Elizabeth Gilbert – City of Girls

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Elizabeth Gilbert – City of Girls

Mit den langweiligen Kommilitoninnen in Vassar konnte Vivian nicht viel anfangen, mit dem Studium ebenso, weshalb sie nach nur einem Jahr hochkant rausfliegt. Ende der 1930er Jahre wissen die bürgerlich-konservativen Eltern nicht viel mit ihr anzufangen, weshalb sie das Landei zur Tante nach New York schicken. Peg unterhält dort ein Theater und schnell schon taucht Vivian in die Welt der Revue-Mädchen und vor allem das Nachtleben der Großstadt ein. Sie lernt einen ganz anderen Lebensstil kennen, von dem ihre Eltern entsetzt wären, hätten sie auch nur den geringsten Schimmer. Mit ihrem ausgesprochenen Nähtalent kann sie sich auch schnell einen wichtigen Platz erobern und als sich die berühmte britische Bühnenschauspielerin und Freundin Pegs, Edna Watson, wegen des Kriegs ankündigt, verspricht nochmals eine neue Zeit anzubrechen – mit allen schönen und nicht so schönen Seiten.

Elizabeth Gilbert hat keinen Roman verfasst, sondern eine Hommage an das wilde Manhattan der 1940er Jahre, wo man das Kriegstreiben in Europa noch ignorieren konnte und das Leben in vollen Zügen genoss. Das zwielichtige Schauspielhaus, das statt großer Tragödien leichte Revuen mit noch leichter bekleideten Mädchen bot, die regelmäßig den Tag zur Nacht machten und die nach Prohibition und Weltwirtschaftskrise Anfang des Jahrzehnts scheinbar alles nachholen mussten, ist eine ganz eigene kleine Welt innerhalb des Großstadttrubels. Was außerhalb dieser kleinen Familien geschieht, spielt keine Rolle, denn innerhalb der Wände des Theaters findet sich schon das pralle Leben mit all seinen komischen und tragischen Momenten.

Genaugenommen erzählt Gilbert eine klassische coming-of-age Geschichte eines Landeis, das völlig naiv und unbedarft in die Großstadt gerät und dort auch prompt noch in ein Milieu, wo man es mit bürgerlichen Konventionen besonders locker nahm. In Pegs Theater findet sich noch der letzte Rest der längst vergangenen schillernden 20er Jahre, die Zeit scheint fast stehengeblieben. Erwartungsgemäß tappt Vivian in so manche Großstadtfalle, bevor schließlich der unweigerliche Skandal kommt, der sie zurück zur Familie treibt, wenn auch nur kurz. Dann wird aus der Geschichte des Erwachsenwerdens jene einer unabhängigen Frau, deren Denken wie auch Kleidung nicht den gängigen Erwartungen entspricht und die ihren eigenen Weg wählt und so lebt, wie sie es sich wünscht, egal, was die Menschen um sie herum darüber denken. Sie brauchte die Erfahrungen aus den jungen Jahren, um zu jener Grande Dame zu werden, die sie am Ende ihres Lebens ist.

Ohne Frage ist Elizabeth Gilbert eine wundervolle Erzählerin, die einem sogleich in die Glitzerwelt des Lily Playhouse eintauchen lässt. Man begleitet Vivian auf dem bisweilen steinigen Weg vom Mädchen zur Frau und verzeiht ihre Naivität gerne, denn letztlich hat sie ein gutes Herz. Viele herrlich komische Situationen und wundervoll pointierte Formulierungen lassen einem immer wieder schmunzeln. Einzig die Rahmenhandlung wirkt doch etwas bemüht und ist eigentlich völlig überflüssig. Darauf hätte ich gut verzichten können, denn diese hat kaum mehr zur Figur von Vivian beigetragen und für mich das Ende auch unnötig hinausgeschoben.

So wild das Treiben im Theater, so lebendig wird auch der Roma erzählt. Die Begeisterung des jungen Mädchens für diese schillernde Welt kann einem auch als Leser direkt packen und fesseln.

Jodi Picoult – A Spark of Light

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Jodi Picoult – A Spark of light

An ordinary day at the so called Center in Jackson, Mississippi. Women come there to get information about how to prevent a pregnancy, others to end an unwelcome one. Protesters outside belong to the everyday work as well as security measures before getting inside. But on this sunny days, things go wrong when a man with a gun walks in to revenge the grand-child he never had. How can these women dare to decide on another person’s life? George Goddard will teach them a lesson. Outside, Hugh McElroy will try everything to keep the number of victims low, especially since his sister and daughter are in the Center.

When I started the novel, I was fairly astonished even before getting to the first chapter: the novel is told from the end and starts in the late afternoon of that day. This is quite an interesting idea and admittedly I had some doubts if this might actually work out. But it does and suspense is not diminished at all, since there is still a lot to be revealed even when going through the story the wrong way around.

I read other novels of Jodi Picoult before and again, the author did completely fulfil my expectations. She once more chose a highly controversial topic to which you cannot find an easy solution. The women as well as the doctors who are in the Center at the moment the shooter enters all have their individual stories that led them there: a pro-life activist in disguise, a nurse who doubts her boyfriend’s motivation of marrying her and who wants to offer him the possibility of going on in life without her, another young woman who herself had to grow up knowing how it feels if you are not loved and only a burden, a girl who just wants to get a pill – you don’t feel like they didn’t think about what they do before they decided to go to the Center on that day. But the situation between life and death – their life and death – puts the decision they had taken to another test. Especially poignant is the constellation of having the detective in charge’s daughter in the clinic. This adds another very personal aspect to the whole story.

It is not a story about pro-life vs. abortion advocates. Even though this is the initial starting point, Picoult focuses on the individual characters and their respective situation. Neither does she put their decision to the test nor excuse any decision taken. It could have been another connecting element that brings those characters together, what they experience is the moment in life where all could be over and when you inevitably have to question yourself about what is important for you and if it has been worth living. I really like her style of wiring and particularly the characters she creates, thus for me, another remarkable novel not to be missed.