Rafik Schami – Die geheime Mission des Kardinals

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Rafik Schami – Die geheime Mission des Kardinals

Die italienische Botschaft in Damaskus erhält eine widerliche Lieferung: in einem Ölfass findet sich die Leiche des Kardinals Cornaro. Er war vorgeblich zur Einweihung einer Kirche in Syrien, doch schnell schon hat Kommissar Zakaria Barudi Zweifel daran. Zudem wirft der Tote weitere Fragen auf: warum wurde sie nicht an die vatikanische Botschaft geliefert, schließlich war der Kardinal Mitglied der Kurie? Und weshalb hat man ihn zudem entehrt, indem man seinen Ring an den falschen Finger aufzog? Barudi erhält Schützenhilfe aus Italien, Kommissar Mancini wird heimlich mit ihm die Ermittlungen leiten, denn offenbar war der Kardinal noch in einer geheimen Mission unterwegs, die man in Rom unbedingt vertuschen möchte. Kurz vor seiner Pensionierung steht Barudi nochmals ein komplizierter Fall ins Haus und das in einem Land, in dem sich gerade alle Kräfte formieren für die Geschehnisse, die bald die Weltnachrichten beherrschen werden.

Rafik Schami ist ein begnadeter Erzähler und enttäuscht auch in seinem aktuellen Roman nicht. Der christliche Syrer, der vor nunmehr fast 40 Jahren aus seiner Heimat fliehen musste, lässt auch in „Die geheime Mission des Kardinals“ kritische Töne gegenüber dem noch herrschenden System anklingen und die Melancholie, mit der er offenkundig sehnsüchtig auf seine Heimatstadt blickt, fließt ebenso aus jeder Zeile. Ein komplexer Kriminalfall wird von seinem cleveren Kommissar gelöst, aber dieser ist müde geworden ob der unsäglichen Lage. Man hofft, dass es dem Autor nicht ebenso geht und er stetig weiterhin öffentlich das Wort ergreift.

Mit Barudi hat Rafik Schami einen liebenswerten, kauzigen Kommissar geschaffen, der über genügend Erfahrung verfügt, sich nicht mehr in jeden Kampf zu stürzen und mit einer gewissen stoischen Haltung das syrische System von Geheimdienst und Polizeiapparat betrachtet. Er verzweifelt nicht mehr an den Machenschaften und ist mit sich und seinem Leben im Reinen, was ihn konzentriert an dem Fall arbeiten lässt. Sein italienischer Amtsgenosse ist noch weitaus impulsiver, auch wenn diesen ebenfalls Jahrzehnte unermüdlichen und vergeblichen Kampfs gegen die Mafia realistisch haben werden lassen.

Neben diesen beiden Figuren, die alleine die Geschichte schon lesenswert machen, lässt Schami die komplexe politische und religiöse Lage in Syrien einfließen und liefert ein erhellendes Bild über die sich zuspitzende Situation im Jahr 2010 kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs. Bewundernswerterweise vereinfacht er nicht, sondern zeigt genau die Zweischneidigkeit auf, denen die Menschen immer wieder ausgesetzt sind und die Facetten der Konfliktparteien, aus schwarz und weiß werden so Grauschattierungen, die jedoch leichtgängig in die Handlung einfließen und vieles an Barudis Arbeit nur verdeutlichen, ohne jedoch der Geschichte den Platz zu stehlen.

Man freut sich als Leser immer besonders, wenn Sprachfertigkeit und eine gute Story aufeinandertreffen und dies zudem meisterhaft in den komplizierten Alltag eingebettet werden. So bleibt neben der Unterhaltung noch viel mehr und lässt ein Buch aus der Masse der jährlichen Neuerscheinungen deutlich hervortreten.

Emma Rous – The Au Pair

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Emma Rous – The Au Pair

After her beloved father has died, Seraphine Mayes digs into her family’s history. When she finds a photograph of her mother, her older brother Edwin and one baby, she is astonished: it must have been taken on the day of her birth, but which one is the baby? Seraphine or her twin brother Danny? And why does the mother look so happy, only hours before she committed suicide? The photo must have been taken by the au pair who was then looking for Edwin, a certain Laura. When the young woman starts her search for the former babysitter, memories of rumours surrounding her family home Summerbourne also come back to her mind: why did everybody in the small village always say that twins do not survive in that house? When Seraphine tracks down Laura and tries to contact her, she inadvertently sets in motion a series of events.

Emma Rous’ mystery starts as a simply family story and then develops into a suspenseful crime novel. The story is told alternatingly between Seraphine’s search for Laura and the latter’s experiences as an au pair 25 years before. Two young women full of distress who cannot foresee what they run into. The plot is carefully crafted and to sort out the complex connections takes some time thanks to unexpected twists and turns.

“The Au Pair” clearly lives on the two protagonists. I liked both of them dearly, Seraphine’s stubbornness is quite convincing, she does not give up even when being threatened, actually this only spurs her curiosity and fervour to uncover the events surrounding her birth. On the other hand, Laura had to flee from her evil stepfather and tries to regain control over her life. Both women are created multifacetedly, especially their relationships are complicated which makes them authentic and believable. Apart from the characters, I especially liked the atmosphere of the novel and the spooky tales that circle around the two family homes which give you the impression of old gothic homes which have some secrets buried that are never meant to come to the light.