Roberto Perrone – The Second Life of Inspector Canessa

Roberto Perrone – The Second Life of Inspector Canessa

It’s been decades since Annibale Canessa and his brother Napoleone have last talked. Now, the later has been killed, together with Giuseppe Petri, former member of the Camorra and serial killer. Annibale quit his job as Carabiniere after his biggest success because it was obvious to him that he could only get one fish at the time, but police as well as jurisdiction were full of people collaborating with the mafia and far from providing justice. But now, he has to act since it is obvious that the murder of his brother will not be cleared up by official institutions. Together with his former colleagues, Canessa goes on a mission which is bloody and which will stir up dirt. A lot of things have changed since the 70s and 80s when Italy was in the hands of the criminal organisations, but unluckily not all.

Roberto Perrone is an Italian journalist and writer who amongst other wrote the biography pf Gianluigi Buffin, the famous goalkeeper. “The Second Life of Inspector Canessa” is the first instalment of the Annibale Canessa series which strongly reminded me of the “Mani Pulite” investigations of the 1990s when masses of crimes of industry leaders and politicians were exposed and the corrupt system uncovered resulting in the end of the Prima Repubblica.

Annibale has to start his investigation from scratch, neither has he an idea why his brother was killed or why he was together with the former camorrista nor does he dispose of any means to investigate. He only has his sharp mind, two loyal former colleagues and Carla, a journalist not only eager to collaborate but also attractive. They uncover several leads which do not add up, more people die and also the small group is attacked. Quite obviously, nobody wants them to dig deeper, not the police, not the jurisdiction, not the mafia. But Annibale has not only lost his brother, he has strong conviction which he follows.

A complex and suspenseful thriller which is totally entertaining but also disillusioning – it does not take much to imagine that all this could be true.

David Jackson – Der Bewohner

David Jackson – Der Bewohner

Nachdem er – wieder einmal – brutal gemordet hat, ist Thomas Brogan auf der Flucht vor der Polizei. Ein unmögliches Unterfangen in dem kleinen Wohngebiet. Doch dann findet er ein offenbar verlassenes Haus, in dem er sich verstecken kann. Bei seinem Erkundungsgang entdeckt er, dass die Dachböden der Nachbarhäuser zugänglich sind und so kann er die alte Elsie besuchen, aber auch Pam und Jack und natürlich Martyn und Colette. Diese fasziniert ihn besonders und er sucht sie sogleich als neue Spielgefährtin aus. Denn Brogan tötet nicht einfach, ein gibt seinen Opfern eine ehrliche Chance. Doch zunächst einmal muss er sich um Nahrung kümmern und die neuen Nachbarn beobachten. Bald schon kann das Spiel aber beginnen, wenn auch nicht ganz so wie er und die Stimme in seinem Kopf das geplant hatten.

Eine gruselige Vorstellung hat David Jackson in seinem Thriller umgesetzt: ein heimlicher Mitbewohner, der in die Häuser schleicht, wenn keiner Zuhause ist, sich an den Lebensmitteln bedient, die Dusche benutzt und in Schulbladen rumschnüffelt. Er hinterlässt keine Spuren, manchmal ein ungutes Gefühl, aber lange Zeit bleibt er unentdeckt. Es ist zunächst ein einseitiges Katz-und-Maus-Spiel, doch unerwartet zeigen sich auch andere Seiten des Killers, die das Bild eines kaltblütigen Mörders differenzierter zeichnen.

Bisweilen hat der Thriller auch humorvolle Passagen, wenn Brogan droht entdeckt zu werden und auf der überhasteten Flucht in sein Versteck auf so manches Hindernis trifft. Ganz anders gestalten sich seine Besuche bei Elsie, die schwerhörige Dame überrascht ihn eines Nachts und glaubt ihr verstorbener Sohn sei zurückgekehrt. Fortan bekocht sie den Mörder und erweicht sogar sein Herz. Zum ersten Mal erfährt dieser Zuneigung, was er nicht einfach beenden kann und will. Bei Colette gestaltet sich der Fall anders, er findet sie attraktiv, aber da ist noch ein anderer Reiz, den er nicht einordnen kann, der ihn jedoch immer wieder zu der jungen Frau zieht. In seinen Entscheidungen ist er jedoch nicht frei, die Stimme in seinem Kopf, treuer Begleiter, der ihm stets Gesellschaft leistet, ist es, die die Entscheidungen trifft.

Ein Psychothriller, der seinen Namen verdient hat. Als Leser fühlt man sich sogleich unwohl bei der Vorstellung, dass jemand unbemerkt im eigenen Haus umherschleichen könnte, aber ebenso interessant ist diese Stimme, die eine traurige Ursache hat und Brogan letztlich genauso zum Opfer werden lässt. Gänsehaut und Unbehagen beim Lesen und ein unerwartetes Ende – eindeutige Leseempfehlung.