Bruders durch illegale Drogen bringt Ellie Johnson auf eine neue Geschäftsidee: sie wird ebenfalls ins Drogengeschäft einsteigen, aber mit sauberer Ware, die über eine App geordert und durch Drohnen ausgeliefert wird. Niemand soll sich mit den kriminellen Banden Londons mehr abgeben müssen, sondern ungefährlich seine Substanzen erwerben können. Gleichzeitig nutzt sie die Gewinne, um Drogenabhängigen kostenlose Hilfsangebote zu unterbreiten. Das Geschäft läuft gut, doch der Regierung sind Drogen und ihre Folgen ein Dorn im Auge und eine drastische Verschärfung der Gesetzeslage ist geplant. Auch den Unterweltbossen gefällt Ellies Geschäft nicht, stört es doch ihre eigenen massiv. Eine Verknüpfung unglücklicher Umstände lässt die angespannte Lage explodieren und auf Ellie wird ein Kopfgeld ausgesetzt.

Zoe Beck hat seit einigen Jahren einen festen Platz in der deutschen Krimilandschaft. „Die Lieferantin“ spielt einmal mehr in London und greift aktuelle politische Themen mit auf. Der Brexit hat das Land zum Zeitpunkt der Handlung bereits verändert, die wirtschaftlichen Spannungen wirken sich unmittelbar aus und nach der Zeit der Aufputschmittel, die den Menschen die Illusion grenzenloser Leistungsfähigkeit bescherte, ist nun das Verlangen nach Betäubungsmitteln, die einem die Flucht aus der Realität ermöglichen groß. Diesen Markt über neue Technologien zu bedienen und so auch neue Zielgruppen zu erschließen, passt ebenfalls.

Allerdings wird dieser überzeugende Handlungsrahmen für meinen Geschmack nicht ganz überzeugend mit Leben gefüllt. Die Figuren bleiben mir insgesamt zu blass und wenig überzeugend. Ellie ist recht eindimensional und nur bezogen auf ihr Geschäft skizziert, dass sie den Tod ihres Bruders nicht verkraftet hat oder andere Gefühlsregungen sind kaum zu erkennen. Auch Mo, ihre Programmiererin, wird nur schemenhaft umrissen, ihre Situation als dunkelhäutiges Adoptivkind, ihre gescheiterte Beziehung – die Figur tritt völlig hinter die rassistischen Übergriffe zurück und kann sich nie entfalten. Ein zweiter Erzählstrang um den Restaurantbesitzer Leigh, der unter Schutzgelderpressern leidet, wirkt insgesamt sehr konstruiert und wenig glaubwürdig. Ein braver Gastronom, der locker einen Erpresser ermordet und kaltblütig einbetoniert? Zu wenig glaubwürdig. Auch der Zufall, dass sich genau diejenigen Personen begegnen, die ins Fadenkreuz einer Verbrecherbande geraten, ist in einer Großstadt wie London nicht ganz plausibel.

Dass Zoe Beck überzeugend formuliert und man den Roman so gerne liest und es ihr durch kleine Cliffhanger am Ende der Kapitel immer wieder gelingt, auch die notwendige Spannung aufzubauen, lässt das Gesamtbild etwas positiver wirken. Inhaltlich jedoch war das für mich ihr bislang schwächster Roman.

Lauren Berry – Living the Dream

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Lauren Berry – Living the Dream

Two young women in their twenties, two dreams. Emma dreams of working as a writer, she blogs about her life with quite a remarkable success, but actually she is stuck in an advertising company where she has to be creative in the dullest of imaginable ways. Her best friend Clementine Twist has just returned to London from a Year in New York where she attended Columbia film school to become a screenwriter. The feedback to her work is throughout positive, but back home she has to secure her living and moves back in with her parents and accepts a job as a receptionist of a club. Only their friend Yasmin seems to get it all right: she’s got a fancy job that she exerts successfully and the wedding with Mr Right is just around the corner. The more goes right with Yasmin the more seems to go wrong for Emma and Clementine. When does the adult life they always dreamt of finally start?

Lauren Berry really managed to catch the mood of women at the end of their twenties. Emma and Clementine are full of energy and passionate about what they love, but somehow life is in their way and they are stuck between mundane everyday-life problems. Reality and dreams seem to be many miles away from each other. Even though they are good at what they want to do, the chances just do not come to really show the world what they are capable of. The necessities of the world keep them from just indulging in their creativity, bills have to be paid, food has to be bought, so the need to earn some money is overwhelming and paralysing.

What I liked about the novel is the fact that even though the girls could easily give up and despair, they somehow stick to their dream and they have a certain sense of humour not to take themselves and their lives too seriously. Many scenes are quite funny – as long as you just read them and do not have to live them through. Even though it is at times quite close to being chick lit, the author can keep some seriousness in the story and the fact that her protagonists find themselves in the same situation as masses of young women who can surely identify with them, gives the novel an actual relevance.

Fiona Barton – The Child

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Fiona Barton – The Child

During construction works in London, a builder comes across the dead body of a baby. Angela and Nick hope that they will be finally relieved. For almost 40 years now, they have waited for a sign of their daughter Alice back then abducted from the maternity ward. The police investigate all options while journalist Kate Waters is looking for a story to get her career back on track. She quickly uncovers people who lived around the building site area decades before and who might have witnessed something; yet quickly she has to realize that there is much more behind the story than she initially thought. When another woman claims to baby to be hers, Kate and the police do not know whom to believe and that they are about to uncover much more than they suspected.

Fiona Barton tells her story from different perspectives: first of all, we have Kate the journalist who is looking for some kind of heart-breaking story to report and thus to escape being fired like many others from her team. We only get bits and bobs from her private life, a son who refuses to pursue his studies any further, but that’s it. Thus, this character is mainly illustrated through her actions as a journalist. I quite liked her, she not the hard-boiled reporter who doesn’t care about the people she writes about, but tries find a way between securing a good story and not exposing the people involved. On the other hand, we have Angela the mother who has been suffering for 40 years and who is not willing to give up hope to find her daughter. I am not sure if this character is really authentic, that a family and a marriage can survive such a stroke of fate is rather seldom. Emma, the last of the three protagonists remains incomprehensible for a long time and thus keeps suspense of the novel high. Much of what she says does not make sense and her role in the whole story is rather mysterious.

Even though the end is quite foreseeable, it liked the story. It is fast paced and the different perspectives keep you alert on who says what and who knows what. The mystery around the buried baby is solved convincingly even though I wonder of the subplot about the rapists was really required.  I wouldn’t necessarily call it a crime novel or even thriller. It is rather a psychological drama with a lot of suspense to me. And compared to Fiona Barton’s first novel “The Widow”, this is much stronger both in the plot and the characters’ design.

Francis Durbridge – Paul Temple and the Conrad Case

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Francis Durbridge – Paul Temple and the Conrad Case

Betty, Tochter des englischen Arztes Dr. Conrad verschwindet spurlos aus ihrem bayerischen Internat. Die örtliche Polizei kommt mit den Ermittlungen nicht weiter und bittet Scotland Yard und Paul Temple, sie zu unterstützen. Zunächst unwillig nimmt der Privatdetektiv mit seiner Frau Steve sich des Falls an. Im Zimmer des Mädchens entdecken sie ein seltsames Cocktailstäbchen, das ihnen noch häufiger begegnen wird. Die erste Spur führt zu dem Autor Elliot France, der häufiger Gast im Internat war und scheinbar Mädchen zu sich nach Hause einlud. Auch der englische Banker Denis Harper, mit dem Betty befreundet war, verhält sich eher verdächtig, ebenso wie das Personal einer Schneiderei, bei der Betty scheinbar einen Mantel in Auftrag gegeben hatte. Nachdem Betty plötzlich in London wieder auftaucht, scheint der Fall gelöst, doch ein Mord in Bayern und wiederholte Anschläge auf Paul und Steve lassen die beiden den Fall nicht beiseitelegen.

Das Hörspiel 1959 für die BBC als Serie produziert ist bereits der 19. Fall für das britische Ermittlerehepaar. Eigentlich ist Paul Temple Schriftsteller, der die Ermittlungen als Inspiration für seine Romane nutzen möchte, findet aber gefallen an der Detektivarbeit und kann etwas unkonventioneller als Scotland Yard arbeiten.

Der Fall Conrad ist bezogen auf Aufbau und Lösung ein typischer Paul Temple Fall, nur dieses Mal mit Ausflug nach Bayern und Österreich. Leider hatte man offenbar keine deutschen Sprecher, so dass alle Figuren lupenreines britisches Englisch sprechen, was ich etwas schade für die Atmosphäre fand. Der Fall selbst bietet einige unerwartete Wendungen, die jedoch für mich nicht ganz logisch in ihrer Auflösung erscheinen, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Paul Temple auch Ermittlungen unternimmt, von denen man als Hörer nichts weiß und die nur gegen Ende etwas plötzlich berichtet werden. In der Reihe nicht unbedingt der spannendste Fall, aber durchaus unterhaltsam.

Barbara Vine – The Birthday Present

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Barbara Vine – The Birthday Present

Ivor Tesham ist 1990 ein aufstrebender Abgeordneter der Tories. Margaret Thatcher regiert das Land und dem attraktiven jungen Politiker steht eine glänzende Karriere bevor. Das einzige, was er nicht hat, ist die glückliche Familie. Dafür aber eine Affäre mit einer verheirateten Frau, die seine Leidenschaft für Rollenspiele beim Sex teilt. Zu ihrem Geburtstag will er ihr eine besondere Freude machen und eine Entführung inszenieren – doch dabei läuft etwas schief und Hebe sowie ein weiterer Mann sterben, ein dritter wird schwer verletzt. Ivor hat Angst um seine Karriere und meldet sich daher nicht bei der Polizei. Doch es gibt Menschen, die von der Affäre wissen und so macht sich der kaltblütige Politiker erpressbar.

Die Geschichte wird rückblickend aus Sicht von Ivors Schwager erzählt, weshalb Ivor seine Geschichte nicht selbst erzählen kann, bleibt zunächst unklar. Der Schwager ist ein braver Familienvater und spart nicht mit der Analyse der Diskrepanz zwischen Ivors tatsächlichem Verhalten und dem öffentlichen Bild des konservativen Politikers mit reiner Weste. Er ist immer wieder schockiert, wie abgebrüht Ivor Entscheidungen vor dem Hintergrund seiner Karriere trifft und dabei die Menschen völlig aus den Augen verliert.

Neben Ivor spielt Hebes Freundin Jane, die ihr regelmäßig Schützenhilfe beim Betrug leisten musste, eine wesentliche Rolle. Der Abstieg der jungen und intelligenten Frau ist grausam mit anzusehen. Einerseits versucht sie ihre Cleverness zu nutzen, dann scheitert sie wiederum an ihrer Menschenkenntnis und der Gutgläubigkeit, die bisweilen regelrecht naiv wirkt. Sie ist für mich – neben zahlreichen anderen – das Hauptopfer der Geschehnisse zu denen sie nichts beigetragen hat, die aber ihr Leben zerstörten.

Machtbesessenheit, Gier und Egoismus sind die Triebfedern des Romans, der gnadenlos mit seinen Figuren umgeht und sie für ihre Fehltritte zahlen lässt.

Francesca Segal – The Awkward Age

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Francesca Segal – The Awkward Age

Since her husband died of cancer five years ago, Julia has raised her daughter Gwen alone. Unexpectedly, she falls in love with James whom she teaches to play the piano. Quickly James moves in Julia’s and Gwen’s house and also brings his son Nathan. Gwen and Nathan, both teenagers, are not happy with the new situation. Gwen misses the time when her mother was only focussed on her, Nathan still struggles with his parents‘ divorce and his sister living abroad. The unexpected happens: Nathan and Gwen find out that the other isn’t as bad as they had thought and another unexpected love starts to blossom in the household. The parents are furious when they find out, but the situation gets even worse when 16-year-old Gwen realises that she is pregnant.

Francesca Segal really achieves to make the characters of her novel seem lively and authentic. This is for me the most striking aspect of “The Awkward Age”. Julia who cannot fully immerse in her new love, since she is still close to her deceased husband’s parents and does not want to hurt their feelings even though they encourage her new love. Her own feelings towards her daughter, being caught again and again between the girl and her new partner – one can sense how complicated her emotional life is in those crucial months that the novel covers. I also liked Gwen a lot even though to some extent she is a typical hormone-driven teenager who sometimes falls back into infantile and inadequate behaviour. The grand-parents also struggle with their love life. Even though they have been separated for many years, Iris suddenly feels something like jealousy when Philip falls in love with another woman. Love can be a highly complicated matter.

The most interesting were Julia and James when their kids were fighting. Even though as a couple they are meant to stand on the same side, they frequently find themselves taking their respective children’s defence and opposing each other. It is those complex emotional states that make the novel outstanding since Francesca Segal created conflicts which are absolutely credible and authentic and in which those predicaments can show themselves – quite a crucial test for a new love.

Even though the main conflict is centred around the teenagers, I would not call it young adult novel, the other generations are as present as the youngsters and they quite well portray that love can be complicated no matter how old you are.