Reinhard Kleindl – Stein

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Reinhard Kleindl – Stein

Obwohl der Fall schon Jahre zurückliegt, lässt er Anja Grabner nicht los; kein Wunder: wegen den Vorkommnissen in Stein hat sie den Polizeidienst quittiert. Doch nun scheint es neue Entwicklungen zu geben. Obwohl ihr ehemaliger Kollege sie eindringlich warnt, fährt Anja in das österreichische Dorf. Da sie gerade ihren Urlaubsflieger verpasst hat, hat sie ohnehin nichts Besseres zu tun. Die Spur zu Bert Köhler muss hier irgendwo sein, der Banker war entführt worden und ist seither nicht aufzufinden. Einzig die einzelnen Körperteile, die der Entführer an die Familie schickte, waren Hinweise, die jedoch zu nichts führten. Mit offenen Armen wird Anja nicht empfangen, aber starrköpfig wie sie ist, will sie den Fall nun auf eigene Faust lösen, um endlich damit abzuschließen.

Der Grazer Reinhard Kleindl scheint ein vielseitiges Talent zu sein, studierter Physiker, Extremsportler und auch noch Thrillerautor. Seit 2014 sind mehrere Romane von ihm erschienen, „Stein“ ist der Auftakt zu einer neuen Serie um die Ermittlerin Anja Grabner.

Die Geschichte beginnt recht flott, man wird quasi unmittelbar in das Geschehen geworfen und muss sich die Puzzleteile erst zusammenreimen. Der Fall ist schon ein paar Jahre alt und Anja Grabner sind die Fakten bekannt, die sich der Leser nach und nach erarbeitet. Gespräche zwischen Entführer und Opfer werden zwischengeschoben, die jedoch auch zunächst wenig aufschlussreich sind. Allerdings wird mit Grabners Aufenthalt auf dem Dorf auch das Tempo deutlich verlangsamt und an mancher Stelle hätte ich mir ein bisschen weniger Nebenhandlung und Dorfidylle gewünscht.

Der Fall ist komplex und hat durchaus seine Tücken, was mir gut gefallen hat, ob das Szenario realistisch ist, wage ich jedoch zu bezweifeln. Die Protagonistin zeigt verschiedene Seite, ist damit durchaus interessant angelegt; mich persönlich überzeugen die einsamen Helden allerdings grundsätzlich nicht so sehr, vor allem nicht, wenn sie sich leichtsinnig in Gefahr begeben und alle Rechtsvorschriften und den gesunden Menschenverstand ignorieren. Nichtsdestotrotz spannend und flüssig zu lesen und macht neugierig auf den Autor und weitere Bände.