Max Manning – The Victim

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Max Manning – The Victim

When one evening Gem Golding stops at a drugstore to get some pain killers, a man approaches her and tries to hijack her car. He obviously has a knife, but she never wanted to become a victim. So she has to make a choice quickly: either give in, surrender to him and the situation or fight for her life. Depending on how she decides, her life will take different turns. Gem will either be the fighter or the victim.

Max Manning’s thriller is an interesting play with how the options presented to us and the decisions made have a huge impact on what follows. He continues the story by narrating the two outcomes in a paralleled line, showing the result of each of Gem’s choice and the consequences that necessarily come with it: the psychological effect the decision has on her but also on her husband Drew, her relationship with him, but also her career in PR which forces her to work late hours.

Both sides are convincing in their own way and both stories have their appeal. Yet, admittedly, I got frequently confused which annoyed me a lot. It took some time until I had figured out the concept but until that I was wondering if I could really have misunderstood so much. A different font or the like might have helped a lot. There were some interesting twists and turns, also the characters varied a lot depending on the story line which made it quite interesting and kept suspense high.

An utterly singular concept of dealing with a story, however, it did not fully work out for me which is a pity since I really appreciated the story itself and the writer’s style of writing.

André Aciman – Fünf Lieben lang

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André Aciman – Fünf Lieben lang

Zehn Jahre sind vergangen seit jenem denkwürdigen Sommer, der Sommer, in dem er auf der Insel San Giustiniano nicht nur wie in jedem Jahr die Ferien in der Familienvilla verbracht, sondern seit er zum ersten Mal Begehren spürte. Vieles hat sich inzwischen verändert, das Dorf ist nahezu ausgestorben, die Villa niedergebrannt und auch Nanni ist nicht mehr da, der junge Schreiner, den er nicht nur wegen seiner Kunstfertigkeit bewunderte und täglich aufsuchte, sondern der in ihm ungeahnte Gefühle erweckte. Dies war seine erste Liebe, weitere sollten folgen – Giovanni, Maud, Manfred, Chloe – alle gänzlich verschieden, alle unterschiedlich intensiv.

André Acimans Roman, dessen Teile nur lose durch den Protagonisten verbunden sind, ansonsten jedoch keine durchgängige Struktur aufweisen, ist eine Erkundung eines Gefühls, das sich nicht immer fassen lässt und das sich in völlig verschiedenen Variationen offenbart. Mal als intensive körperliche Erfahrung, mal als verlässliche Zuneigung, die Jahre überdauert und auch durch andere Lieben nicht aufgelöst wird, mal als langer Eroberungskampf und mal als widerstandslose Hingebung. So unterschiedlich sich die einzelnen Kapitel gestalten, so verschieden konnten sie mich begeistern, zwischen intensiver Analyse dessen, was in dem Jungen vor sich geht, und geradezu oberflächlicher Scheinwelt bildet Aciman alles ab.

Ohne Frage gelingt es dem Autor, die ganze Bandbreite des Themas zumindest auszuloten. Jede der geschilderten Formen von Liebe – auch jene zum Vater, die jedoch mehr der Wunsch nach Anerkennung und Wahrnehmung zu sein scheint – findet ihren Platz und kann neben anderen existieren und ein Teil des Protagonisten werden und widerspricht so der Behauptung des Vaters, dass es nur eine einzige Liebe geben kann. Bemerkenswert bei alledem ist die Abwesenheit aller moralischen und konventionellen Instanzen, die es dem Protagonisten erlaubt, Männer und Frauen gleichermaßen einfach zu lieben und dieses Faktum kein einziges Wort wert sein zu lassen.

Sprachlich ausdrucksstark und sehr nah bei seiner Figur kann Aciman mich als Autor begeistern. Die Handlung selbst bleibt mir an manchen Stellen, gerade in Kapitel 2, zu vage und geradezu banal, um zu überzeugen. Es fehlt noch etwas, das sich jedoch nur schwer greifen lässt.