Patrick Poivre d’Arvor – L’ambitieux

Patrick Poivre d'arvor l'ambitieux
Patrick Poivre d’Arvor – L’ambitieux

Sa première parution à l’Assemblée nationale est déjà un succès : Charles, le plus jeune député jamais élu à l’AN se présente d’une manière tout à fait nouvelle dans la politique française et les médias aimaient immédiatement ce jeune homme, orphelin depuis l’âge de 12. Avec sa compagne Florence, chef d’une chaîne d’information et versée en communication, et son père biologique Jean-Baptiste, il a de grands plans de carrière : député, c’est bien. Ministre, ce serait mieux. Mais seul le poste de président peut être le vrai but. Le chemin est plein d’obstacles, mais qui a promis une vie facile dans la politique ? Il est plein d’ambition, mais pourraient ses rêves se réaliser réellement ?

Je connais Patrick Poivre d’Arvor avant tout comme présentateur de journal et ainsi expert de la politique française et globale. C’est beaucoup plus tard que j’ai découvert ses romans. « L’ambitieux » est le deuxième dans la série de Charles, jeune homme passionné qui transforme la vie politique.

C’est avant tout le ton de l’auteur qui m’a immédiatement captivée, j’aime sa manière un peu laconique avec laquelle il raconte l’histoire. Cela reflète très bien l’insouciance de Charles qui croit en soi et pour qui les rêves sont seulement le début du chemin qui mène à leur réalisation. Quoiqu’il utilise aussi les stratagèmes qu’on attend d’un homme politique et quoiqu’il avance stratégiquement, il garde l’air d’un jeune rebelle qui ne s’occupe pas trop des habitudes. Il aime se présenter avec les artistes et les hommes et femmes glamoureux – les ressemblances avec des personnes réelles sont certainement fortuites.

Un excellent ouvrage qui n’a pas encore fini l’histoire de Charles.

Nava Ebrahimi – Das Paradies meines Nachbarn

nava ebrahimi das paradies meines nachbarn
Nava Ebrahimi – Das Paradies meines Nachbarn

Der Produktdesigner Sina Koshbin befindet sich gerade etwas in der Sinnkrise als er einen neuen Chef bekommt: Ali Najjar, Star der Szene und wie er mit iranischen Wurzeln. Bei Sina beschränken diese sich jedoch auf seinen Erzeuger, dessen Name und Aussehen er geerbt hat, er beherrscht weder die Sprache noch kennt er das Land. Trotzdem verbindet die beiden das Anderssein und als Ali ihn bittet, mit ihm nach Dubai zu reisen, um dort etwas Wichtiges zu erledigen, begleitet er ihn ohne zu wissen, worauf er sich einlässt. Alis Stiefbruder hat ihn dorthin gebeten, denn er muss ihm von der verstorbenen Mutter einen Brief übergeben und es war ihr Wunsch, dass er dies persönlich tut. Warum Ali den Mann nicht treffen will, kann Sina zunächst nicht nachvollziehen, er soll an seiner Stelle zu dem Treffen gehen und den Brief in Empfang nehmen. Die Begegnung rückt bei Sina nicht nur das Bild des exzentrischen Designers zurecht, sondern lässt auch ihn selbst nicht unberührt.

Wie auch in ihrem Debütroman „Sechzehn Wörter“ führt die Journalistin Nava Ebrahimi in „Das Paradies meines Nachbarn“ alte und neue Heimat zusammen. Sie gehört zur Riege der deutschsprachigen Autoren mit Migrationshintergrund, die über die Literatur ihre biografischen Erfahrungen zugänglich machen und sich in ihren Werken zwischen beiden Ländern bewegen und damit die thematische Bandbreite deutlich ausweiten. Die Herkunft ist das scheinbar verbindende Element der beiden Protagonisten, bald wird jedoch klar, dass dies nur äußerlich der Fall ist und dass die Frage nach Identität, geworden oder geschaffen, sich ganz anders bestimmt.

Sina wie auch Ali sind komplexe Charaktere, was sich erst im Laufe der Handlung offenbart. Sina erscheint zunächst recht typisch frustriert in der Midlife-Crisis, bei der Beförderung übergangen, kennt seine künstlerischen Grenzen und die Luft ist aus seiner Beziehung mit Katharina ebenfalls raus. Durch die Konfrontation mit Ali, der in ihm zunächst auch vorrangig den Iraner erkennt, wird die Frage aufgerissen, wie er sich selbst definiert. Aufgewachsen In Deutschland bei einer deutschen Mutter hat er sich nie als Ausländer begriffen, wird aber immer wieder wegen seines Aussehens und Namens dazu gemacht. Der Kontakt zum Vater ist spärlich, er weiß weder, wo dieser sich aktuell aufhält, noch womit er eigentlich sein Geld verdient. Wie viel kann so ein Mann ihm mitgegeben haben bei der Herausbildung seiner Persönlichkeit?

Bei Ali ist die Herkunft klarer, als Geflüchteter konnte er jedoch eine neue Legende über sich selbst schaffen, angepasst an das, was man gerne von ihm hören wollte, so oft wiederholt, dass er es selbst irgendwann glaubte.

„Ich habe keine andere Wahl, wenn ich kein Opfer sein will.“

Seine Rolle hat ihn hart zu sich und zu anderen werden lassen. Angriff als Verteidigungsmethode hat sich im Laufe der Jahre als erfolgreich herausgestellt und so begegnet er den Menschen aggressiv, um seinen Platz zu behaupten, aber auch, um sie nicht zu nah an sich heranzulassen, denn er weiß, dass er dann Gefahr läuft, dass sie hinter die Fassade blicken können, hinter der er seine Vergangenheit gut verpackt in schöne Geschichten versteckt hält. Nun scheint der Tag gekommen, sich dem zu stellen, was vor seiner Flucht gewesen ist. Und der Schuld, die er in sich trägt. Hier kommt eine dritte Figur ins Spiel, die die Handlung in Gang setzt, deren Rolle jedoch lange unklar bleibt, sich dann aber mit einem lauten Knall zeigt, der den gefeierten Designer nochmals in anderem Licht erscheinen lässt.

Die Autorin überlässt es dem Leser, eine Antwort auf die Frage nach der Verantwortung für das Leben eines anderen zu finden, eine Beurteilung von Ali Najjars Schuld vorzunehmen, die er noch als Kind unbedacht und unwillentlich auf sich geladen hat, diesen Flügelschlag eines Schmetterlings, der jedoch für einen anderen lebensbestimmend werden sollte. Unerwartet wird man so essentiellen Fragen ausgesetzt, auf die es keine schnellen und keine einfachen Antworten geben kann. Großartig erzählt mit einem starken Ende, das einem nachdenklich zurücklässt.

Ein herzlicher Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zu Roman und Autorin finden sich auf der Internetseite der Verlagsgruppe Random House.