Pedro Mairal – The Woman from Uruguay

Pedro Mairal – The Woman from Uruguay

Lucas Pereyra has a plan to finally pay back all the money his family and friends lent him. The writer has asked to transfer the advance for his next book to an account in Uruguay where the exchange rate is simply better than in his home town of Buenos Aires. One morning, he takes off to Montevideo to collect fifteen thousand dollars. He knows that he is not allowed to cross the border with such an amount but he does not have any alternatives. And, spending a day in the Uruguayan capital allows him to see Guerra again, a woman he met at a conference some months before and whom he cannot forget. Yet, his idea does not materialise as planned, quite the contrary.

Pedro Mairal narrates the decisive day in the life of his protagonist, it is just a couple of hours which change everything, which turn a man on the winning track into somebody who is cruelly brought back down to earth. “The Woman from Uruguay” has quickly become a bestseller in Argentina and Spain and was awarded the Premio Tigre Juan in 20217, a prestigious Spanish literary award.

The novel is constructed like a classic tragedy respecting the three Aristotelian unities: the principal action takes place over a period of only a couple of hours in only one location. The dramatic structure also follows classic principles with the protagonist’s expectations of ultimately turning his life, then looking forward of meeting the woman he is in love with the climax of their encounter and then the tragic turning point after which Lucas has to bury all hope and realises what a fool he has been and that he has to cope somehow with the consequences of his stupid behaviour. He can be classified as some kind of tragic hero, on the one hand, he himself is the reason he is in the state he finds himself in the end, on the other, however, he became a victim of circumstances innocently at least to a certain extent.

I liked how the story unfolds even though the protagonist is not actually a sympathetic character. Not just the composition is convincing but also the author’s poetic writing is vivid giving insight in Lucas’ thinking. A compelling read which makes me want to read more of the author.

Kacen Callender – Felix Ever After

Kacen Callender – Felix Ever After

Schon als kleiner Junge wusste Felix Love, dass irgendetwas sich komisch anfühlt. Er wollte nicht mit den Mädchen spielen, keine Kleider tragen, sondern lieber mit den Jungs toben. Als er sich in einem Buch wiedererkennt, versteht er, dass er transgender ist. Sein Vater, mit dem er alleine in Harlem lebt, nachdem seine Mutter sie verlassen hat, ermöglicht ihm die Transition und dank des Umzugs ist ein Neuanfang als Junge möglich. In seiner Schule geht er offen damit um, was für die Mitschüler kein Problem zu sein scheint, bis er transphobe Nachrichten bekommt und sein Deadname zusammen mit einem alten Bild von ihm veröffentlicht wird. Eigentlich will der 17-Jährige sich doch nur verlieben und seine Kunstmappe für die Bewerbung an der Uni vorbereiten, doch jetzt muss er herausfinden, wer ihn in immer stärkerem Maße mobbt und keineswegs so aufgeschlossen ist, wie Felix es von allen dachte.

Kacen Callenders Roman ist stark von den persönlichen Erfahrungen der Autorin geprägt. Sie identifiziert sich als trans und queer und bevorzugt im Englischen die Pronomen they/them. Der Roman wurde mit dem „Stonewall Children’s and Young Adult Literature“ ausgezeichnet, der herausragende Bücher ehrt, die LGBTIQ+ Erfahrungen literarisch umsetzen. „Felix Ever After“ beschreibt sehr eingängig, wie Felix seine Identität sucht und gleichzeitig, welche Erlebnisse der Jugendliche in einer vermeintlich offenen Gesellschaft macht, in der Pride Parades als Happening gefeiert werden, wo aber im Alltag genauso rassistische wie LGBTIQ+ feindliche Aussagen und Handlungen an der Tagesordnung sind.

Was mir besonders gefallen hat, war, dass die Geschichte verdeutlicht, dass der Protagonist ein völlig normaler Jugendlicher ist, der sich verlieben möchte, den typischen Schulalltag erlebt und sich Sorgen um seine Zukunft macht. Er unterscheidet sich in dieser Hinsicht in keiner Weise von allen anderen Gleichaltrigen, was häufig vergessen wird, wenn diese Gruppe auf das Geschlecht bzw. die Geschlechtsidentität reduziert wird. Er ist sich unsicher, was seine Gefühle angeht, wünscht sich nichts mehr als den emotionalen Rausch und die großen Gefühle, die er bei anderen beobachtet.

Dennoch ist er anders, denn nicht jeder wird mit solchen Angriffen konfrontiert und Kacen Callender zeigt auch gut nachvollziehbar, dass trotz der Transition die Suche nach der Identität, nach einem passenden Label – gibt es das überhaupt? – nicht abgeschlossen ist, sondern weiterhin Fragen und Unsicherheiten bleiben. Felix geht offen mit seiner Situation um, was ihn angreifbar macht. Im Inneren ist er aber nicht der laute, selbstbewusste Junge, sondern voller Zweifel, die er schließlich schafft künstlerisch umzusetzen und nach außen zu kehren.

Ein gelungener Roman für Leser, die sich der Thematik annähern und diese besser verstehen lernen wollen, aber genauso sicherlich auch für junge Leser, die womöglich auf der Suche nach Vorbildern sind oder hier eine Antwort auf das finden können, was sie womöglich fühlen, aber nicht einordnen können.