Kai Havaii – Rubicon

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Kai Havaii – Rubicon

Eine wilde Verfolgungsjagd kostet Carl Overbeck in Rom beinahe das Leben. Die Killer wissen, was sie tun und vor allem, was sie wollen: ihn tot sehen. Doch wie konnte es so weit kommen? Einst war er Elitesoldat in Afghanistan, diente seinem Heimatland und war überzeugt davon, das Richtige zu tun und für die richtigen Werte einzustehen. Doch ein furchtbarer Anschlag und die nicht gelungene Rückkehr in die deutsche Normalität haben ihre Spuren hinterlassen. Als ein Kindheitsfreund ihm ein verlockendes Angebot macht, schlägt er ein, wissend, dass er sich in die Dienste der Mafia stellt. Der zweifelhafte Job ist lukrativ, jedoch nicht sorgenfrei, wenn man ein Gewissen besitzt und vor allem nicht, wenn man sich verliebt. Doch Carl hat den Rubikon überschritten, seine Entscheidung für eine Seite kann er nicht mehr rückgängig machen.

Kai Havaii ist eher bekannt als Sänger der Band Extrabreit, die besonders in den 1980ern den Musikmarkt mitbestimmte. Als Autor ist er bislang nur durch seine Biografie aufgefallen, die 2007 erschien. Nun also sein erster Roman, der inhaltlich gleich hochgreift: Bundeswehreinsatz in Afghanistan, Mafia, Serienkiller – gleich mehrere heiße Themen in eine Geschichte zu verpacken ist schon gewagt.

Wer auf actiongeladene Thriller, eher noch in verfilmter als in geschriebener Form steht, wird eine große Freude an dem Roman haben. Mein Genre ist das nicht, weshalb ich nicht vor Begeisterung überborde, auch wenn ich durchaus anerkenne, dass Havaii solide Arbeit geliefert hat. Die Handlung ist gut konzipiert, auch wenn für meinen Geschmack vieles recht vorhersehbar war. Die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet, vor allem Carls Schwierigkeiten nach der Rückkehr vom Auslandseinsatz wirkte auf mich überzeugend. Nicht so sehr gewinnen konnten mich die ausufernden Beschreibungen der Kampfhandlungen in Afghanistan und später die Ballerszenen, das muss man mögen. Ebenso fand ich die Erklärungen zur Struktur der ‘Ndrangheta etwas zu langwierig, für den Handlungsverlauf wären die detaillierten Ausführungen nicht erforderlich gewesen.

Insgesamt ein solider Thriller seines Genres, der jedoch für mich stark den Eindruck erweckt, dass er eigentlich eher ein Drehbuch für einen Film hätte sein wollen.