Sabine Kunz – Die Saubermacherin

Sabine Kunz – Die Saubermacherin

Millie ist Expertin im Reinigen, egal ob Küche, Wäsche oder Bad, bei ihr wird alles blitzblank. Dabei ist die serbische Frau mit den buschigen Augenbrauen auch noch diskret und kaum zu hören bei der Arbeit. Das ist auch gut so, es soll ja niemand mitbekommen, wie sie ihre Arbeitgeber ausspioniert. Das tut sie allerdings nicht aus reiner Neugier, sondern für ihre Agentur, die den Putzservice nur als Vorwand nutzt. Tatsächlich sind die Damen ausgebildete Agentinnen, die international auf höchstem Niveau agieren. Der aktuelle Fall gilt den Lobbyisten eines manipulierten Saatguts, das per EU Verordnung den Weg nach Europa finden soll. Mitten in ihrem Auftrag lernt Millie Max kennen, zu dem sie sich unmittelbar hingezogen fühlt, aber kann sie ihm trauen? Und ein weiterer Mann taucht auf der Bildfläche auf, doch bei den Gefühlen zu ihm muss Millie nicht lange analysieren: ihr Leben lang schon hasst sie den Schlächter, dem sie einst nur knapp entkommen konnte.

Es passiert mir eher selten, dass ein Buch meine Aufmerksamkeit durch das Cover erregen kann, in diesem Fall war es aber so, denn das abgebildete klassische Waschbecken erinnerte mich an ein ähnliches, das im Hausflur meines Wiener Apartments hing und daher sofort Sympathien weckte. „Putzfrauen-Krimi“ klang dazu amüsant und in der Tat konnte der Roman meine Erwartungen erfüllen: ein Kriminalfall der ziemlich ungewöhnlichen Art, der auch eine gehörige Portion Humor bietet und die perfekte Balance zwischen Spannung und leichter Unterhaltung schafft.

Die Protagonistin wird zunächst unter ihrer Under-Cover-Identität vorgestellt: als etwas einfältige Putzfrau mit begrenzten Sprachkenntnissen und demütiger Haltung. Dass sie eine wahre „Jane Bond“ ist, zeigt sich jedoch schnell, nicht nur ist sie in Computerspionage perfekt ausgebildet, sie kann auch mit entsprechenden Kampftechniken aufwarten und Feind ebenso wie Freund kurzerhand außer Gefecht setzen. Die Geschichte um das manipulierte Saatgut erscheint mir zwar etwas abenteuerlich, aber letztlich war dies nur der Auslöser für das Kräftemessen zwischen der Agentur der Putzfrauen und der Geheimorganisation der TEA-BAGs.

Interessanter jedoch als dieses Kräftemessen fand ich Millies Erinnerungen an ihre Kindheit, die von den Erlebnissen des zerfallenden Jugoslawiens und den Gräueltaten des Krieges geprägt sind. Auch wenn viel Slapstick und Komik immer wieder zum Schmunzeln einladen, sind es diese Episoden, die auch nachdenklich stimmen und durchaus glaubhaft erläutern, wie ein Mensch ziemlich abgestumpft gegenüber Gewalt werden kann und diese als notwendiges Überlebensmittel zu akzeptieren weiß.

Ein Debüt, das nicht an Klischees spart und dem mit dem Genremix durchaus eine bemerkenswerte Geschichte gelingt.

Anthony Horowitz – Moonflower Murders

Anthony Horowitz – Moonflower Murders

Former editor Susan Ryeland is running a hotel on Crete with her partner when one day she is contacted by the Trehearnes who themselves also run a hotel in England. On their premises, a dreadful murder had taken place years ago which was used by writer Alan Conway as the basis for a successful novel. Since Susan edited Conway’s novels before he died, she might help them because their daughter Cecily has vanished. Immediately before her disappearance, she had read Conway’s novel and obviously was come across some important information related to the crime. As his editor, Susan must know the novel very well so she might be the one to help solve the case. Since she is rather short of money, she consents to come to Suffolk to investigate the circumstances.

After the “Magpie Murders”, “Moonflower Murders” is the second instalment in the Susan Ryeland series featuring the literary detective Atticus Pünd invented by the deceased novelist Alan Conway. Just like in the first novel, we have a novel within a novel which helps to solve a mystery and links two lines of narration. As a reader, you really have to pay attention not to mix up everything since you have a bunch of fictional characters who are represented in the second narration.

Over the last couple of years, Anthony Horowitz has become one of my favourite authors who never disappoints me. He most certainly is a master of complex plots which pay homage to the great crime writers and the Golden Age of crime fiction by respecting Ronald Knox’ “Ten Commandments” of mysteries.

Just as expected, masterly crafted and even though I liked “Magpie Murders” a bit more, an enjoyable read I can only recommend.