Danielle Thiéry – Was die Nacht verbirgt

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Danielle Thiéry – Was die Nacht verbirgt

Ein bestialischer Mord wird der Pariser Kommissarin Edwige Marion und ihrem Team übertragen: eine Frau wurde getötet und ihr Körper ist von unzähligen Schnittwunden übersät. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass auch ihre Organe regelrecht zerlegt wurden. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord, wieder ein weibliches Opfer, dessen Körper in ähnlicher Weise gezeichnet ist. Was will der Täter ihnen sagen? Steckt ein Code hinter den Schnittwunden? Doch Kommissarin Marion beschäftigt noch etwas ganz anderes: es gibt sehr belastende Parallelen zwischen den Fällen und ihrem Freund Benjamin, der offenbar mit den Opfern kurz vor ihrem Tod gesehen wurde. Das kann nicht sein – oder hat sie einem Psychopathen vertraut?

Danielle Thiérys Krimi „Was die Nacht verbirgt“ ist der Auftakt der Reihe um Edwige Marion, von der im Original bereits 13 Romane erschienen sind, die jedoch nicht alle auch ins Deutsche übersetzt wurden. Die Reihe war zunächst bei Piper erschienen und wird nun jedoch beim Aufbau Verlag in neuem Gewand veröffentlicht.

Der Fall klingt zunächst nach einem recht typischen Thriller mit einem bestialischen Serienmörder, der reihenweise Frauen ermordet und seine unverkennbaren Spuren hinterlässt. Allerdings leidet die Spannung ein wenig darunter, dass man als Leser mit dem Holzhammer schon sehr früh auf die notwendigen Zeichen gestoßen wird; keine subtilen Indizien, die man leicht überliest, sondern in großen Lettern hervorspringende Ausrufezeichen. So hat man ab etwa der Hälfte problemlos ziemlich genau einen Überblick darüber, wie die Zusammenhänge sich darstellen dürften.

Dass man als Leser so schnell hinter den Komplott kommt, die Ermittler jedoch ewig im Dunkeln tappen, liegt an der Anlage der Figuren. Dies ist insgesamt durchaus stimmig: ein Team von unfähigen eitlen Gockeln, die lieber ihre Erkenntnisse für sich behalten und weitere Opfer riskieren als ihre Arbeit ordentlich zu machen, ist geradezu prädestiniert, die Auflösung des Falls zu verschleppen. Leider macht sie das durch die Bank unsympathisch und kaum erträglich.

Was einem dennoch am Ball hält, ist der der Schreibstil der Autorin, der durchaus fesseln kann und bei dem sie auch eine geschickte Dramaturgie an den Tag legt. Gestört wird dies nur durch zahlreiche unsägliche Übersetzungsnachlässigkeiten. Die Figuren stecken immer wieder in ihren Baskets und ziehen sich die Blousons aus, der Täter bewegt sich mal in einem Campingwagen, dann wieder in einem LKW, was letztlich aber immer dasselbe Auto ist. Wenn man fließend Französisch spricht, lassen sich so manche Holprigkeiten leicht erklären, dennoch ist es ärgerlich.

Alles in allem, bleibe ich zwiegespalten: einerseits hat der Krimi eine gewisse Spannung und man bleibt grade dran, andererseits sind doch auch unübersehbare Schwächen, die ihn weit hinter den Erwartungen zurückstehen lassen.

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Meg Wolitzer – Die Ehefrau

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Meg Wolitzer – Die Ehefrau

Endlich kam der Anruf, nachdem er ihn schon seit Jahren sehnsüchtig erwartet hat: Autor Joe Castelman wird mit dem Helsinki-Preis für Literatur ausgezeichnet. Nicht ganz der Nobel-Preis, aber knapp dahinter. Also begeben er und seine Frau Joan sich in die finnische Hauptstadt. Joan begleitet ihn wie immer, seit über 40 Jahren steht sie an seiner Seite und ermöglicht ihm das Leben als Autor. Ihre eigenen Ambitionen hat sie aufgegeben, ihr Leben, das im College vielversprechend begann, für den Mann und die Kinder geopfert. Doch jetzt soll Schluss sein, sie will endlich wieder frei sein. Sie wird es ihm sagen, sobald die Veranstaltung vorbei ist, wird sie ihm mitteilen, dass sie die Trennung will. In den Stunden bis dahin denkt sie zurück an ihr Kennenlernen, die Reaktionen ihrer Familie auf diese Affäre, die ersten Erfolge, ihre Kinder, Joes unzähligen Seitensprünge, die sie kommentarlos hingenommen hat. Aber das wird jetzt alles ein Ende haben – nur wird dieses Ende anders aussehen als Joan es geplant hatte.

Meg Wolitzers Figuren entstammen einmal mehr dem intellektuellen Ostküstenmilieu, was ihnen die banalen Alltagssorgen erspart und ihnen erlaubt, sich auf die zwischenmenschlichen Probleme zu konzentrieren. In „Die Ehefrau“ wählt sie nun ein zunächst sehr typisches Frauenthema, das jedoch breiter angelegt ist und nicht auf die Rolle in der zweiten Reihe beschränkt wird.

Trotz ihres resoluten Auftretens als Frau jenseits der 60 ist Joan klar, dass sie in jungen Jahren, Ende der 50er und 60er nur sehr begrenzt Möglichkeiten gehabt hätte, selbst literarische Erfolge zu feiern. Alles Talent nutzt nichts, wenn die Gesellschaft eine starke Frau ablehnt und so widerstandsfähig war sie zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sie diese Rolle hätte durchhalten können. Ihre Vorwürfe, alles für Joe geopfert zu haben, laufen daher ein wenig ins nichts, was ihr aber auch klar ist. Noch dazu hat sie dieses Leben durchaus freiwillig gewählt und über viele Jahre auch keine Einwände gegen ihren Platz an seiner Seite gehabt. Doch, wann wäre denn tatsächlich der richtige Zeitpunkt gewesen, um aus diesem Leben zu fliehen?

Joans Zwickmühle wird leichtfüßig und mit viel Witz dargestellt und obwohl dies nach einem ehr deprimierenden Rückblick klingt, ist es das Buch so gar nicht, womit Meg Wolitzer die Crux auch recht gut einfängt. Die Frage nach verpassten Chancen und dem was-wäre-gewesen-wenn ist keine spezifisch feminine, aber sehr menschliche. Auch wenn „Die Ehefrau“ nicht ganz an andere Romane von ihr heranreicht, zeigt der Roman doch bereits das enorme Potenzial der Autorin.

Anaïs Barbeau-Lavalette – Suzanne

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Anaïs Barbeau-Lavalette – Suzanne

Anaïs sieht ihre Großmutter nur einmal als Kind, als diese sie heimlich besuchen kommt und wieder davonschleicht. Jahre später wird sie sie mit ihrer Mutter nochmals aufsuchen, doch die Ablehnung der alten Frau ist deutlich und grausam. Sie will Tochter und Enkelin nie mehr sehen. Erst als Suzanne stirbt, wird Anaïs wieder ihre Wohnung betreten, dieses Mal entschlossen herauszufinden, wer diese Frau war. Suzanne Meloche wird 1926 in eine französischsprachige Familie im englischsprachigen Ottawa als eines von unzähligen Kindern geboren. Das Geld ist knapp, ebenso die Zuneigung der Eltern. Früh schon flieht sie aus dem Haus und schließt sich einer Gruppe von Malern, Bildhauern, Dichtern und Schauspielern an, entschlossen, die Welt zu verändern. Doch auch dort bleibt sie Außenseiterin und so wird sie ihr Leben lang auf der Flucht und der Suche sein, nach ihrem Platz.

Anaïs Barbeau-Lavalette zeichnet das Bild einer nicht nur einsamen, sondern auch immer gehetzten Frau nach. Niemand scheint Suzanne das geben zu können, was sie braucht. Die Mutter verwehrt ihr die Zuneigung, nach der sie sich sehnt. Das Klavier im elterlichen Haus, das eine magische Anziehung auf sie ausübt und das sie so gerne zum Erklingen gebracht hätte, bleibt für sie ein Tabu. Die Faszination, die die Freigeister und Künstler auf sie ausüben, ist leicht nachvollziehbar, jetzt scheint das Leben möglich, von dem sie so lange geträumt hat. Doch der Alltag holt sie ein, der Lebensunterhalt muss finanziert werden, bald auch schon die erste Tochter und die Zeit ist noch nicht reif für fortschrittliche Gedanken.

Suzanne irrt durch die Welt, nachdem sie ihre Kinder und den Mann verlassen hat. Doch weder in Europa noch bei den Rassekämpfen in den USA kann sie das finden, was sie sucht. Sie bleibt ihr Leben lang eine Frau auf der Flucht. Erst 1980 werden ihre Gedichte unter dem Titel Aurores fulminantes veröffentlicht, nachdem die Künstlergruppe Automatistes sich schon längst aufgelöst hat und ihr jedes Interesse an öffentlichem Ruhm fehlt. Der Originaltitel der Biographie „La femme qui fuit“ ist deutlich aussagekräftiger als nur der Vorname wie in der deutschen Ausgabe. Insgesamt ein lesenswerter Bericht über das Leben einer von der Geschichte vergessenen Frau.

Stuart Nadler – Die Unzertrennlichen

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Stuart Nadler – Die Unzertrennlichen

Eine Familie, drei Frauen, dreimal Probleme mit Männern: Henrietta Olyphant, die Großmutter, einst erfolgreiche Feminismus-Dozentin und Autorin, hat vor knapp einem Jahr ihren Mann verloren und muss nun das Haus verlassen, in dem sie über 40 Jahre gelebt haben und wo ihre Tochter zur Welt kam. Die Trauer überwiegt alles bis sie plötzlich mit Dingen konfrontiert wird, die das Bild von ihrem Mann gehörig ins Wanken bringen. Oona ist gerade wieder bei ihrer Mutter eingezogen, da sie sich von ihrem Mann Spencer trennen will. Als erfolgreiche Chirurgin kann sie nicht länger mit ansehen, wie er dauerbekifft seine Tage in Unproduktivität verbringt. Als der Paartherapeut ihr Avancen macht, scheint ein Neuanfang möglich. Die Jüngste im Bunde, Lydia, ist ebenfalls auf dem Weg nach Hause, weg aus ihren Luxusinternat, wo gerade ein Nacktbild von ihr die Runde macht, das ihr vermeintlicher Freund von ihrem Handy geklaut und verbreitet hat. So finden sie sich zusammen, jede mit ihren ganz eigenen Problemen und der Erkenntnis, dass sie einander mehr brauchen als sie dachten.

Was womöglich nach einem sehr seichten Frauenbuch klingt, ist tatsächlich ein wahrer erzählerischer Schatz, den man ob des unsäglich aussagelosen Covers leicht übersehen könnte – was vermutlich auch der Fall ist, denn mir ist der Roman bislang selten begegnet. Dabei hat der Roman wirklich viele Leser verdient, ist er doch die perfekte Symbiose aus ernsthafter Thematik, die in ihrer Komplexität auch überzeugend herausgestellt wird, und einem leichten, oftmals geradezu komischen Erzählton.

Die drei Frauenfiguren sind miteinander verwandt, damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Sie zeichnen sich jeweils als recht typische Vertreterinnen ihrer Generation aus ohne dabei stereotyp zu werden. Henrietta erscheint zunächst als klassische Großmutter, die ihren Beruf und Karriereträume für den Mann und die Familie geopfert hatte, weil es die Gesellschaft so von ihr erwartete. So einfach ist der Fall jedoch nicht. Es ist ihr gar nicht so schwergefallen, New York und die Universität zu verlassen und ein ganz anderes Leben zu leben als sie geplant hatte. Die Tatsache, dass sie als junge Frau ein Buch über den weiblichen Körper mit expliziten Zeichnungen veröffentlichte, das immer noch nachgefragt wird, lässt sie in einem interessanten Licht erscheinen. Heute ist ihr das Buch peinlich, vor allem gegenüber ihrer Tochter und Enkelin.

Letztere wiederum amüsiert sich geradezu über die großmütterliche Scham, hat sie im Internet schon weitaus Eindeutigeres gesehen. Das mindert aber in keiner Weise die Scham, die sie selbst empfindet ob der von ihr verbreiteten Fotos. Auch sie steckt in einem Zwiespalt, denn eigentlich mag sie Charlie, auch jetzt noch, obwohl er sie hintergangen hat. Auch hier wieder der Fall eines Mädchens, das in eine für ihre Generation recht typische Situation gerät und doch keine 08/15-Lösung sich anbietet. Zu komplex sind ihre Gefühle und die familiäre Lage mit den sich trennenden Eltern. Sie findet Unterstützung und Rat – aber sind der kiffende Vater und die gerade fremdgehende Mutter die besten Ansprechpartner in Beziehungsfragen?

Oona letztlich als Frau im mittleren Alter vereinigt ebenfalls die Komplexität von Beziehung, Familienbande und Beruf in einer Figur. Weder hasst sie ihren Noch-Mann, noch kann sie mit ihm so weiterleben. Sie will sowohl ihrer Mutter wie auch ihrer Tochter beistehen und das, wo sie selbst gerade im emotionalen Chaos steckt. Da hilft nur die sachlich-nüchterne Seite der Ärztin rauskehren, aber wenn man gerade eine Umarmung braucht, ist das auch nicht so hilfreich.

Das Buch lebt von seinen Figuren und ihren Dialogen. Sie sind Familie, da wird der Ton auch mal harsch und man mutet dem anderen mehr zu als man dies bei Fremden tun würde. Und doch: sie sind für einander da und wissen, was sie gerade brauchen. Und dabei verlieren sie auch Humor und Sarkasmus nicht. Ein in jeder Hinsicht gelungener Roman.

Jami Attenberg – Ehemänner

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Jami Attenberg – Ehemänner

Sechs Jahre schon liegt Martin im Koma. Sechs lange Jahre steht auch das Leben seiner Frau Jarvis still. Zwischen dem New Yorker Loft und dem Pflegeheim pendelt sie, darüber hinaus hat sie eigentlich kein Leben mehr, keine Bekanntschaften, die sie pflegt, keine Freundschaften. Als sie dank einer defekten Waschmaschine in einem Waschsalon auf Tony, Mal und Scott trifft, wird plötzlich der Lebensmut wieder in Jarvis geweckt. Sie findet die drei Haus- und Ehemänner spontan sympathisch und fiebert jedem Treffen entgegen. Langsam hinterfragt sie ihr gegenwärtiges Lebenskonstrukt und als sie beginnt sich um Martins künstlerische Hinterlassenschaften zu kümmern, lernt sie zu ihrem Leidwesen auch eine Seite ihres Ehemanns kennen, die ihr bis dato nicht bekannt war. Sie muss sich entscheiden: weitermachen wie bisher oder eine lebenswichtige Entscheidung treffen.

Jami Attenbergs Roman „Ehemänner“ ist bereits vor zehn Jahren erschienen, wurde jedoch jetzt erst in deutscher Übersetzung aufgelegt. Meiner Meinung nach merkt man, dass dies ihr erster Roman nach der Veröffentlichung von Kurzgeschichten war, ihr späterer Durchbruch und Erfolgsroman „The Middlesteins“ ist schon deutlich ausgereifter und im Humor subtiler. Nichtsdestotrotz erkennt man schon in diesem Roman das Potenzial der Autorin.

Dies zeigt sich vor allem in der Figurenzeichnung. Jarvis ist ein sehr eigenwilliger Charakter, der jedoch nichtsdestotrotz authentisch und lebendig wirkt. Ihre Situation ist fern von alltäglich, aber die grundsätzliche Frage, ob man in seinem Leben gefangen ist und sich ob der eigenen Passivität dem Schicksal hingibt oder den Mut besitzt, aktiv zu werden und auszubrechen, ist wiederum eine sehr weit verbreitete Problematik, der sich viele Menschen gegenübersehen. Eine kleine Begegnung, zufällig, ungeplant und kurz, bringt schließlich den Stein ins Rollen und das sorgsam aufgebaute Lebensgerüst ins Wanken. Dass dies schmerzlich sein kann, muss auch Jarvis erfahren. Jami Attenberg erspart ihrer Protagonistin nichts, der Ausbruch geht nicht ohne Leiden und Schrammen vonstatten – aber so ist das Leben und das hat die Autorin eingefangen.

Einmal mehr konnte sie mich Jami Attenberg jedoch vor allem mit der Atmosphäre überzeugen, die sie in ihrem Roman schafft. Man taucht in New York bzw. Williamsburg ein, spürt den Puls der Stadt, die jüdische und von Künstlern geprägte Umgebung, die ihren ganz eigenen Rhythmus lebt. Überhaupt hat sie für mein Empfinden speziell die kleine und recht überschaubare Artistenszene sehr glaubwürdig dargestellt: der Neid und Egoismus, mit dem die Karrieren verfolgt werden; Freundschaften und Beziehungen, die dem Erfolg untergeordnet werden. Auf der anderen Seite aber auch die noch erfolglosen Tingler wie die Ehemänner aus dem Waschsalon, die sich dank des Einkommens der Partnerinnen oder kleinerer Jobs über Wasser halten, bis vielleicht irgendwann der Durchbruch kommt – oder auch nicht. Das alles lebt von Jami Attenbergs Ausdruckstalent, bemerkenswert wie sie immer wieder kuriose Vergleiche und treffende Formulierungen findet, um die Dinge auf den Punkt zu bringen.

Auch wenn für mich das Ende nicht ganz überzeugend ist, ein lesenswerter Roman über eine Frau am Scheideweg ihres Lebens.

Shumona Sinha – Staatenlos

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Shumona Sinha – Staatenlos

Drei Frauen, drei Schicksale. Esha konnte sich ihren Traum verwirklichen: dank des wohlhabenden und gebildeten Hintergrundes konnte sie der Provinz Westbengalen entfliehen und ihr Glück in Frankreich suchen. Doch Paris hat ihre Erwartungen nicht erfüllt. Die Kinder in der Schule, in der sie als Englischlehrerin arbeitet, verachten sie, Freunde oder gar einen Partner hat sie ebenfalls nicht gefunden. Nach Hause will sie aber unter keinen Umständen zurückkehren, schon die Telefonate mit ihrer Mutter sind ihr zuwider. Sie hofft auf die französische Staatsangehörigkeit, um dauerhaft Asien den Rücken kehren zu können. In Paris hat sie Marie kennengelernt, die ebenfalls aus Indien stammt, aber bereits als Kind adoptiert wurde und in Frankreich aufwuchs. Nun als junge Erwachsene sucht diese nach ihren Wurzeln und bereist das unbekannte Herkunftsland. Schnell engagiert sie sich dort auch für die Unterdrückten und nimmt an Protestaktionen teil, auch wenn sie oftmals nicht versteht, was wirklich dahintersteckt und wie sich das Leben eines einfachen Arbeiters gestaltet. Ein Leben wie es die Analphabetin Mina führt. Die Hoffnung auf Verbesserung ihrer Lage hat sie schon längst aufgegeben, bleibt nur noch die auf die Heirat mit Sam, den sie schon als Baby liebte. Doch Sam hat andere Pläne und Minas Schwangerschaft soll nicht sein Problem sein.

Wie auch in ihren anderen Romanen scheut sich Shumona Sinha nicht, unpopuläre Themen aufzugreifen und den Finger in die Wunde zu legen. Dieses Mal geht es im Wesentlichen um die Rolle der Frau bzw. ihr Ansehen in der Gesellschaft und um den Platz, den die französische Gesellschaft den Einwanderern zuweist. Sie kommen nie wirklich in der Mitte der Gesellschaft an, bleiben am Rand, unter sich, was sich vor allem auch räumlich ausdrückt:

Sie lebte am Ende der von Tankstellen, Autovermietungen und chinesischen Imbissläden gegliederten Straße, mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, die sich an dieses Ende klammerten wie an den Schwanz einer langsamen, müden Schlange, deren Leben sich weiter oben abspielte.

Unsichtbare und unüberwindbare Mauern trennen die Schichten in jeder Hinsicht. Obwohl Esha in Paris mehr Freiheiten genießt als in Kalkutta, muss sie doch recht schnell feststellen, dass auch hier Werte und Normen ihr Leben einschränken:

Während es in Indien für eine alleinstehende Frau unmöglich war, eine Wohnung zu mieten, hatte sich hier niemand daran gestört, als sie ihren ersten Mietvertrag unterschrieben hatte. Die Probleme hatten danach angefangen. Schnell war aufgefallen, dass sie alleine lebte. Dass sie frei war, bedeutete, dass sie es für alle war, ihre Freiheit war nicht ihre Angelegenheit, sondern die der anderen und wurde bedroht von dem Verlangen der Männer und dem Misstrauen der Frauen.

Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dem sie nicht entfliehen kann.

Die Abwesenheit eines Kindes ersparte ihr nicht die Fragen über dieses ungeborene Kind. Man wollte wissen, ob sie unfruchtbar sei, ob sie schon in den Wechseljahren sei, und vor allem hatte man sie in Verdacht, nicht richtig geliebt zu werden. Ein Kind zu haben, war genauso wichtig wie eine Arbeit, ein Haus, ein Auto zu haben. Sie war OfW, ohne fürsorgliche Weiblichkeit.

Sie wird daran gemessen, ob sie ihrer Pflicht als Frau nachkommt und Nachwuchs hervorbringt. Ihre intellektuellen Fähigkeiten treten völlig dahinter zurück und werden von dieser drängenden Frage überlagert. Wird sie nicht auf das Muttersein reduziert, muss sie sich vor anzüglichen Blicken und Übergriffen schützen, als Asiatin wird sie insbesondere schnell in die Ecke einer Prostituierten geschoben, die für Männer frei verfügbar sind. Oder man hält sie für eine Asylbewerberin, Sozialschmarotzerin, die sich in der Metro öffentlich dafür rechtfertigen soll.

Schlimmer als Esha trifft es jedoch Mina in Indien, Sie versucht den Kampf für die richtige Sache, wird sich aber schnell der Grenzen bewusst, die man einer Frau wie ihr setzt. Auch ihr Vater kennt die Regeln der Gesellschaft und muss entsprechend handeln:

Verzeih mir, meine Kleine, aber du musst unser Haus verlassen. Du musst uns verstehen, wir haben keine andere Wahl, uns sind die Hände gebunden, wenn du bleibst, verstoßen sie uns alle, dein Bruder kann dann nicht mehr für diese Leute arbeiten, wir können nicht mehr auf die Straße gehen.

Die Schuld an ihrer Schwangerschaft tragen beide, Mina und Sam, doch nur sie wird zur Rechenschaft gezogen und der Verstoß durch die Familie wird noch nicht alles sein. Der Wert eines Frauenlebens geht gegen null.

Es gäbe unheimlich viel mehr zu sagen und zitieren aus dem kurzen Roman, der auf den rund 160 Seiten sowohl die vermeintlich fortschrittliche westliche Welt mit der vermeintlich rückschrittlichen bäuerlichen Gesellschaft in Westbengalen kontrastiert und man letztlich ebenso wie Esha erkennt, dass Diskriminierung überall ein inhärenter Teil der Strukturen ist und dass es gerade für Frauen ein schmaler Grat sein kann zwischen akzeptablem Verhalten und Verachtung:

Der Körper der Frau, verschleiert oder unverschleiert, löste hier wie anderswo heftige Reaktionen aus. Ein paar Zentimeter Stoff, hier waren sie zu viel, anderswo zu wenig.

Négar Djavadi – Desorientale

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Négar Djavadi – Desorientale

Kimiâ Sadr sitzt im Warteraum ihrer Ärztin. Heute ist der Tag, an dem sie endlich die Insemination vornehmen soll, sie wird Mutter werden, so wie es ihr vor langer Zeit in einem anderen Leben prophezeit wurde. Dieses Leben hat nichts mehr mit ihrem Hier und Jetzt zu tun und dennoch bestimmt es, wer sie ist und wie sie in diese Klinik gekommen ist. Also holt sie aus und berichtet ihren Zuhörern von ihrer Kindheit im Iran, ihren politisch engagierten Eltern und der Zeit der Revolution, wie sie mit der Absetzung des Schahs das Leben veränderte, härter und bedrohlicher wurde. Gewalt und Verfolgung, schließlich die Flucht in ein fremdes Land. Die Schwierigkeit in ihrer Familie über das zu reden, was passiert war, den Neuanfang zu wagen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Entgegen meiner Erwartung ist das Buch weniger ein Bericht über die Schwierigkeit, in Frankreich anzukommen und Fuß zu fassen, sondern viel mehr erlaubt es einen Blick in den Iran der 70er Jahre. Der Schwerpunkt der Geschichte liegt in der Zeit vor der Flucht und den Entwicklungen im Mittleren Osten. Die Autorin erklärt ihren autobiographischen Roman auch rasch zu Beginn:

«Die Rolltreppe, die gehört denen.» Das war ein Stück weit der Grund, warum ich diese Geschichte begonnen habe, ohne recht zu wissen, wo ich anfangen soll. Ich weiß nur, dass das hier keine lineare Erzählung wird. Um die Gegenwart schildern zu können, muss ich weit in die Vergangenheit zurückgehen, muss Grenzen überqueren.

Und Ihr noch junges Leben ist bereits sehr bewegt:

Ich habe das Land gewechselt und die Sprache, mir wiederholt eine andere Vergangenheit ausgedacht, eine andere Identität. Ich habe gekämpft, jawohl, gekämpft habe ich gegen den heftigen Wind, der sich vor sehr langer Zeit erhoben hat, in einer abgelegenen persischen Provinz namens Mazandaran, mit vielen Todesfällen und vielen Geburten, rezessiven und dominanten Genen, Staatsstreichen und Revolutionen.

So entsteht in der Tat eine Erzählung, die zwischen Frankreich und dem Iran springt, die auf die Generation ihrer Eltern und deren politisches Engagement, das sie in Lebensgefahr bringt, zurückblickt. Vor allem ist es immer wieder die Mutter der drei Mädchen, Sara Sadr, die im Zentrum steht. Keine Frau, die sich mit häuslichen Pflichten zufrieden gibt, sondern die das Leben anpackt und für eine bessere Zukunft kämpft und stets ihrem Mann an der Seite steht. Simone Veil ist ihr bewundertes Vorbild, doch das, was im Frankreich der 70er Jahre möglich ist, ist im Iran noch in weiter Ferne. Durch die Frauen werden die vorherrschenden Rollenbilder und vor allem der Umgang mit Sexualität thematisiert. Bezogen auf ein unfruchtbares Paar aus ihrer Nachbarschaft stellt die Mutter fest:

«Natürlich ist er unfruchtbar. Wenn sie die Schuldige wäre, hätte er sich schon lange von ihr scheiden lassen!» Damit hätten wir die Stellung der iranischen Frau mit zwei Sätzen zusammengefasst.

Ähnlich verhält es sich als die junge Kimiâ den Familienstammbaum entdeckt:

Eines Tages fragte ich Bibi: «Warum haben sie die Mädchen nicht in den Baum eingezeichnet. Wir existieren doch auch, oder nicht?»

«Du glaubst, dass du existierst, aber du existierst nicht …»

«Und ob ich existiere!»

«(Fatalistische Grimasse von Bibi) Warte, bis du so alt bist wie ich, dann wirst du es verstehen …»

Mit der Flucht lassen sie alles hinter sich. Keine Fotos, keine Erinnerungsstücke, nichts können sie mit in das neue Leben retten. Das Schweigen in der Familie über das, was passierte, macht es für die Mädchen nicht einfach. Sie werden Jahre brauchen, ihre eigene Geschichte zu rekonstruieren. Erschwerend kommt hinzu, dass man in Frankreich keine Vorstellung von ihrer Heimat hat und es nicht gelingt, ihr Bild des Iran zu vermitteln. Es interessiert auch nicht, sie sollen sich integrieren und dazu gehört zu vergessen, zu verdrängen, die iranische Identität abzulegen.

Nachdem ich Négar Djavadi auf der Buchmesse erlebt hatte, war mein Interesse an ihrer Geschichte geweckt. Wir haben viele Vorstellungen über Einwanderer und deren Heimat, aber oftmals werden diese durch die westliche Schablone verzerrt, umso wichtiger sind diese Erzählungen, die uns einen direkten Einblick erlauben und vieles wieder zurechtrücken können. Ein sehr bewegender Roman, der bislang in Deutschland noch viel zu wenig beachtet wurde.

Zsuzsa Bánk – Schlafen werden wir später

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Zsuzsa Bánk – Schlafen werden wir später

Johanna und Marta sind erwachsen geworden. Die beiden Kindheitsfreundinnen, die so viele Pläne und Ideen hatten, müssen feststellen, dass die Realität nicht das hält, was sie erwartet hatten. In E-Mails meist zu nächtlicher Zeit tauschen sie sich aus über die Sorgen und Nöte des Alltags, spenden Trost und geben Halt. Johanna, die Lehrerhin im Schwarzwald, die nebenbei seit Jahren über Annette von Droste-Hülshoff promoviert und Markus nachtrauert, der sie für eine andere verlassen hat, worüber sie nicht hinwegkommt. Marta ist Schriftstellerin, doch für das Schreiben bleibt ihr bei drei Kindern, fehlender Betreuung und einem Mann, der sich mehr um seine Theaterprojekte kümmert als um die Familie, kaum Zeit. Der Alltag droht beide immer wieder zu zerreiben und scheitern zu lassen. Doch die kleinen Lichtblicke und der Zuspruch der Freundin halten sie am Leben.

Zsuzsa Bánks Protagonistinnen sind keine großen Heldinnen mit außergewöhnlichen Lebensläufen. Sie sind Frauen, wie es sie zu Tausenden in Deutschland gibt mit Sorgen, wie sie tagtäglich zwischen Nordsee und Alpen auftauchen und drohen die fragilen Gebilde von Beziehungen und Alltag zerbrechen zu lassen. Der Schmerz nach einer Trennung, die Sinnfrage ob des gewählten Berufs, eine Krebserkrankung, die immer wieder aus der Ferne droht das Leben erneut zu beenden, die Ambitionen, für die kaum Zeit und Raum ist. Die Kinder, einerseits eine große Freude, andererseits bei schlechter Infrastruktur der entscheidende Faktor, der das berufliche Vorankommen verhindert. Das Leben verlangt viel, Durchhaltevermögen und Kraft, und so bleibt nicht einmal Zeit zum Schlafen, aber das können sie ja auch später noch.

Anna Thalbach und Ulrike Hübschmann leihen den beiden Frauen abwechselnd ihre Stimme im Hörbuch, was nicht nur eine angenehme Abwechslung schafft, sondern auch den Figuren noch mehr Charakter verleiht. Unaufgeregt und nicht überdramatisch inszenieren sie die beiden Protagonistinnen, was zu den oftmals geradezu banalen Problemen sehr gut passt und insbesondere herausstreicht, dass es Menschen wie du und ich sind, die hier erzählen. Gerade im Hörbuch hat man immer wieder den Eindruck selbst Teil der Geschichte zu werden, man hört sich die Sorgen der Frauen an, wie auch eine gute Freundin sie einem selbst berichten könnte.

Es ist nicht nur die Frage danach, ob die Entscheidungen, die die beiden Frauen mit Anfang 40 bislang in ihrem Leben getroffen haben, die richtigen waren. Es ist auch die Frage, was noch kommt, ob ein radikaler Wechsel noch möglich wäre, nochmal von vorne anfangen zu können. Ein Thema, mit dem Zsuzsa Bánk vielen Lesern oder Hörern aus der Seele sprechen dürfte und für das sie keine schnellen und unerwartete Antwort hat. Aber so funktioniert das Leben auch nicht und das ist es, was die Autorin überzeugend eingefangen hat.

Ariel Levy – Gegen alle Regeln

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Ariel Levy – Gegen alle Regeln

Ariel Levy ist eine erfolgreiche Journalistin, deren Leben offenbar aufregend und glücklich ist. Doch hinter der öffentlichen Fassade sieht vieles anders aus, als man erwarten könnte. In ihrem Buch „Gegen alle Regeln“, das auf einem Artikel basiert, der bereits 2013 im New Yorker erschienen ist, zeichnet sie ihren Weg bis zum völligen Kollaps ihres Lebens nach. Ihre Kindheit, in der sie schon früh von den starken Mädchen- und Frauenfiguren fasziniert war und bereits im Grundschulalter den Wunsch entwickelte, Journalistin zu werden. Ihre Anfänge im der Zeitungsbranche, die von Sexismus geprägt war und jungen Kollegen kaum Chancen bot. Daneben ihr Privatleben, für das die gängige Vorstellung einer heterosexuellen Monoehe nicht funktionierte; wechselnde Partner, männlich wie weiblich, bis sie schließlich in Lucy ihre Lebenspartnerin gefunden zu haben scheint. Doch auch diese Verbindung muss Höhen und Tiefen durchleben und mit Mitte 30 drängt sich die Frage nach Kindern immer mehr auf. Die Schwangerschaft verläuft zunächst glücklich, die Freude über das Kind ist groß, doch dann kommt es fernab der Heimat zu einer Notgeburt, die das Baby nicht überlebt und Ariel völlig aus der Bahn wirft.

Das Buch wird zwar insbesondere mit der Episode um den Verlust des Kindes und die daraus resultierenden Folgen für Ariels komplettes Leben beworben, tatsächlich ist dies aber nur ein kleiner Teil und für mich noch nicht einmal der Interessanteste. Ariel Levy hat im Prinzip zweierlei geschafft: zum einen erlaubt sie einen Blick in die New Yorker Scheinwelt, die von außen glamourös und sorgenfrei erscheint; zum anderen hat sie eine sehr persönliche Abrechnung mit ihrem eigenen Leben und Schicksal zu Papier gebracht, was in Anbetracht der geschilderten Episoden sehr mutig und interessant zu lesen ist.

Für mich faszinierend für allem ihr Weg im Journalismus. Die ersten Jahre, der harte Kampf um gute Reportagen und Anerkennung ihrer Arbeit. Die Glasdecke, die vor allem für Frauen in der Branche eine harte Realität darstellt und die zu durchbrechen nicht nur viel Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit, sondern auch Glück erfordert. Die Geschichten und Menschen, die Ariel anlocken zeigen, dass sie ein Händchen für außergewöhnliche Stories hat und es ihr auch gelingt, diese rüberzubringen. Auch ihr Privatleben, vor allem die Schwierigkeit, mit einem süchtigen Partner zusammenzuleben, ist eine Offenbarung, die in dieser Deutlichkeit viel Mut erfordert. Das Leugnen der Zeichen, die Hoffnung, dass doch alles gut werden könnte und die schleichend sich doch einstellende Erkenntnis, dass dieser Wunsch womöglich nicht erfüllt werden wird. Hier wird das Buch bis an die Schmerzgrenze persönlich.

Insbesondere die Thematik rund um die Schwangerschaft wird sehr authentisch geschildert. Immer wieder scheint das Thema Kinder durch das Buch. Als Teenager gilt es eine ungewollte Schwangerschaft unbedingt zu verhindern; in den 20er ist Frau mit Karriere beschäftigt und nicht bereit, alles gerade Errungene wieder aufzugeben. Mit 30 langsam treten das bürgerliche Leben und ausreichende finanzielle Mittel ein, die eine Familiengründung erlauben würden und plötzlich spielt die Natur nicht mehr mit und der Wunsch nach einem Kind kann nur noch mit medizinischer Unterstützung erfüllt werden – wenn überhaupt. Viele Frauen ab Ende 30 werden diese Geschichten aus eigene Erfahrung oder ihrem Umfeld kennen und einer unschönen Realität ins Auge blicken müssen: Karriere und Kinder sind schlichtweg nicht so einfach vereinbar, wie man es uns immer vorgaukelt und manche Entscheidung bereut man vielleicht einige Jahre später bitter.

„Gegen alle Regeln“ ist die Lebensgeschichte einer Frau, die viel Licht, aber auch viel Schatten kennengelernt hat und in vielerlei Hinsicht symptomatisch für moderne Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist.

 

Lauren Berry – Living the Dream

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Lauren Berry – Living the Dream

Two young women in their twenties, two dreams. Emma dreams of working as a writer, she blogs about her life with quite a remarkable success, but actually she is stuck in an advertising company where she has to be creative in the dullest of imaginable ways. Her best friend Clementine Twist has just returned to London from a Year in New York where she attended Columbia film school to become a screenwriter. The feedback to her work is throughout positive, but back home she has to secure her living and moves back in with her parents and accepts a job as a receptionist of a club. Only their friend Yasmin seems to get it all right: she’s got a fancy job that she exerts successfully and the wedding with Mr Right is just around the corner. The more goes right with Yasmin the more seems to go wrong for Emma and Clementine. When does the adult life they always dreamt of finally start?

Lauren Berry really managed to catch the mood of women at the end of their twenties. Emma and Clementine are full of energy and passionate about what they love, but somehow life is in their way and they are stuck between mundane everyday-life problems. Reality and dreams seem to be many miles away from each other. Even though they are good at what they want to do, the chances just do not come to really show the world what they are capable of. The necessities of the world keep them from just indulging in their creativity, bills have to be paid, food has to be bought, so the need to earn some money is overwhelming and paralysing.

What I liked about the novel is the fact that even though the girls could easily give up and despair, they somehow stick to their dream and they have a certain sense of humour not to take themselves and their lives too seriously. Many scenes are quite funny – as long as you just read them and do not have to live them through. Even though it is at times quite close to being chick lit, the author can keep some seriousness in the story and the fact that her protagonists find themselves in the same situation as masses of young women who can surely identify with them, gives the novel an actual relevance.