Bill Clegg – The End of the Day

Bill Clegg – The End of the Day

Dana Goss, a wealthy heiress only a couple of years shy of 70, decides to visit Jackie, once her best friend with whom she shared everything, but whom she has not seen for almost five decades. Jackie sees Dana approach but hides and does not open the door. It triggers memories of a time long long ago. At the same time, a young man meets his father to tell him about his new-born granddaughter, soon after, the father dies from an aneurysm, not only leaving his son behind but also many questions. His mother Alice might answer them but this would mean revealing a secret she has kept to herself for so many years that she cannot reveal it now. Taxi driver Lupita Lopez in Kauai is also unexpectedly confronted with the almost forgotten past when she receives a phone call. All these lives are connected by events that each of them has ignored successfully.

Bill Clegg’s story is set in the fictional town of Wells in Connecticut where the old farm house is the starting point of some live changing events. The different characters narrate their stories thus filling gaps the other leave and adding another perspective to what has been told before. They all try to hide things they do not want to think about, but those secrets push to the surface to be ultimately revealed.

At first, the different accounts seem only loosely connected, it takes some time to understand how they are linked and why after all those years, the memory of that time is still that hurtful. The characters are all complex in themselves and presented in detail thus giving insight in their state of mind and thinking. There is not the ultimate good guy and the bad guy; it is lives having taken a turn which is not to be undone, decision that have been made which also had consequences, good ones as well as bad ones. Thus, a wonderful illustration of how life on earth works sometimes.

Martin Michaud – Aus dem Schatten des Vergessens

Martin Michaud – Aus dem Schatten des Vergessens

Nur wenige Tage vor Weihnachten wird Judith Harper, angesehene Psychologin Montreals, auf brutale Weise ermordet. Zeitgleich verschwindet der Anwalt Nathan Lawson, jedoch nicht ohne noch eine alte Akte aus den Archiven holen und diese ebenfalls verschwinden zu lassen. Der Selbstmord eines Obdachlosen, der die Brieftaschen der beiden bei sich trug, wirft weitere Fragen auf. Sergent-Détective Victor Lessard und seiner Kollegin Jacinthe Taillon stehen keine ruhigen Feiertage bevor, denn der Fall liefert viele Spuren, die jedoch nicht zu einem stimmigen Bild führen. Bald schon werden auch scheinbar abstruse Ideen wie eine Verbindung zur Ermordung Kennedys verfolgt, das einzige, dessen sich die Ermittler sicher sind, ist, dass da draußen jemand Rache nimmt und es immer weitere Opfer zu beklagen gibt, die grausam hingerichtet werden.

In Deutschland als Band 1 der Serie um Victor Lessard geführt, ist „Aus dem Schatten des Vergessens“ von Martin Michaud tatsächlich schon der dritte Teil um den kanadischen Ermittler, es wird auch immer wieder auf vorausgegangene Ereignisse Bezug genommen, der Roman lässt sich jedoch auch ohne Kenntnis dieser problemlos lesen. Das Ermittlerduo bietet einen interessanten Kontrast, so richtig gut harmonieren der etwas sucht-geneigte Lessard, der permanent gegen seine inneren Dämonen ankämpfen muss, und die ruppige, scheinbar wenig empathische Taillon nicht miteinander. Gerade die beiden sehr verschiedenen Haltungsweisen und Perspektiven machen sie jedoch zu einem erfolgreichen Team.

Viele Opfer, eine grausame Mordmethode und unzählige Spuren und Hinweise lassen den Fall schnell zu einer hochkomplexen Angelegenheit werden. So manches Mal strauchelte ich auch dabei, alles im Blick zu behalten und die Querverbindungen zu überschauen. Eingeschobene Ereignisse aus der Vergangenheit werfen zusätzliche Fragen auf und sind lange Zeit nicht wirklich deutbar. Trotz der Länge von fast 650 Seiten bleibt der Thriller durchgängig spannend und wird am Ende überzeugend gelöst. Das Privatleben Lessards nimmt durchaus einen relevanten Teil der Handlung ein, was jedoch gut gelungen ist, da der Protagonist so authentisch und vielschichtig wirkt.

Mich hat der Roman neugierig auf die anderen Bände gemacht, Michauds Schreibweise und Konstruktion sind überzeugend. Weitere Bände sind auf Deutsch angekündigt, jedoch nicht die mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Vorgänger, die man dann wohl auf Französisch lesen muss.