Mick Herron – Slow Horses

mick-herron-slow-horses
Mick Herron – Slow Horses

Slough House, das Abschiebegleis der Geheimdienste. In diesem unscheinbaren Haus sammeln sich all diejenigen, die ihren Vorgesetzen auf die Füße getreten sind, wie der Abteilungsleiter Jackson Lamb, oder die eine Operation grandios vermasselt haben, wie River Cartwright. Wobei sich letzterer sicher ist, dass er von seinem Ex-Kollegen reingelegt wurde, damit dieser karrieretechnisch freie Fahrt hat. Als ein pakistanischer Junge entführt wird und die Geiselnehmer drohen, ihm innerhalb von 48 Stunden den Kopf abzuschneiden, um Rache an den Attentaten zu nehmen, die Islamisten im Königreich verübt haben, bleibt das Team zunächst unbeteiligt. Mit solchen Fällen haben sie nichts mehr zu tun. Jackson Lamb war immer ein unbequemer Agent, aber einer der besten und er kommt mit seinen Slow Horses, wie man seine Mitarbeiter scherzhaft wegen ihres Arbeitsplatzes und ihrer Vergangenheit getauft hat, schnell darauf, dass hinter dem inzwischen angelaufenen Medienspektakel eine unglaubliche Verschwörung steckt.

Mick Herrons Spionagethriller „Slow Horses“ ist der erste Band der Serie um Jackson Lamb, die inzwischen bereits aus sieben Bänden besteht. Sie gilt als die aktuell stärkste Agentenserie Großbritanniens und „Slow Horses“ war unter anderem für den Steel Dagger Award nominiert, den Herron dann mit dem zweiten Band „Dead Lions“ auch gewann.

Der Thriller beginnt rasant mitten in einem Einsatz, der jedoch sensationell scheitert und River Cartwright in das Slough Hosue befördert. Slough – das Sumpfloch – macht seinem Namen alle Ehre, betrachtet man die Vorgeschichten der dorthin versetzten MI5 Agenten; überhaupt sind die Namen von Herron hervorragend gewählt: Lamb, das unscheinbare Lamm, das zur Schlachtbank geführt und geopfert werden soll; James Webb, genannt Spider, der am Regent’s Park sein Netzt spinnt, um seine Karriere voranzutreiben; Standish, die keineswegs nur Garnitur ist und die zu unterschätzen ein böser Fehler wäre.

Herron gelingt es vor allem durch das Agieren seiner Figuren einen guten Eindruck nicht nur ihrer grenzwertigen psychischen Verfassung, sondern auch der Lage beim MI5 zu vermitteln. Er muss nicht langatmig beschreiben, sondern zeigt implizit, was schief läuft und wo sich der eigentliche Sumpf befindet. Seine Serie wurde schnell mit jener um George Smiley verglichen, die den Dienst auch so manches Mal eher zweifelhaft aussehen ließ. Der Fall wird sehr clever aufgebaut, man weiß schnell, was im Zentrum der Ermittlungen stehen wird, aber die Rolle, die die Slow Horses darin haben werden, bleibt zunächst unklar. Insgesamt lebt der Roman hauptsächlich von den eigenwilligen Figuren, die Herron interessant und überzeugend geschaffen hat und die mit viel Cleverness, aber ohne Zufälle, die Verschwörung aufdecken. Ein überzeugender Auftakt, der auch in den weitern Bänden viel Spannung verspricht.

Advertisements

Claire Douglas – Do not Disturb

claire-douglas-do-not-disturb
Claire Douglas – Do Not Disturb

After her husband’s breakdown, Kirsty and her family move from London to Hywelphilly, a small village in Wales where they buy a guesthouse. After weeks of refurbishing, they look forward to welcoming the first guests, among them to Kirsty’s dislike her cousin Selena whom she hasn’t seen for more than sixteen years. They had been like sisters, but Selena’s constant lying lead to the inevitable break. Kirsty’s two daughters Evie and Amelia struggle with the move at first, but when Selena and her daughter Ruby arrive, the house awakes. The cousins manage to sort out their quarrels; yet, Kirsty cannot get rid of the feeling that Selena still does not tell her the complete truth. When Selena’s former boyfriend shows up to rent a room, the atmosphere gets tense and with the arrival of Kirsty’s brother and his wife, trouble is in the air. And then, the worst fears come true: Selena gets murdered.

I really liked the novel because Claire Douglas has well dosed the revelation of secrets the characters keep – and there are many of them. Everybody has something to hide, buried down in his or her mind, even the nice ones are not what they seem at the first glance. There is something mysterious about the house, the whispers of the village inhabitants add to this and many of the incidents are hard to make sense of.

The novel is told from Kirsty’s perspective, quite normally, you are biased in what she tells as you only get her limited point of view. On the other hand, this adds to the suspense and you can easily share her feeling of unease. To me, Kirsty is authentic in her action and in the way she tries to protect her family. Since it is not clear where the threat comes from, you suspiciously eye all the other characters simply to learn in the end that you were completely wrong. I absolutely liked that especially since the whole mystery is solved convincingly.

“Do not disturb” triggers the biggest fear: having evil in your own home, the place where you want to feel safe and secure and where you assume that also your children are protected. Many twists and turns and unexpected revelations keep suspense high throughout the novel, a mystery thriller just as it should be.

Martin Österdahl – Der Kormoran

Der Kormoran von Martin Oesterdahl
Martin Österdahl – Der Kormoran

Mitte der 1990er Jahre entwickeln sich in Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion zunehmend demokratische Strukturen. Die anstehenden Wahlen werden die erste große Probe für die junge Republik sein. Vektor, Ein schwedischer Thinktank, beobachtet die Situation und bewertet die Lage, Max und Sarah von Stockholm aus, Paschie in Sankt Petersburg. Als letztere verschwindet, schwant ihren Kollegen bereits Schlimmstes, weshalb sich Max in die russische Metropole aufmacht. Eigentlich hat er dafür keine Zeit, denn gerade ist er einen entscheidenden Schritt weitergekommen bei der Frage, was 1944 geschehen ist und wie diese Ereignisse mit ihm und seiner Familien in Verbindung stehen. Doch er liebt Paschie und ihre Sicherheit hat Vorrang. Die letzte Nachricht der jungen Frau war kryptisch, was hat sie entdeckt? Max ahnt nicht, dass sie sich mit einem mächtigen Gegner angelegt hat, für den die neue Zeitrechnung noch nicht begonnen hat und dem zahlreiche Verbündete zur Verfügung stehen.

Martin Österdahls Thriller „Der Kormoran“ baut auf klassischen Mustern wie dem Ost-West-Konflikt, offenen alten Rechnungen und einer Armada von Geheimagenten, die den Staat unterwandern. Österdahl setzt diese jedoch geschickt ein und hat so einen überzeugenden und mitreißenden Roman geschaffen, der an Komplexität und Tempo schwer zu überbieten ist. Das Debüt des Historikers, der lange für das schwedische Fernsehen gearbeitet hat, ist der Auftakt einer Trilogie um Max Anger.

Im Wesentlichen treiben zwei Rätsel die Handlung des Thrillers voran: einerseits die privaten Ermittlungen Max Angers, die wesentlich mit den Ereignissen gegen Ende des zweiten Weltkrieges zu tun haben und immer wieder in Form von historischen Einschüben präsentiert werden und langsam erahnen lassen, welche Auswirkungen die alten Machenschaften auf die aktuelle Lage haben. Im Vordergrund steht jedoch ein großer russischer Plot, der sowohl politisch wie auch wirtschaftlich motiviert ist und sich modernster Technik bedient. Als Nebeneffekt wird hierbei die Fragilität der russischen Republik zu Ausgang des 20. Jahrhunderts deutlich, die grundlegend für die Entwicklungen nach der Jahrtausendwende waren. Beide Handlungsstränge werden glaubhaft miteinander verknüpft und sauber gelöst.

Insgesamt ein runder Thriller, der mit einem starken Protagonisten punktet und sich vor der großen skandinavischen Konkurrenz in keiner Weise verstecken muss. Die Tatsache, dass nicht nur persönliche Motive zu einer Serie von Morden führen, sondern ein komplexes Geflecht von Aspekten hinter dem Agieren der Figuren steht, das zudem historisch glaubhaft eingebettet wird, hebt ihn deutlich von der Masse der Neuerscheinungen im Genre ab.

Ein herzlicher Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zu Autor und Roman finden sich auf der Seite der Verlagsgruppe Random House.

Melanie Raabe – Der Schatten

Der Schatten von Melanie Raabe
Melanie Raabe – Der Schatten

Nach der Trennung von ihrem Freund sucht sich Norah nicht nur eine neue Wohnung, sondern nimmt auch ein Jobangebot in Wien, weit entfernt von Berlin, an. An einem ihrer ersten Tage begegnet der Journalistin eine Bettlerin, die ihr prophezeit, am 11. Februar einen Mann namens Arthur Grimm töten zu werden. Dies an sich wäre schon verstörend genug, aber der 11.2. ist zudem just der Tag, an dem ihre beste Freundin Valerie Selbstmord begangen hatte. Norah ist bestürzt und als in ihrer neuen Wohnung ominöse Dinge vor sich gehen – Gegenstände verschwinden, dafür tauchen andere auf – und sie sich zudem von Arthur Grimm, den sie zwischenzeitlich ausfindig gemacht hat, latent bedroht fühlt, kommt sie mehr und mehr zu der Überzeugung, dass die Bettlerin nicht gesponnen hat, sondern etwas Wahres an der Geschichte sein muss. Der Countdown läuft und das Datum nähert sich unheilvoll – würde sie wirklich einen Mord begehen können? Aber warum?

Melanie Raabes dritter Thriller spielt einmal mehr mit Wahrheit und Fiktion und vermischt geschickt Wirklichkeit und Einbildung. Was deuten wir nur in einer bestimmten Weise, weil wir regelrecht darauf konditioniert sind, alles in ein passendes Schema zu packen, und was ist eigentlich in der Realität ganz als wir es uns erklären? Ihre Protagonistin Norah läuft genau in diese Falle und wir als Leser rennen ihr hinterher.

Die Spannung des Romans wird vor allem durch zwei Aspekte befeuert: zum einen ist offenkundig, dass jemand Norah bedroht, jedoch bleibt bis zum Ende im Dunkeln, woher diese Bedrohung kommt und welche Motivation die Person hierfür hat. Auch zu welchen drastischen Taten sie bereit sein wird, ist nicht klar; sind die Unfälle wirklich nur Unglücke oder steckt doch mehr dahinter? Der zweite Faktor ist die Zeit. Die Handlung spielt innerhalb weniger Tage und läuft zielgerichtet auf das unheilvolle Datum zu. Man weiß, dass etwas geschehen wird, nur was genau bleibt unklar.

Die Lösung des Falls kam für mich mit einiger Überraschung, war jedoch nachvollziehbar motiviert und konstruiert. Insgesamt eine stimmige Geschichte, die zahlreiche Gedankenspiele zulässt, wie sich alles in ein stimmiges Bild fügen könnte und es schafft, lange mit der tatsächlichen Auflösung zu warten. Vermutlich wäre ich noch einen Tacken mehr gepackt gewesen, wäre die Protagonistin mir sympathischer gewesen, leider fand ich sie von Beginn an ziemlich überheblich und egoistisch, was mein Mitgefühl mit ihrer Lage nicht allzu groß werden ließ. Melanie Raabe gelingt eine deutliche Steigerung zum Vorgänger und lässt die Erwartungen an weitere Roman steigen.

Ein herzlicher Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zu Titel und Autorin finden sich auf der Seite der Verlagsgruppe Random House.

Turhan Boydak – Die Janus Protokolle

ADBB58AD-508B-4130-A5CE-A13C96DCCE4B
Turhan Boydak -Die Janus Protokolle

Als er von Tod seines ehemals besten Freundes und Kollegen hört, meldet sich Jason Bradley zum ersten Mal wieder. Ein Skandalartikel, der das Land zum Wanken gebracht hätte, hatte die beiden Journalisten auseinandergebracht, denn er wurde in letzter Sekunde verhindert. Jason hat daraufhin die Times frustriert verlassen. Nun ist Matt tot, doch seine Frau hat Zweifel, denn in letzter Zeit hat er sich seltsam verhalten, hat er wieder an der alten Geschichte gearbeitet? Eine kryptische Nachricht an Jason weist darauf hin und als Michael zu ihm Kontakt aufnimmt, verhärtet sich der Verdacht, denn der junge Mann hat arbeitet bei just dem Unternehmen, das Jason und Matt schon vor Jahren im Visier hatten. Stimmte ihre Vermutung also doch: überwacht die Regierung ihre Bürger durch die großen Internetunternehmen, die allesamt direkt aus Washington gesteuert werden? Noch bevor sie ihre Recherchen wirklich starten können, schweben Jason und Michael in Lebensgefahr.

Der Thriller beginnt rasant und die kurzen Kapitel führen dazu, dass das Tempo hoch bleibt und man als Leser eine Weile braucht, bis man die einzelnen Handlungsstränge miteinander in Verbindung bringen kann. Was zunächst nach zusammenhangslosen Einzelereignissen aussieht, lässt er nach und nach ein Muster erkennen und sich sinnbringend zusammenfügen. Bis zum Schluss hält der Autor das Tempo durch und gönnt einem kaum eine Sekunde zum Durchatmen.

Die Grundidee hinter der Geschichte ist dank der Skandale und Enthüllungen der letzten Jahre absolut glaubwürdig, niemand dürfte auch noch die geringsten Zweifel daran hegen, dass selbst die Regierungen demokratischer Staaten alle Mittel nutzen, um die Menschen zu überwachen und durch das Internet für sie relevante Informationen auch auf illegalem Wege beziehen. Dass entsprechende Konsequenzen folgen, die auch mal in dem zufälligen Verunfallen oder Verschwinden von Personen enden, kann man sich leicht vorstellen. Ein Skandal des Ausmaßes wie im Thriller skizziert, ist vielleicht nicht ganz glaubwürdig, aber vielleicht reicht einfach meine Vorstellungskraft nicht, diese Größenordnung für realistisch zu halten.

Die Figuren haben mich weitgehend überzeugen können, vor allem der Journalist Bradley war glaubwürdig gezeichnet und hat nachvollziehbar und menschlich agiert. Michael war vielleicht etwas naiv und gutgläubig, aber er hatte bis dato auch wenig Grund, an den Mitgliedern seiner Familie ernsthaft zu zweifeln. Dass es eine Figur wie den Hacker Veritas für diese Geschichte benötigt, ergibt sich von selbst, dass die Motivation letztlich rein privat begründet war, war ok, es hätte auch gerne etwas idealistischer sein dürfen. Einziger Schwachpunkt waren die längeren Phasen des Dozierens über die Geschichte des Internets und die technischen Zusammenhänge. So viel Wissen kann man m.E. bei einem Leser eines solchen Thrillers voraussetzen, auch haben sich für mich nicht alle Morde und Erpressungen wirklich nachvollziehbar erklärt, so blieben sie dann doch weitgehend nur Mittel zum Zweck. Alles in allem aber gelungene Unterhaltung.

James Rayburn – Fake

james-rayburn-fake
James Rayburn – Fake

Die Friedensverhandlungen versprechen endlich etwas Ruhe in das kriegsgebeutelte Syrien zu bringen. Ein Drohnenangriff der Amerikaner tötet jedoch nicht nur ein beabsichtigtes Ziel, sondern auch Catherine Finch, Ärztin, die seit längerem als Geisel in der Hand des IS ist und durch aufsehenerregende Videos zu einer Berühmtheit in ihrer Heimat wurde. Kommt dies an die Öffentlichkeit, wird der ganze Prozess gefährdet. Die Regierung entscheidet, dass dies ein Auftrag für den Ex-Agenten Pete Town ist, der zu Finchs Ehemann beordert wird und diesen instruiert, das Überleben seiner Frau gegenüber den Medien zu beteuern. Ein kleiner Auftrag scheint es, der schnell abgeschlossen sein wird, doch dann läuft einiges aus dem Ruder und Pete Town ist ebenso in Lebensgefahr wie seine Frau und unzählige weitere Unschuldige.

Roger Smith hat unter dem Pseudonym „James Rayburn“ seinen zweiten Spionagethriller veröffentlicht, der eigentlich nichts zu wünschen übriglässt: ein hochkomplexes internationales politisches Geflecht; Agenten, die schneller die Fronten wechseln als man sich umsehen kann; Zivilisten, die sich maßlos überschätzen und dadurch in Lebensgefahr bringen und ein paar Menschen, die einfach nur aus der Lage der Welt Geld machen wollen.

Der Roman hat ein extrem hohes Tempo und die unterschiedlichen Parteien, die in den Fall involviert und deren Absichten und Motive nicht unmittelbar zu durchschauen sind, sorgen für die notwendige Spannung, die man von einem Thriller erwarten würde. Dabei verzichtet der Autor auf einfache schwarz-weiß-Malerei; ähnlich komplex wie die globalen-geführten Konflikte sind auch die Beweggründe der Figuren, vor allem die beiden Protagonisten entwickeln im Laufe der Handlung immer mehr ungeahnte Facetten, die sie realistisch und authentisch wirken lassen, denn kaum einmal ist die Wirklichkeit einfach zu erklären und verläuft nur höchste selten geradlinig. So entsteht eine Story, die alle Erwartungen an einen glaubhaften Spionagethriller voll erfüllt.

Karen Perry – Your Closest Friend

karen-perry-your-closest-friend
Karen Perry – Your Closest Friend

She shouldn’t have been there in the first place, Shoreditch, the part of London where the attack took place in which Cara was almost killed. It was this young girl, Amy, who saved her by pulling her into a store and then hiding with her for hours. Cara just left her lover when she met the killer, under the pressure of the events, she told Amy about her affair and the lost love of her husband. The events bring them close together and when Cara needs somebody to babysit her daughter, Amy moves in. What seems to be a close friendship, turns out to be something completely different and it won’t take too long until Cara doesn’t recognize her own life anymore and has to realize that she is in real danger.

Karen Perry, the pseudonym of Karen Gillece and Paul Perry, has chosen two quite different main characters for her sixth thriller: on the one hand, the down-to-earth successful radio maker Cara who supports her family and has established herself a picture book life – however, only when looked at from the outside. On the other hand, it is obvious from the beginning that Amy is suffering from hearing voices and that her extreme emotion leads her much more than a rational view of reality. Alternating their points of views gives the reader an advance which does not diminish the suspense.

You know exactly what is going to happen, yet, the question remains how far Amy is ready to go to attain her goal. Would she kill for it? Whom? How destructive is she actually or does she break down before something really bad happens? Something really bad is in the air – and then it happens.

I really liked Karen Perry’s style of writing which keeps you reading on because you want to know how this mess will finally be solved. Nevertheless, I was a bit disappointed by the protagonist Cara. At first, she seems to be quite clever and everything but easy to manipulate. But the more the plot advances, the more naive and even plainly stupid she becomes. This is a bit annoying because at a certain point, it is absolutely apparent who is behind it all, but she remains stubbornly ignorant. All in all, quite some entertaining thriller.

B.A. Paris – Bring Me Back

BA_paris-bring-me-back
B.A. Paris – Bring Me Back

Twelve years ago, a stop on a highway changes the life of Finn and Layla. While he is going to the toilet, she disappears. They had been in love, he had asked her to marry him during their holidays in France, now he is desperate to find her. That’s what he tells the police, but it is only part of the story. After some time of mourning, Finn gets closer to Layla’s sister Ellen, strange at first, but it feels right, even though he could never love her in the same way he loved Layla. Shortly after Finn asks Ellen to marry him, strange things start to happen. Ellen believes to have seen Layla, Finn is receiving e-mails seemingly coming from her and they find Russian dolls – something only Ellen and Layla know the significance of. It is impossible that somebody else is playing tricks on them. It must be Layla. But what does she want and is Ellen or Finn actually in danger?

Since I enjoyed “Behind Closed Doors” from B.A. Paris a lot, I was eager to read her latest thriller and again, she did not disappoint me. “Bring me back” is a classic thriller, right from the start you know that you cannot fully trust the characters, they have lied to others before and so they might not tell you the truth either. It keeps you alert, and since you don’t know where the discernible danger is actually coming from, the suspense is slowly rising.

What I liked especially was the construction of the novel. On the one hand, you have the story in the present told by Finn. On the other hand, you have something like secret diary entries which shed a slightly different light on the story told. After some time, Finn is replaced by Layla which gives you another perspective and adds to the suspense. The author deliberately leads to clues which turn out wrong, provides different explanations which cannot stand the tests they are put at, so you wonder throughout the novel what all this is about. It is not easy to find a good solution out of the plot, but for me, it absolutely worked and all was explained in a convincing way.

Claire Douglas – Missing

claire-douglas-missing
Claire Douglas – Missing

Eine unheimliche Entdeckung führt Francesca, genannt Frankie, aus London zurück in ihre Heimatstadt Oldcliffe-on-Sea in Cornwall: offenbar wurden die Reste einer Frauenleiche an Land gespült und Daniel vermutet, dass es seine Schwester Sophie war, Frankie ehemals beste Freundin, die 18 Jahre zuvor spurlos verschwunden ist. Er bittet Frankie zurückzukehren und mit ihm gemeinsam die Leiche zu identifizieren. Widerwillig reist sie zurück, keine guten Erinnerungen hat sie an die Stadt und das trübe kalte Wetter empfängt sie passend zu ihrer Stimmung. Der Aufenthalt wird nicht einfach werden, mit jeder Begegnung alter Bekannter kommen mehr Dinge in Frankies Bewusstsein zurück, die sie fast zwei Jahrzehnte verdrängt hatte. Aber sie und Daniel müssen endlich herausfinden, was damals mit Sophie geschah und dafür auch unangenehme Gespräche führen. Doch schon kurz nach der Ankunft beschleicht Frankie das ungute Gefühlt, dass irgendetwas nicht stimmt und sie verfolgt und bedrängt wird.

Claire Douglas Thriller spielt mit dem Leser, indem wesentliche Informationslücken erst nach und nach geschlossen werden. „Niemand sagt die ganze Wahrheit“ lautet der deutsche Untertitel, der sehr passend gewählt wurde. Das verzögernde Moment ist es, das die Spannung aufrechterhält. Passend dazu wird abwechselnd zur Handlung um Frankie eine zweite Geschichte erzählt: die von Sophie, 18 Jahre zuvor.

Zunächst hat es den Anschein, als wenn man die typische Protagonistin hätte, der jemand Böses will. Man fühlt mit Frankie, die in einer anonymen Ferienwohnung unterkommt, in der seltsame Dinge vor sich gehen, die sie mehr und mehr verängstigen. Komische Geräusche werden ergänzt durch direkte Drohungen, eine seltsame Nachbarin tut ihr Weiteres, um den Aufenthalt möglichst unangenehm zu gestalten. Allerdings zeigen sich auch bald Risse in der glatten Fassade. Das darunterliegende Bild setzt sich aus immer weiteren Mosaiksteinchen zusammen, bis es am Ende etwas gänzlich anderes präsentiert, als man erwartet hatte.

Die Grundidee des Thrillers ist recht gelungen, auch die Anlage der Protagonistin kann überzeugen. Allerdings fand ich die Handlung ab einem gewissen Punkt doch leider sehr vorhersehbar, was die Spannung etwas hat leiden lassen. Auch das Ende oder der eigentliche Ausgangspunkt konnte mich nur bedingt überzeugen. Der Schreibstil und die Konstruktion des Romans erzeugen jedoch den notwendigen Reiz, dass man als Leser das Buch nicht aus der Hand legen mag, da man unbedingt herausfinden möchte, was genau mit den Mädchen geschah.

Ein Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zu Autorin und Titel finden sich auf der Seite der Verlagsgruppe Random House.

Emelie Schepp – Weißer Schlaf

Weisser Schlaf von Emelie Schepp
Emelie Schepp – Weißer Schlaf

Es ist ihre einzige Chance etwas Geld zu verdienen und man hat ihnen versichert, dass sie in wenigen Tagen wieder zurück sein werden. Also schlucken die beiden thailändischen Mädchen die Pillen und steigen in den Flieger nach Europa. Doch noch bevor sie ihr eigentliches Ziel erreichen, ist eine von ihnen durch die Drogen gestorben und liegt nun tot in einem Zugabteil im Bahnhof von Norrköping, die andere kann sich davonschleichen und die Kontaktperson treffen. Was nach einem Fall von internationalem Drogenhandel aussieht, wird die schwedische Polizei noch vor weitere Rätsel stellen, denn bald darauf wird ein junger Mann ermordet in seiner Wohnung gefunden, er hatte offenbar ebenfalls Kontakt ins Milieu und weitere Spuren weisen nicht nur auf eine neue Macht in der Drogenszene hin, sondern auch auf eine mysteriöse Frau, die so gar nicht in das Bild passen will. Die Staatsanwältin Jana Berzelius weiß, wer die Unbekannte ist: sie selbst. Denn sie verfolgt neben den offiziellen Fällen auch noch eine ganz persönliche Agenda.

Emelie Schepps Thriller „Weißer Schlaf“ ist der zweite in der Reihe um die Staatsanwältin Jana Berzelius; drei Bände sind bislang in deutscher Übersetzung erschienen, der vierte ist für Herbst 2018 angekündigt. Die Autorin hat für ihre Romane den renommierten schwedischen Crime Time Specsaves Reader’s Choice Award gleich zweimal hintereinander gewonnen, 2016 und 2017 wurde sie zur beliebtesten Krimiautorin Schwedens gewählt, eine hohe Auszeichnung bedenkt man die Konkurrenz im eigenen Land.

Der Thriller erfüllt alle Erwartungen: eine komplexe Geschichte, die zunehmend weitere Facetten bekommt und vom Leser höchste Konzentration erfordert, um keines der unzähligen Details zu übersehen. Dazu das passende Setting im schwedischen Winter, der schnell die Sonne untergehen und mit Massen an Schnee und klirrender Kälte den Aufenthalt im Freien rasch zur Gefahr werden lässt.

Am entscheidendsten ist jedoch in der Reihe die Protagonistin Jana Berzelius, die gleichermaßen intelligent und souverän in ihrer Funktion als Staatsanwältin erscheint, andererseits aber auch mysteriös und undurchschaubar bezogen auf ihr Privatleben und ihre Vorgeschichte. Im zweiten Band erhellt sich einiges um ihre Kindheit, doch immer noch bleibt die Frage offen, wer sie eigentlich ist. Die Rolle ihres Mentors und Stiefvaters wird geklärt, aber welches Trauma sie erlitten an, an das sie sich auch nicht erinnern kann, liegt weiterhin im Dunkeln. Die Figur überrascht immer wieder, vereint sie die klassisch gute wie auch die böse Seite miteinander, zeigt sich gesetzestreu und entschlossen die Recht der Schwachen zu verteidigen, um im nächsten Moment nach eigenen Regeln zu spielen. Eine ungewöhnliche Konstruktion, die jedoch keineswegs unglaubwürdig erscheint, sondern einen eigenen Reiz hat.

Alles in allem eine Story, die überzeugend konstruiert wurde, mit immer neuen Fakten unerwartete Richtungen aufnimmt und im Laufe der Handlung auch immer mehr den notwendigen Thrill aufweist. Ich bin kein Freund von Cliffhangern, in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um eine Reihe handelt, die stark an die Protagonistin geknüpft ihr, sei dies verziehen.