Jane Gardam – Weit weg von Verona

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Jane Gardam – Weit weg von Verona

Jessica Vye nimmt kein Blatt vor den Mund und sich anzupassen ist auch nicht ihre große Stärke. Unweigerlich gerät die Zwölfjährige immer wieder in heikle Situationen, aus denen sie kaum einen Ausweg findet. Freunde hat sie kaum, erst mögen die anderen Kinder sie, aber bald schon wenden sie sich von ihr ab. Auch ihre Lehrerinnen scheinen sie nicht zu verstehen und vor allem ihr literarisches Talent nicht zu entdecken. Während draußen in der Welt der Zweite Weltkrieg tobt, wird Jessicas Leben in dem englischen Dörfchen von Alltagssorgen und ersten literarischen Entdeckungen geprägt.

Jane Gardams Debütroman wurde bereits 1971 geschrieben und auch hier zeigt sie schon ihr Talent für außergewöhnliche Charaktere und einen unheimlich sympathischen Erzählton, der den Leser mitnimmt und der dank der lockeren und heiteren Art begeistern kann. Allerdings bleibt sie in „Weit weg von Verona“ in der Figurenzeichnung noch hinter ihren späteren Romanen, vor allem der Trilogie um Old Filth Edward Feathers, zurück, was aber auch dem Alter der Protagonistin geschuldet sein könnte.

Jessicas Welt ist klein und überschaubar. Die Außenwelt dringt zwar am Rande zu ihr durch – der Krieg, die nächtlichen Bombardements, die Gasmasken – kann aber nicht wirklich ihr Bewusstsein durchdingen und so konzentriert sich die Handlung auf ihren kleinen Radius von Zuhause und Schule. Immer wieder bringen sie vermeintlich gute Ideen in Schwierigkeiten, dies ist einerseits völlig abzusehen, dennoch aber amüsant und herzlich mitzuerleben.

Vanessa Loibl findet im Hörbuch auch die passende Stimme für das vorlaute und aufgeweckte Mädchen und transportiert ihre etwas altkluge, aber doch herzliche Art überzeugend.

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Mick Herron – Slow Horses

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Mick Herron – Slow Horses

Slough House, das Abschiebegleis der Geheimdienste. In diesem unscheinbaren Haus sammeln sich all diejenigen, die ihren Vorgesetzen auf die Füße getreten sind, wie der Abteilungsleiter Jackson Lamb, oder die eine Operation grandios vermasselt haben, wie River Cartwright. Wobei sich letzterer sicher ist, dass er von seinem Ex-Kollegen reingelegt wurde, damit dieser karrieretechnisch freie Fahrt hat. Als ein pakistanischer Junge entführt wird und die Geiselnehmer drohen, ihm innerhalb von 48 Stunden den Kopf abzuschneiden, um Rache an den Attentaten zu nehmen, die Islamisten im Königreich verübt haben, bleibt das Team zunächst unbeteiligt. Mit solchen Fällen haben sie nichts mehr zu tun. Jackson Lamb war immer ein unbequemer Agent, aber einer der besten und er kommt mit seinen Slow Horses, wie man seine Mitarbeiter scherzhaft wegen ihres Arbeitsplatzes und ihrer Vergangenheit getauft hat, schnell darauf, dass hinter dem inzwischen angelaufenen Medienspektakel eine unglaubliche Verschwörung steckt.

Mick Herrons Spionagethriller „Slow Horses“ ist der erste Band der Serie um Jackson Lamb, die inzwischen bereits aus sieben Bänden besteht. Sie gilt als die aktuell stärkste Agentenserie Großbritanniens und „Slow Horses“ war unter anderem für den Steel Dagger Award nominiert, den Herron dann mit dem zweiten Band „Dead Lions“ auch gewann.

Der Thriller beginnt rasant mitten in einem Einsatz, der jedoch sensationell scheitert und River Cartwright in das Slough Hosue befördert. Slough – das Sumpfloch – macht seinem Namen alle Ehre, betrachtet man die Vorgeschichten der dorthin versetzten MI5 Agenten; überhaupt sind die Namen von Herron hervorragend gewählt: Lamb, das unscheinbare Lamm, das zur Schlachtbank geführt und geopfert werden soll; James Webb, genannt Spider, der am Regent’s Park sein Netzt spinnt, um seine Karriere voranzutreiben; Standish, die keineswegs nur Garnitur ist und die zu unterschätzen ein böser Fehler wäre.

Herron gelingt es vor allem durch das Agieren seiner Figuren einen guten Eindruck nicht nur ihrer grenzwertigen psychischen Verfassung, sondern auch der Lage beim MI5 zu vermitteln. Er muss nicht langatmig beschreiben, sondern zeigt implizit, was schief läuft und wo sich der eigentliche Sumpf befindet. Seine Serie wurde schnell mit jener um George Smiley verglichen, die den Dienst auch so manches Mal eher zweifelhaft aussehen ließ. Der Fall wird sehr clever aufgebaut, man weiß schnell, was im Zentrum der Ermittlungen stehen wird, aber die Rolle, die die Slow Horses darin haben werden, bleibt zunächst unklar. Insgesamt lebt der Roman hauptsächlich von den eigenwilligen Figuren, die Herron interessant und überzeugend geschaffen hat und die mit viel Cleverness, aber ohne Zufälle, die Verschwörung aufdecken. Ein überzeugender Auftakt, der auch in den weitern Bänden viel Spannung verspricht.

Daisy Johnson – Everything Under

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Daisy Johnson – Everything Under

Gretel does not grow up like other kids do. Her mother is different, they live on a boat, stop here and there and they even invent their own language. After the mother’s sudden disappearance, Gretel is left on her own devices and has to find a place in the world. The early fascination for words quite naturally makes her a lexicographer, a very lonesome job in which she updates dictionary entries. Even though she hadn’t been in contact with her mother for more than sixteen years, she hasn’t forgotten her and always feared that she might be the person behind a newspaper article about a fatal accident. When they are re-united, also the long lost memories of their former time together come back.

Daisy Johnson’s debut novel is nominated on the Man Booker Prize 2018 longlist, itself already an honour, but even more so for an author at the age of only 28. It only takes a few pages into the novel to see why it easily could persuade the judges: it is wonderfully written, poetic and shows a masterly use of language:

 

“I’d always felt that our lives could have gone in multiple directions, that the choices you made forced them into turning out the way they did. But maybe there were no choices; maybe there were no other outcomes.”

Gretel’s has never been easily and having found her mother, seriously marked by her illness, doesn’t make it easier since she will never get answers but has to live with how her life turned out.

What I found most striking was how Daisy Johnson easily transgresses boundaries in her novel: being female or male – does it actually matter? If you call a person Marcus or Margot, it’s just the same, you immediately recognize the person behind the label. Sarah and Gretel live on the water and on land, they blend in nature and don’t see a line between man and animal or plants, it’s just all there. The language itself also doesn’t know any limits; if need be, create new words to express what you want to say. And there is this creature, a fantastic being that can also exist either in Sarah’s mind or in this novel where so much is possible.

Just like Gretel and her brother Hansel who were left in the woods but managed to find a way out, Gretel follows the crumbs to her mother, retraces the journey they did when she was young and with the help of the people she meets, tries to make sense of her own and especially her mother’s life.

The structure is demanding since it springs backwards and forwards which I found difficult to follow at times. But the language’s smoothness and virtuosity compensate for this exceedingly.

T.A. Cotterell – Was Alice wusste [Kurzrezension]

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T.A. Cotterell – Was Alice wusste

Als Alice eines abends spät auf dem Weg nach Hause einen Anruf ihrer Tochter erhält mit der Frage, wo der Vater bleibt, ist sie besorgt, aber sicher, dass es eine Erklärung dafür geben wird. Ed ist ein fürsorglicher Mann und Vater, auf den sie sich stets verlassen kann. Doch dann kommt alles anders als erwartet: Ed war auf einer Party, betrunken, bei einer jungen Künstlerin – und die ist nun tot. Ed kann sich an nichts mehr erinnern, außer, dass er wohl mit ihr geschlafen hat. Die Zweifel beginnen zu nagen und auch die Polizei steht schon kurz darauf vor ihrer Tür.

T.A. Cotterells Roman wird als Psychothriller klassifiziert. An Psychothrill konnte ich nicht viel erkennen. Kurz gefasst: vorhersehbar, langwierige Schleifen und schwache Ablenkungsmanöver, die keine Spannung erzeugten, sondern nur langweilten und die Handlung verzögerten. Insgesamt zu banal in tausendfach gelaufenen Bahnen, um ansatzweise zu überzeugen.

Michael Donkor – Hold

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Michael Donkor – Hold

Belinda knows her place in the world, when her father cannot pay for her anymore, her mother sends her away to work in the household of people she calls Aunt and Uncle in accordance with Ghanaian customs. She is not the only maid there, also 11-year-old Mary works for them and quickly becomes something like a sister Belinda never had. When Belinda is sent to England to take care of Amma, a girl her own age, the two have to part which isn’t easy for either of them. Yet, they manage to stay in contact over the thousands of kilometres that now separate them. Mary wants to know everything about Belinda’s posh life in London, but the older sister cannot tell everything that she experiences in England. Her role is different now which is hard to get used to and people behave in a different way. She misses her home town, but also sees the chance that she is given since she can go back to school and study. When a tragic incident calls her back to Africa, Belinda realises that only a couple of months were enough to change her completely.

Michael Donkor was born in England to a Ghanaian household and trained as an English teacher and completed a Master’s in Creative Writing. He was selected as a “New Face in Fiction” by The Observer in January 2018. “Hold” is his debut novel in which also autobiographical elements can be found even though his protagonist is female and he has lived all his life in the UK.

What I liked about the novel were the different perspectives on life that you get and the difficulties that living between different cultures can mean for you personally but also for the people around you. First of all, I hardly know anything about Ghana so the beginning of the novel when we meet Mary and Belinda, young girls who work full time as maids, gives a short glance at what life in other parts of the world might be. They were not treated especially bad, quite the contrary, but the fact that the lack of money in their family leads to giving up education is something which is far away from our world in Europe.

Most interesting also Belinda’s arrival in London and her awareness of being different. She has brown skin, but this is different from the Asian brown of the Indians or the skin of the girls from Jamaica. It is those slight differences that are of course seen by the members of those groups at the margin but often neglected by the majority society. Even though she shares the same cultural background with Amma, the two girls could hardly be more distinct. The most obvious is their sexual orientation where Belinda sticks to a romantic understanding of love and where Amma has her coming-out as homosexual. Belinda can easily adapt to a lot of things, but this clearly transgresses a line that she will not cross. The girls’ friendship is nothing that comes easy for both of them, but it splendid how Donkor developed it throughout the novel.

Without a doubt, Michael Donkor is a great new voice among the British writers who themselves have made the experience of belonging – but not completely, of being trapped between cultures and having to find their identity while growing up.

Stuart Evers – If this is Home

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Stuart Evers – If this is Home

When he left the UK, Mark Wilkinson also left behind his name and entered the US as Joe Novak. By now, he is known as Mr Jones and selling apartments in Las Vegas. But something from his past is haunting him, he has episodes, hears voices or better: one voice: the one of Bethany, his girl-friend when he was still a teenager and living in England. He is thirty now and Bethany has been dead for thirteen years. He had wanted to leave their sad hometown together with her, to build a life together in New York, but then, she was murdered. After an incident with a client, he returns to England, now to find out the truth about Bethany’s death.

I was eager to read the novel due to the high praise I could read everywhere. After having finished, I am somewhere between disappointed and deeply confused. Either I didn’t get it at all or it absolutely didn’t work for me.

First of all, I had the impression that the first and the second half of the novel didn’t work together at all. It’s like having completely different characters and two independent stories told. In the beginning, we get a lot of clichés about men who are by far too rich and who think they own the world. It might be quite realistic, but not very interesting and ultimately, it leads to nothing for me. The second part, when Mark tries to figure out what happened to Bethany made a lot more sense, even though he hears her ghost talking constantly. I was waiting for the stunning moment when the circumstances of Bethany’s death are revealed, I expected something unusual, unforeseen and really surprising. Yet, this didn’t come. Actually, I didn’t even understand why he had to change his name all the time and what he was running from after all.

Juno Dawson – Clean

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Juno Dawson – Clean

Auf dem Rücksitz eines Autos wird sie entführt, denkt sie zumindest. Aber sie kann sich kaum wehren, zu sehr wirken die Reste der Drogen noch in ihr. Wo geht es hin und vor allem: warum? Die Clarity-Klinik auf einer einsamen Insel ist das Ziel, dass Nikolai für seine Schwester Lexi ansteuert, denn nach dem ersten Schock darüber, dass sie tot sein könnte, muss er etwas unternehmen, damit das Teenager-Mädchen endlich von den Drogen wegkommt. Lexi ist erwartungsgemäß wenig begeistert von dieser Idee, lächerlich, sie als süchtig zu bezeichnen, nur, weil sie wie alle anderen auch beim Feiern mal ein wenig Koks oder Pillen konsumiert. Doch bald schon muss sie erkennen, dass sie sehr wohl abhängig ist und die Tage des Entzugs zehren hammerhart an ihr. Wird sie es durchhalten?

„Clean“ ist bereits das 14. Jugendbuch der Transgender-Autorin Juno Dawson, die vor allen mit ihren LGBT Büchern für Jugendliche bekannt geworden ist. Auch in diesem Roman wird die Transgender-Thematik gestreift, im Zentrum steht jedoch der Drogenkonsum bzw. die nicht realisierte Abhängigkeit. In der Gesamtbeurteilung des Romans bin ich zwiegespalten, einerseits gefällt mir Dawsons Schreibstil sehr gut, der Text und vor allem die Dialoge wirken lebhaft und authentisch, andererseits ist der Roman recht klischeebeladen vor allem moralisierend, was ihn auf der Handlungseben deutlich hinter den Möglichkeiten zurückbleiben lässt.

Die Figur der Lexi ist zunächst sehr plakativ eindimensional angelegt: superreiches Töchterchen eines russischen Oligarchen, die von den Eltern vernachlässigt wird und sich schlichtweg alles erlauben kann. Drogenkonsum und folgende Abhängigkeit sind die logische Konsequenz. Auch die anderen Patienten der Klinik bestechen durch schematische Charakteristika, die wenig Raum für Persönlichkeit lassen. Obwohl die Figuren etwas enttäuschen, kann der Roman zunächst absolut überzeugen, denn die Darstellung der physischen Begleiterscheinungen des Entzugs und des Kontrollverlusts in dieser Zeit wirkt realistisch und vor allem abschreckend. Dies ist die mit Abstand stärkste Phase des Romans. Die unglücklich endende Love-Story zwischen Lexi und Brady ist leider zu vorhersehbar als dass sie ein Gewinn für die Handlung wäre. Auch der Weg zurück ins Leben wird leider wenig differenziert geschildert, sondern führt direkt in die sich lauthals ankündigende Misere, bevor dann noch ein Happy-End drangeklatscht wird. Hier hat die Autorin eine Menge Chancen vergeben.

Dies ist auch der etwas fade Unterton, der nach dem Lesen bleibt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass es weniger darum ging, eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen, als ein moralisch einwandfreies Jugendbuch zu schreiben, das messerscharf zwischen schwarz und weiß unterscheidet und auf die in der Realität vorhandenen Grautöne verzichtet. Ich bezweifle, dass die Zielgruppe – Leser ab 14 Jahren – so naiv ist, dieses Märchen-Schema zu akzeptieren und die mit dem Holzhammer eingeprügelte Moral „Drogen sind böse!“ für sich als Lebensweisheit mitnimmt. Man hätte jungen Lesern durchaus mehr zumuten können und so eine komplexere Geschichte, die jedoch realistischer gewesen wäre, kreieren können. So bleibt eine schwache Geschichte, die jedoch toll erzählt wird.

B.A. Paris – Bring Me Back

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B.A. Paris – Bring Me Back

Twelve years ago, a stop on a highway changes the life of Finn and Layla. While he is going to the toilet, she disappears. They had been in love, he had asked her to marry him during their holidays in France, now he is desperate to find her. That’s what he tells the police, but it is only part of the story. After some time of mourning, Finn gets closer to Layla’s sister Ellen, strange at first, but it feels right, even though he could never love her in the same way he loved Layla. Shortly after Finn asks Ellen to marry him, strange things start to happen. Ellen believes to have seen Layla, Finn is receiving e-mails seemingly coming from her and they find Russian dolls – something only Ellen and Layla know the significance of. It is impossible that somebody else is playing tricks on them. It must be Layla. But what does she want and is Ellen or Finn actually in danger?

Since I enjoyed “Behind Closed Doors” from B.A. Paris a lot, I was eager to read her latest thriller and again, she did not disappoint me. “Bring me back” is a classic thriller, right from the start you know that you cannot fully trust the characters, they have lied to others before and so they might not tell you the truth either. It keeps you alert, and since you don’t know where the discernible danger is actually coming from, the suspense is slowly rising.

What I liked especially was the construction of the novel. On the one hand, you have the story in the present told by Finn. On the other hand, you have something like secret diary entries which shed a slightly different light on the story told. After some time, Finn is replaced by Layla which gives you another perspective and adds to the suspense. The author deliberately leads to clues which turn out wrong, provides different explanations which cannot stand the tests they are put at, so you wonder throughout the novel what all this is about. It is not easy to find a good solution out of the plot, but for me, it absolutely worked and all was explained in a convincing way.

Caroline O’Donoghue – Promising Young Women

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Caroline O’Donoghue – Promising Young Women

Jane Peters is a 16-year-old women working in marketing. She mainly does secretarial tasks, nothing too demanding and far from the fancy marketing stuff she had expected. It is her private website where she provides advice as agony aunt “Jolly Politely” that keeps her mood up since she spilt with her boyfriend. When she attracts the attention of her boss Clem, an unexpected chance opens up and she can win a new and important customer for her company. Yet, Clem is not only interested in her professionally and thus an uncontrollable spiral of dependence is set in motion.

Caroline O’Donoghue’s debut novel promised a new side of the old man-woman, power-dependence topic with a witty and strong minded female protagonist who is capable of breaking through old walls and securing herself a place in a man’s world. However, this isn’t what I found in the novel and admittedly I am a bit disappointed.

First if all, the characters are full of clichés and quite foreseeable. Jane as well as her colleagues are rather naive and slightly stupid when it comes to relationships and interpersonal dynamics. Why don’t they see the obvious thing in front of them and why are they eagerly abused? That you are not full of self-confidence when you are young and new in the job and quickly impressed by male conduct is understandable, but running into the trap in front of you isn’t necessary either. Likewise, the male characters are also rather one-dimensional and predictable in their behaviour.

Thus, the whole story becomes a bit stereotypical and lacks individuality and originality. What I could expect from a really important and ground-breaking novel would also be a completely different ending, this was a quite disappointing, the message cannot actually be to look out for a more female adequate job where you don’t meet those bullying men.

The style of writing, however, is something I really liked, it is funny and often amusing and full of puns. Caroline O’Donoghue is witty and creative and the light-heartedness with which Jane comments on the postings on her website are not just funny but also very clever and true. Sadly, she herself does not act accordingly. All in all, there was more in the story from a feminist point of view, as it is, it is somehow nice, but without the impact it might have had.

Claire Douglas – Missing

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Claire Douglas – Missing

Eine unheimliche Entdeckung führt Francesca, genannt Frankie, aus London zurück in ihre Heimatstadt Oldcliffe-on-Sea in Cornwall: offenbar wurden die Reste einer Frauenleiche an Land gespült und Daniel vermutet, dass es seine Schwester Sophie war, Frankie ehemals beste Freundin, die 18 Jahre zuvor spurlos verschwunden ist. Er bittet Frankie zurückzukehren und mit ihm gemeinsam die Leiche zu identifizieren. Widerwillig reist sie zurück, keine guten Erinnerungen hat sie an die Stadt und das trübe kalte Wetter empfängt sie passend zu ihrer Stimmung. Der Aufenthalt wird nicht einfach werden, mit jeder Begegnung alter Bekannter kommen mehr Dinge in Frankies Bewusstsein zurück, die sie fast zwei Jahrzehnte verdrängt hatte. Aber sie und Daniel müssen endlich herausfinden, was damals mit Sophie geschah und dafür auch unangenehme Gespräche führen. Doch schon kurz nach der Ankunft beschleicht Frankie das ungute Gefühlt, dass irgendetwas nicht stimmt und sie verfolgt und bedrängt wird.

Claire Douglas Thriller spielt mit dem Leser, indem wesentliche Informationslücken erst nach und nach geschlossen werden. „Niemand sagt die ganze Wahrheit“ lautet der deutsche Untertitel, der sehr passend gewählt wurde. Das verzögernde Moment ist es, das die Spannung aufrechterhält. Passend dazu wird abwechselnd zur Handlung um Frankie eine zweite Geschichte erzählt: die von Sophie, 18 Jahre zuvor.

Zunächst hat es den Anschein, als wenn man die typische Protagonistin hätte, der jemand Böses will. Man fühlt mit Frankie, die in einer anonymen Ferienwohnung unterkommt, in der seltsame Dinge vor sich gehen, die sie mehr und mehr verängstigen. Komische Geräusche werden ergänzt durch direkte Drohungen, eine seltsame Nachbarin tut ihr Weiteres, um den Aufenthalt möglichst unangenehm zu gestalten. Allerdings zeigen sich auch bald Risse in der glatten Fassade. Das darunterliegende Bild setzt sich aus immer weiteren Mosaiksteinchen zusammen, bis es am Ende etwas gänzlich anderes präsentiert, als man erwartet hatte.

Die Grundidee des Thrillers ist recht gelungen, auch die Anlage der Protagonistin kann überzeugen. Allerdings fand ich die Handlung ab einem gewissen Punkt doch leider sehr vorhersehbar, was die Spannung etwas hat leiden lassen. Auch das Ende oder der eigentliche Ausgangspunkt konnte mich nur bedingt überzeugen. Der Schreibstil und die Konstruktion des Romans erzeugen jedoch den notwendigen Reiz, dass man als Leser das Buch nicht aus der Hand legen mag, da man unbedingt herausfinden möchte, was genau mit den Mädchen geschah.

Ein Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zu Autorin und Titel finden sich auf der Seite der Verlagsgruppe Random House.