Agatha Christie – Mord auf dem Golfplatz

Agatha Christie – Mord auf dem Golfplatz

Captain Hastings kommt von einer Reise, auf der er im Zug eine seltsame Begegnung mit einer jungen Frau hatte, in die er sich jedoch direkt verliebte, zurück nach London. Poirot hört sich seine Geschichte an, während er die Post durchgeht. Darunter findet sich ein Hilferuf eines gewissen Monsieur Renauld, der ihn bittet sofort in seine Villa in Merlinville zu kommen. Offenbar ist der Mann in großer Sorge und das offenbar völlig zurecht, denn als Hastings und Poirot vor Ort erscheinen, untersucht die französische Polizei bereits den Tod des Mannes. Seine Frau berichtet von einem nächtlichen Überfall durch zwei unbekannte Männer. Poirot findet einiges merkwürdig an der Geschichte, der ermittelnde Kommissar Giraud jedoch – jung und ehrgeizig – hält nichts von den Theorien des ältlichen Detektivs und glaubt sich schnell auf der richtigen Spur. Es beginnt ein Wettrennen um die Suche nach dem Mörder.

Agatha Christie lässt den „Mord auf dem Golfplatz“ aus Sicht von Hercule Poirots Freund und Begleiter Arthur Hastings erzählen, der frappierende Ähnlichkeiten zu Sherlock Holmes Partner Watson aufweist und von der Autorin schnell wieder aus den Romanen verbannt wurde. Als Sidekick eignet er sich jedoch hervorragend, artikuliert er doch das, was der Leser sich denkt und was er an Spuren im Text finden kann. Poirot eilt zwar schon ein gewisser Ruf voraus, in seinem zweiten Auftritt muss er jedoch seine Fähigkeiten noch unter Beweis stellen, was zu einem – für mein Empfinden – deutlich komplexeren Fall führt als andere der Reihe.

Der Fall um den betuchten Monsieur Renauld mit mysteriöser Vergangenheit weist im Laufe der Ermittlung immer mehr Fragen auf als dass sich Antworten finden lassen. Eine zweite Leiche verkompliziert Suche nach dem Mörder zudem. Poirot gelingt es jedoch dank seines Blicks für das Detail, die vorhandenen Indizien zu erkennen und auch richtig zu deuten. Es sind wie so häufig naheliegende, niedere Motive, die die Täter leiten und die sie letztlich auch in eine Falle locken und entlarven.

Wie gewohnt eine kurzweilige, wenn auch ausgesprochen vertrackte Sache, die für mich vor allem von dem oft zum Schmunzeln einladenden Austausch zwischen Poirot und Hastings lebt.