Caroline Kepnes – Providence

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Caroline Kepnes – Providence

13-year-old Jon Bronson only has one friend: Chloe. She is the only one he confides in and shares his dreams with. The other kids torture him that’s why he takes the long way to school. Until one morning when he is kidnapped in the woods. With Jon gone, the world seems to stop for Chloe. She knows that one day he will return. Four years later, Jon wakes up in a mall. He doesn’t remember what happened in the time he was gone, only that his former teacher Roger Blair was to one to kidnap him. But something has changed, even though Jon cannot really say what it is. In his presence, strange things start to happen: spontaneous nose bleeds and people passing out. Since he has become a serious threat to others, Jon withdraws from to world to figure out what this evil teacher did to him in those ominous four years of absence.

“Providence” is labelled a thriller, unfortunately, I didn’t really find any thrill in it. For me, it was first and foremost a kind of love story and some supernatural or sci-fi added that did not really make sense to me.

I really liked the beginning of the novel. Jon is a bit strange, but a likeable, intelligent boy. The fact that he is bullied by his classmates just raises more compassion for him. When he is abducted and we only get Chloe’s grief for the loss, the novel even becomes quite gloomy and admittedly, I really despised the adults who were absolutely ignorant about the girl’s loss. Jon’s return is a real mystery, there is an inexplicable aura surrounding him which is hard to grab and explain. Then, unfortunately, the novel becomes quite lengthy. It’s a kind of hunt for the kidnapper without real progress. Added to Jon and Chloe is an elderly detective with a “gut-feeling” who is chasing ghosts, too. In the end, there was some kind of solution that I couldn’t really believe.

Don DeLillo – Weißes Rauschen

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Don DeLillo – Weißes Rauschen

Jack Gladney ist Professor an einem kleinen College im Mittleren Westen, wo er den Lehrstuhl für Hitler-Forschung innehat. Mit seiner aktuellen Frau und vier seiner Kinder führt er ein völlig durchschnittliches Leben zwischen Arbeit, Haushalt und gemeinsamen Fernsehabenden. Ein Störfall in einer nahegelegenen Chemiefabrik bringt das sorgfältig austarierte Gleichgewicht der Familie zum Wanken, denn fluchtartig müssen sie ihr Zuhause verlassen und sich vor einer unheilbringenden Wolke schützen. Nach zehn Tagen ist der Spuk vorbei und sie kehren in ihr Heim zurück. Doch der Zwischenfall hat Spuren hinterlassen und die sowohl bei Jack wie auch bei Babette vorhandene latente Todesangst wird immer manifester. Während Babette mit Tabletten versucht ihr Herr zu werden, versucht Jack aktiv zu werden, erst durch unzählige Untersuchungen, dann durch die unmittelbare Konfrontation mit dem Tod.

Das lange erste Kapitel fokussiert auf das Familien- und Campusleben in der amerikanischen Kleinstadt. Die Welt ist überschaubar – auch wenn Jack Gladneys Frauen und zahlreiche Kinder nicht ganz leicht zu überblicken sind – man begegnet seinen Kollegen auf der Arbeit und im Supermarkt und die Wahrheit über die Welt kommt per Übertragung aus dem heimischen Fernsehgerät. DeLillos Roman erschien erstmals 1985 und er ironisiert an dieser Stelle sehr offenkundig den Werte- und Bildungsverfall: die Universität hat nicht einmal einen ordentlichen Namen, sondern ist schlicht das College-on-the-Hill, was nicht für ihren akademischen Ruhm spricht. Auch wenn Gladney selbst ein ernstes und relevantes Forschungsfeld beackert, die Tatsache, dass er kein Deutsch spricht als Hitlerexperte und dass sein Kollege über Popkultur und Themen wie Autounfälle in Kinofilmen doziert, verdeutlicht die pseudowissenschaftliche Degenerierung. Dass Jacks 14-jähriger Sohn Heinrich noch mit dem größten Fach- und Sachwissen aufzuwarten vermag, ist hier nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auch die Kritik an der Konsumorientierung wird bei Jacks regelmäßigen Einkäufen mehr als deutlich. Der Supermarkt wandelt sich vom Ort der notwendigen Versorgung zum Ereignistempel und das Umstellen der Regale führt zu ernstzunehmenden psychischen Störungen. Der Störfall reißt alle Bewohner aus dem üblichen Trott und stellt den bis dato unbändigen Technikglaube in Frage und konfrontiert die Figuren nicht nur mit einer extremen Ausnahmesituation, sondern auch damit, dass es manchmal keine eindeutigen oder eben gar keine Antworten auf ihre Fragen gibt.

„Weißes Rauschen“ tritt in vielen Wissenschaften auf, eine Anwendung ist die Behandlung von Tinnitus, wo man das störende Ohrgeräusch durch das weiße Rauschen versucht zu überlagern. Für Jack und Babette ist die Todesangst der Tinnitus, allgegenwärtig und aus dem Inneren heraus von beiden nicht bekämpfbar. Babette löst das Problem durch Medikamente, Jack sucht Erlösung dadurch, dass er zum Mörder wird und so die Oberhand über den Tod gewinnt.

Wie immer bei Don DeLillo ein Buch voller Referenzen, kultureller Bezüge und ausufernder Gesellschaftskritik. Man merkt dem Roman sein Alter in keiner Weise an und würde man den Fernseher durch Handys und das Internet ersetzen, wäre die Aussage heute ebenso aktuell wie Mitte der 1980er Jahre.

Joshua Ferris – Männer, die sich schlecht benehmen

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Joshua Ferris – Männer, die sich schlecht benehmen

„Was tut ein Mann – und ich meine einen echten Mann, also, was tut ein echter Mann –, wenn er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat?”

Dies ist eine der Fragen, die sich die Figuren in Joshua Ferris Geschichten stellen. Es geht um Beziehungen, meist zwischen Männern und Frauen, manchmal aber auch zwischen Männern und ihrer Umwelt im Allgemeinen, und all den Hürden, die diese tagtäglich mit sich bringen. Muss man die Freunde des Partners automatisch auch mögen und diverse gemeinsame Abende aushalten? Wie kommt man auf einer VIP Party am besten an, steht nicht blöd da und überwindet seine Menschenscheu? Wie erklärt man den Schwiegereltern einen Seitensprung und dass einem die eigene Frau gerade offenkundig verlassen hat? Leicht haben sie es alle nicht, aber ganz unverschuldet sind sie aber auch nicht in die kurzen Ausschnitte ihres Lebens geraten.

Joshua Ferris‘ Kurzgeschichtensammlung war mir nach Erscheinen im Original bereits aufgefallen, wo man sich allerdings mit „The Dinner Party and Other Stories“ für einen weitaus passenderen und nicht ganz zu verschreckenden Titel entschieden hat. „Männer, die sich schlecht benehmen“ hat einen Preis für nicht nur unglaublich schlechte Passung zum Inhalt, sondern auch für marktschreierisches Fishing for Aufmerksamkeit verdient, was das Buch eigentlich nicht verdient hat.

Im Zentrum der Geschichten stehen Männer und oft auch Frauen gemeinsam, denn die Beziehung, die sie verbindet, befindet sich an einem kritischen Scheidepunkt: geht es doch hoch gemeinsam weiter oder werden sich die Wege trennen? Die bestehenden Konflikte sind einem als Leser oftmals gut bekannt: Erwartungen, die der Partner nicht erfüllen kann; der Wunsch nach einem Leben, das einfach anders ist als das, in dem man sich gefangen fühlt. Die Figuren sind nicht immer Sympathieträger, ganz im Gegenteil, der Autor straft sie und ihr Verhalten oftmals auch mit feiner Ironie ab. Eine gewisse Neurotik und Selbstbezogenheit kann man kaum übersehen, aber dies macht die Figuren auch verwundbar und an dieser Stelle trifft Ferris sie und er wählt gerade einen der verletzlichsten Momente aus, der in der jeweiligen Geschichte dargestellt wird.

Nicht alle Geschichten konnten mich gleichermaßen überzeugen, mit mancher Konstellation konnte ich mehr anfangen als mit anderes, auch die Figuren sprechen mal mehr an, mal weniger. Insgesamt aber eine kurzweilige Sammlung, die vor allem durch die scharfe Beobachtungsgabe und treffsichere Umsetzung des Autors überzeugt.

Daniel Silva – Der Drahtzieher

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Daniel Silva – Der Drahtzieher

Schon wieder ein Anschlag des IS auf britischem Boden, hunderte Tote und Verletzte, das Westend in Schutt und Asche. Drahtzieher ist offenkundig Saladin, der Islamist, den es nicht gelungen war zu eliminieren nach dem Angriff auf das Weinberg Center in Paris. Gabriel Allon, inzwischen Chef des israelischen Geheimdienstes, will ihn endlich unschädlich machen und stellt eine nie gesehene internationale Koalition zusammen: MI5 und MI6 aus England, der französische Geheimdienst und sogar die USA, selbst Opfer Saladins geworden, erklären sich zur Zusammenarbeit bereit, um dem größten Feind des Westens mit vereinten Kräften zu begegnen. Die Spuren führen nach Marseille, Einfallsort für die Drogenversorgung Europas. Als Lockvögel werden der beste Spion der Briten und alter Bekannter Allons, sowie Natalie, die Saladin bereits schon einmal sehr nah kam und ihm damals das Leben rettete, auf den Kontaktmann angesetzt. Dann ist Warten angesagt, bis sich die Chance ergeben wird.

Band 17 der Gabriel Allon Reihe setzt nahtlos da an, wo der Vorgänger aufhörte. Immer noch ist der Islamist Saladin das Ziel des Israelis. Auslöser für alle Aktivität ist wieder einmal ein Attentat in Europa, dem die westlichen Sicherheitskräfte nichts entgegensetzen konnten.

Insgesamt legt „Der Drahtzieher“ über weite Strecken ein recht gemächliches Tempo an den Tag. Der Fokus liegt dieses Mal ganz entschieden auf der Arbeit der Geheimdienste, was jedoch kein bisschen an Spannung einbüßt. Anwerbung, Ausbildung, Kontrolle im Hintergrund – detailliert schildert Silva, wie eine große Operation geplant und umgesetzt wird, was dazu erforderlich ist und was offenkundig so alles bewegt werden kann. Ebenso interessant sind natürlich die Befindlichkeiten der einzelnen Länder, wie jeder den großen Sieg einfahren möchte, wie alte Animositäten fast die ganze Aktion gefährden. Hier bewegt sich Silva tatsächlich im klassischen Spionage-Milieu und kann an einen John LeCarré heranreichen.

So interessant dies alles ist, führt es jedoch unweigerlich auch dazu, dass die Handlung langsamer verläuft als man das von Silva gewöhnt ist. So manche Länge bleibt ebenfalls nicht aus. Auch Gabriel Allon bleibt dieses Mal im Hintergrund, die tragenden Figuren sind die Agenten und ihre Zielpersonen. Diese sind überzeugend gezeichnet und auch lebendig in ihrem Handeln. Allerdings habe ich mich doch gefragt, ob sich zwielichtige Personen tatsächlich so leicht anwerben lassen und uneigennützig kooperieren würden. Auch der finale Showdown in Marokko war zwar rasant und einem Thriller würdig, aber hatte doch mehr Hollywood Potential als Überzeugungskraft.

Insgesamt eine solide Fortsetzung mit großem Unterhaltungswert, die die Erwartungen an die Reihe voll erfüllt.

Samuel Park – The Caregiver

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Samuel Park – The Caregiver

In the 1990s, Mara Alcenar is living in California and working as a caregiver for a woman who suffers from cancer. She has been in the US for many years, illegally like so many others and always struggling to survive and hoping not to be caught. Yet, going back to Brazil is not an option; it is just her thoughts that frequently return to her native country. She remembers the time when she was six and living with her mother Ana who worked in the film industry and dubbed foreign productions. She was also a great actor which lead her to a fatal decision: being offered a “role” by leftist rebels, Ana Alcenar couldn’t refuse. She needed the money for herself and Mara. But then, something went completely wrong at the Police Chief’s office. Years later, Mara is a teenager and gets the chance to revenge her mother – but is the episode as she remembers is actually the truth?

Samuel Park’s novel “The caregiver” focuses on two completely different aspects: on the one hand, he addresses political questions such as the military rulers of South America in the 20th century and the precarious situation of immigrants from these countries in the US. On the other hand, he has a very personal topic that the novel makes you think about: what do loving and caring mean and how far would you go for the ones you love?

For me, the parts of the novel that are set in Rio de Janeiro were the most impressive. The author really gives you a good idea of how life was like under those political circumstances and how important your personal bonds were to survive. The neighbour becomes crucial for survival, you find yourself quickly caught between the lines and even if you want to keep away from politics, this isn’t always possible. And there is not just black and white, but many shades of grey.

The question of what loving somebody means is also crucial in the novel. Not the love between lovers, but much more the compassion you feel towards family members and those close to you, how much you are willing to endure and even more importantly: how much you are willing to forgive and to forget.

A novel full of food for thought and at the same time wonderfully written.

Daniel Torday – Boomer1

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Daniel Torday – Boomer1

It’s music that makes Cassie Black and Mark Brumfeld fall in love in New York. Together they play in a band and also share their lives, but somehow it doesn’t really fit. It is especially their professional situation that creates a lot of tension, Mark dreams of writing a novel or at least getting a lecturing position at university. When he proposes to Cassie, this is the necessary point of no return for her and they split up. Cassie is offered a job in a somehow strange start-up media company where she fact checks articles but is always unsure of what she really does. After some more failures, Mark returns to his parents’ home in Baltimore. One day, Cassie comes across a video online: her ex published a series of statements against the Baby Boomers who occupy all the good jobs and make life hard for his generation. What was initially meant as a rant due to his personal situation, ends in a violent revolution.

Daniel Torday narrates the novel “Boomer1” through the three perspectives of Cassie, Mark and Julia, Mark’s mother. This gives him the possibility to show the same scenes from different angels which sometimes also spins the way we as a reader perceive it. Even though there are many humorous and highly comical scenes, there are some underlying truths in the story which give it a lot more depth than it might seem to have on the surface.

First of all, I could highly sympathise with Cassie’s job at the media company RazorWire. She always wonders what she is doing – and actually many of her colleagues spend their working time playing computer games and watching YouTube videos. It may seem a common prejudice but reality has shown that many of those start-ups have disappeared more quickly than they were founded since they didn’t create anything at all.

I can also understand Mark’s deception and despair. Being highly qualified but having the impression of being of no use on the labour market because all positions are taken by some old people who could easily retire is just frustrating. Waiting for the life to begin is hard to endure.

Also their struggle with relationships is something that is well-known in the generation of millennials. Heterosexual as well as homosexual experiences, splitting up getting back together – they dream of their childhood when life was easy and families followed traditional patterns. They know that this is not something they will not get as easily as their parents got it. Somehow their whole life is fragile and nothing is sure anymore. What else could be the logical consequence other than a revolution? Starting it online is simply logical for them.

I really liked the novel, it is entertaining and well-written and has a noteworthy message, too.

Dennis Lehane – Der Abgrund in dir

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Dennis Lehane – Der Abgrund in dir

Rachel Childs wächst mit ihrer Mutter auf, die mit Ratgebern ein Vermögen gemacht hat. Ein Vater fehlt ihr nicht wirklich, dennoch würde sie gerne wissen, wer sie Erzeugt hat. Die Mutter verspricht das Geheimnis zu lüften, schiebt dies jedoch immer weiter hinaus, bis sie schließlich bei einem Unfall. Rachel engagiert den Privatdetektiv Brian Delacroix, der auch den einen oder anderen potenziellen Kandidaten auftut, die sich jedoch alle als falsche Spur herausstellen. Nachdem ihre Karriere als Journalistin ein jähes Ende nimmt und ihre Ehe mit Sebastian geschieden wird, trifft sie nach Jahren wieder auf Brian und die beiden verlieben sich. Er scheint der Mann ihres Lebens zu sein und steht Rachel in ihren schwersten Stunden, in denen sie von Panikattacken überfallen wird, bei. Doch irgendetwas kommt ihr komisch vor, ein unbestimmtes Gefühl nagt an ihr und bald schon mehren sich die Zeichen, die darauf hindeuten, dass Brian nicht der Mann ist, den sie glaubt geheiratet zu haben.

Dennis Lehane, international ausgezeichneter Autor, der seit rund 25 Jahren eine feste Größe im Krimigenre ist. zahlreiche seiner Romane wurden verfilmt und er selbst hat auch mehrere Drehbücher für die Serie „The Wire“ geschrieben. „Der Abgrund in dir“ unterstreicht einmal mehr seinen Platz unter den ganz Großen, denn wenn dem Roman eine Sache gelingt, dann ist es immer wieder zu überraschen und Fahrt in eine völlig neue Richtung aufzunehmen.

Langsam und gemächlich beginnt die Geschichte um Rachel und ihre Suche nach dem Vater. Dies scheint das zentrale Element des Romans zu sein und mit jedem vermeintlichen Kandidaten, der sich wieder als der nicht Richtige herausstellt, steigt die Spannung auf den echten. Doch dann steht plötzlich Rachels Karriere als Journalistin und erfolgreiche Reporterin im Zentrum der Handlung. Was wird sie in dem völlig zerstörten Haiti aufdecken, in welche Gefahr begibt sie sich? Nun ja, hier endet auch schon dieses Kapitel und ihr Privatleben rückt in den Fokus. Vor allem ihre Ängste, die sie ans Haus fesseln, bestimmen wesentlich den weiteren Fortgang. Glücklicherweise findet sie in ihrem zweiten Ehemann Brian einen zugewandten und verständnisvollen Partner. Als man denkt, dass alle Kämpfe entschieden sind und Rachels Leben sich auf die Befreiung der Dämonen, die sie in Ketten legen, konzentrieren wird, packt Lehane erst richtig aus und der Roman verwandelt sich zu einem regelrechten Psychothriller, mit einem Tempo, das einem den Atem stocken lässt.

Erst wenn man den Roman ausgelesen hat, wird deutlich, wie clever dieser konstruiert ist und wie die einzelnen Teile ineinandergreifen, die zuvor mehr lose und episodenhaft nebeneinanderstanden. Vor allem Rachels Charakter und psychisches Befinden wird maßgeblich durch die Ereignisse beeinflusst und hier zeigt sie Lehanes professioneller Hintergrund als Therapeut. Man merkt auch, dass er beim Schreiben schon den Film vor Augen sieht, stark sind die Bilder, die er hervorruft und es fällt einem nicht schwer, die Handlung zu visualisieren. Eine entschlossene Frauenfigur, die auch schwach sein kann, sich immer wieder aufrafft, selbst am Schopf packt und weitergeht – nur wohin, ist noch die Frage.

Ein herzlicher Dank geht an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zu Autor und Buch finden sich auf der Verlagsseite.

Adib Khorram – Darius the Great is not Okay

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Adib Khorram – Darius the Great is not Okay

Darius Kellner has never really fit in into Chapel Hill High-School, not just because he is half-Persian but also because of his depression which makes it hard for him to make friends. When is grandfather gets seriously ill, his whole family is flying to Yazd for the first time: his father, whom he considers an “Übermensch” because he is perfect in every respect, his beloved mother and his 8-year-old sister Laleh. Even though Iran is much less different from his home than expected, Darius, or Darioush as he is called there, makes masses of new experiences. He finds a good friend in Sohrab, plays football successfully and with fun, he tries out great Persian food and the family relationships somehow shift and allow him another look at how things are between himself and the rest of his family. When he returns, he is not the Darius he was before anymore, a bit of Darioush the Great has come with him to the US and he accepts that at times it is ok just not to be okay.

Adib Khoram’s novel presents a very different perspective on many things we know from novels. First of all, it is not an immigrant who comes to the US and has to adjust, but vice versa, an American boy, who even though he has a Persian mother is not speaking any Farsi, who discovers a country and its people of the Middle East. Khoram doesn’t play on clichés here, luckily, Darius does not come with too many ideas about his mother’s native country and enters it rather open-mindedly. Additionally, Darius is at the age where he could have his first girl-friend, but it is not a girl he meets and falls for, but a boy with whom he makes friends. And thirdly, the novel does not present a happy-end where everything is cured and everyone is fine. Darius still suffers from depression and has to fight for every little step in his life. Just travelling to Iran and back does not change everything.

I really enjoyed reading to book. Most of all because it gave a lot of interesting insight in the life in Iran, but also because it doesn’t pretend that life is easy and that everything can be fixed. None of the characters is perfect, they all make mistakes and they all feel awkward at times. In this respect, it is very authentic and convincing. I think it is great for teenagers who struggle with fitting in since the main message for me was that we all at times feel like outsiders and it is absolutely ok, not to fit in and to feel sad at times.

Christina Dalcher – Vox

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Christina Dalcher – Vox

Woman – the root of all evil. Therefore, under the new POTUS, women are confined to the house, forbidden to work, thy only have to care for their husbands and children, and most importantly, they aren’t allowed to speak more than one hundred words a day. “Bracelet” is what they call the device which counts their words and sends electronic shocks in case they exceed the set number. Dr. Jean McClelland, once a successful and renowned scientist, sees her life limited in a major way and she regrets all the marches she hasn’t taken part in, the petitions she hasn’t signed and the signs she has misinterpreted. When the president’s brother has an almost fatal accident, the most capable doctor is needed, thus Jean unexpectedly comes into the position of possibly setting conditions and finding a way out of her once beloved home country.

In many respects, this dystopia is highly disturbing. Not just because of what is narrated and imagining what happens there, but because you can easily reckon how such a situation might become a reality. Even though we believe to live in a world where men and women are equal and where women have gained their place in work and society, a group of men feeling deprived of their rights of superiority and therefore doing everything to turn back the time, is simple to picture.

I had heard a lot about Christina Dalcher’s novel and quite often, if too many people praise a book I become increasingly reluctant of agreeing. Yet, in this case, I totally consent to the majority of readers. The plot is very well developed, the characters seem absolutely authentic to me and the author’s style of writing is captivating. I especially appreciated how Jean’s eldest son is brainwashed, not for the fact itself, but as a convincing illustration of how easily people can fall prey to false prophets and walk right in the trap. Dalcher gets to the core with her protagonist, she has to make decisions that nobody wants to make and each reader has to answer for him- or herself which side they would be on and, first and foremost, what they do in reality to prevent such developments from happening.

Ottessa Moshfegh – My Year of Rest and Relaxation

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Ottessa Moshfegh – My Year of Rest and Relaxation

Looking at her from the outside, she has everything one could wish for: she is blond, pretty, thin, a Columbia graduate, stylish without effort and she has a job at a gallery. Due to her inheritance, she can afford an apartment on the Upper East Side of Manhattan. But that’s just one side of the medal, her relationship with Trevor has been all but healthy, her parents never showed any affection and thus losing them both when she was in college was a minor affair. What she is lacking is an aim in life, something that gives her a reason for being alive. She feels exhausted and just wants to sleep until everything is over. She slowly extends her time in bed, she even falls asleep at work and then, finally, she decides to hibernate. A crazy therapist provides her with medication that allows more and more hours of sleep at a time. She hopes that after a year of rest, she will awake as somebody new.

Ottessa Moshfegh is a US-American writer who earned a degree in Creative Writing from Brown University and whose short stories were received with positive reviews. After her novella “McGLue”, her first novel “Eileen” was published in 2015 and made it on the shortlist for the 2016 Man Booker Prize. Having chosen a mostly unsympathetic protagonist for her former novel, I found it much easier so sympathise with her narrator in “My Year of Rest and Relaxation”.

The young woman who is portrayed is quite typical in a certain way. She is the modern New Yorker who takes part in the glittery art circus, is a part of a subculture of believes itself to be highly reflective and innovative. At a certain point, the superficiality becomes exhausting and the aimless tittle-tattle and prattle don’t provide any deeper insight.

“The art at Ducat was supposed to be subversive irreverent, shocking, but was all just canned counterculture crap, “punk, but with money”.

Also her relationship does not go beyond superficial sex and one-night-stands that lead to nothing. Added to this is the easy availability of all kinds of drugs, of therapists who themselves are too crazy to detect any serious illness in their clients and therefore just fill in any prescription they are asked for. Even though the plot starts in 2000, the characters are quite typical for the 1990s and they need a major event to wake them up and bring them back to real life.

The narrator tries to flee the world and takes more and more pills mixed with each other, as a result she is sleepwalking, even gets a new haircuts and orders masses of lingerie without knowing. Her radius is limited to her blog, her only human contacts are the Egyptians at the bodega at the corner where she buys coffee, the doorman of her apartment house and Reva, her best friend who still cares about her. Even though she is bothered by the things she does when she is not awake, she has become that addicted that she cannot let go anymore.

Even though the protagonist is highly depressive and seeing how badly she copes with her life is hard to endure in a way, the novel is also hilarious. I especially liked her meetings with her therapist since Dr. Tuttle is riotous in her eccentric ways and their dialogues are highly comical – despite the earnestness of their actual topics. Ottessa Moshfegh most certainly earns a place among to most relevant authors of today.