Zoe Whittall – The Best Kind of People

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Zoe Whittall – The Best Kind of People

Avalon Hills, Connecticut. The Woodbury family is a kind of an institution in the small community. George’s father has helped to set up the town, George himself is a popular teacher and a hero since he prevented a school shooting ten years ago. His wife Joan works as a nurse and actively contributes to different kinds of charity work, their son Andrew is a successful lawyer in New York and their 17-year-old daughter Sadie a real prodigy. Their life is just perfect. Until one day, a bomb explodes and blows up their whole life: some underage girls accuse George of having tried to rape them during a school trip. What seems to be unbelievable is taken serious by the police and George has to go to prison. Slowly, the family’s confidence in the father’s innocence falls apart. Is he really the man they believed he was?

Zoe Whittall’s novel is a masterpiece in character study. She does not focus on sensationalist facts, actually the accusations, the arguments and the evidence brought forward to support George’s guilt just play a random role in the novel. The centre are Joan and Sadie, wife and daughter who are confronted with the question if they have been fooled and who have to struggle with conflicting emotions within themselves. Their development from absolute supporter, via sceptical but still loyal to building a life without him is remarkably and convincingly portrayed.

It is especially Sadie who can persuade me as a reader. A teenager who is completely knocked off the track, whose life was well organised, everything prearranged and clear in every respect has now to cope with uncertainties, with shades of grey, gets to know her former friends from a completely new and absolutely hostile side. Confused over whom and what to believe, she loses contact to her inner self, tries out pot and pills to numb down her irritating feelings. Strong only for hours or moments, then thrown back again. She is a very authentic character and her struggles appear to be quite authentic.

Since we only get one perspective, the one of the family, we do not really know what actually happened, we never really hear George’s point of view and thus the reader is kept in the dark throughout the novel. There are hints that all might have been set up, yet, then, there is evidence that George is guilty and has not been faithful – in this way, there is an underlying suspense which keeps you going on reading. I enjoyed the novel, for me, it absolutely fulfilled the expectations.

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Lauren Oliver – Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

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Lauren Oliver – Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Samantha Kingstons Leben ist perfekt: sie gehört zur angesagten Clique der High-School, hat mit Rob einen Freund, um den sie viele beneiden, ist hübsch und reich. Der 12. Februar soll alles perfekt machen: morgens die Valentinstagsgrüße in der Schule und abends wird sie endlich mit Rob schlafen. Alles beginnt ganz normal: die Schule hat nichts Ungewöhnliches zu bieten, dann bereitet sie sich mit den Freundinnen auf eine Party vor. Doch der Abend endet anders als geplant: bei einem Unfall kommen sie ums Leben. Doch am nächsten Morgen wacht Sam wieder auf. Es ist nochmal der 12. Februar und sie kann ihren letzten Tag nochmals erleben und vielleicht was ändern. Sieben Mal wird sich dies für sie wiederholen.

Das Grundkonzept ist eher ungewöhnlich, wenn auch nicht wirklich innovativ, allerdings hat die Autorin genug Humor, die Protagonistin selbst auf „Und täglich grüßt das Murmeltier“ hinweisen zu lassen. Ansonsten bietet der Roman alles, was das Young Adult Herz begehrt: die High-School mit ihren typischen Alltagssorgen, die von allen bewunderte Mädchen-Clique, die erste große Liebe, viel Gerede über Klamotten und Schminke. Und natürlich der obligatorische erhobene Zeigefinger, dass man doch bitte nicht gemein, sondern nett zu den Mitmenschen sein soll und sich für die Außenseiter einsetzen muss. Alle Stereotypen erfüllt, Leser des Genres werden es danken.

Was jedoch auffällt, ist die Figurenzeichnung, wobei ich mich gefragt habe, ob ich einfach zu alt bin, um die Figuren so wahrzunehmen, wie sie sein sollen. Für mich ist die Protagonistin einfach ein verwöhntes Gör, dem es viel zu gut geht und die in ihren Egotrip sieben Mal erfolgreich durchzieht und dafür auch noch belohnt wird. Vermutlich soll sie cool und bewundernswert wirken, dabei wirken ihre Kleidungsbeschreibungen auf mich eher billig bis nuttig und dass sie sich permanent darüber beklagt, dass sie von den Eltern zu kurzgehalten wird (man bedenke: sie bekommt im Jahr nur zweimal 500 Euro zum Kleidershoppen!), macht sie auch nicht gerade sympathischer. Da ihre Empathiefähigkeit nur gering ausgebildet ist, braucht sie auch mehrere Anläufe um zu verstehen, dass sie genau das ist, was ein anderes Mädchen ihr vorwirft: ein Miststück. Selbst als ihr langsam aufgeht, dass ihr Verhalten vielleicht eher suboptimal ist, wird ihr Handeln immer noch von dem Gedanken geleitet, möglichst selbst zu profitieren oder zumindest kein ganz so schlechtes Gewissen mehr haben zu müssen. Das macht das Lesen zu einer gewaltigen Quälerei, da man permanent den Gedanken hegt, dass die Welt einfach eine bessere wäre, wenn sie endlich tot wär. Dass die anderen ihr da in nichts nachstehen, macht es kaum besser.

Alles in allem ein Buch, dass hervorragend auf die zu liefernden Klischees abgestimmt ist, durch besonders widerwärtige Figuren besticht und weiter nichts zu bieten hat, was für eine Leseempfehlung sprechen würde.