Sascha Macht – Spyderling

Sascha Macht – Spyderling

Die Entwicklerin von Brettspielen Daytona Sepulveda wird zusammen mit einer Reihe von Kollegen auf ein abgelegenes Weingut in der Republik Moldau eingeladen. Gastgeber ist der oder die ominöse Spyderling, kreativster und produktivster Kopf in der Brettspiel-Szene. Niemand kennt den Menschen hinter dem Namen, hat ihn oder sie je gesehen. Daytona will die Zeit in der Abgelegenheit nutzen, um ihr aktuelles Spiel fertigzustellen, doch schnell schon ist sie mehr mit ihren Mitbewohnern und dem mysteriösen Haus beschäftigt.

Eigentlich lasse ich mich eher selten von Buchcovern verlocken, in diesem Fall es jedoch genau dieses, das mich auf Sascha Machts Roman aufmerksam gemacht hat. „Sypderling“ erinnerte mich an ein altes Cover von Bradbury’s „1984“, sowohl das Auge wie auch die farbliche Gestaltung riefen mir den dystopischen Roman ins Gedächtnis. Das Thema Brettspiele fand ich unerwartet und ungewöhnlich und so würde ich auch den Plot charakterisieren wollen. Kein Roman, der sich einem unmittelbar erschließt, da er Brüche hat, verschiedene Fiktionsebenen ausweist und durchaus auch mit Doppeldeutigkeiten spielt, die einem als Leser herausfordern.

Die Rahmenhandlung bildet der Aufenthalt auf dem Weingut, wo sich ganz unterschiedliche Figuren versammeln, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie die Passion für Brettspiele teilen und sich immer wieder neue Spielideen ausdenken. Eine Gruppe von Unbekannten kann kaum konfliktfrei bleiben, noch dazu, wenn sie nicht genau wissen, weshalb sie sich eigentlich dort eingefunden haben und wer ihr Gastgeber ist. Der Ort ist zudem geradezu prädestiniert für gruselige Erlebnisse, die auch nicht lange auf sich warten lassen.

Natürlich kennt jeder die klassischen Spiele wie Monopoly oder Mensch ärger dich nicht, der Roman eröffnet jedoch noch eine ganz andere Welt von komplexen Strategiespielen, die die Realität oder neue Welten abbilden, in die die Spieler versinken und die Realität um sich herum vergessen können. Nebenbei gewinnt man Einblick in die Welt des Spielens, über die ich mir zugegebenermaßen bis dato nie wirklich Gedanken gemacht habe.

Ich fand den Roman nicht leicht greifbar, für meinen persönlichen Lesegeschmack etwas zu experimentell in der Umsetzung, drohte ich immer wieder den Faden zu verlieren, was das Leseerlebnis etwas trübte.