Mohamed Amjahid – Unter Weißen

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Mohamed Amjahid – Unter Weißen

Wie tolerant und fremdenfreundlich ist die deutsche Gesellschaft wirklich? Nach dem großen Hype um die weltweit beachtete Willkommenskultur und der vorbildlichen Aufnahme hunderttausender Geflüchteter, stellt Mohamed Amjahid die Frage, inwieweit dieses Selbstbild der „Biodeutschen“ in der Realität Stand hält. Als Sohn marokkanischer Gastarbeiter wird er in Deutschland geboren, verlässt als Kind aber schon wieder das Land, weil seine Eltern enttäuscht waren und ihre Integrationsanstrengungen nicht den gewünschten Erfolg brachten. Das Studium führt Amjahid zurück und heute arbeitet er als Journalist für unterschiedliche Medien. Mit seinem Migrationshintergrund ist er in diesem Beruf eine Ausnahme und sein Bildungsgrad ist ebenfalls nicht repräsentativ. Umso mehr kann er jedoch den Blickwinkel des Fremden einnehmen und die oftmals unbewusste Alltagsdiskriminierung aufzeigen.

Vieles in Amjahids Buch kommt einem bekannt vor, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt hat. Dennoch ist einem nicht immer bewusst, welche Wirkung manche Aussagen auf Betroffene haben und wie schlimm diese tatsächlich wahrgenommen werden. Amjahid fokussiert hierbei nicht nur auf Ausländer, sondern stellt diese in eine Reihe mit Homosexuellen und auch Frauen, denen gleichermaßen im Alltag Diskriminierung wiederfährt.

Sehr gut nachvollziehbar für mich sind die verstörenden Erfahrungen, wenn Menschen auf sein Äußeren reagieren und z.B. in der U-Bahn ihre Tasche fester zu sich ziehen. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob man dies zwingend unter offenem Rassismus verbuchen muss; vielleicht steht auch eine unbeabsichtigte Angst dahinter, die sicherlich antrainiert wurde, sich aber nicht einfach lösen lässt. Womöglich ist es vielen nicht einmal bewusst, was sie damit tun. Die Privilegien-Fragen wiederum waren erschreckend deutlich in ihrem Ausmaß und sind sehr prägnant, um zu verdeutlichen, wie stark die Herkunft über Zukunftschancen bestimmt – weit über das bekannte Klischee der Akademikerkinder, die statistisch signifikant häufiger aufs Gymnasium kommen hinaus.

Pseudohilfe in Afrika, „man wird doch mal sagen dürfen“ und „man muss das nicht so verbissen sehen“ – nein, das geht gar nicht und wird zurecht hier offen ausgesprochen. Assoziationen, die sich von klein auf eingeprägt haben und womöglich nie hinterfragt werden – hier muss jeder einzelne bei sich ansetzen.

Der Autor ist wütend und bringt dies auch zum Ausdruck. Man kann sich jetzt angegriffen fühlen und ihn als beleidigten Einzelfall abtun. Man hat aber auch die Chance, sich selbst und sein Menschenbild zu hinterfragen und zu reflektieren, wo man Schwächen hat und wie man diese vielleicht überwinden kann. Jede noch so kleine Diskriminierung, die jemandem nicht wiederfährt, ist ein Gewinn für alle.

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Tom Wolfe – Das Königreich der Sprache

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Tom Wolfe – Das Königreich der Sprache

Ein Artikel über „Das Mysterium der Entstehung der Sprache“ und die Unterschrift mehrerer namhafter Professoren und Experten ihres Fachgebietes, die erklären, dass sie auch im Jahr 2016 noch nicht sagen können, wie sich die menschliche Sprache entwickelt hat, sind der Ausgangspunkt für Tom Wolfes Nachforschungen. Sehr weit holt er aus und fängt bei keinem geringeren als Charles Darwin an. Nicht so sehr die Erkenntnisse, die der Forscher auf der Beagle gewonnen und in seinem Traktat „The Origin of Species“ niederschrieb, stehen hier jedoch im Vordergrund, sondern der Kampf um das schnellere Publizieren zwischen Darwin und einem unbekannten Forscher, Alfred R. Wallace, der zeitgleich in Asien ähnliche Entdeckungen macht wie Darwin und diese zu Papier brachte. Zeitlebens haderte Darwin mit der immerwährenden Gefahr, dass man ihm seinen Rang aberkennen könnte, wenn Wallace die verdiente Anerkennung zuteilwürde. Mehr als hundert Jahre später wird eine andere Koryphäe in ähnlicher Weise hadern: Noam Chomsky, Begründer der Universal Grammar und modernen Linguistik beherrschte ein halbes Jahrhundert die Disziplin, bis seine Grundsatzüberlegung in Frage gestellt und widerlegt wird. Ein Umstand, mit dem der Forscher nicht umgehen kann.

„Das Königreich der Sprache“ ist kein wissenschaftliches Buch, für mein Empfinden steht noch nicht einmal so sehr die Entwicklung der Sprache im Zentrum – wie Eingangs des Buchs angekündigt, weiß man darüber eh nichts zu sagen, weshalb auch der Leser am Ende nicht mehr weiß als zuvor. Vielmehr geht es um gekränkte Eitelkeiten, sehr menschliches Verhalten in Wissenschaftskreise und das Aufzeigen, wie diese funktionieren und wie dort Stars geboren werden. Das Ganze wird in einem höchst unterhaltsamen Plauderton erzählt, dem man gerne folgt. Es sind gerade die urmenschlichen Geschichten und Einwürfe, die die Wissenschaftler von ihrem Thron holen und sie (be)greifbar machen.

Interessant die für mich zunächst seltsam anmutende Parallele zwischen Darwin und Chomsky. Beide haben ihre Theorien letztlich am Schreibtisch entwickelt ohne sie wissenschaftlich zu belegen. Es sind gedankliche Konstrukte, die jedoch zur Grundlage ihres jeweiligen Feldes wurden. Bei Darwin bedurfte es Mendel, der die Nachweise der Vererbung erbrachte, Chomskys Theorie der Universal Grammar hingegen wurde von Dan Everett widerlegt, der sich ins Feld begab und an echten Menschen forschte. Es waren Charisma und die gute Vernetzung, die sowohl Charles Darwin wie auch Noam Chomsky den Aufsteigt auf den wissenschaftlichen Olymp ermöglichten, von dem sie nicht freiwillig abtreten wollten.

Das Buch lieferte mir so gar nicht das, was ich erwartet hatte. Nichtsdestotrotz fand ich vieles sehr interessant zu lesen, insbesondere Everetts Forschungen bei den Pirahã und deren Sprachsystem. Der anekdotische und humorvolle Stil Wolfes erlaubt dem Sachbuch an keiner Stelle langatmig oder gar tröge zu werden, so dass sich die Suche nach dem Ursprung der Sprache zu einer unterhaltsamen Lektüre, die immer mal wieder kleine Umwege nimmt, entwickelt. Ob Wörter letztlich nur Artefakte und Sprache lediglich ein Kulturgut sind, aber nichts, was die Natur zwingend herausentwickelt, bleibt am Ende unbeantwortet – ist aber vielleicht sinnvoller als eine neue Theorie, die schon bald wieder in die Mottenkiste gepackt werden muss.

Ein herzlicher Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zu Autor und Titel finden sich auf der Internetseite der Verlagsgruppe Random House.

Felicitas Auersperg – Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung

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Felicitas Auersperg – Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung

Felicitas Auersperg, Universitätsassistentin an der Psychologischen Fakultät der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien, lädt uns ein einen Blick auf zum Teil bekannte, zum Teil weniger öffenlichkeitswirksame psychologische Experimente zu werfen, die sich insbesondere dadurch auszeichnen, dass sie der Sozialpsychologie entstammen und somit eine direkte Übertragbarkeit bzw. Erkenntnisgewinn für den Alltag liefern. In sechzehn Kapiteln stellt sie jeweils das Experiment dar und erläutert anschließend, wie die gewonnen Erfahrungen für den Leser nutzbar gemacht werden können.

Das Buch kann zunächst aufgrund zweierlei Dinge überzeugen: zum einen werden die Untersuchungssetting auch für Laien gut nachvollziehbar geschildert und es wird auf fachwissenschaftliches Blabla verzichtet. Das Ziel, gerade nicht den Experten anzusprechen, sondern den normalen Menschen, der weniger Wert auf wissenschaftliche Details der Versuchsanordnung und statistische Wahrscheinlichkeiten o.ä. legt, ist an dieser Stelle gut gelungen. Eingängig im lockeren Plauderton werden die Experimente dargestellt, so dass man diese problemlos nachvollziehen kann. Dies setzt sich in den Erläuterungen zur Bedeutung des jeweiligen Versuchs nahtlos fort, so dass man am Ende jeden Kapitels einen eigenen Erkenntnisgewinn hat, den man mit in den Alltag retten kann.

Die Auswahl der Versuche fand ich ebenso gelungen. Es finden sich darunter die großen, bekannten Experimente wie das Stanford-Prison-Experiment oder der Milgram Test, die vielen Lesern vermutlich schon einmal begegnet sind. Gleichermaßen interessant waren für mich insbesondere der Pygmalioneffekt – letztlich eine Art self-fulfilling prophecy bezogen auf die Leistung eines Gegenübers – und die Gruppendynamik im Ferienlager Experiment, da diese sich unmittelbar auf den Umgang mit den Mitmenschen auswirken können.

Der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und breitem Publikum ist für mich in diesem Buch gelungen. Es ist nicht nur informativ, sondern zudem unterhaltsam geschrieben und ist es ganz sicher auch wert, nach einer Zeit nochmals zur Hand genommen zu werden, um sich den einen oder anderen Versuch nochmals vor Augen zu führen.

Gedenken an die Anschläge vom 13. November 2015 – eine literarische Sicht

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artist: Jean Jullien

Am 13. November jähren sich die unsäglichen Anschläge von Paris als islamistische Attentäter an verschiedenen Orten im 10. und 11. Arrondissement sowie in Saint-Denis wahllos auf Menschen feuerten und insgesamt rund 130 Menschen töteten und über 300 verletzten. Man kann diese Anschläge nicht verstehen, auch die Motivation der Täter zu ergründen ist nicht einfach. Die Thematik jedoch hat auch zahlreiche Autoren inspiriert, sich literarisch damit auseinanderzusetzen und es gibt unzählige wirklich lesenswerte Bücher, nicht nur zu den Vorfällen in Paris.

1 Die Sicht der Opfer – Sachbuch

Sehr beeindruckt hat mich Antoine Leiris, dessen Frau im Bataclan Theater umgekommen ist und der nun allein mit dem 17 Monate alten Sohn weiterleben muss. Er hat in den ersten Tagen direkt nach der Tat niedergeschrieben, was ihm durch den Kopf ging und so einen ganz unmittelbaren Eindruck geschaffen von dem Leid und der Verzweiflung, die die Taten mit sich brachten.

Antoine Leiris – You will not have my hate

Eine Autorin, die ich schon länger sehr schätze, weil sie sehr fundiertes Wissen über Frankreich hat und derzeit auch in Paris lebt, Gila Lustiger, hat ebenfalls ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Gedanken niedergeschrieben. Zwar hat sie in ihrem unmittelbaren Umfeld keine Opfer zu beklagen, sie kann die Anschläge aber in einem größeren Zusammenhang, der vor allem die Situation auch der jüdischen Bevölkerung in den Fokus nimmt beschreiben.

Gila Lustiger – Erschütterung

2 Die Perspektive der Täter – literarisch

Einen wirklich gelungenen Eindruck davon, wie die zweite Generation von Migranten sich plötzlich radikalisieren kann, ohne dass sich dies lange vorher abgezeichnet hätte, bekommt man mit Hanif Kureishis Drama „The Black Album“. Ein junger Pakistaner will eigentlich in London Literatur studieren und begeistert sich für seine fortschrittliche Dozentin. Nur eine kleine Sache bringt ihn jedoch in die Abhängigkeit einer sich radikalisierenden gruppe, der er sich nicht mehr entziehen kann.

Hanif Kureishi – The Black Album

Leider habe ich zu dem für mich beeindruckendsten literarischen Werk der Thematik keine Rezension verfasst, aber ich kann nur raten, dies zu lesen, wer schon immer einmal verstehen wollte, wie insbesondere Frauen dazu kommen, als Selbstmordattentäterinnen ihr Leben zu opfern.

Yasmina Khadra – L’Attentat

Ähnlich gelagert, nur ein anderer Handlungsort findet sich bei ihm in den Sirenen von Bagdad, die ebenfalls nachzeichnen, wie auch Frust und Hoffnungslosigkeit Gotteskrieger entstehen.

Yasmina Khadra – Les sirènes de Bagdad

3 Das Thema aus Krimi-Perspektive

Joakim Zander lässt eine junge Frau auf die Suche nach den Gründen gehen, weshalb sich ihr Bruder aus dem beschaulichen Schweden in den Krieg nach Syrien begibt, um dort im heiligen Krieg zu kämpfen und möglicherweise zu sterben.

Joakim Zander – The Brother

Eine zufällige Aufnahme bringt den Kameramann Niall in große Gefahr. Er filmt einen Angriff zweier Jugendliche, die bekennen, im Namen Allahs gehandelt zu haben. Niall ist beeindruckt und macht sich an Nachforschungen, um den Hintergrund der Täter zu durchleuchten. Dabei begibt er sich in größte Gefahr.

Zoe Beck – Schwarzblende

4 Die Folgen für die Gesellschaft

Fehlen darf natürlich nicht Michel Houellebcq, dessen Roman zwar nicht direkt Bezug zu den Attentaten herstellt, aber die Sorge vor Islamisierung literarisch überzeugend umsetzt und ein erschreckendes Szenario schafft.

Michel Houellebecq – Soumission

Antoine Leiris – You will not have my hate

When the world suddenly is not the same anymore because terrorist have just killed your wife…

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Antoine Leiris – You will not have my hate

Friday, 13th November 2015. Antoine is at home with his son while his wife went to a concert. The rather slow evening is interrupted around 10:30 by a number of text messages asking him if he is ok. At first, Antoine wonders about these texts, but then he turns on TV and sees what is happening in his hometown Paris: a group of terrorists attacks the football stadium where the national team fights against the Germans and there have been shootings in town. Also in the Bataclan theatre – the club his wife went to enjoy herself. Antoine calls her repeatedly. No answer. The next morning, he checks on all hospitals. No one knows her there. Then he has to accept the fatal truth: she is among the victims. The following days, he lives like having mist in front of his eyes and not seeing clear. He does not really understand what is happening, he tries to keep up the normal rhythm for their son Melvil, and he is looking for an adequate answer to the all but simple question „How are you?“.

„You will not have my hate“ was Antoine Leiris‘ immediate reaction to the events in Paris last November. In the evenings he sat down in front of his computer and noted down what came to his mind. It is not a fictional story; it does not offer any answers or explanations. It is the immediate reaction to a world in turmoil, a world that cannot be understood, a world which does not exist anymore. It was not meant to be published, it was a way of letting out what was inside Antoine and as such it is a very personal report on how he felt and what he experienced in the first days after the events.

Antoine became known through an open letter to the terrorists posted on Facebook and was shared thousands of times. He refuses to show the expected reaction; he does not want to grant the attackers the fame they look for. He managed to express a very new and different kind of feeling towards those people who drove the country into mourning again. He misses his wife, he does not know what the future will be like without her, how his son will finally cope with the new circumstances, but he definitely will not give up, but live on. And in this way, he expresses what other cannot say by do also feel.

Why do we read these kinds of texts, dairies from the author’s hardest moment in life? I think it is useful to understand the feelings of the people affected, to get a more concrete and personal point of view and to make the event less something that we see on TV but more a real thing, something that happens to people and whose lives will be changed forever. Antoine Leiris‘ documentation is especially striking because it is not only an adult who is affected but also a young boy who cannot yet full understand the situation. Additionally, he does neither embellish nor aggravate since he does not analyse but inly document, which provides an immediate impression on what this day meant for him. A closer look and insight is hardly possible.

Robert Schneider – Premières Dames

 

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Robert Schneider – Premières Dames

 

Das wichtigste Amt im Staat: Monsieur le Président. Und an seiner Seite eine Frau ohne offizielle Funktion aber immer im Blick der Öffentlichkeit. Acht erste Damen gab es seit Gründung der V. Republik, die verschiedener kaum hätten sein können. Robert Schneider porträtiert sie und ihr schwieriges Verhältnis zum Amt des Mannes.

  • Yvonne de Gaulle – die nach den turbulenten Kriegsjahren gerne die ruhige und traute Zweisamkeit mit ihrem Mann gelebt hätte, der sich jedoch seiner Aufgabe für das Land stellen will. Bescheiden bleibt sie im Hintergrund und vermeidet überhaupt wahrgenommen zu werden.
  • Claude Pompidou – ein ganz anderes Kaliber, stellt sie die französische Version der Jacky Kennedy dar und zeigt, was die moderne Französin ausmacht. Unbeirrbar und durchsetzungsstark bleibt sie auch Jahrzehnte nach dem Tod des Mannes eine resolute Frau, die ihre Ziele beharrlich weiterverfolgt.
  • Anne-Aymone Giscard d’Estaing – geborene Prinzessin hat sie das Amt immer gehasst und die Medien dazu, die an ihr kaum ein gutes Haar ließen. Schon Jahre vor Ende der Amtszeit bekannte sie, auf keine Wiederwahl ihres Mannes zu hoffen.
  • Danielle Mitterrand – kann eine Frau mehr Stil beweisen als bei der Beerdigung des Gatten dessen Geliebte und uneheliche Tochter am Sarg dabei zu haben? Überzeugte Sozialistin muss sie schnell erkennen, dass sie machtlos ist und nur durch Provokation etwas erreichen kann.
  • Bernadette Chirac – lange Jahre im politischen Betreib haben sie auf ihre Aufgabe vorbereitet. Eine Ehe gegen den Wunsch der Familie, hat sie doch früh das Potenzial des Gatten erkannt.
  • Cécilia Sarkozy – unabhängig und eigenwillig wäre sie beinahe nie Première Dame geworden und ist es auch nur fünf Monate geblieben. Wer verlässt schon einen Präsidenten? Nur eine sehr eigene Frau.
  • Carla Bruni – Glamour zieht in den Elysée Palast ein. Einer der reichsten italienischen Familien entstammend, gebührende Bildung und eine Karriere als Sängerin und Model, dass diese Frau dem Mann die Show stiehlt, ist klar. Und doch ordnet sie sich anstandslos unter.
  • Valérie Trierweiler – Première Petite Amie, da nie mitFrançois Hollande verheiratet. Sie hat als moderne Frau mit Beruf und Karriere die größten Schwierigkeiten und den vermutlich ebenfalls größten Skandal bei der Trennung. Hoffnungsvoller Höhenflug zu Beginn und kläglicher Absturz.

Interessante Einblicke, geheime Details, ein Leben zwischen privatem Glück/Unglück und der Öffentlichkeit, was sich nur schwer vereinbaren lässt. Unterhaltsam geschrieben und gleichsam informativ, werden die Porträts zu einer interessanten Lektüre. Querverbindungen und Vergleiche schaffen Verbindungen und erlauben einen tiefen Einblick in die Maschinerie der französischen Politik. Bleibt die Frage, wer in weniger Monaten als nächste Première Dame den Palast betritt oder ob es ein Wiedersehen mit einer Bekannten gibt.