Caroline Mitchell – Silent Victim

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Caroline Mitchell – Silent Victim

Eigentlich ist das Leben von Emma und Alex perfekt, beide sind in ihrem Job erfolgreich und mit Jamie haben sie einen bezaubernden Sohn. Als Alex die Chance erhält beruflich aufzusteigen und dafür in seine Heimatstadt Leeds zurückzukehren, können sie auch endlich Emmas gruseliges Haus loswerden. Doch bevor sie das Anwesen verkaufen können, muss Emma im wahrsten Sinne des Wortes noch eine Leiche ausgraben, denn vor Jahren hat sie ihren Stalker erschlagen und heimlich begraben. Doch als sie jetzt zur Stelle zurückkehrt, ist kein Leichnam zu finden – wie auch, Luke ist ausgesprochen lebendig und sinnt auf Rache.

Caroline Mitchell erzählt die Geschichte auf mehreren Zeitebenen, so dass sich dem Leser erst langsam enthüllt, was geschehen ist. Die Spannung liegt jedoch hauptsächlich darin, inwieweit die Figuren sich gegenseitig täuschen und wem sie Glauben schenken wollen, vor allem Emmas Ehemann gerät in die Mühle von Lügen und Geheimnissenund weiß bald nicht mehr, wem er noch trauen kann.

Der Spannungsaufbau hat mir gut gefallen, die Handlung löuft stetig auf einen Höhepunkt zu, der die finale Entscheidung herbeiführen wird. Am meisten hat mich Emmas Geschichte als Schülerin, die von ihrem Lehrer heimtückisch verführt wird, gefallen, leider erscheint mir auch sehr glaubwürdig, wie ihr als Opfer nicht geglaubt wird und sie dadurch gleich doppelt gestraft wird und ihr Peiniger sie in der Hand hat. Auch Lukes Rückkehr ist insgesamt überzeugend gestaltet.

Die Figurenzeichnung war jedoch nicht ganz stimmig für meinen Geschmack. Emma ist überzeugend, aber Alex war für mich nicht ganz glaubwürdig, zum einen scheint er ein knallharter Geschäftsmann, als Ehemann wirkt er aber schwächlich bis dümmlich und kann seine Position in keine Hinsicht vertreten. Mal sorgt er sich vorgeblich um seine Frau, dann handelt er aber völlig widersinnig. Auch Emmas Schwester hatte so manche Unstimmigkeit aufzuweisen. Hinzu kommt leider auch die manchmal unglückliche Übersetzung, die den Text etwas holpern lässt, weil die Wortwahl sich einfach undeutsch anhört. Insgesamt lesenswert und spannend, aber mit kleinen Schwächen.