Lotta Elstad – Mittwoch also

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Lotta Elstad – Mittwoch also

Er ist sie ihren Freelancer-Job bei einer Zeitung los, dann trennt sich auch noch ihr Freund von ihr. Kurzerhand bucht Hedda einen Billigflug nach Athen, um dem tristen Osloer Alltag zu entkommen, auch wenn das ihre finanzielle Misere noch verschlimmert. In Griechenland kommt jedoch nur ihr Koffer an, sie selbst muss nach einem Notfallzwischenstopp in Sarajewo den Flieger verlassen und reist spontan per Bus nach Berlin. Dort hat sie mit Milo einen One-Night-Stand, der nicht mehr als eine Tinder-Bekanntschaft sein sollte. Doch wieder zu Hause muss sie feststellen, dass sie schwanger ist und dass das norwegische Gesundheitssystem inzwischen ordentlich Bedenkzeit vor eine mögliche Abtreibung stellt.

Der Roman beginnt in locker ironischem Ton, der Heddas unerwartet aufgeschobene Abtreibung schildert. An dieser Stelle kann man noch schmunzeln, auch wenn einem das Gefühl beschleicht, dass dies nicht ihr erster Arztbesuch mit diesem Anliegen ist.

„Oslo 2016: Alles, was ich früher gern gemacht habe, ist heute entweder unmöglich, moralisch verwerflich oder gesetzeswidrig. Inzwischen erntet man vorwurfsvolle Blicke. Inzwischen habe ich sogar schon mit dem Rauchen aufgehört – eine Investition in meinen Körper, wie es die Leute vom Gesundheitswesen im Wirtschaftsslang ausdrücken würden, und im Auftrag meines Körpers (denn den will ich auch zurückhaben) setze ich mich also ins Sprechzimmer des Arztes.“

Bald schon weicht die Sympathie, die man noch für die Frau hegt, die „kurzen Prozess“ mit ihrer Situation machen möchte, einer Irritation bis man sie irgendwann vollends mit Kopfschütteln betrachtet. Der Rückblick auf die Ereignisse, die sie letztlich in das Arztzimmer geführt haben, werden durchaus mit Humor und Selbstironie geschildert, bei dem Wissen jedoch, dass man es nicht mit einem unbedachten agierenden Teenager zu tun hat, sondern mit einer Akademikerin jenseits der 30 mit eigentlich verantwortungsvollem Job, lässt doch große Zweifel an ihrem Verstand aufkommen.

So wie Hedda sich kurzen Prozess mit dem ungewollten Kind wünscht – der letztlich dank Aloe Vera Saft erfolgreich in Gang gesetzt wird – muss man auch mit der Protagonistin abrechnen: verantwortungslos, dumm, naiv, unreif – es gibt gar nicht genug passende Adjektive, die die Bandbreite ihrer verstörenden Persönlichkeit beschreiben können.

Der Verlag bewirbt den Roman mit einem unaufgeregten Blick auf „weibliche Selbstbestimmung“ – die setzt aber auch die Übernahme von Verantwortung voraus und ist kein Freibrief für hirnloses Verhalten. Auch ist Hedda nicht „tough“ und „unabhängig“, sondern lebt gerade dankt ihrer geringen Voraussicht extrem prekär in jeder Hinsicht. Und Sympathien kann sie von mir sicher keine erwarten. Einzig der Erzählton der Autorin und die Neugier, welches Ende das Drama letztlich nimmt, haben mich davon abgehalten den Roman in die Ecke zu pfeffern – wo er ohne Frage hingehört.

Olivia Rayne – My Mother the Psychopath

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Olivia Rayne – My Mother the Psychopath

When children grow up, they do this in the believe that their parents know best and that they only want the best for their children. Since they hardly have any insight in other children’s homes, they forcibly must come to the conclusion that what they experience is how things in a family should be. Olivia has always known that her mother isn’t easy, they have changed home so many more times than any other kid she knows and even as a small child, she knew what to avoid and what to do around her mother for fear of her reaction. But it took her many years to understand the woman who gave birth to her and to find an explanation for her mother’s behaviour: she is a psychopath.

Olivia Rayne tells her experiences of growing up with a psychopathic mother. The chapters are dedicated to typical clinical features that a person diagnosed with this mental illness shows and a short explanation. Then, she outlines how this realised in her mother’s case. It is unbelievable to read what the girl had to endure and how she was left alone while her father watched and could clearly see what was happening. Not only did he not provide any help or shelter, he even supported his wife’s erratic behaviour. Outside the family, hardly anybody had the chance to do anything about the situation since the facade portrayed a totally different picture of the events that at times made people wonder.

The book is highly informative since you get a lot background information of how a psychopath operates. You can also recognise the patterns of manipulation they use and thus, at least I hope, get an idea of how they remain undiscovered for a long time. Yet, first and foremost, it is very moving and heart-breaking and should startle anybody who works with children to provide them with help and clear ideas of what is acceptable and what is unacceptable parental behaviour.