Nicole Dennis-Benn – Patsy

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Nicole Dennis-Benn – Patsy

Patricia Reynolds, called Patsy, has waited for years to fulfil her dream: going to the USA and leaving Jamaica behind. Even though she only got a visitor’s visa, she plans to never come back and instead make a career in the north just like her best friend Cicely. She abandons her daughter Tru who is too young to understand what happens and now has to cope with living with a new family while her mother seemingly enjoys her life in the Big Apple. However, it does not take too long for Patsy to understand that nobody waited for illegal immigrants and that she will have to take cleaning and nursing jobs to survive. The years pass and while Patsy slowly has to accept that her dream of a better life will never come true, her daughter struggles to find her place in a world that she simply does not fit in. She wants to play football like the boys and tries to ignore all signs that make her a girl.

Nicole Dennis-Benn’s novel offers a broad variety of subjects ranging from the situation of undocumented immigrants and their lives in the shadows, dreams her characters have that simply do not come true, the concepts of being a man or a woman and behaving according to others’ expectations, what it means to be a mother and to stick to your ideas and goals in life nevertheless, love and abuse, unhealthy relationships and dishonest friendships.

The author wonderfully parallels the developments of mother and daughter under harsh circumstances in the two different countries. Albeit the fact that there is an age gap of 21 years, a lot of progress is analogous like adapting to a new situation, high hopes that increasingly have to be adjusted to reality and finally, finding love where they never would have expected it. Especially Patsy’s American Dream gone bad is very powerfully narrated, most of all the moments when darkness surrounds her are most compelling. While I found most of the plot very interesting and brilliantly narrated, the novel was a bit too long and thus lengthy at times for my liking.

I.L. Callis – Das Alphabet der Schöpfung

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I.L. Callis – Das Alphabet der Schöpfung

Alexander Lindahl ist einigermaßen frustriert über seinen Job bei einem Hamburger Magazin. Als sein Kindheitsfreund Max van Damme ihn kontaktiert und ihm ein attraktives Angebot macht, muss er dann auch nicht lange nachdenken, packt seine Sachen und zieht nach Berlin. Er soll ein Buch über Max‘ Start-up Phoenix schreiben, das unglaubliche Visionen im Bereich der Gentechnik hat. Von Biologie hat Alexander keine Ahnung, aber man möchte die Entwicklungen der breiten Bevölkerung zugänglich machen und da wäre zu viel Fachwissen eher hinderlich. Alexander bekommt unbeschränkten Zugang zu allen Abteilungen, bald schon keimt in ihm jedoch ein ungutes Gefühl auf und nicht nur die Anzahl der seltsamen Unfälle der Mitarbeiter beunruhigt ihn, sondern auch die Tatsache, dass er diffuse Warnungen erhält. Wie weit geht die Genforschung in den Laboren wirklich und was hat es mit dem ominösen Projekt Lazarus auf sich, das scheinbar ganz Berlin in ungeahnte Gefahr bringen wird.

I.L. Callis hat mit dem Thriller „Das Alphabet der Schöpfung“ ein medizinisch-technisch hochaktuelles Thema literarisch umgesetzt, das vor allem durch die ethisch-moralischen Fragen, die eng damit verknüpft sind, besticht. Wie weit darf die Forschung gehen, wer kann den Wissenschaftlern Grenzen setzen, was geschieht in den geheimen Laboren dieser Welt und welche Gefahr geht von ihr Forschung für uns alle aus? Vieles davon wird in dem Thriller angesprochen und regt damit auch entschieden zum Nachdenken über das Buch hinaus an.

Die Handlung dreht sich im Wesentlichen um den jungen Journalisten, der aufgrund der langjährigen Freundschaft zu dem Inhaber der Firma schnell in eine Zwickmühle gerät, denn seine journalistische Objektivität ist dadurch in Gefahr. Die Forschung fand ich überzeugend und spannend geschildert, vor allem die Begründung der recht skrupellosen Haltung der Wissenschaftler war schwer zu ertragen, aber in deren Weltsicht glaubwürdig und überzeugend motiviert. Bisweilen fehlte mir jedoch ein wenig der Fokus, da der parallel zur Geschichte um Alexander erzählte Vermisstenfall immer wieder fortgeführt, aber nicht konsequent verfolgt wird, dabei hätte dieser insbesondere ein spannendes Potenzial gehabt. Auch der Protagonist erschien mir an mancher Stelle etwas zu naiv und leichtsinnig, um in seiner Funktion als Reporter zu überzeugen. Das Ende passend zum Genre Action-geladen und explosiv – vielleicht der leichteste Ausweg, aber nicht unbedingt der eleganteste, das Thema hätte sicher noch mehr hergegeben. Trotz der kritischen Punkte ein fesselnder und spannender Thriller mit interessanter Thematik.