Max Bronski – Schneekönig

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Max Bronski – Schneekönig

Nach einem kalten Abend auf dem Münchner Christkindlmarkt ist Wilhelm Gossec auf dem Weg nach Hause zu seinem Trödelladen als er plötzlich angefahren wird. Zwischen Sein und Nichtsein schwebend scheint man ihm noch eine Chance zu geben und schickt ihn zurück auf die Erde, wo er vor seinem Laden ein Paar in Not findet. Er nimmt die beiden mit zu sich und kurz danach assistiert er Mariella auch schon bei der Geburt ihres Sohnes Joshua. Ein ungutes Gefühl hatte sie davon abgehalten in die Klinik zu gehen, in der just in dieser Nacht zwei neugeborene Jungen ermordet wurden. Mariella druckst herum, ihr Begleiter ist nicht der Vater des Kindes, schnell wird Gossec klar, dass die Frau in höchster Gefahr ist. Derweil bricht der Winter über die bayerische Hauptstadt herein und das Leben kommt zum Erliegen – nicht jedoch für Gossec, der neben der Findelfamilie auch noch seine eigene Bleibe retten muss und dann war da ja auch noch die Frage, ob er jetzt gen Himmel reisen darf oder doch noch ein paar Jahre irdisches Dasein genießen soll…

Max Bronskis sechster Fall um den Trödelhändler ist kein bierernster Krimi, sondern recht humorvoll in Handlung und Sprache und durch die schon wenig realistische Ausgangssituation eine eher unterhaltsame denn spannende Angelegenheit. Nichtsdestotrotz gibt es eine gut konstruierte und durchaus knifflige Krimihandlung, die nebenbei um das ernste Thema der Immobilienhaie und die schwierige Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt ergänzt wird.

Gossec ist als Figur kauzig angelegt und kann dank seiner Menschenkenntnis den Fall eher unkonventionell angehen. Vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Tage erscheint mir auch das Vorgehen der saudischen Prinzen auch keineswegs mehr so abwegig wie das vielleicht noch vor Kurzem der Fall gewesen wäre. Dass Mariella und das Baby in ernsthafter Gefahr schweben, wenn ein Killerkommando nach ihnen sucht, ist leicht vorstellbar. Neben dieser Haupthandlung fand ich jedoch die Problematik um die alte Immobilie, in der Gossec und seine Nachbarn wohnen, nicht nur überzeugend eingebaut, sondern auch als reale Bedrohung der normalen Bürger gut gewählt. So entsteht eine gelungene und unterhaltsame Mischung aus Spannung und Humor, die man aufgrund der Kürze des Romans an einem entspannten Sonntagnachmittag genießen kann.