Michael Dobbs – House of Cards

michael-dobbs-house-of-cards
Michael Dobbs – House of Cards

Nachdem die große Premierministerin Margaret Thatcher abgedankt hat, werden die Conservatives von Henry Collingridge angeführt. Ein katastrophales Wahlergebnis mit nur knappem Sieg stürzt die Parteimitglieder in ein tiefes Loch, hinzu kommen die üblichen Enttäuschungen nach den Wahlen, wenn man den erhofften Posten nicht bekommen hat. So ergeht es auch Francis Urquhart, Chief Whip, der auf die Leitung eines Ministeriums gehofft hatte und jetzt zusehen soll, wie unfähige Dumpfbacken an ihm vorbeiziehen. Doch das wird er nicht so einfach auf sich sitzen lassen und Schritt für Schritt nimmt sein Plan Formen an. Es beginnt mit kleinen Leaks und führt letztlich zum Sturz des Premierministers. Der Weg für parteiinterne Neuwahlen ist geöffnet, aber es gibt Gegenkandidaten – diese ahnen jedoch nicht, was Urquhart in den Jahren zuvor alles über sie gesammelt hat und jetzt einzusetzen bereit ist.

Michael Dobbs kennt den innersten Kreis der Conservatives, hat selbst ab 1977 für die Partei gearbeitet und war unter Thatcher ein hoher Parteifunktionär. Der Rausschmiss durch die Eiserne Lady hat in seinem eigentlich als Erholung gedachten Urlaub zu dem schier unglaublichen Politthriller geführt, der mehrfach verfilmt wurde und als Netflix Serie große Erfolge feierte.

Im Zentrum der Handlung steht Francis Urquhart, dessen Machenschaften vor dem Hintergrund von Dobbs realen Erfahrungen noch erschreckender wirken als sie es schon sind. Es wird mit harten Bandagen gekämpft und vor nichts Halt gemacht. Jede noch so kleine Verfehlung kann den großen Sturz auslösen und ein cleverer und intelligenter Strippenzieher wie Urquhart weiß die Schwächen seiner Gegner zu nutzen. Er hat Geduld und Überblick, agiert nie hastig, sondern wartet geschickt seine Chancen ab, die er mal herbeiführt und mal einfach nutzen kann. Für die Macht geht er bis zum Äußersten und man hat nicht den geringsten Zweifel daran, dass dies alles genau so geschehen könnte. Seine einzige ernstzunehmende Gegenspielerin ist die junge Journalistin Mattie, die jedoch ebenfalls geschickt kaltgestellt werden kann, was sie jedoch nicht daran hindert, weiterhin Nachforschungen anzustellen und dem wahren Täter der Verschwörung auf die Schliche zu kommen.

Nicht nur die Handlung ist überzeugend konstruiert und bietet genau die Spannung, die man von einem Buch in diesem Genre erwarten würde. Auch Dobbs Schreibstil zwischen süffisanter Ironie und kaltherziger Abrechnung konnte mich schnell packen. Besonders die kurzen Zitate, die jedem Kapitel vorangestellt sind, zeigen nicht nur, dass der Autor genau weiß, wovon er schreibt, sondern dass er seine Worte auch punktgenau platzieren kann:

Kapitel 18: The world of Westminster is driven by ambition and exhaustion and alcohol. And lust. Especially lust.

Kapitel 27: A politician should never spend too much time thinking. It distracts attention from guarding his back.

Die Motti stimmen hervorragend ein und Dobbs folgt ihnen dann nur noch konsequenterweise. Beste Unterhaltung, die keine Wünsche offen lässt und auch nach fast 30 Jahren nichts an Relevanz und Überzeugungskraft verloren hat.

Anneliese Mackintosh – Verdammt perfekt und furchtbar glücklich

anneliese-mackintish-verdammt-perfekt-und-furctbar-glücklich
Anneliese Mackintosh – Verdammt perfekt und furchtbar glücklich

Ottila McGregor hat sich viel vorgenommen für 2014, sie will nicht nur vom Alkohol loskommen, sondern glücklich werden, verdammt glücklich. Doch das Leben macht es ihr nicht einfach, zum einen wird ihre Schwester in die Psychiatrie eingewiesen, wo sie hochgradig selbstmordgefährdet ist und Ottila sich fragt, inwieweit ihr Verhalten dazu geführt hat, dass Mina nicht mehr leben möchte. Zum anderen muss sie feststellen, dass sie eine Affäre mit der Schwester von Thales, ihrer aktuellen Flamme, hatte. Mit Hilfe ihres „Kleinen Buchs vom Glück“, in dem sie ihren Alkoholkonsum und ihre Gedanken notiert, und ihrer Therapeutin will sie alles auf die Reihe bekommen, aber so einfach wie gedacht ist das nicht.

Ottila McGregor erinnert zunächst stark an Bidget Jones, die ihre kleinen Sorgen und Nöte mit ihrem Tagebuch teilt und ebenfalls in einer unglücklichen Affäre mit ihrem Chef feststeckt und viel zu gerne viel zu viel Alkohol konsumiert. Noch stärker jedoch als bei Helen Fieldings Heldin gestaltet Anneliese Mackintosh ihren Debütroman jedoch als Kaleidoskop verschiedenster Textsorten – Tagebucheinträge, E-Mails zwischen Mutter und Tochter, Textnachrichten, Transkripte der Therapiesitzung etc. – aus denen sich erst die Handlung konstruiert. Und auch wenn humorvolle Passagen und urkomische Dialoge vorkommen, dominieren für mich in „Verdammt perfekt und furchtbar glücklich“ doch die ernsthaften Aspekte.

In erster Linie sind es Ottilas schwierige Beziehungen, zum einen mit ihrem Vater bzw. dem nicht verarbeiteten Tod des Vaters. Aber auch zu ihrer psychisch kranken Schwester und der Frage, ob sie etwas für sie hätte tun können oder gar die Situation durch ihr Verhalten verschlimmert hat. Vorwürfe, die sie sich selbst macht und die nur bedingt entkräftet werden können. Auch die Therapieformen, die Mina ausgesetzt wird, werden durchaus kritisch angesprochen, vor allem der Aspekt, dass die Angehörigen zwar informiert werden, aber letztlich doch passiv zuschauen müssen, hat einen etwas faden Beigeschmack. Wie viele Frauen Anfang 30 will Ottila eigentlich nur eine funktionierende Beziehung, die ihr Stabilität und Sicherheit gibt, doch den passenden Partner zu finden scheint ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Art, wie Mackintosh den Leser in Ottilas Leben blicken lässt, gestaltet Roman authentisch und lebendig. Die Protagonistin ist sympathisch, gerade weil sie weit davon entfernt ist, perfekt zu sein und dies eigentlich auch gar nicht anstrebt. Sie hätte nur gerne ein kleines Stück vom Glück – wer würde ihr das übelnehmen wollen?

Jane Gardam – Weit weg von Verona

jane-gardam-weit-weg-von-verona
Jane Gardam – Weit weg von Verona

Jessica Vye nimmt kein Blatt vor den Mund und sich anzupassen ist auch nicht ihre große Stärke. Unweigerlich gerät die Zwölfjährige immer wieder in heikle Situationen, aus denen sie kaum einen Ausweg findet. Freunde hat sie kaum, erst mögen die anderen Kinder sie, aber bald schon wenden sie sich von ihr ab. Auch ihre Lehrerinnen scheinen sie nicht zu verstehen und vor allem ihr literarisches Talent nicht zu entdecken. Während draußen in der Welt der Zweite Weltkrieg tobt, wird Jessicas Leben in dem englischen Dörfchen von Alltagssorgen und ersten literarischen Entdeckungen geprägt.

Jane Gardams Debütroman wurde bereits 1971 geschrieben und auch hier zeigt sie schon ihr Talent für außergewöhnliche Charaktere und einen unheimlich sympathischen Erzählton, der den Leser mitnimmt und der dank der lockeren und heiteren Art begeistern kann. Allerdings bleibt sie in „Weit weg von Verona“ in der Figurenzeichnung noch hinter ihren späteren Romanen, vor allem der Trilogie um Old Filth Edward Feathers, zurück, was aber auch dem Alter der Protagonistin geschuldet sein könnte.

Jessicas Welt ist klein und überschaubar. Die Außenwelt dringt zwar am Rande zu ihr durch – der Krieg, die nächtlichen Bombardements, die Gasmasken – kann aber nicht wirklich ihr Bewusstsein durchdingen und so konzentriert sich die Handlung auf ihren kleinen Radius von Zuhause und Schule. Immer wieder bringen sie vermeintlich gute Ideen in Schwierigkeiten, dies ist einerseits völlig abzusehen, dennoch aber amüsant und herzlich mitzuerleben.

Vanessa Loibl findet im Hörbuch auch die passende Stimme für das vorlaute und aufgeweckte Mädchen und transportiert ihre etwas altkluge, aber doch herzliche Art überzeugend.

Daisy Johnson – Everything Under

daisy-johnson-everything-under
Daisy Johnson – Everything Under

Gretel does not grow up like other kids do. Her mother is different, they live on a boat, stop here and there and they even invent their own language. After the mother’s sudden disappearance, Gretel is left on her own devices and has to find a place in the world. The early fascination for words quite naturally makes her a lexicographer, a very lonesome job in which she updates dictionary entries. Even though she hadn’t been in contact with her mother for more than sixteen years, she hasn’t forgotten her and always feared that she might be the person behind a newspaper article about a fatal accident. When they are re-united, also the long lost memories of their former time together come back.

Daisy Johnson’s debut novel is nominated on the Man Booker Prize 2018 longlist, itself already an honour, but even more so for an author at the age of only 28. It only takes a few pages into the novel to see why it easily could persuade the judges: it is wonderfully written, poetic and shows a masterly use of language:

 

“I’d always felt that our lives could have gone in multiple directions, that the choices you made forced them into turning out the way they did. But maybe there were no choices; maybe there were no other outcomes.”

Gretel’s has never been easily and having found her mother, seriously marked by her illness, doesn’t make it easier since she will never get answers but has to live with how her life turned out.

What I found most striking was how Daisy Johnson easily transgresses boundaries in her novel: being female or male – does it actually matter? If you call a person Marcus or Margot, it’s just the same, you immediately recognize the person behind the label. Sarah and Gretel live on the water and on land, they blend in nature and don’t see a line between man and animal or plants, it’s just all there. The language itself also doesn’t know any limits; if need be, create new words to express what you want to say. And there is this creature, a fantastic being that can also exist either in Sarah’s mind or in this novel where so much is possible.

Just like Gretel and her brother Hansel who were left in the woods but managed to find a way out, Gretel follows the crumbs to her mother, retraces the journey they did when she was young and with the help of the people she meets, tries to make sense of her own and especially her mother’s life.

The structure is demanding since it springs backwards and forwards which I found difficult to follow at times. But the language’s smoothness and virtuosity compensate for this exceedingly.

T.A. Cotterell – Was Alice wusste [Kurzrezension]

Was Alice wusste von TA Cotterell
T.A. Cotterell – Was Alice wusste

Als Alice eines abends spät auf dem Weg nach Hause einen Anruf ihrer Tochter erhält mit der Frage, wo der Vater bleibt, ist sie besorgt, aber sicher, dass es eine Erklärung dafür geben wird. Ed ist ein fürsorglicher Mann und Vater, auf den sie sich stets verlassen kann. Doch dann kommt alles anders als erwartet: Ed war auf einer Party, betrunken, bei einer jungen Künstlerin – und die ist nun tot. Ed kann sich an nichts mehr erinnern, außer, dass er wohl mit ihr geschlafen hat. Die Zweifel beginnen zu nagen und auch die Polizei steht schon kurz darauf vor ihrer Tür.

T.A. Cotterells Roman wird als Psychothriller klassifiziert. An Psychothrill konnte ich nicht viel erkennen. Kurz gefasst: vorhersehbar, langwierige Schleifen und schwache Ablenkungsmanöver, die keine Spannung erzeugten, sondern nur langweilten und die Handlung verzögerten. Insgesamt zu banal in tausendfach gelaufenen Bahnen, um ansatzweise zu überzeugen.

Michael Donkor – Hold

michael-donkor-hold.png
Michael Donkor – Hold

Belinda knows her place in the world, when her father cannot pay for her anymore, her mother sends her away to work in the household of people she calls Aunt and Uncle in accordance with Ghanaian customs. She is not the only maid there, also 11-year-old Mary works for them and quickly becomes something like a sister Belinda never had. When Belinda is sent to England to take care of Amma, a girl her own age, the two have to part which isn’t easy for either of them. Yet, they manage to stay in contact over the thousands of kilometres that now separate them. Mary wants to know everything about Belinda’s posh life in London, but the older sister cannot tell everything that she experiences in England. Her role is different now which is hard to get used to and people behave in a different way. She misses her home town, but also sees the chance that she is given since she can go back to school and study. When a tragic incident calls her back to Africa, Belinda realises that only a couple of months were enough to change her completely.

Michael Donkor was born in England to a Ghanaian household and trained as an English teacher and completed a Master’s in Creative Writing. He was selected as a “New Face in Fiction” by The Observer in January 2018. “Hold” is his debut novel in which also autobiographical elements can be found even though his protagonist is female and he has lived all his life in the UK.

What I liked about the novel were the different perspectives on life that you get and the difficulties that living between different cultures can mean for you personally but also for the people around you. First of all, I hardly know anything about Ghana so the beginning of the novel when we meet Mary and Belinda, young girls who work full time as maids, gives a short glance at what life in other parts of the world might be. They were not treated especially bad, quite the contrary, but the fact that the lack of money in their family leads to giving up education is something which is far away from our world in Europe.

Most interesting also Belinda’s arrival in London and her awareness of being different. She has brown skin, but this is different from the Asian brown of the Indians or the skin of the girls from Jamaica. It is those slight differences that are of course seen by the members of those groups at the margin but often neglected by the majority society. Even though she shares the same cultural background with Amma, the two girls could hardly be more distinct. The most obvious is their sexual orientation where Belinda sticks to a romantic understanding of love and where Amma has her coming-out as homosexual. Belinda can easily adapt to a lot of things, but this clearly transgresses a line that she will not cross. The girls’ friendship is nothing that comes easy for both of them, but it splendid how Donkor developed it throughout the novel.

Without a doubt, Michael Donkor is a great new voice among the British writers who themselves have made the experience of belonging – but not completely, of being trapped between cultures and having to find their identity while growing up.

Stuart Evers – If this is Home

surat-evers-if-this-is-home
Stuart Evers – If this is Home

When he left the UK, Mark Wilkinson also left behind his name and entered the US as Joe Novak. By now, he is known as Mr Jones and selling apartments in Las Vegas. But something from his past is haunting him, he has episodes, hears voices or better: one voice: the one of Bethany, his girl-friend when he was still a teenager and living in England. He is thirty now and Bethany has been dead for thirteen years. He had wanted to leave their sad hometown together with her, to build a life together in New York, but then, she was murdered. After an incident with a client, he returns to England, now to find out the truth about Bethany’s death.

I was eager to read the novel due to the high praise I could read everywhere. After having finished, I am somewhere between disappointed and deeply confused. Either I didn’t get it at all or it absolutely didn’t work for me.

First of all, I had the impression that the first and the second half of the novel didn’t work together at all. It’s like having completely different characters and two independent stories told. In the beginning, we get a lot of clichés about men who are by far too rich and who think they own the world. It might be quite realistic, but not very interesting and ultimately, it leads to nothing for me. The second part, when Mark tries to figure out what happened to Bethany made a lot more sense, even though he hears her ghost talking constantly. I was waiting for the stunning moment when the circumstances of Bethany’s death are revealed, I expected something unusual, unforeseen and really surprising. Yet, this didn’t come. Actually, I didn’t even understand why he had to change his name all the time and what he was running from after all.

Juno Dawson – Clean

juno-dawson-clean.png
Juno Dawson – Clean

Auf dem Rücksitz eines Autos wird sie entführt, denkt sie zumindest. Aber sie kann sich kaum wehren, zu sehr wirken die Reste der Drogen noch in ihr. Wo geht es hin und vor allem: warum? Die Clarity-Klinik auf einer einsamen Insel ist das Ziel, dass Nikolai für seine Schwester Lexi ansteuert, denn nach dem ersten Schock darüber, dass sie tot sein könnte, muss er etwas unternehmen, damit das Teenager-Mädchen endlich von den Drogen wegkommt. Lexi ist erwartungsgemäß wenig begeistert von dieser Idee, lächerlich, sie als süchtig zu bezeichnen, nur, weil sie wie alle anderen auch beim Feiern mal ein wenig Koks oder Pillen konsumiert. Doch bald schon muss sie erkennen, dass sie sehr wohl abhängig ist und die Tage des Entzugs zehren hammerhart an ihr. Wird sie es durchhalten?

„Clean“ ist bereits das 14. Jugendbuch der Transgender-Autorin Juno Dawson, die vor allen mit ihren LGBT Büchern für Jugendliche bekannt geworden ist. Auch in diesem Roman wird die Transgender-Thematik gestreift, im Zentrum steht jedoch der Drogenkonsum bzw. die nicht realisierte Abhängigkeit. In der Gesamtbeurteilung des Romans bin ich zwiegespalten, einerseits gefällt mir Dawsons Schreibstil sehr gut, der Text und vor allem die Dialoge wirken lebhaft und authentisch, andererseits ist der Roman recht klischeebeladen vor allem moralisierend, was ihn auf der Handlungseben deutlich hinter den Möglichkeiten zurückbleiben lässt.

Die Figur der Lexi ist zunächst sehr plakativ eindimensional angelegt: superreiches Töchterchen eines russischen Oligarchen, die von den Eltern vernachlässigt wird und sich schlichtweg alles erlauben kann. Drogenkonsum und folgende Abhängigkeit sind die logische Konsequenz. Auch die anderen Patienten der Klinik bestechen durch schematische Charakteristika, die wenig Raum für Persönlichkeit lassen. Obwohl die Figuren etwas enttäuschen, kann der Roman zunächst absolut überzeugen, denn die Darstellung der physischen Begleiterscheinungen des Entzugs und des Kontrollverlusts in dieser Zeit wirkt realistisch und vor allem abschreckend. Dies ist die mit Abstand stärkste Phase des Romans. Die unglücklich endende Love-Story zwischen Lexi und Brady ist leider zu vorhersehbar als dass sie ein Gewinn für die Handlung wäre. Auch der Weg zurück ins Leben wird leider wenig differenziert geschildert, sondern führt direkt in die sich lauthals ankündigende Misere, bevor dann noch ein Happy-End drangeklatscht wird. Hier hat die Autorin eine Menge Chancen vergeben.

Dies ist auch der etwas fade Unterton, der nach dem Lesen bleibt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass es weniger darum ging, eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen, als ein moralisch einwandfreies Jugendbuch zu schreiben, das messerscharf zwischen schwarz und weiß unterscheidet und auf die in der Realität vorhandenen Grautöne verzichtet. Ich bezweifle, dass die Zielgruppe – Leser ab 14 Jahren – so naiv ist, dieses Märchen-Schema zu akzeptieren und die mit dem Holzhammer eingeprügelte Moral „Drogen sind böse!“ für sich als Lebensweisheit mitnimmt. Man hätte jungen Lesern durchaus mehr zumuten können und so eine komplexere Geschichte, die jedoch realistischer gewesen wäre, kreieren können. So bleibt eine schwache Geschichte, die jedoch toll erzählt wird.

B.A. Paris – Bring Me Back

BA_paris-bring-me-back
B.A. Paris – Bring Me Back

Twelve years ago, a stop on a highway changes the life of Finn and Layla. While he is going to the toilet, she disappears. They had been in love, he had asked her to marry him during their holidays in France, now he is desperate to find her. That’s what he tells the police, but it is only part of the story. After some time of mourning, Finn gets closer to Layla’s sister Ellen, strange at first, but it feels right, even though he could never love her in the same way he loved Layla. Shortly after Finn asks Ellen to marry him, strange things start to happen. Ellen believes to have seen Layla, Finn is receiving e-mails seemingly coming from her and they find Russian dolls – something only Ellen and Layla know the significance of. It is impossible that somebody else is playing tricks on them. It must be Layla. But what does she want and is Ellen or Finn actually in danger?

Since I enjoyed “Behind Closed Doors” from B.A. Paris a lot, I was eager to read her latest thriller and again, she did not disappoint me. “Bring me back” is a classic thriller, right from the start you know that you cannot fully trust the characters, they have lied to others before and so they might not tell you the truth either. It keeps you alert, and since you don’t know where the discernible danger is actually coming from, the suspense is slowly rising.

What I liked especially was the construction of the novel. On the one hand, you have the story in the present told by Finn. On the other hand, you have something like secret diary entries which shed a slightly different light on the story told. After some time, Finn is replaced by Layla which gives you another perspective and adds to the suspense. The author deliberately leads to clues which turn out wrong, provides different explanations which cannot stand the tests they are put at, so you wonder throughout the novel what all this is about. It is not easy to find a good solution out of the plot, but for me, it absolutely worked and all was explained in a convincing way.

Caroline O’Donoghue – Promising Young Women

caroline-odonogue - promising-young-women
Caroline O’Donoghue – Promising Young Women

Jane Peters is a 16-year-old women working in marketing. She mainly does secretarial tasks, nothing too demanding and far from the fancy marketing stuff she had expected. It is her private website where she provides advice as agony aunt “Jolly Politely” that keeps her mood up since she spilt with her boyfriend. When she attracts the attention of her boss Clem, an unexpected chance opens up and she can win a new and important customer for her company. Yet, Clem is not only interested in her professionally and thus an uncontrollable spiral of dependence is set in motion.

Caroline O’Donoghue’s debut novel promised a new side of the old man-woman, power-dependence topic with a witty and strong minded female protagonist who is capable of breaking through old walls and securing herself a place in a man’s world. However, this isn’t what I found in the novel and admittedly I am a bit disappointed.

First if all, the characters are full of clichés and quite foreseeable. Jane as well as her colleagues are rather naive and slightly stupid when it comes to relationships and interpersonal dynamics. Why don’t they see the obvious thing in front of them and why are they eagerly abused? That you are not full of self-confidence when you are young and new in the job and quickly impressed by male conduct is understandable, but running into the trap in front of you isn’t necessary either. Likewise, the male characters are also rather one-dimensional and predictable in their behaviour.

Thus, the whole story becomes a bit stereotypical and lacks individuality and originality. What I could expect from a really important and ground-breaking novel would also be a completely different ending, this was a quite disappointing, the message cannot actually be to look out for a more female adequate job where you don’t meet those bullying men.

The style of writing, however, is something I really liked, it is funny and often amusing and full of puns. Caroline O’Donoghue is witty and creative and the light-heartedness with which Jane comments on the postings on her website are not just funny but also very clever and true. Sadly, she herself does not act accordingly. All in all, there was more in the story from a feminist point of view, as it is, it is somehow nice, but without the impact it might have had.