Agatha Christie – Hercule Poirot in Murder on the Orient Express

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Agatha Christie – Hercule Poirot in Murder on the Orient Express

Nachdem er gerade erst in Istanbul angekommen ist, wird Hercule Poirot durch ein Telegramm nach London zurückverlangt. Am schnellsten ist der Simplon-Orient-Express, doch unerwarteter Weise ist dieser ausgebucht. Als ein Passagier nicht erscheint, kann er gerade noch den letzten Platz bekommen. An Bord wird er bald schon von Samuel Ratchett angesprochen, der ihn gerne als Privatbeschützer anstellen würde, da er fürchtet, dass sein Leben bedroht ist. Da ihm der Mann unsympathisch ist, lehnt Poirot ab. Ein plötzlicher Schneesturm zwingt den Zug in Jugoslawien mitten in der Nacht zum Halten. Am nächsten Morgen erfahren die Passagiere, dass Ratchett tot ist. Der Mörder kann wegen des ungeplanten Zwischenstopp den Zug nicht verlassen haben. Wohl oder übel muss Poirot die Ermittlungen übernehmen.

Ohne Frage hat mich die aktuelle Verfilmung dazu animiert, den Klassiker von Agatha Christie auszupacken und mir eine etwas ältere britische Hörspielversion zu gönnen. In der Hauptrolle Albert John Moffatt, der für die BBC in insgesamt 25 Radio-Produktionen den belgischen Detektiv mimte und interessanterweise auch in der 1974er Verfilmung des Orient Express mitspielte, wenn hier auch nicht in der Hauptrolle.

Das Setting ist recht typisch für die Krimis von Agatha Christie, ein abgeschotteter Ort, an dem eine größere Anzahl von Verdächtigen auf engstem Raum gefangen sind und unter denen sich auch der Mörder befindet. Zwischen den Passagieren des Zuges scheint es keine näheren Verbindungen zu geben, zu unterschiedlich sind sie: Count und Countess Andrenyi, eine deutsche Zugehfrau, schwedische Missionarin, ein ehemaliger Colonel, der Sekretär des Getöteten, eine britische Gouvernante und weitere offenbaren keine naheliegenden Lösungen für den Mordfall. Systematisch befragt Poirot die Reisenden und nähert sich so zielsicher dem Täter. Erwartungsgemäß auch das Ende: alle werden im Speisewagen versammelt und der belgischer Meisterermittler löst Motiv und Mordvorgang auf. Allerdings kann uns die große Agatha Christie dieses Mal mit einem ungewöhnlichen Ende überraschen.

Für mich einer der besten Plots von Agatha Christies Hercule Poirot Reihe. Ein besonderer Charme macht auch der Zug aus, den ich mir von einiger Zeit einmal live anschauen konnte und der heute noch genauso aussieht wie vor gut 80 Jahren als der Krimi entstand.

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Adi Alsaid – Let’s Get Lost

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Adi Alsaid – Let’s Get Lost

Ein Road Trip der etwas anderen Art. Leila lässt in einer amerikanischen Kleinstadt ihren Wagen testen und lernt so Hudson kennen, der sofort von dem Mädchen fasziniert ist. Es wird die schönste Nacht seines Lebens, die jedoch auch einen jahrelang gehegten Traum zerstören wird. Leilas Reise geht weiter und unterwegs sammelt sie Bree auf. Die Mädchen finden sich sofort sympathisch, doch die kleine Ausreißerin Bree kann vom Diebstahl nicht lassen und so landen beide im Gefängnis. Für Elliot wird die Begegnung mit Leila zur Realisierung einer nur dem Fernsehen gekannten Geschichte und Sonia hatte schon aufgegeben, ihr Leben in Trümmern, aber Leila kommt ihr zu Hilfe. Vier Menschen, vier Geschichten und vier Begegnungen, die das Leben verändern. Doch wer ist Leila eigentlich und warum hat sie sich auf den Weg nach Alaska zu den Polarlichtern? Auch Leilas Leben wird durch diese Reise verändert werden.

Eine überzeugende Geschichte über das Erwachsenwerden. Die vier Figuren, denen die Protagonistin begegnet sind sehr verschieden, was immer wieder neue Aspekte in den Roman bringt und vier letztlich eigenständige Geschichten entstehen lässt. Alle vier sind an einem wichtigen Punkt ihres Lebens und benötigen genau den einen Impuls benötigen, um weiterzugehen und ein Kapitel abzuschließen. So auch die Protagonistin, die jedoch lange Zeit erstaunlich blass bleibt. Man erfährt sehr viel über die Figuren, mit denen sie interagiert, von sich selbst gibt sie jedoch nichts preis und mehr und mehr fragt man sich, was es mit ihr auf sich hat. Dieses Mysterium wird im letzten Kapitel recht überraschend, aber überzeugend gelöst.