Jenna van Berke – Weiße Nacht/Moa Graven – Die Puppenstube

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Jenna van Berke – Weiße Nacht/Moa Graven – Die Puppenstube

Doppelrezension, da zwei glücklicherweise kurze Krimis. Eigentlich haben sie beide nicht die Zeit für eine Rezension verdient, aber da es nun mal auch diese Bücher gibt, hier die nicht-amtliche Warnung.

Zuerst mit Jenna van Berke in die USA, wo sich Litza von ihrem gewalttätigen Mann trennt und dann die absolut naheliegende Idee ergreift, in einem ostfinnischen Dorf eine seltene Robbe zu erforschen, die nur dort in einem See vorkommt. Also Sachen packen und auf Nach good old Europe. Dort sind Jan und Lisa schon, als Ermittler lösen sie sie Fälle im gefährlichen Ostfriesland und gerade haben sie sich ebenfalls entschieden, sich doch lieber zu trennen und wegen akuter Einsamkeit melden sich beide unabhängig voneinander bei Dating Plattformen an – man ahnt schlimmstes…

Kaum in Finnland, stolpert Litza über den hochattraktiven Parkranger Niilo, der sie mit auf seine einsame Insel nimmt und ihr von dem mysteriösen Robbensterben berichtet, das die Region erschüttert. Bald ist außer dem Ranger nicht mehr viel zu erforschen…. Unterdessen häufen sich bei Lisa und Ja komische Vorkommnisse: eine Frau, die scheinbar verwirrt ist und nicht spricht, eine andere wird tot auf dem Friedhof abgelegt und dann auch noch ein Mann ermordet – und niemand vermisst sie. Naja, mal abwarten, am einfachsten zu Hause, also packen sie die Überlebende einfach ein und nehmen sie mit zu Jan.

Während man in Ostfriesland halbherzig ermittelt, kämpft Litza mit finnischen Gepflogenheiten wie Nacktbaden und Saunieren, was natürlich der attraktive Mann erleichtert. Warum war sie eigentlich dort? Ach, ist auch egal, oder nö, einfach mal nachts allein mit dem Kanu auf dem nebligen See rumschippern, was sollte man sonst auch tun in der Einsamkeit? Oh oh …. Gefahr! Und in Ostfriesland wird dann die stumme Frau entführt und mal eben noch ein Bauernpaar erschlagen, ach so, ja danke, da liegt ja dann auch die Lösung auf dem Präsentierteller, was die Ermittlung deutlich vereinfacht.

Fälle gelöst, Liebe gefunden – Friede, Freude, Eierkuchen. Spannung ist eher nicht so angesagt, in Finnland fehlt vor lauter Ranger-Anschmachten schlichtweg die Zeit dafür, in Ostfriesland soll sie durch die Vorkommnisse auf dem Hof aufgebaut werden, doch hier beschränkt sich die Autorin auf ziemlich platte Gewalt, die nicht für Kribbeln sorgt, sondern schlichtweg abstoßend ist und nicht überzeugt, vor allem, da einem die Figuren nicht wirklich packen und man so wenig Empathie für sie entwickelt. Daneben so viel unlogische Details und eine wenig plausible Handlung – zwei Mal Daumen runter.

P.B. Vauvillé – Ein kunstvoller Mord

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P.B. Vauvillé – Ein kunstvoller Mord

Die Pariser Kunstszene ist in heller Aufregung als eine der berüchtigtsten Performance Künstlerinnen heimtückisch vergiftet wird. Nicht nur der Mord an sich, sondern die Tötung während einer geheimen Inszenierung ist rätselhaft. Rosa Kontrapunkt war live dabei und die ältere Artistin ist sichtlich mitgenommen, jedoch hält das sie und ihren Sohn Quentin Belbasse nicht davon ab, selbst Ermittlungen zu tätigen. Auch Lieutenant Brossard erkennt, dass es ohne die beiden wohl schwierig werden wird, hinter die Fassaden der Kunst zu blicken und Zugang zu den eigensinnigen Menschen zu bekommen.

Der zweite Band der Reihe um das Privatdetektivgespann aus Mutter und Sohn verspricht eine interessante Kombination aus Krimi und Kunst zu werden. Der Fall hat tatsächlich auch einiges zu bieten, wenn auch die Kunst eher von der sehr speziellen Sorte ist und letztlich ganz andere Aspekte im Vordergrund der Ermittlungen stehen. Insgesamt glaubwürdig und nachvollziehbar konstruiert, aber mir fehlte es doch etwas an Spannung und die Figuren hätten etwas mehr Persönlichkeit haben können, um mit gänzlich zu überzeugen.

Für mich reiht sich der Roman in die Riege der cosy crime Storys ein: nicht die ganz große Spannung, dafür mehr Lokalkolorith. Davon hätte es mir durchaus etwas mehr sein dürfen, man liest es gerne, aber der Funke wollte nicht recht zünden. Die Künstlerszene wird immer wieder angerissen, aber ihr Protest bleibt etwas zu oberflächlich. Auch kann mich die Rolle von Quentin nicht ganz überzeugen, welcher Polizist würde sich von einem Zivilisten einfach so in die Arbeit pfuschen lassen und die Ermittlungsergebnisse teilen? So richtig erschließt sich mir nicht, wie diese Zusammenarbeit zustande kommt. Ganz klar punktet die Geschichte mit den vielen Spuren und Verwicklungen, die der Fall zu bieten hat. Hier hat das Autorenpaar sich eine sehr clevere und komplexe Konstellation ausgedacht, für die sich der Krimi die Sterne verdient.

Bruno Varese – Intrigen am Lago Maggiore

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Bruno Varese – Intrigen am Lago Maggiore

Matteo Basso, ehemaliger Mailänder Polizeipsychologe und nun Inhaber einer Macelleria am Lago Maggiore, beliefert die Feier eines Freundes auf der Isola dei Pescatori. Während der alkoholreichen Feier will einer der Gäste gesehen haben, wie ein Mann von einem Boot über Bord geworfen wird, was jedoch niemand so richtig glauben will, zu beschaulich ist die Lage am See. Als Matteo am folgenden Morgen noch verkatert aufwacht, traut er seinen Augen kaum: auf dem Einhorn-Denkmal der Isola Bella ist ein Toter aufgespießt. Die Kommissarin Nina Zanetti ist bereits auf dem Weg. Das Opfer, Vittorio Ferretti, arbeitete als Fotograf, doch auf seinem Computer finden sich quasi keine Bilder und die, die Matteo und Nina sehen, haben eher die Qualität eines Amateurfotografen, wer könnte etwas gegen diesen Mann gehabt haben? Und wieso wurde dem Opfer eine symbolische Rippe entfernt? Als wenige Tage später eine weitere Leiche auf der Insel geborgen wird, der ebenfalls eine Rippe fehlt, sind die beiden Ermittler ratlos, denn offenkundige Spuren gibt es keine.

Bruno Vareses Krimi arbeitet mit den typischen Versatzstücken, die einen cosy crime Roman ausmachen: ein malerischer Schauplatz an einer beliebten Urlaubsgegend; eine Menge an kauzigen Einheimischen, die immer wieder auftauchen; ein Ermittlerpaar, bei dem es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie sich verlieben und/oder im Bett landen. Auf innovative Ideen hofft man leider auch bei ihm vergeblich.

Der Mordfall ist allerdings ungewöhnlich komplex für das Untergenre und holt nennenswert weiter aus, als man dies zu Beginn vermuten würde. Die Spurensuche gestaltet sich daher zunächst schleppend bis irgendwann die Puzzleteile mit hoher Geschwindigkeit zueinanderfinden und ein Gesamtbild ergeben. Kommissar Zufalls unterstützt die beiden Protagonisten ebenfalls tatkräftig, so dass sie das Verbrechen schließlich sauber und erfolgreich lösen können.

Allerdings muss man auch über so manches hinwegsehen, um den Roman als entspannende Urlaubslektüre genießen zu können. Matteo hat einen eigenen Laden, den er einfach so geschlossen lässt, die verderbliche Ware, mit der er handelt, scheint kein Problem für ihn zu sein. Als ihm aufgeht, dass das nicht so ideal ist, überlässt er ihn einfach einer Gruppe von Rentnern, die eigentlich Autos reparieren – kein Problem, Wurstwaren und Fahrzeuge sind ja nicht so verschiedene Dinge. Es scheint auch keinen zu stören, dass er Zugang zu Ermittlungsinformationen hat und als Privatperson an der Seite der Kommissarin Nachforschungen anstellt. Er gibt auch Beweismittel an Bekannte weiter, die ebenfalls die Untersuchung unterstützen wollen – machen auch alle auf Freundschaftsbasis, niemand scheint ernsthaft Geld verdienen zu müssen oder einen geregelten Arbeitsalltag zu haben. Von seinen Superkräften – verprügelt und über Bord geworfen kann er im kalten nächtlichen See mehrere hundert Meter zügig schwimmen ohne sich auch nur einen Schnupfen zu holen oder einen einzigen blauen Fleck zu haben – mal ganz zu schweigen. Leider sind diese Dinge auch nur allzu typisch für die cosy crime Romane, denen etwas mehr Realismus guttun würde; mich als Leser verärgert so etwas und raubt den Spaß am Lesen.

Jule Gölsdorf – Mörderisches Monaco

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Jule Gölsdorf – Mörderisches Monaco

Coco Dupont freut sich auf ihre Rückkehr nach Monaco, wo sie ihre neue Stelle als Kommissarin und Partnerin des etwas eigenbrötlerischen Henri Valeri antreten wird. Doch kaum ist sie gelandet, geschieht auch schon ein Mord, noch dazu ein recht grausamer, der auch das Interesse der Presse wecken dürfte: am Rennwochenende der Formel 1 wird die Frau eines erfolgreichen Fahrers überfallen, das gemeinsame Kind ist tot und sie schwebt in Lebensgefahr. Neider gab es viele, der Erfolg und das Geld ziehen zwielichtige Menschen geradezu an, aber dennoch können sich die beiden Ermittler kein wirkliches Bild vom Mord machen. Ins Visier gerät schnell ein IT Girl, die offenbar eine Affäre mit dem Rennfahrer hatte, aber wäre sie auch in der Lage, ein Kind zu töten und eine Frau lebensgefährlich zu verletzen?

„Mörderisches Monaco“ bietet genau das, was man von einem cosy crime Roman in der französischen Mittelmeerküste erwarten würde: ausufernde Landschafts- und Essensbeschreibungen, ein etwas gemächliches Tempo, jeder kennt jeden schon immer und ein nicht ganz so komplexer Fall, der auf den einfachen niederen Instinkten basiert und so auch recht zügig ohne größere Mühen gelöst werden kann. Mit den Details darf man es nicht so genau nehmen, da wird zugunsten der schönen „Bilder“ auch einmal auf sachliche Korrektheit verzichtet.

Wenn man einen leichten, unkomplizierten Fall wünscht, der einem als Leser nicht allzu sehr fordert beim Mitdenken, ist man hier ganz gut aufgehoben. Die Figuren sind eher eindimensional und verhalten sich genau so, wie in allen vergleichbaren Romanen: der männliche Ermittler vernachlässigt wie erwartet seine Frau und interessiert sich eigentlich eh nur fürs Essen; die weibliche Ermittlerin handelt völlig kopflos und unüberlegt und riskiert im sinnlosen Alleingang ihr Leben. Man würde sich einen leichten Krimi ohne das Ausschlachten aller Stereotypen wünschen, dieser hier setzt jedoch auch genau darauf. Erwartungen erfüllt, mehr aber auch nicht.

Lynn Brittney – Murder in Belgravia

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Lynn – Brittney – Murder in Belgravia

London, 1915. Lord Murcheson has been stabbed and murdered in his house, his wife Lady Harriet was found there wounded, too. She claims to have committed to crime with a pair of scissors, which is highly unlikely due to her severe injuries.  While Lady Harriet is fighting for her life at the hospital, Chief Inspector Peter Beech takes over the case. The city is at war and thus, men are scarce with the Metropolitan Police. Beech has quite an innovative idea which seems to be more than reasonable for the case at hand: he wants to employ women for the investigation. Thus, Victoria Ellingsham, trained in law, and medical doctor Caroline Allardyce join the small team of Beech, charming ex-boxer PC Billy Rigsby and former Special Branch Arthur Tollman. While London is under attack of the Germans, the unusual squat investigates the case, comes across masses of legal and illegal drugs, prostitutes and the abduction of a young girl who worked in the Murcheson household.

“Murder in Belgravia” follows the lines of classic murder cases in the style of Agatha Christie. The most striking about the novel is the atmosphere. Not only is the situation of World War I convincingly portrayed with the city under fire at night and the shortage of men for the police and other forces, but you also feel yourself transported back to the times when lords and ladies lived in a completely different world which only scarcely overlapped with average or lower class people.

The case itself has to be solved without any modern forensics or other sophisticated medical or technical means which I liked a lot. It is due to a quick-witted intellect and particularly the women’s sharp observation that they can assemble the necessary pieces of evidence to rumble the murderer.

Lynn Brittney’s book is a cosy crime novel that I really enjoyed to read. She has created awesome characters of whom I would like to read more.

Sophie Bonnet – Provenzalische Intrige

Provenzalische Intrige von Sophie Bonnet
Sophie Bonnet – Provenzalische Intrige

Pierre Durand hat es sich inzwischen in dem kleinen provenzalischen Dorf Sainte-Valérie eingerichtet. Doch mit dem Erwerb des Hofes ist seine finanzielle Situation etwas kritisch geworden, weshalb er sich auf den Posten als Commissaire in Cavaillon bewirbt. In einem Mordfall sollen er und sein Mitbewerber beweisen, wer für den Posten besser geeignet ist. Die Unternehmerin Paulette Simonet wird in der Seiferei ihrer Kosmetikfirma tot aufgefunden. Verdächtige gibt es viele: ihr Exmann, von dem die Scheidung kurz bevorsteht; die Konkurrenz, die ihre Forderungen nach Umweltschutz für überzogen und geschäftsschädigend hält; aber auch ihr eigener Sohn gerät schnell ins Visier der Ermittler. Für Pierre kein leichtes Unterfangen, arbeitet er doch gerne alleine und folgt seiner Intuition, nun ist er Mitglied eines Ermittlungsteams und schnell schon auf Konfrontationskurs mit den Kollegen.

Götz Otto liest das Hörbuch mit einem angenehmen Timbre, das Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt und somit die Atmosphäre der ländlichen Provence hervorragend widerspiegelt. Der Fall bietet allerlei Spuren und Verdächtige, wird aber dadurch bisweilen etwas langatmig, was sich beim Hörbuch noch stärker auswirkt als dies bei einem gedruckten Buch der Fall sein dürfte. Zu häufig dreht sich alles im Kreis und bewegt sich nicht vorwärts. Dass Regionalkrimis, die im ländlichen Frankreich angesiedelt sind, tendenziell eher ein moderates Tempo haben, mag dem Setting geschuldet sein, lässt aber dadurch die Spannung etwas leiden.

Der Fall wird letztlich glaubwürdig gelöst, auch die Figurenzeichnung ist gelungen, wenn mir auch der Protagonist nicht wirklich sympathisch wird, seine permanenten Egotrips und sein Verhalten gegenüber seiner Partnerin sprechen nicht gerade für ihn. Als Hörbuch für zwischendurch gelungen, aber als Krimi doch etwas zu lau.

Akwaeke Emezi – Freshwater

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Akwaeke Emezi – Freshwater

 

Their prayers have been heard and the god Ala sent them a baby girl: Ada, named in honour of the generous goddess. Yet, it comes with a plus, Ada is not alone, she has got some characters living in her mind, still asleep, but eager to wake up and take over the body given to them. The first two to arrive and take care of Ada and her siblings in their Nigerian village. Later, in America, when another of the voices awakes and takes over control over Ada‘s body, things turn out differently. For the world outside, it is hidden what is going on inside Ada‘s head, once she tries to tell a therapist, however, the voices that possess her are stronger and find a way out of this dangerous situation.

Akwaeke Emezi‘s novel „Freshwater“ was all but easy to read for me. First of all, I had some difficulty understanding who is telling the story, it took me some time to figure out that the voices in Ada‘s head are the narrators. So, we are mostly inside her mind, but sometimes we get what happens outside, too.

You cannot really say that Ada is mad even though she hears voices and follows their command. It was especially when she hurt herself to calm down the first two voices, Smoke and Shadow, that was hard to endure. The third who made her act promiscuously wasn‘t much better. They are evil, after all, misusing an innocent human to fulfil their wishes and greed. I am not sure if it works like this with people hearing voices, even if it is somewhat different, this seems to be horrible. On the other hand, Ada obviously experienced some very bad incidents and the voices were somehow able to split those memories from her normal memory thus making her forget these experiences. Maybe this is the cause why the voices could develop after all.

It is always hard to like a novel if you detest the protagonist or narrator. Thus, „Freshwater“ is not a novel I could fall for easily. Still, I consider the topic highly interesting and, ultimately, the author found a convincing way of making the voices heard for us.

Alexander Oetker – Retour

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Alexander Oetker – Retour

Da sein Vater schwer krank ist, lässt sich Commissaire Luc Verlain von Paris in seine Heimat in Aquitaine zurückversetzen. Dort hofft er auf eine ruhige Zeit und die Möglichkeit, sich um seinen Vater zu kümmern. Doch kaum ist er angekommen, wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, erschlagen am Strand. Der Stiefvater ist sich sicher, dass es der junge algerische Freund war, den sie verlassen hatte und der ihr immer noch hinterherlief. Die Indizien, die zunächst gegen Hakim sprechen, erweisen sich jedoch schnell als entlastend und so rückt der unbekannte reiche Liebhaber des Mädchens in den Fokus der Ermittlungen.

Die Liste der Ermittler in der französischen Provinz wird immer länger. Alexander Oetker hat mit Luc Verlain nun einen weiteren Kommissar ins Rennen um die Gunst der deutschen Leser geschickt und setzt dabei auf bewährte Versatzstücke: aus Paris in die Provinz versetzt; dort schwieriger Start mit den Kollegen; den Fall kann der Superermittler quasi im Alleingang lösen, auch acht teilweise bewaffnete Gegner sind für ihn kein Problem und zwischendurch wird viel über Weinberge, Wein und Essen geredet. Natürlich darf die hübsche junge Frau aus der Provinz, die dem gestandenen Ermittler aus der Großstadt den Kopf verdreht, auch nicht fehlen. Viel Neues war hier leider nicht zu entdecken.

Der Fall selbst ist recht vorhersehbar, zwar mit ein zwei vermeintlichen Fährten gespickt, ist es jedoch recht schnell offenkundig, wer hier welches Spiel spielt. Die Figurenzeichnung beschränkt sich weitgehend auf stereotype Schwarz-Weiß-Malerei, so etwa der böse Bulle, der in Korruption verstrickt war als Widersacher des Helden – der sich allerdings recht schnell selbst ins Aus schießt. Anouk, die zwar zunächst als talentierte Polizistin eingeführt wird, dann aber nur noch in Form des assistierenden Häschens auftreten darf und deren Relevanz und Beschreibung sich auf ihren Hintern, Busen und Haare und den Wunsch Verlains, sie endlich ins Bett zu zerren, beschränkt. Für ihr berufliches Geschick bleibt leider bei dem Ego des Protagonisten nicht viel Platz.

Dieser trotzt nur so vor Klischees, an kaum einer Frau kommt er vorbei, ohne ausführlich ihre optischen Qualitäten zu eruieren und bei Gelegenheit mit ihr das Bett zu teilen. Natürlich hat er in Paris auch noch eine Partnerin, die sich aber auf einen Kurzurlaub seinerseits beschränken muss und ansonsten nicht einmal eine SMS verdient hat. Ausnahmslos alle Frauen werfen sich an seinen Hals, er bleibt dabei aber der coole rauchende Surfer, der sich auf nichts Festes einlassen will. Ach ja, da war ja noch sein Vater, wegen dessen Krankheit er die Versetzung erwirkte. Der muss sich mit einem wenige Minuten dauernden Besuch mehrere Tage nach seiner Ankunft zufriedengeben.

Für mich keine Reihe, die ich weiter verfolgen werde, zu platt Handlung wie Figuren und viel zu viel sexistische Flachheit, um daran Gefallen zu finden.

Martin Walker – The Templars‘ Last Secret

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Martin Walker – The Templars‘ Last Secret

Rural France, St Denis in the Périgord region. Police officer Bruno this time has company: the Justice Ministry has send Amélie Plessis to get insight into basic police work. Before they can really get to know each other, they are called to the Commarque castle where a young woman was found dead. She seems to have been about to write some graffiti on the wall when she fell down. But soon they detect traces of foul play. The place of the crime scene does not seem to have been chosen by coincidence and soon Bruno and Amélie have to realise that they are not dealing with a simple murder case here, killing out of love or the like, but they are in the middle of an international plot of terrorism which threatens the lovely and peaceful region.

In his tenth case, we meet Bruno as we already know him from former novels: down to earth, a weakness for good food and the landscape and in order to solve his cases, he relies on his knowledge of the human nature and his good contacts in the region. Another woman enters the bachelor’s life, but this time she does not immediately win his heart, they have a rather professional relationship which turns over to some kind of friendship and liking. Both protagonists seem to be quite authentic and drawn from life.

The case is much more complicated than most of the others before. This time, the cause does not lie within the region or the people from the Périgord, but Martin Walker constructs a complex case of well-known Templar legends which are always attractive to a lot of people due to the mysteries around the order and any unanswered questions – not to talk of the Holy Grail – combined with international terrorism and threats as we, sadly, have witnessed in the last few years in Europe. I especially liked the development of the plot which made absolutely sense from an investigative point of view and was in no way farfetched in its extent.

All in all, exactly what I would expect in a novel from the Bruno series: an interesting case of murder embedded in the beautiful French countryside with hints at its food and culture.

Matthew Costello – The Vanishing Tourist

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Matthew Costello – The Vanishing Tourist

Cherringham has regularly coaches full of tourists who come to see not only the lovely village, but to do tours around the historic sights.  It is mainly elderly people who take part in those tours and up to now, they all were carried back home safe and sound. But now, one member of a group is missing. His sister even comes from the States to have a look into the matter and since the police seem to be rather reluctant about that case, she asks Jack for help. How could an elderly American go missing in Cherringham and not be seen again? When they start investigating his past, Jack and Sarah come across a fact that makes things appear in a completely new light: the supposedly tourist did not come to enjoy lovely Cherringham, he was there for revenge.

Episode 18 of the British cosy crime series which was again well balanced between the idyllic village life where everybody knows everybody and where things move at a slower pace than in the big city and a murder case which had some surprises to offer and quite an unexpected motivation. As always, quick to read, straight from the beginning to the end without any side plots to distract from the main topic.