Gustaf Skördeman – Geiger

Gustaf Sköderman – Geiger

Gerade hat sie die Töchter samt Familien verabschiedet, als bei Agneta das Telefon klingelt. Nur ein Wort wird gesagt, „Geiger“, und dann wieder aufgelegt. Agneta weiß, was zu tun ist: sie nimmt die Waffe, die sie seit Jahrzehnten versteckt hat und erschießt ihren Mann, bevor sie sich auf ihre weitere Mission begibt. Polizistin Sara Nowak kennt die Familie gut, ihre ganze Kindheit hat sie dort verbracht und war immer etwas neidisch auf die Mädchen und deren berühmter Vater. Von allen wurde er nur Onkel Stellan genannt und war in den 70ern und 80ern der größte Fernsehstar Schwedens. Jetzt ist er tot und seine Frau auf der Flucht, doch warum?

Gustaf Sköderman hat sich bereits als Regisseur und Drehbuchschreiber einen Namen in seiner schwedischen Heimat gemacht, „Geiger“ ist der Auftakt zu einer Thriller-Trilogie, auf deren historischen Hintergrund er schon vor vielen Jahren durch einen Zeitungsartikel gestoßen war. Was als Familiengeschichte beginnt, wird schnell zum Politthriller, denn der anonyme Anruf weckt die deutschen Sicherheitsbehörden, die seit Jahrzehnten auf ein Lebenszeichen gewartet haben und immer vermuteten, dass der Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges noch lange nicht vorbei ist.

Der Markt der Nordic Noir Bücher ist inzwischen unüberschaubar, quasi täglich strömen neben den etablierten bekannten Namen auch neue Autoren auf den Markt und buhlen mit bekannten Mustern um die Gunst der Leser. Erstaunlicherweise wird man aber selten enttäuscht und auch „Geiger“ konnte mich von der ersten Seite an packen. Die Geschichte entfaltet sich im bekannt skandinavischen gemächlichen Tempo, nimmt dann aber mit zunehmender Komplexität des Falles auch an Fahrt auf bis hin zu einem filmreifen Showdown.

Der Autor macht ein inzwischen längst vergessenes Thema der europäischen Geschichte zum zentralen Punkt der Handlung. Zahlreiche Spione wurden zur Zeit des Kalten Krieges auf beiden Seiten der Mauer platziert, viele auch als Schläfer, die Jahrzehnte lang unbehelligt ein unauffälliges Leben führten. Schweden kam als neutralem Staat eine besondere Rolle zu, die letztlich jedoch nicht so unbeteiligt war, wie es schien. Auch kratzt er am Image der Politikerriege, denn diesen kommt eine mehr als zweifelhafte Rolle im Roman zu. Auch wenn ich einige Aspekte für etwas zu viel des Guten hielt und etwas weniger dick aufgetragen auch eine spannende Geschichte ergeben hätte, insgesamt doch ein Thriller, der die Erwartungen erfüllt und zur Abwechslung auch mit interessanten und widersprüchlichen Frauenfiguren aufwartet.

Martin Walker – The Coldest Case

Martin Walker – The Coldest Case

It’s been thirty years that Bruno’s boss J.-J. has been haunting the murderer of an unknown man found in the forest. This cold case seems unsolvable, nobody missed someone and no item which could help to identify him was ever found. Yet, as technology advances, so do the police’s possibilities. By the help of an expert in face reconstruction, they try to remodel his looks, at the same time, quite unexpectedly, another DNA search shows a hit. While J.-J. is happy that his longest case might come to a close, the lovely Périgord region is threatened by fires. While the inhabitants fear the worst, this comes on a very political level with J.-.J.’s cold case: the murderer he has been looking for might be linked to even more serious crimes and thus, national security is suddenly threatened.

With Martin Walker’s series about Bruno Courrèges, you always know what you will get: it is not simply a cosy crime novel located in a beautiful region which finds its deserved place in the book by providing a lot of good food and impressive nature, but also a case which starts out as a minor incident and suddenly develops into something totally unexpected. These by now well-known ingredients also make the 14th instalment an enjoyable holiday read.

What I found most fascinating in this novel were the technical explanations of how you can infer from a skull how the person has looked like. This technique might be useful not just for artistic and museological purposes but also as shown for investigative aims. It is also a clear signal that no deed is unsolvable and that with modern technology, the perfect crime might not be that perfect anymore.

As a German, I was aware of the Rosenholz papers which surprisingly come up in the novel. Surely a rather deplorable part of our history but still offering a lot of food for speculation even today. So again, nothing from the past is ever really over.

All in all, a pleasant cosy crime novel which makes you feel like on holiday and enjoy the atmosphere of France’s countryside.