Livia Franchini – Shelf Life

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Livia Franchini – Shelf Life

After ten years together, Ruth finds herself suddenly alone. Neil has left and all that her life consists of now is her work as a nurse in an old people’s home and shopping groceries at the small Tesco close to her flat. How did she get here? First, the escape of her ill-willed mother, then her friend Alanna whom she met in nursery school and with whom she still works together, the different patients and their respective needs, and Neil whom she despite all the time together seems to have hardly known.

Shelf Life – a. the period during which a good remains effective and free from deterioration. B. the period for which an idea or piece of information is considered an advantage over the competitor.

Still after having finished reading the novel, I wonder about the link between the title and the plot. Yes, the groceries Ruth buys somehow play a prominent role since they provide the titles for the different chapters. But beyond this? So what else could the title refer to? The time the main character is considered young – might be, but Ruth is beyond this discussion and her age is of no importance. Even as a young girl she wasn’t actually judged pretty or attractive. An innovative idea or piece of information is also something I didn’t find.

Thus, just as the titles leaves me a bit perplex, the whole story only slightly touched me. There is some red thread, basically between Alanna and Ruth, which is a bit strange since her relationship and breakup with Neil somehow nevertheless make up the centre of the plot around which everything revolves.

I liked Livia Fanchini’s style of writing and I am sure she can tell an interesting story, but somehow “Shelf Life” confused me much more than it made sense. Her characters are definitely interesting in their very peculiar manners, but somehow it all seemed not fully developed to me.

Wiebke Lorenz – Einer wird sterben

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Wiebke Lorenz – Einer wird sterben

Wieder einmal ist Stella allein zu Hause, aber das ist der Preis, den sie als Gattin eines Piloten zahlen muss. Dafür hat sie es in der Villa in der ruhigen Wohngegend schön eingerichtet. Doch dann geschehen Dinge, die sie verunsichern. Erst fährt ein Wagen vor und parkt in der Straße, zwei Personen sitzen drin und bewegen weder sich noch das Auto. Dann streiken im Haus verschiedene Geräte, bis sie nachts an der Mülltonne überfallen wird und offene Drohungen erhält. Hat es etwas mit dem unheilvollen Datum zu tun? Jahre zuvor war die Sommersonnenwende der einschneidende Markstein in ihrem und Pauls Leben: bei einem Unfall wurden sie schwer und Pauls Exfrau tödlich verletzt. Paul saß am Steuer, hätte mit diesem Bekenntnis aber seine Karriere riskiert, weshalb Stella die Schuld auf sich nahm. Kann jemand davon wissen und bedroht sie nun nach all den Jahren? Und gerade jetzt ist Paul nicht nur nicht da, sondern auch kaum erreichbar und wenn sie ihn am Telefon hat, scheint er den Ernst der Lage nicht verstanden zu haben. Doch die Bedrohung ist real.

Der Plot hat alles, was ein Psychothriller braucht: lange verborgene Geheimnisse, die auch nach zig Jahren noch lauern und nur darauf warten, endlich ihr brisantes Potenzial zu entfalten; Zeichen, die vielfältig deutbar sind und durch die Unklarheit nur zu noch mehr Verunsicherung führen; eine Frau, die sich alleine in einer Villa befindet und dem Schicksal ausgeliefert ist. Doch leider führen diese Zutaten nicht zu einem spannenden Thrill, der beim Leser eine Gänsehaut auslöst; im Gegenteil, die Handlung schleppt sich so dahin und die Protagonistin wird einem von Kapitel zu Kapitel unsympathischer, so dass man ihr fast ein böses Ende wünscht.

Stella ist leider genau die Art von Figur, die ich nur schwer ertragen kann: das hilflose Dummchen, das alleine kaum überlebensfähig ist. Wie diese Figur jemals als Lehrerin gearbeitet haben soll, ist mir schleierhaft. Sie ist kaum zu einfachsten Tätigkeiten in der Lage, weshalb sie auch nur für den Besuch des Yoga Kurses zuständig ist und ansonsten offenbar untätig in der Villa rumliegt, Putzen übernimmt glücklicherweise eine Haushälterin. Unsozial wie sie zudem ist, pflegt sie auch keine Kontakte zu anderen Menschen, schon gar nicht zur Nachbarschaft. Hierzu wird sie nun aber gezwungen, weil eine aufwändige und völlig überzogene Nebenhandlung diese unmittelbar involviert und so weitere unglaubwürdige und nervige Figuren in die Handlung einbringt. Dies führt weder zu Spannungsaufbau, noch zur reizvollen Nebenhöhenpunkten, sondern wirkt konstruiert und hölzern.

Die Auflösung hat dann zwar nochmals eine vermeintliche Wendung gebracht, die jedoch so vorhersehbar war, dass man im letzten Viertel des Romans nur noch sehnsüchtig darauf gewartet hat, dass alles möglichst bald zu Ende ist. Spannende Unterhaltung geht anders.