Fiona Barton – The Widow

What happened to little Bella? The 2-year-old girl vanished from the garden and has never since been seen. Soon a man comes into the focus of the police: Glen Tayler. He recently lost his good job at a bank and now earns his living as a delivery man. From the outside he seems to live the perfect life: small house, nice wife, good job. But behind the scenes, a lot is going wrong: Jean Taylor is under constant surveillance of her husband and there are many things he hides from her. Only when the police knock on their door she becomes fully aware of whom she is married to – and suspicious of what a crime he might have committed.
I had very high expectations but admittedly I am a bit disappointed. The novel lacks the suspense and thrill I had anticipated. Yea, of course, throughout the story you can never be completely sure who was responsible for which crime, which character is not telling the truth and how all the small pieces, narrated in discontinuity, integrate into one story. What irritated me the most was the protagonist, the widow, Jeanie. At first I had the impression of a very clever and canny woman who knows exactly what she is doing and who is a perfect actor at the same time playing with the press and portraying the image they want to have. I thought she developed into that strong woman from the grey mouse, but while reading she did not become cleverer but duller and naïve – it just did not make sense. The woman of the first few pages is not the one we meet at the end – and those parts play at the same moment. Also her antagonist, journalist Kate, sometimes seemed to be a very battlesome character, but then again she is rather stupid and weak. All in all, a good story, but some aspects just do not fit together and from this type pf novel I expect a bit more thrill.

Wendy Walker – All is not forgotten

A typical party, a lot of alcohol a girl, an incredible crime. 15-year-old Jenny Kramer is raped in the woods close to a party. She has lost consciousness when she is found and when the parents are offered a drug to make her forget what has happened to her, they agree. However, this also means that the offender cannot be identified because the victim cannot provide any facts. The family decides to bring back Jenny’s memory with the help of a therapist. He digs deep and does not only unveil details of this deed, but also secrets of the family members. And slowly it becomes obvious that he himself has some secrets to be kept well hidden.
Wendy Walker’s thriller offers everything of novel of this genre needs: a lot of suspense, unexpected twists and turns, abysses of the human character. Whenever you believe you have identified what happened and who is guilty, some new aspects pop up – all well motivated and believable – and you have to adjust your theory. This lasts until the very last page when you finally get the big picture and a complete explanation.
What I found most impressive is the psychological aspects of the human soul and the mode of operation of the memory. To some extent the novel is also a kind of study into the human brain which I found quite fascinating. Having the story told from a psychiatrist’s point of view is definitely an interesting mode of presentation and integration this characters with his own motives into the plot makes the whole story even more thrilling.

John Dos Passos – Manhattan Transfer

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John Dos Passos – Manhattan Transfer

Der große amerikanische Traum literarisch meisterhaft umgesetzt. Das Streben nach Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird exemplarisch an ganz verschiedenen Figuren unterschiedlichen sozialen Hintergrunds präsentiert. Immer wieder treffen wir auf diesem Weg Elaine, deren Geburt schon nah an einen Schicksalsschlag geknüpft ist, die sich jedoch durchbeißen kann und als Schauspielerin Erfolg hat. Daneben sind Juristen, einfache Schiffsarbeiter, Künstler, Dienstpersonal und Kriminelle mit von der Partie, um das komplexe Stadtbild New Yorks zu komplettieren. Auch ihre Erfahrungen im 1. Weltkrieg werden thematisiert – denn auch dieser bleibt nicht ohne Folgen für die Bewohner des damals noch sehr jungen Landes im Aufbruch.

 

Ein großer Roman, der schon viel früher verdient gehabt hätte, gelesen zu werden. Die Idee des American Dream, wo jeder seine Vorstellungen realisieren kann und es durch harte Arbeit auch zu etwas bringen kann, wird hier wirklich überzeugend dargestellt. Das kaleidoskopische Aneinanderfügen der unterschiedlichen Figuren und Episoden lassen New York wie eine pulsierende und lebendige Stadt erscheinen, die immer in Bewegung und Veränderung ist und wo das Schicksal von heute nicht das von morgen sein muss. Die vermutlich wichtigsten 30 Jahre in der Genese der Stadt werden so durch die Figuren nachgezeichnet und lassen das Bild der damaligen Gesellschaft in all ihre Facetten entstehen.

 

Steve Berry – The Emperor’s Tomb

Steve Berrys sechster Cotton Malone Roman. Eigentlich will der Ex-Agent nach den Vorfällen in Paris, bei denen sein alter Freund Thorvaldson ums Leben kam, endlich seine Ruhe haben und als Buchhändler arbeiten. Doch Cassiopeia Vitt ist in Gefahr und er muss ihr zu Hilfe eilen. Was sich entfaltet ist ein Kampf um die Herrschaft im aufstrebenden und bald mächtigsten Land der Welt: China. Cotton und Cassiopeia geraten zwischen die Fronten, bald ist nicht mehr klar, wer Freund und wer Feind ist und ob es in dem Spiel überhaupt jemanden gibt, der sich klar zu einer Seite bekennt.

Wie bereits in Paris Vendetta hat Steve Berry hier eine Geschichte konstruiert, die nur wenig überzeugen kann. Zu viel hin und her, noch ein Schnörkel hier und das alles in unglaublichen drei Tagen über zwei Kontinente, das überzeugt nicht. Mehrfach schwer verletzt können die Protagonisten wie Zeichentrickfiguren auch immer noch munter weiterkämpfen. Das rasante Tempo der ersten Bände der Reihe ist da, aber auch die historischen Gegebenheiten, die den Anlass bieten, sind von eher mäßigem Interesse und reißen die Geschichte nicht raus. Das Fehlen Thorvaldsons kommt als erschwerender Faktor noch hinzu.

Die Cotton Malone Reihe hat noch zwei weitere Bände, aber nach zweimaliger völliger Enttäuschung werden diese sicher ihren Weg nicht zu mir finden.

**/5

Florence Vincent – The mysterious Case of Maria [Hörspiel]

Ellie hat gerade ihr Jura Studium geschmissen und hängt bei Ben und Maria in einer Bar ab. Ihre Zeit verbringt sie ausschließlich mit lesen – so findet sie nie einen Mann denkt sich Maria. Und schon hat die feurige Südländerin ihr gleich drei Dates für die Folgewoche verabredet. Die Herren haben durchaus Potential, doch plötzlich fällt Ellie auf, dass Maria spurlos verschwunden zu sein scheint. Sie sieht direkt den Zusammenhang zu den mysteriösen Männern und beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen.

Witzig, unterhaltsam, clever gemacht
*****/5 [Hörspiel]

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Lucy Caldwell – Notes to Future Self [Hörspiel]

Philosophy Rainbow – sie bevorzugt Sophie, um von dem unsäglichen Namen abzulenken – liegt im Sterben. Obwohl erst 13 scheint sie besser mit ihrer Situation umgehen zu können als ihre Schwester und Mutter. Da sie an Reinkarantion glaubt, macht sie sich vorsorglich Notizen, die dem zukünftigen Ich helfen sollen, die Welt zu verstehen. Vor dem Hörer entfaltet sie so die Familiengeschichte um die Hippiemutter Judy, die schon als Teenager schwanger davongelaufen war, und das Erwachsenwerden der älteren Schwester Peace Warrior Star Calliope.

Eindrucksvoll.

*****/5

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Alex Shearer – The Diabolical Gourmet [Hörspiel]

Ein raffinierter Mörder geht um in Paris – und man kann ihm die sieben, acht oder gar über zehn Morde nicht nachweisen. Ende des 18. Jahrhunderts amüsiert sich der Landbesitzer Gourier in allen angesagten Restaurants. Dabei hat er gerne Gesellschaft, alleine zu speisen ist ihm zuwider. Nach und nach nehmen seine Gäste erst beträchtlich an Gewicht zu, bis sie schließlich auf ungeklärte Weise sterben. Ameline, Polizeiassistent, wird auf ihn angesetzt und nach zwei Jahren gemeinsamen Speisens kommt es zum finalen, tödlichen Showdown.

Köstlich – im wahrsten Sinne des Wortes.

*****/5 (Hörspiel)

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Danny Brocklehurst – Deserved Dead [Hörspiel]

Ein Bekannter Sexulastraftäter wird brutal ermordet. DCI John Stone und sein Team stehen vor einem Rätsel. Keiner scheint diesen Mord als probematisch zu sehen und den ersten Verdächtigen – ein ehemaliges Opfer – müssen sie schon bald aus Mangel an Beweisen wieder laufen lassen. Es kommt zu weiteren Übergriffen und es scheint fast so als wolle jemand die Gegend reinigen.

Spannend und gut gemacht mir verblüffendem Ende.

****/5 (Hörspiel)

Nick Warburton – Not Bobby [Hörspiel]

Nachdem der Vater gestorben ist, erfüllt sich Frank endlich den Traum eines Haustieres. Seine Mutter ist zunächst nicht begeistert von Kaninchen, das sie nach dem Vater Bobby taufen. Bald schon stellt sich heraus, dass sie es mit einem außergewöhnlich intelligenten Tier zu tun haben. Bei der Kommunalverwaltung nach Hilfe zu fragen war keine gute Idee, denn jetzt gerät eine absurde Maschinerie in Gang, in der nur nach Vorschrift gehandelt und so manche Regelung des Schulsystems gänzlich ad absurdum geführt wird.

Zwar zum schmunzeln, in der Tragweite der Absurdität jedoch beängstigend.

***/5 [Hörspiel]

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Jane Austen – Lady Susan

Ein kurzer Briefroman, eines der ersten Werke Jane Austens. Lady Susan, seit kurzer Zeit Witwe, sucht für sich einen neuen Ehemann und ebenso für die 16-jährige Tochter Frederica. Aus der Korrespondenz zwischen Lady Susan und ihrer Vertrauten Alicia Johnson erfahren wir von ihren Ränkespielen und Manipulationen. Ihre Schwägerin Catherine berichtet ihrer Mutter vom höchst fragwürdigen Verhalten der Dame und sorgt sich um ihren Bruder, der sich zeitgleich mit Lady Susan und deren Tochter bei ihnen aufhält.

Insgesamt unterhaltsam. Erstaunlich ist hier die aktive Frau, die bewusst Männer manipuliert und zu ihrem eigenen Vorteil nutzen will. Die Herren erscheinen durch die Bank passiv und lassen sich gerne auf sie ein – obwohl sie älter ist. Ein gesellschaftlich unangepasstes Verhalten, das jedoch am Ende nicht gänzlich verurteilt wird.

***/5