Joyce Carol Oates – Black Water

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Joyce Carol Oates – Black Water

Kelly Kelleher ahnt, was geschehen wird, sie sind viel zu schnell auf der Landstraße unterwegs, nur um die Fähre noch zu erreichen. Und schon verliert er die Kontrolle und das Auto stürzt ins Wasser, Kelly spürt, wie sie untergeht. Dabei hatte der Tag so fröhlich angefangen, ihre Freundin Buffy und deren Mann Ray hatten sie zu einer Fourth of July Party eingeladen. Dort lernte sie einen alten Schulfreund von Ray kennen, den Senator, über den sie ihre Abschlussarbeit an der Uni geschrieben hat und den sie seither bewundert. Es fließt reichlich Alkohol, die Stimmung ist ausgelassen und der Senator findet Gefallen an der jungen Frau und lädt sie schließlich in sein Hotel ein, das sich auf dem Festland befindet. Während Kelly um ihr Leben kämpft, hat sie allerlei Halluzinationen, die sich vor allem um die Frage drehen, was sie in diesem Auto des verheirateten Politikers zu suchen hatte.

Joyce Carol Oates‘ Roman erschien erst 1992, trägt aber unverkennbare Parallelen zum Chappaquiddick Unfall aus dem Jahr 1969, bei dem Mary Jo Kopechne ums Leben kam nachdem der Wagen von Edward Kennedy von der Straße abgekommen war. „Black Water“ war sowohl für den National Book Critics Circle Award wie auch für den Pulitzer Prize 1993 nominiert und nach Kritikermeinung ist dies auch eines ihrer besten Bücher.

Die Geschichte überzeugt weniger durch Spannung, das Ende wird vorweggenommen und auch die Entwicklungen auf der Party sind nicht so angelegt, dass man lange rätseln müsste, welche Wendung alles nehmen könnte. Interessant ist zum einen die Erzählperspektive durch die Flashbacks, die während Kellys Überlebenskampf die Ereignisse des Tages Revue passieren lassen und ihre letzten Gedanken, die einerseits von Überlebenswillen geprägt sind, andererseits aber auch die Sorge darum, nicht als „good girl“ gesehen zu werden. Die Figur des Senators, der nicht einmal mit einem Namen bedacht wird, kommt insgesamt nicht sehr gut davon. Nicht nur sein rücksichtsloses Verhalten bezogen auf den Unfall, sondern auch das, was danach folgt, wirft ein ziemlich schlechtes Bild auf den Mann – ganz abgesehen davon, dass er verheiratete ist und Kinder hat, ihn dies aber nicht von einer Affäre mit einer jungen Frau abhält.

Die Autorin gibt selbst an, dass das Schicksal der jungen Mary Jo Kopechne sie nach 1969 nicht mehr losgelassen hat und sie gleichzeitig fasziniert und erschreckt von dem Unfall war. Auch wenn sie nicht direkt diese Ereignisse nacherzählt, war der Grundgedanke, dass eine Frau einem älteren Mann vertraut und genau dieses zu ihrem Schicksal wird, ihr wichtigster Beweggrund. Ein kurze, aber eindrücklicher Text, der unter die Haut geht.

Joyce Carol Oates – My Life as a Rat

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Joyce Carol Oates – My Life as a Rat

“I was twelve years old. This was the morning of the last day of my childhood.”

Violet Rue has always been her father’s favourite little girl. Just like her older sisters before, but not the brothers. The seventh of the children was loved beyond belief and treated differently. Jerome Kerrigan wasn’t an easy man, expecting his family to be obedient and to follow his orders. His education was strict and very clear. But then, one event changes everything. Her older brothers commit a cruel crime, killing a boy from the neighbourhood, a black boy. Violet Rue knows about it and she knows where the murder weapon is to be found. Keeping this secret is not really an option, but positioning herself against her family means that she has to life a life as a rat, a person who betrayed their closest.

I have read several novels written by Joyce Carol Oates and thus knew that she does not make it easy for her readers and demands a lot. Here, too, the book at times is hard to tolerate, the family situation is shocking and what the girl experiences – also after leaving the family – is merciless, just like reality sometimes is. A very strong narration that especially could convince me due to the tone of the young narrator who is torn between a childish naiveté and the need to grow-up and care for herself far too early.

It’s a novel about family bonds, family secrets, punishment, and all kinds of abuse. Powerfully Oates portrays how strong the core family members are sometimes linked and how the children and partners of abusive husbands sometimes keep silent just to secure their life. Violet knows as a young girl already what is right and what is wrong and that her decision to take the side of the victim will have severe consequences. But she – just like any child in a comparable situation – underestimates the hatred that people might show and how heartlessly her family is ready to cast her out.

A book not especially pleasurable to read but surely not to miss either.