Ruth Lillegraven – Tiefer Fjord

Ruth Lillegraven – Tiefer Fjord

Als das nächste Kind in der Notaufnahme deutliche Spuren von häuslicher Gewalt aufzeigt, reißt bei dem Arzt Haavard der Geduldsfaden. Wie lange soll er noch tatenlos mitansehen, wie Kinder vor seinen Augen leiden müssen, oftmals mit dem Leben bezahlen und niemand etwas unternimmt? Auch seine Frau Clara ist schockiert ob des neuerlichen Falles, schon lange versucht sie einen Gesetzentwurf zum Schutz misshandelter Kinder durchzubringen, doch wieder einmal wird ihr Vorhaben abgeschmettert. Haavard beginnt seine Beobachtungen zu sammeln und hat bald schon eine Liste mit eindeutig verdächtigen Eltern zusammen. Doch genau diese wird ihm zu Verhängnis, denn jemand nimmt die Sache, vor der die Öffentlichkeit die Augen verschließt, in die Hand und ausgerechnet Haavard war gleich zwei Mal in unmittelbarer Nähe, als brutal Rache geübt wurde.

Die norwegische Autorin Ruth Lillegraven wurde bereits mehrfach für ihre Bücher ausgezeichnet, „Tiefer Fjord“ ist ihr erster Thriller, der nicht nur wegen der brutalen Thematik nahegeht, sondern auch clever konstruiert wurde und so unerwartete Überraschungen und Wendungen bietet. Auch die Einblicke in den Politikbetrieb sind überzeugend integriert, da sie nebenbei der Krimihandlung mit informativen Hintergründen mehr Tiefe verleihen.

Man kann die Wut der Figuren nachvollziehen. Immer wieder erleben zu müssen, wie scheinbar alle staatlichen Institutionen versagen, wenn es um den Kinderschutz geht, kann niemanden kaltlassen. Das Motiv des Mörders liegt auf der Hand, moralisch kann man ihm durchaus folgen, auch wenn das gewählte Mittel jenseits aller Legalität ist.

Haavard erscheint zunächst als liebender Vater und engagierter Arzt, doch bald schon bekommt das perfekte Image Risse und reißt ihn von dem gerade errichteten Sockel. In seiner Ehe kriselt es schon lange, weshalb er sich heimlich mit seiner Kollegin trifft, fest davon überzeugt, dass Clara davon nichts ahnt. Doch diese ist deutlich aufmerksamer und vor allem cleverer darin etwas zu verbergen. Die pflichtbewusste Beamtin des Justizministeriums erscheint zunächst etwas blass, offenbart im Laufe der Handlung jedoch unerwartete Abgründe.

Ein Psychothriller, der seinen Namen verdient. Komplexe Figuren, deren Handeln jedoch überzeugend durch ihre Erlebnisse motiviert ist und die widersprüchliche Emotionen aushalten müssen, was sie authentisch und glaubwürdig wirken lässt.

President Bill Clinton/ James Patterson – The President’s Daughter

President Bill Clinton/James Patterson – THe President’s Daughter

Matthew Keating wanted to serve a second term as POTUS, but his mission against one of the evilest terrorists went disastrously wrong and cost him the presidency. Now, he is doing more or less nothing apart from fishing and not so much enjoying himself. When his daughter Mel is abducted by IS terrorist Asim Al-Asheed who wants to revenge his wife and daughters, ex SEAL Matt takes it personal. Since the official agencies totally fail to rescue the girl, he decides to become active himself to get her back. He is still well-connected and secretly sets up a small team to do what a father has to do.

The second cooperation between former President Bill Clinton and well-known crime writer James Patterson is a fast-paced mixture of political and spy thriller which also gives deep insight in how the different national agencies work with and against each other. The thriller brilliantly shows that politics can be a nasty business where personal agendas at times conflict with national interests and ethics. Also, since the end of the Cold War, the lines between confronting enemies have become blurred and the world is a much more complex place with several stakeholders all acting and interfering simultaneously.

First and foremost, the novel lives on the protagonist Matt Keating who tries to free his daughter. Even though we first meet him in the role of the president, his former occupation as a member of the US SEALs is a much more formative aspect of his character. When he learns of is successor’s unwillingness of helping to liberate his daughter, he reactivates his knowledge and connections to rescue her on his own. Admittedly, I doubt how realistic this might be, however, it certainly makes a good action-loaded plot. The daughter, too, is a tough cookie, even though raised in a rather comfortable position, she is courageous and has a strong will to survive which gives her more power than was to be expected.

What I found most interesting, however, was not just the war between the terrorist and the USA but how China meddles and how conflicting interests endanger civilians which are nothing more than collateral damage. Ironically, it is a private affair that leads to the downfall of the current president – highly likely in our times.

Great entertainment which surely also works quite well on the screen since it incorporates the core virtues of bravery, persistence, teamwork and love.

Gustaf Skördeman – Geiger

Gustaf Sköderman – Geiger

Gerade hat sie die Töchter samt Familien verabschiedet, als bei Agneta das Telefon klingelt. Nur ein Wort wird gesagt, „Geiger“, und dann wieder aufgelegt. Agneta weiß, was zu tun ist: sie nimmt die Waffe, die sie seit Jahrzehnten versteckt hat und erschießt ihren Mann, bevor sie sich auf ihre weitere Mission begibt. Polizistin Sara Nowak kennt die Familie gut, ihre ganze Kindheit hat sie dort verbracht und war immer etwas neidisch auf die Mädchen und deren berühmter Vater. Von allen wurde er nur Onkel Stellan genannt und war in den 70ern und 80ern der größte Fernsehstar Schwedens. Jetzt ist er tot und seine Frau auf der Flucht, doch warum?

Gustaf Sköderman hat sich bereits als Regisseur und Drehbuchschreiber einen Namen in seiner schwedischen Heimat gemacht, „Geiger“ ist der Auftakt zu einer Thriller-Trilogie, auf deren historischen Hintergrund er schon vor vielen Jahren durch einen Zeitungsartikel gestoßen war. Was als Familiengeschichte beginnt, wird schnell zum Politthriller, denn der anonyme Anruf weckt die deutschen Sicherheitsbehörden, die seit Jahrzehnten auf ein Lebenszeichen gewartet haben und immer vermuteten, dass der Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges noch lange nicht vorbei ist.

Der Markt der Nordic Noir Bücher ist inzwischen unüberschaubar, quasi täglich strömen neben den etablierten bekannten Namen auch neue Autoren auf den Markt und buhlen mit bekannten Mustern um die Gunst der Leser. Erstaunlicherweise wird man aber selten enttäuscht und auch „Geiger“ konnte mich von der ersten Seite an packen. Die Geschichte entfaltet sich im bekannt skandinavischen gemächlichen Tempo, nimmt dann aber mit zunehmender Komplexität des Falles auch an Fahrt auf bis hin zu einem filmreifen Showdown.

Der Autor macht ein inzwischen längst vergessenes Thema der europäischen Geschichte zum zentralen Punkt der Handlung. Zahlreiche Spione wurden zur Zeit des Kalten Krieges auf beiden Seiten der Mauer platziert, viele auch als Schläfer, die Jahrzehnte lang unbehelligt ein unauffälliges Leben führten. Schweden kam als neutralem Staat eine besondere Rolle zu, die letztlich jedoch nicht so unbeteiligt war, wie es schien. Auch kratzt er am Image der Politikerriege, denn diesen kommt eine mehr als zweifelhafte Rolle im Roman zu. Auch wenn ich einige Aspekte für etwas zu viel des Guten hielt und etwas weniger dick aufgetragen auch eine spannende Geschichte ergeben hätte, insgesamt doch ein Thriller, der die Erwartungen erfüllt und zur Abwechslung auch mit interessanten und widersprüchlichen Frauenfiguren aufwartet.

Marc Elsberg – Der Fall des Präsidenten

Marc Elsberg – Der Fall des Präsidenten

Kaum ist er aus dem Flieger gestiegen, wird der ehemalige US Präsident Douglas Turner in Athen verhaftet. Der Internationale Gerichtshof hat Anklage erhoben und einen Haftbefehl ausgestellt, der durch die lokalen Behörden ausgeführt werden muss. Dana Marin ist als Vertreterin des ICC vor Ort, um den Vorgang zu überwachen, gerät aber auf das Bildmaterial, das heimlich angefertigt wird und sich sogleich online verbreitet. Damit beginnt dann auch das Kräftemessen: auf der einen Seite der ICC, der die Gerechtigkeit auf seiner Seite hat, jedoch über wenig Macht verfügt, lediglich auf die öffentliche Meinung hoffen kann. Gegenüber steht die mächtigste Nation der Welt, die sogleich die ganze Maschinerie anwirft, nicht nur um das ehemalige Oberhaupt schnell aus griechischer Haft zu befreien, sondern auch um im aktuellen Wahlkampf nicht das Gesicht zu verlieren. Gerade das Land, das für Freiheit und den Kampf gegen den Terrorismus steht, soll nun dafür angeklagt werden?

Marc Elsberg hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen mit spannenden Thrillern gemacht, die insbesondere dadurch herausstechen, dass er aktuelle Themen für seine Szenarien wählt. Sei es die prekäre Stromversorgung im Notfall in „Blackout“ oder auch Gentechnik in „Helix“ – immer treibt er das Gedankenspiel bis an die aushaltbare Grenze. In „Der Fall des Präsidenten“ wirft er nun die ethisch-moralische Frage auf, wie viel den Ländern Recht und Gerechtigkeit wert sind und wie in Zeiten von Deep Fakes und Fake News die öffentliche Meinung beeinflusst und Wahrheit immer perfekter gefälscht werden kann.

Die eigentliche Handlung an der Oberfläche umfasst nur wenige Tage, in denen wiederholt das Gericht tagt, das über die Rechtmäßigkeit des ICC Haftbefehls und der damit verbundenen Auslieferung an Den Haag entscheiden soll. Spannend wird die Angelegenheit durch die Nebenschauplätze, an denen ganz verschiedene Aspekte eskalieren. Die Amerikaner nutzen ihre Vormachtstellung und drohen sogleich mit wirtschaftlichen Sanktionen, erlassen Einreisebeschränkungen und positionieren sich im Streit zwischen Griechen und Türken, um so den Druck auf das Land zu erhöhen. Von der Unabhängigkeit eines Gerichts kann kaum mehr die Rede sein, wenn eine ganze Nation in Sippenhaft genommen wird.

In der Sachfrage steht natürlich die komplexe Problematik im Fokus inwieweit ein Präsident für die Taten der Armee und einzelner Soldaten in Kriegen verantwortlich ist. An Kollateralschäden bei der Zivilbevölkerung hat man sich leider gewöhnt, der vorgebliche Zweck scheint sehr viele Mittel zu rechtfertigen, insbesondere seit 9/11. Einzig der Internationale Gerichtshof könnte hier Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erheben, aber er wirkt wie ein zahnloser Tiger und zahlreiche Ausnahmen und die Nicht-Anerkennung durch Länder wie die USA lassen vernünftige Arbeit kaum zu.

Die noch junge und wenig erfahrene Vertreterin des ICC erfährt die volle Härte der eigentlich juristischen Auseinandersetzung auf ganz anderer Ebene: sofort tauchen Bilder von ihr online auf, die in tendenziöse Zusammenhänge gepackt werden, andere werden direkt skrupellos gefälscht, um so die Öffentlichkeit zu täuschen und Meinungsmache zu betreiben. Verschwörungstheoretiker und verquere Denker lassen sich zudem ungehemmt mit ihren Theorien aus.

Ins Rollen bringt alles ein Whistleblower, der seiner Intuition folgte und sich nun größter Gefahr ausgesetzt sieht. Man weiß, wie insbesondere die USA mit in ihren Augen Vaterlandsverrätern umgeht. Schützen kann ihn kaum wer in dieser Situation, denn bei dem mächtigen Gegner ist sich jeder selbst am nächsten.

Auch wenn das Ende vielleicht durch die plötzliche Action etwas zu dick aufgetragen ist, ein spannender Thriller, dem es gelingt, die Komplexität des Konflikts und der Wirklichkeit unterhaltsam abzubilden.

Ein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Blanvalet Verlag sowie das Bloggerportal. Mehr Informationen zu Autor und Titel finden sich auf der Verlagsseite.

Graham Moore – The Holdout

Graham Moore – The Holdout

A reunion they have never really wanted since all of them only wanted to forget what happened ten years ago. When lawyer Maya Seale is first approached by Rick, she refuses, but her boss convinces her to take part. They were the jury on the most popular case of the time: 15-year-old Jessica had vanished and was supposedly murdered by her teacher Bobby Nock with whom she obviously had had an affair. Even though the body had never been found, the whole country was convinced that the black man had killed the daughter of a rich Californian real estate mogul. However, the jurors followed Maya’s arguing in finding Bobby not guilty. It took Rick, one of the jurors, a decade of his life to investigate privately and now, he has come up with new evidence he wants his co-jurors and the whole world to see. They return to the hotel where they were kept away from the public for months, but then, Rick is found dead – in Maya’s room. All is just too obvious: the one person who is responsible for the killer of a young girl running free now wants to protect herself by keeping the evidence secret. Thus, consequently, Maya is arrested.

The reader follows Maya Seale in her quest to prove her innocence. You know from the beginning that she is not a reckless killer and that she’s got nothing to hide, but much more interestingly than this already answered question is the one about the legal system: Maya’s chances of being acquitted from murder rise tremendously if she pleads guilty of manslaughter – there does not seem to be a chance of just telling the truth and it simply being acknowledged. So the interesting question actually is: how does the truth have to be framed, or to put it more explicitly: manipulated, to get the result you want?

Graham Moore’s “The Holdout” is a real page-turner. Once you have started, you cannot simply put the novel aside. It is fascinating to see how the law works, to follow the arguing of the lawyers and their weighing the different versions of truth. I also liked how the author created a jury of very peculiar individuals who all have their small secrets they want to hide. Yet, ultimately, they all come out, some with more, others with less consequences. The big mystery looming over the whole story is who killed Jessica Silver and why. This is very cleverly solved but also challenges the reader’s moral value system. At the end of the day, life is complicated and, at times, you have to weigh different perspectives against each other and you may come to the conclusion that one version of truth might be better than another.

A gripping legal thriller full of suspense and a lot of food for thought.

Sergei Lebedev – Untraceable

Sergei Lebedev – Untraceable

For many years, Kalitin has lived alone on the hill, in the house at the end of the road, isolated from his neighbours. He kept for himself, guarded the secrets of his former life, knowing that one day, they would catch up with him. Now, with the cancer in his body, there is not much time left anyway. His enemies are already on their way, two men, the ordinary set-up, to find and kill him. Agents who turn into angels of death because Kalitin not only knows too much, but because he was the man to develop Neophyte, a highly lethal substance which leaves no trace when applied, perfect to get rid of obnoxious people who know too much or who have fled the secure boundaries of their former home country. Such a behaviour against the code of honour is something Shershnev cannot accept. He has always been hard, hard against himself, hard against his son, hard against everybody. Two men who after a long life in the service of a country which does not exist anymore, have to fight their last battle.

“Kalitin knew that his inventions did not simply create specific weapons of death poured into ampoules. He also produced fear.”

Sergei Lebedev’s novel tells the story of two men who have seen everything in life and for whom life and death have been just states which a person can be in but nothing spiritual. Now, close to the end of their lives, they not only look back but also start to question what they have seen and done. “Untraceable” also tells the story of a lethal weapon we have heard of in the news more than once in the last couple of years. The time of shooting double agents, dissidents, whistle blowers and the like are gone, the strategies and means have become much more sophisticated, but one thing has remained the same: the human factor.

“In that world, most people did not yet see the dark side of science, its evil twin.”

For Kalitin, science, the discoveries and expansion of his knowledge about how nature works have always been paramount. However, he has come to understand that the leaders of the URRS for whom he worked had a different understanding and that, first and foremost, the individual scientist wasn’t worth much. He was only an obedient soldier on duty for the state. Surely, they gave him the opportunity to work in his lab, but at the end of his life, he also sees the price this came with and he can see the bigger picture. He wasn’t interested in politics, he has always seen himself just as a scientist, but eventually, he has to acknowledge that it isn’t so simple and that he cannot put the blame only on the others.

Shershnev, too, ruminates about his life which he has fully dedicated to the long gone state. He is one of the last still on duty who have lived in the USSR and who still, after all those decades, adheres to the old values. He has to admit having made mistakes. Big mistakes which haunt him now. Yet, he follows the assigned mission stubbornly, too weak to make a courageous decision himself.

The beginning was a bit slow, I didn’t get the connection between the different characters and chapter immediately. However, as soon as the main conflict was laid out, the novel was not only suspenseful but also morally challenging since it raises the big issue of science and the responsibility of the scientists. Additionally, it is no question that the former USSR was a rogue regime, yet, no system is flawless and to what extent each civil servant, soldier or simple citizen complies with given values and rules has to be answered individually.

A thrilling political thriller which also offers a lot of food for thought.

Rosalie Knecht – Who Is Vera Kelly?

Rosalie Knecht – Who is Vera Kelly?

After a turbulent youth, the break-up with her mom, some time in a detention centre and no plan what to do with her life, Vera ends up in New York, trying this job and that job. One day, she is addressed by a man who noticed her quick wits and technical understanding. He is a recruiter for the CIA and thus, a couple of years later, Vera finds herself in Buenos Aires with the fake ID of a Canadian student named Anne. Her mission: spy on a group of students who the CIA believes to work for the KGB in order to ally Argentina with the Soviet Union. Vera/Anne makes befriends Ramón and Victoria who have radicalised and are disappointed by how the country is governed. Yet, then suddenly, the military ventures a coup d’état and General Onganía’s men take over. Vera/Anne is stuck, foreigners are not allowed to travel anymore, her local contact betrayed her and she gets the runaround by her superior within the CIA. Either she acts for herself, or she is lost.

“Who Is Vera Kelly?” is not an easy to classify novel. It is a kind of bildungsroman, we get to know young Vera who protests against her mother and school and has to grow up the hard way. A young woman who is looking for her place in life and oscillates between different options without a clear aim. On the other hand, the novel is a political or spy crime novel since we have Vera/Anne prying on rebellious students to uncover any KGB involvement in Argentina and also the time after the Revolución which brings the military dictatorship and severe restrictions for the people.

At both times of her life, Vera is lonely, her affection for her school friend is not returned and also when she arrives in New York does she not find a person to really bond with. This qualifies for a lone spy job abroad where she is left to her own devices and cannot really build deep friendships. The experiences she made as a teenager, especially with her mother who kicked her out into the detention centre and did not show any interest in her, gave her quite a good education for her mission.

Vera is not a classic heroine, she is no James Bond and does not compare to any other dazzling movie character. She is actually the perfect spy, she blends in smoothly, goes unnoticed and her technical skills allow her even without any sophisticated equipment to get the information she needs. When she finds herself deserted of all contacts and help, she is close to breaking down but then shows her real strength. She just goes on and finds a solution to escape.

A perfect blend of a young woman who is far ahead of her time in terms of emancipation and going her own way and a world in political turmoil. The plot becomes increasingly suspenseful and thus is a real page-turner.

Roberto Perrone – The Second Life of Inspector Canessa

Roberto Perrone – The Second Life of Inspector Canessa

It’s been decades since Annibale Canessa and his brother Napoleone have last talked. Now, the later has been killed, together with Giuseppe Petri, former member of the Camorra and serial killer. Annibale quit his job as Carabiniere after his biggest success because it was obvious to him that he could only get one fish at the time, but police as well as jurisdiction were full of people collaborating with the mafia and far from providing justice. But now, he has to act since it is obvious that the murder of his brother will not be cleared up by official institutions. Together with his former colleagues, Canessa goes on a mission which is bloody and which will stir up dirt. A lot of things have changed since the 70s and 80s when Italy was in the hands of the criminal organisations, but unluckily not all.

Roberto Perrone is an Italian journalist and writer who amongst other wrote the biography pf Gianluigi Buffin, the famous goalkeeper. “The Second Life of Inspector Canessa” is the first instalment of the Annibale Canessa series which strongly reminded me of the “Mani Pulite” investigations of the 1990s when masses of crimes of industry leaders and politicians were exposed and the corrupt system uncovered resulting in the end of the Prima Repubblica.

Annibale has to start his investigation from scratch, neither has he an idea why his brother was killed or why he was together with the former camorrista nor does he dispose of any means to investigate. He only has his sharp mind, two loyal former colleagues and Carla, a journalist not only eager to collaborate but also attractive. They uncover several leads which do not add up, more people die and also the small group is attacked. Quite obviously, nobody wants them to dig deeper, not the police, not the jurisdiction, not the mafia. But Annibale has not only lost his brother, he has strong conviction which he follows.

A complex and suspenseful thriller which is totally entertaining but also disillusioning – it does not take much to imagine that all this could be true.

Daniel Silva – Das Vermächtnis

Daniel Silva – Das Vermächtnis

Prinzessin Reema besucht die Schweizer Schule unter einer falschen Identität, nicht nur soll nicht bekannt werden, dass sie Tochter des Saudischen Thronfolgers Khalid ist, sie schwebt auch in Lebensgefahr. Doch aller Schutz reicht nicht aus, denn die Entführer haben Verbündete hinter den Mauern der Bildungsanstalt. Kronprinz Khalid ist verzweifelt, so sehr, dass er den besten Mann für den Job anheuert: Gabriel Allon, Chef des israelischen Geheimdienstes. Über die New Yorker Museumsmitarbeiterin Sarah, die ehemals für die CIA arbeitete und mehr als eine Mission mit Gabriel bewältigte, kann er den Kontakt herstellen. Eine erste Befreiungsaktion geht unsäglich schief, doch wenn es um Kinder geht, versteht der Chef-Spion keinen Spaß, zu sehr wundet ihn seine persönliche Erfahrung. Die Tatsache Väter zu sein verbindet die Männer, die eigentlich nie zusammentreffen dürften und das ist es auch, was Gabriel eine gefährliche Mission eingehen lässt.

„Das Vermächtnis“ ist bereits der 19. Band der Serie um den israelischen Agenten und inzwischen Chef des sogenannten Dienstes, Gabriel Allon. Auch wenn Daniel Silva immer wieder global politisch brisante Konstellationen aufgreift und diese geschickt in die Handlung einbindet, sind die Parallelen zur Realität dieses Mal besonders explosiv: nicht nur findet der Mord um den Journalisten Kashoggi Eingang, auch die Ähnlichkeiten zwischen dem fiktiven Thronfolger und Mohammed bin Salman sind kaum zu leugnen. Dass es aktuell gerade zu einer Annäherung zwischen Israel und dem saudischen Königreich kommt, wird die Geschichte schon fast rechts von der Realität überholt.

Der Autor liefert einmal mehr einen spannenden Thriller nach bekanntem Muster: in hohem Tempo jagt Allon von Land zu Land, bindet mal befreundete Geheimdienste ein, mal lässt er diese bewusst im Dunkeln über seine Vorhaben. Hinter ihm her zieht sich eine Spur der Verwüstung, so ganz lassen sich Kollateralschäden nicht vermeiden. Es gibt ein Wiedersehen mit zahlreichen Figuren früherer Bände der Reihe, was das Handeln der Figuren glaubwürdig motiviert und die Entführungsgeschichte überzeugend mit politischen Konflikten verbindet.

Kommen mir manchmal bei den doch eher action-reichen Storys die Figuren etwas zu kurz, ist Silva dieses Mal vor allem der Kronprinz als hitziger und impulsiver Jungspund, der durch die Erlebnisse reift, brillant gelungen. Hier würde man sich tatsächlich wünschen, dass die Wirklichkeit der Fiktion folgen möge.

Einmal mehr genau das Buch, das ich erwartet habe. Ein Autor, der sein Handwerk versteht, Fans der Serie einerseits mit exakt dem bedient, was sie schätzen und dennoch immer wieder eine neue spannende Geschichte liefert.

Patrick Hoffman – Clean Hands

patrick hoffman clean hands
Patrick Hoffman – Clean Hands

Elizabeth is used to a high working load and stress, but this situation might bring her down. One of her young lawyer’s phones has been pickpocketed and he had neither security nor lock on it – but highly sensitive data on their current case. The best woman to take care of such a mess is Valencia Walker, former CIA officer and fixer of unsolvable cases. Indeed, she and her team can track the phone down immediately, but nevertheless, some blackmailing takes place. While Valencia sets everything in motion to stop any more harm from occurring, Elizabeth wonders why she is doing all this and if she shouldn’t just give all up, not knowing what else there is to come.

Patrick Hoffman’s mystery novel seems to be quite obvious from the start: a young and inexperienced lawyer who is threatened and therefore sells his boss. Then, some young and rather stupid men who are simply lucky and can seize a chance when it presents itself in front of them. Quite naturally, things become a bit complicated and tricky for Valencia and her team and then – you realise that this isn’t the point of it at all.

The story advances at quite some high pace with some parentheses every now and then which provide some more depth and insight and which slow the plot down a bit so that you can take a breath before it regains speed. The number of characters makes it a bit hard at times not to lose the thread, but overall, I can only conclude that the plot is brilliantly crafted and none of what happens could be foreseen from the beginning.

Even though it is clearly fiction and I don’t tend to be prone to believing any conspiracy theories about governments or any agencies carrying out secret missions in the homeland, there are some aspects of the story which at least made me ponder about the probability. That’s what I totally appreciate in a good novel: being hooked from the start and having something lingering in my mind after the last page.