Alexander Hartung – Auf zerbrochenem Glas

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Alexander Hartung – Auf zerbrochenem Glas

Die Idee, dass aus Nik Pohl noch ein erfolgreicher konventioneller Kriminalkommissar werden könnte, haben inzwischen alle aufgegeben. Auch wenn seine Ergebnisse stimmen, ist der Weg dorthin doch zu weit außerhalb des Gesetzes als dass es tolerabel wäre. Als ihn eines Abends ein Mann anspricht und prompt den Finger in seine wunde Stelle legt, hat Nik nichts entgegenzusetzen. Das spurlose Verschwinden einer jungen Frau wühlt den Fremden auf, er findet die Polizei habe den Fall zu schnell beiseitegelegt und Nik soll nun für ihn ermitteln. Widerwillig muss dieser sich beugen, es kommt ihm zunächst zwar auch etwas seltsam, aber noch nicht wirklich beunruhigend vor. Doch schnell pflastern Leichen seinen Spurenweg und er muss einsehen, dass er es mit mächtigen Gegnern zu tun hat, die nicht nur bestens in der Münchner Oberschicht vernetzt sind und an den entscheidenden Stellen ihre Leute sitzen haben, sondern auch keinen Gedanken an ein ausgelöschtes Menschenleben verschwenden.

Alexander Hartung ist mir als Krimiautor seiner Mannheimer Reihe um Kommissar Jan Tommen bereits bekannt, jetzt also eine neue Thriller-Reihe um Ermittler Nik Pohl in München. Der Auftakt hat durchaus Potenzial für eine überzeugende Reihe mit interessanten Figuren, wobei ich einräumen muss, dass für mich der Protagonist nicht unbedingt zu denjenigen gehören, die mich am meisten begeistern konnten. Im Gegenteil, hier sehe ich die größte Schwäche des Romans. Zwar ist die Anlage der Figur für den Verlauf der Handlung in dieser Form passend und auch logisch, aber mir werden hier doch ein paar Klischees zu viel bedient, die man in 90% aller Krimis und Thriller um Kommissare findet: der Haudrauf, der kein Gesetz kennt, der Hang zu maßlosem Alkoholkonsum, seine Verachtung für alle, die sich innerhalb der vorgegebenen Grenzen bewegen. Die Nebenfiguren Jon, der zunächst unbekannte Fremde, und dessen Helfer Balthasar wiederum fand ich recht innovativ und auch unterhaltsam und hoffe, dass diese in den Folgebänden auch noch mehr Raum bekommen.

Der Fall selbst erscheint zunächst recht unspektakulär mit der Suche nach einer spurlos Verschwundenen. Die Ermittlung schleppt sich dahin und weist schon zu Beginn ein recht hohes Maß an roher Gewalt auf, was doch sehr verwundert. Dies klärt sich jedoch im Laufe der Handlung und wird dadurch auch wiederum plausibel. Mit jedem Schritt wird das Ausmaß des Falles größer und verworrener und bringt immer wieder völlig neue und unerwartete Aspekte dazu.  Mir fehlte jedoch ein wenig der Thrill, diese kaum aufzuhaltende Anspannung vor Sorge, dass irgendeine Figur es doch nicht überlebt und alles böse endet. Auch scheint mir in der Gesamtschau der Fall ein wenig zu viel von allem zu sein, um authentisch und glaubwürdig zu sein.

Nichtsdestotrotz fand ich den Roman so spannend, dass ich ihn kaum weglegen wollte und die nächste Katastrophe gespannt erwartete. Daher überzeugend als Krimi und vor allem in der Ausgestaltung der Geschichte.

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Ruth Rendell – Dark Corners

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Ruth Rendell – Dark Corners

Nachdem Carl Martin, ein junger Autor, von seinem Vater ein Haus in London geerbt hat, findet er in dessen Nachlass eine Reihe von mysteriösen homöopathischen Pillen und Tinkturen. Er will sie entsorgen, aber wie das Leben so spielt, vergisst er sie. Aus Geldnot und weil der Wohnungsmarkt lukrativ ist, vermietet Carl die Räume im Obergeschoss. Da er keine Lust auf lange Interviews hat, erhält der erste Interessent den Zuschlag: Dermot McKinnon. Als eine Freundin ihn zufällig um Rat bzgl. einer Diät bittet, fallen Carl die Pillen wieder ein, eine Sorte war seiner Erinnerung nach auch zur Gewichtsreduktion geeignet. Das Angebot, ihm diese abzukaufen, nimmt Carl gerne an. Am nächsten Morgen wird die Freundin jedoch tot in ihrer Wohnung aufgefunden, offenbar sind die Tabletten Schuld an ihrem Ableben. Carl macht sich Vorwürfe, doch damit nicht genug: sein Untermieter hatte den Deal zufällig belauscht und droht nun zur Polizei und zur Presse zu gehen und Carl als Mörder zu entlarven. Die grausame Spirale ist in Gang gesetzt und Carl sieht sich gefangen in einer Situation, aus der es scheinbar keinen Ausweg gibt.

Ruth Rendell, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine schrieb, hat die Veröffentlichung ihres letzten Romans „Dark Corners“ nicht mehr miterlebt. Mit weit über 60 Romanen zählt sie nicht nur zu einer der eifrigsten, sondern auch der erfolgreichsten Krimi- und Thrillerautoren Großbritanniens. Mehrfach erhielt sie den Gold Dagger Award für den besten Krimi des Jahres.

Ihr letztes Werk bleibt jedoch weit hinter den zugegebenermaßen hohen Erwartungen zurück. Was ihr sehr gut gelungen ist, ist die psychische Anspannung, unter der Carl durch die Drohungen seines Untermieters steht, zu transportieren. Das ungute Gefühl, die unmittelbare Bedrohung sind durch die ganze Geschichte hindurch zu spüren. Es kriecht unter die Haut und setzt sich dort fest, sehnsüchtig wartet man auf die Erlösung. Bevor diese jedoch endlich kommt, muss man es mit den leider sehr eindimensionalen Charakteren aushalten. Weder Carl noch sein Untermieter oder ihre jeweiligen Lebensgefährtinnen können überzeugen, von dümmlich bis einfältig, von passiv bis einfallslos – sie sind einfach sehr schwer zu ertragen und wirken unausgereift. Auch die Lösung seiner Probleme, die Carl findet, scheinen mir zu konstruiert, um sie wirklich als authentisch anzusehen und sie passen in keiner Weise zu der Anlage der Figur.

Alles in allem hat der Roman durchaus Potenzial, das er jedoch leider nicht ausschöpft.

Rebecca Fleet – The House Swap

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Rebecca Fleet – The House Swap

After the hard time they have gone through in their relationship, Caroline and Francis need a vacation, best without their son Eddie. A house swap seems to be a good idea so they leave Leeds for a week in the suburbs of London. Somehow the house is strange, it looks like nobody actually lives in there, it is absolutely impersonal, almost clinical. But the woman seemed to be nice enough to let her into their own apartment. When Caroline receives a strange message on her cell phone, she is alarmed: did something awake the ghosts of the past? Did her ex affair Carl get in contact again? And who is this strange neighbour Amber who seems to observe them and behaves in a very strange way when she comes to visit them late in the evening. Caroline can sense the danger but she doesn’t know where it is really coming from…

The novel starts at quite some low pace and admittedly I was a bit annoyed because I couldn’t make sense of a lot of things at the beginning. It was obvious that Francis and Caroline had some problems in the past, she had an affair with a colleague, he was addicted to pills, but since this had happened obviously two years before, I didn’t quite understand the relevance of all this for the house swap. And there was this voice talking to Caroline, but it was not clear where it was coming from. I do not really like to be in the dark and not understanding anything.

However, the further you get in the novel and the more you understand, the more thrill you feel and the better the plot gets. Of course you are supposed to run in the completely wrong direction with the assumptions of what is behind all this – eagerly I did – just to learn then that it is not only much more complicated, very cleverly constructed, and also a lot more dangerous for the characters than you would have assumed.

“The House Swap” is a fantastic thriller as soon as you get over the first few pages. It can surprise and offers an especially interesting psychological aspect which is only revealed towards the end.

Heather Child – Everything about you

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Heather Child – Everything about you

21-year-old Freya is not very happy with her life as it is: she is still living together with her ex-boyfriend Julian, her job just serves to earn money but is not actually promising a career and she still misses Judy who first was a friend and then moved in with Freya and her mother and became something like a real sister. When Julian is not interested in the latest technological device from his father, Freya accepts to use the high-tech personal assistant. Since she is still longing for Ruby who went missing without any trace, the assistant is modelled according to the young woman’s features: it can copy her voice, react just like Judy reacted and knows everything about Freya and Ruby. Can this virtual version of her sister also lead to the one in flesh and bone?

Since technology becomes more and more present in our everyday life and since we rely increasingly on our smart phones to do the thinking for us, the idea of this futuristic personal assistant was quite intriguing. Especially since we tend to ignore the negative side effects of handing over more and more data to these uncontrollable technical devices.

However, the novel did not hold up to the high expectations. I liked Freya’s first steps with her new assistant; her incredulously questioning where this machine got all the information from and how she slowly loses control over her life were portrayed in a really authentic way that is easy to imagine in the very near future. Then, however, the more the plot progresses and the more the whole story becomes a kind of computer game in a virtual reality environment, it was a bit too much for me. I am all but into computer games and not at all interested in any virtual realities where completely different rules apply and the unthinkable is possible.  Thus, the moment we lost the track of reality I was more or less out. This might work better for those readers who are really into VR.

All in all, an interesting concept, yet a bit too unrealistic for my liking.

Helen Callaghan – Everything is Lies

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Helen Callaghan – Everything is Lies

One evening when Sophia is out with her colleagues, she gets a strange phone call from her mother who asks her to come back home. It is always the same and thus, she cuts her short and goes on amusing herself. The next morning, the bad conscience is nagging and she gets in the car to visit her parents. What she finds in their house is horrible: her mother hanging from a tree, her father badly injured. What happened? The police soon close the file, for them the case is clear: an extended suicide. But when Sophia find her mother’s diaries, she is convinced that her mother would never have attempted suicide. And what about the burglaries? Over months, her parents had been the victims of break-ins. The deeper Sophia digs in her mother Nina’s past, the more complex and strange things seem to be, but there are not many people who believe her.

Helen Callaghan caught me immediately. Even though the beginning leads into a completely different way, centring about Sophia’s work at an architectural agency, she soon accelerates and with the first part of Nina’s diary, I was completely absorbed by the novel.

The most striking part is definitely Nina’s past in the cult she joined as a student. It is a wonderful example of how easy it is to manipulate a young woman who lacks self-confidence and experience. Cleverly they approach her and they use the right amount of charm to trick her into their community. At the moment she arrives at their house, there is no way out anymore for her, she is already too deeply involved emotionally to think and act clearly.

The thriller is full of suspense, offering twists and turns at the perfect moment to keep the plot running on. The protagonist also seems to be quite authentic and you can easily sympathise with her.

I really enjoyed the novel, it is a most accomplished psychological thriller which leaves nothing to be desired.

Carrie Blake – The Woman Before You

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Carrie Blake – The Woman Before You

Isabel Archer is the typical girl from the Midwest. Having grown up only with her mother, she has high hopes and big plans for the time after school. She dreams of a career as an actress in New York, but soon finds herself rejected in every audition and due to lack of money selling mattresses. The only moment when she can still take over a role is when she dates men she finds on Tinder. When she meets Matthew, things change, she is immediately attracted by him and definitely wants more. Matthew, too, has some kind of liking for her, but first of all, his boss needs a woman to support him in the little jobs he does for him. Isabel could be the perfect partner for these strange little games. But soon not only Isabel has to asks herself who is playing games with whom.

Carrie Blake’s debut novel starts quite interestingly and I immediately could indulge in it. However, I quickly had the impression to find some kind of prop and cliché I had read many times before. Even though Isabel was described in the first chapters as a young, intelligent and aspiring woman, she then is reduced to the dumb girl waiting for the boy to call her. She loses all her independence and there is a huge lack of motivation for whatever. From the attractive woman she turns into a pretty facade with nothing behind it. Matthew however, is simply a handsome and ruthless man who is the marionette of his boss without any will of his own.

Thus, I was a bit disappointed in the two protagonists who tell the story alternatingly. The plot itself has variations of “How do I seduce her without having actual intercourse” which was a bit too much for my liking of a thriller. I missed the real thrill and suspense since most of what happens is quite foreseeable as it is based on just a few pieces of information.

All in all, I was quite deceived by it, since most of the plot seems to be a pretext for having the characters go to bed and it strongly reminded me of “50 Shades of Grey” in the setting and character make-up.

Cathrine McKenzie – The Good Liar

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Catherine McKenzie – The Good Liar

Later, the incident would be called “Triple Ten” – on 10th October at 10 o’clock a Chicago office building is ripped apart by an explosion killing more than 500 people. Cecily becomes the picture of the tragedy because a photograph of her staring at the building in disbelieve was taken as the most striking image to visualize the people’s feeling. She lost her husband in the tragedy, and now she and her two kids are alone. But why was she there, at all, at her husband’s work place, at that time of the day? Another woman’s life is also altered by the event, but Kate has seen it as a chance – and seized it to escape her old life and to leave the country. Now, she is in Canada, observing from across the border what happens at her former home, the place where her husband and her children mourn her death. But a couple of months after the events, things take a different turn and this brings both of them back to the day of the tragedy – and back to the lies they told.

“The Good Liar” is a cleverly constructed mystery novel centred around three women. At the first glance, they seem to be the average wife with an ordinary life. But as soon as you get to look under the surface, you stare into an abyss of lies, of fraud and betrayal. None of them is the pitiable victim, they all contributed to their fate – but who of them is really evil and who just acted out of desperation?

The many twists and turns make you assess the situation anew over and over again. It takes some time to understand the links between the three and then you eagerly start to develop your theories about what had happened before. For some of the characters, this is a bit foreseeable, for others it isn’t and that’s what I liked best.

Catherine McKenzie is a brilliant writer who knows exactly how to pace her story which keeps you read on and on and on to find out what happened actually. And at the same time, you are always asking yourself: what would I have done in her place? A perfect psychological thriller which does not offer any easy black-and-white explanations but points out the different shades of grey.

Keigo Higashino – Unter der Mitternachtssonne

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Keigo Higashino – Unter der Mitternachtssonne

Der Mord an einem Pfandleiher wirft im Osaka des Jahres 1973 Fragen auf. Kirihara wird in einem verlassenen Gebäude gefunden, der Polizist Sasagaki und seine Kollegen finden jedoch keine wirklich verwertbare Spur, einzig zu einer bescheidenen Frau und deren Tochter, doch es scheint zu abwegig, dass diese etwas mit dem Mord zu tun haben. Die Jahre vergehen, immer wieder gibt es Vorfälle in Osaka, die nicht wirklich geklärt werden können: Überfälle auf junge Frauen, Menschen verschwinden. Sasagaki lässt der alte Fall keine Ruhe und stetig verfolgt er die Spuren, bis er irgendwann eine Verbindung erkennt, die sich immer wieder auf ein Pärchen zurückführen lässt: der Sohn des Pfandleihers und die Tochter der verdächtigen Frau. Aber es ist doch undenkbar, dass die beiden über Jahrzehnte eine Spur der Verwüstung hinter sich herziehen, oder?

Keigo Higashino ist ein auch in Deutschland seit vielen Jahren sehr populärer japanischer Krimi- und Thriller Autor, „Unter der Mitternachtssonne“ ist inzwischen mein dritter Roman von ihm und wieder einmal kann er mich mit dem sehr eigenen japanischen Flair und einer psychologisch reizvollen Geschichte überzeugen.

Zunächst tappt man ganz wie die Polizei im Dunkeln, der Mord am Pfandleiher steht im Zentrum, wird aber dann scheinbar aufgegeben. Erst langsam erschließt sich dem Leser, worum es eigentlich geht. Die Geschichte zieht immer weitere Kreise, mehr und mehr Figuren kommen hinzu, verwirren zunächst das Konstrukt, nur um dann umso klarer ein Bild der beiden rücksichtslosen Menschen zu ergeben. Dass sie hinter den zahlreichen Taten stecken, ist recht schnell durchschaut, spannender wird nun die Frage: gelingt es dem Ermittler, ihnen auf die Spur gekommen und was genau geschah beim Mord an dem Pfandleiher und vor allem: warum musste er sterben?

Der Thriller weicht gewagt vom klassischen Szenario ab, was ihm jedoch kein bisschen an Spannung nimmt. Im Gegenteil, das hochriskante Spiel wird in immer neuen Varianten ausgetragen und erhält so seinen Reiz. Genaugenommen handelt es sich nicht um einen einzigen Mordfall, sondern um viele, die miteinander verbunden sind und sich nach und nach spiralförmig dem Showdown nähern.

Eine ausgesprochen komplexe Handlung, die durch die vielen Figuren mit ihren japanischen und damit doch eher ungewöhnlichen Namen eine Herausforderung darstellen. Diese sollte man jedoch unbedingt annehmen, denn „Unter der Mitternachtssonne“ ist ein kleines Meisterwerk.

Leon de Winter – Geronimo

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Leon de Winter – Geronimo

Mai 2011, die ganze Welt starrt auf die Bildschirme, die die Festnahme von Osama bin Laden zeigen. „Kill or capture“ war der Auftrag an das Seals Team 6, das den Auftrag pflichtgemäß erledigte. Aber ist wirklich alles so verlaufen, wie es uns die Nachrichtensender glauben machen? Oder gab es eine kleine Chance für einen anderen Ausgang, bei dem bin Laden überlebte? Leon de Winter konstruiert rund um das Großereignis eine Story über Freundschaft, einen tollkühnen Plan, Lügen und Vertrauen, konkurrierende Geheimdienste und ein junges afghanisches Mädchen, das sich in Bachs Goldberg-Variationen verliebt.

Leon de Winter hat nicht nur basierend auf realen Ereignissen einen rasanten Verschwörungsthriller geschrieben, sondern die Handlung auch geschickt konstruiert als zeitlich versetzte, sich immer wieder unterbrechende Einzelstränge, die nach und nach zusammengeführt werden und immer wieder neue Überraschungen zu bieten haben.

Wir haben die private Geschichte des Ex-CIA Agenten Tom Johnson, der jedes Jahr zum Geburtstag der verstorbenen Tochter bei seiner Ex-Frau anruft. Hat der Tod des Mädchens die beiden auseinandergebracht? Tom ist auch befreundet mit dem Team, das den wichtigsten Auftrag nach 9/11 ausführen soll und hält deren im Spaß entwickelten Plan zunächst für einen Scherz. Stationiert in Afghanistan lernt er Apana kennen, deren Vater für die Amerikaner arbeitet und die bei ihm zum ersten Mal die Goldberg-Variationen hört, die sie verzaubert. Nach dem Tod des Vaters fühlt er sich ihr gegenüber verpflichtet und begibt sich Jahre später auf eine gefährliche Suche nach ihr. Und ein pakistanischer Junge ahnt nicht, dass er im Besitz der wohl global wichtigsten Daten ist und dass dies zu einer realen Bedrohung werden wird.

„Geronimo“ ist beim Diogenes Verlag erschienen und zumindest in deutscher Ausgabe nicht als Hörbuch erhältlich. Umso erfreulicher, dass der NDR ein vierteiliges Hörspiel auf Basis des Romans entwickelt hat, das lebendig wirkt und trotz der komplexen Handlung ein auditiver Genuss ist und in jeder Hinsicht überzeugen kann.

Ryan Ruby – The Zero and the One

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Ryan Ruby – The Zero and the One

Owen is full of fear. He hates flying, maybe because he hasn’t done it quite so often. But there was no way of avoiding his best friend’s funeral, he has to go to New York to attend the service. How could he end on this plane? Owen Whiting has fought his way from his non-academic family up to Oxford where he spends his first months mostly alone and an outsider. Only when Zach approaches and befriends him do things change. The young American has seen something in Owen that was hidden to the others, Owen is his equal, he can share his thoughts and is ready to transgress the boundaries of life. Still, Owen cannot fully comprehend how it all could have ended like this, maybe he will find answers across the ocean.

“The Zero and the One” keeps the secrets about Zach for quite some time; the structure of narrating the events surrounding the funeral and disrupting them with narratives of the past, postpones the clear picture and the full understanding of the events repeatedly. The beginning was rather slow, nevertheless I liked Owen’s background story, his family, his own expectations of life and his fight for a higher education. After the boys have met, the focus shifts a bit and the whole novel becomes a lot more philosophical. Their treasure hunt for the not so famous author of “The Zero and the One” already provides some suspense, however, it is only in the third part that the action really accelerates and Ryan Ruby can surprise the reader. Never would I have imagined such a story as the one that lies beneath it all.

To some extent, it is a classic coming-of-age novel, on the other hand, we also have quite a typical story of an ambitious young person from a poor background who suddenly enters a completely new sphere where he does not fit in at all and where intelligence and thirst for knowledge just aren’t enough. Thirdly, there is a psychological thrill particularly towards the end which I found most intriguing and fascinating. Zach is the character who can enthral the reader and who is not easily tangible, but here, the protagonist has to offer much more than some well-known cliché.

For quite some time I thought “The Zero and the One” was a good and entertaining novel. The closer I got to the climax and the end, the more I was drawn into it and spellbound.