Stefan Ahnhem – 18 Below

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Stefan Ahnhem – 18 Below

A curious accident turns out to be the beginning of an incredible series of murder. On a hot summer day, a car speeds through Helsingborg and is only stopped by the water front. The autopsy of the body reveals that he has been dead for at least two months, the body frozen. When Fabian Risk and his colleagues investigate the victim’s life, they come across a case of not just stolen identity, but also stolen millions from the rich man. Obviously a doppelgänger has taken over his life and transferred all his money. A great strategy and as it turns out, it has been working for quite some time already. While Fabian’s full attention is demanded at work, his marriage comes to an end. His wife seems to eventually make a big with her art work and his kids are immersed in other things. No one in the family pays attention to the other anymore which turns out to be a serious mistake, since all of them get in danger, again.

Part two of the Fabian Risk series is a psychological thriller that cleverly combines the detective’s police work with the developments in his private life. I liked the protagonist in this second novel a lot more than in the first since he now has become a real team player and not the single cop who can do all on his own. What I also liked is that his Danish colleague reappears and that her story, too, is continued.

At the beginning, the thriller starts with quite a strange case of murder and does not seem to turn out too complicated. Admittedly, for me having the two cases, one on the Swedish and one on the Danish side of the Øresund, seemed to be a classic setting with enough to solve for the two teams. Yet, Stefan Ahnhem could really surprise me with what a net of crime he has woven here. The more the novel advances the more you can just read and stare and admire the complexity of the plot. The action accelerates increasingly and this the further you get the harder it becomes to put it away. A great read and surely makes you eager to read more of Stefan Ahnhem.

Luba Goldberg-Kuznetsova – Lubotschka

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Luba Goldberg-Kuznetsova – Lubotschka

Nicht mehr lange bis Lubotschka und ihre Mutter das geliebte Sankt Petersburg gen Deutschland verlassen werden. Doch ein paar Ereignisse stehen noch an: der Schulabschluss mit dem Ball, der 18. Geburtstag, die erste Nach mit einem Mann, noch einmal Silvester. Obwohl sich das Mädchen auf das neue Leben freut, wird sie doch fast vom Wehmut übermannt. Kann man sich angemessen von der Heimatstadt verabschieden? Sie birgt so viele Erinnerung an das Internat, die Schuljahre, die Freundinnen und natürlich all die Wege, die sie in den vielen Jahren gegangen ist: auf dem Newski Prospekt, an der Newa entlang oder der Fontanka, in die teuren Boutiquen und auf die billigen Märkte.

Es liegt auf der Hand, dass in ihrem Debüt sehr viel von der Autorin selbst liegt. 1982 im damaligen Leningrad geboren, hat sie genau wie die Protagonistin den großen Wandel und die Öffnung gen Westen in den 1990er Jahren als junges Mädchen erlebt und ist 2001 nach Deutschland gekommen, wo sie Philosophie und literarisches Schreiben studierte.

Zwei Aspekte haben mich im Roman besonders begeistert. Zum einen ist der Erzählton authentisch, man glaubt wirklich einem jungen Mädchen gegenüberzusitzen, das die Welt entdeckt. Die große politische Welt interessiert sie nicht, es sind die unmittelbaren Dinge um sie herum, die ihre Gedanken ausfüllen: die Freundschaften mit den Klassenkameradinnen, die internationalen Zeitschriften mit ihren meist oberflächlichen Themen rund ums Aussehen, die neueste Mode und Schminke und vor allem das perfekte Kleid für den Abschlussball. Gleichzeitig liest sie aber klassische Literatur und beobachtet und analysiert messerscharf das Treiben auf den Petersburger Straßen. Sie kommt aus einem typischen Elternhaus, das gebildet aber arm ist. Die Mutter muss als Lehrerin trotzdem noch auf der Straße Kwas verkaufen und triebt einen kleinen Handel mit Waren aus Polen. Designermode ist nicht drin, ebenso nur eine kleine Wohnung in einer Chruschtschowka.

Daneben kommt der Petersburger Atmosphäre zu Beginn des Jahrtausends eine große Rolle zu. Immer wieder bewegt sich das Mädchen durch die Stadt, die so langsam zu einem Bild entsteht. Zwischen den großen klassizistischen Gebäuden wie der Eremitage oder Gostiny Dwor, den Boulevards und den Ufern der Newa bewegt sie sich häufig in Trolleybus oder Metro und blickt bereits nostalgisch auf das, was sie verlassen wird. Es begegnen ihr die reichen Ausländer wie die armen Russen, erste lesbische Liebespaare zeigen sich öffentlich und im Fernsehen spricht der neue starke Mann an der Macht. Die Westmarken sind bekannt, auch die Waren kann man kaufen – könnte man, wenn man sie sich leisten könnte. Es war die Zeit voller Hoffnung, die noch nicht von den harten Jahren kündete, die vor dem Land standen.

Luba Goldberg-Kuznetsova ist eine neue Stimme im Literaturbetrieb, die eine ähnliche Geschichte wie Lena Gorelik oder Alexandra Friedmann hat und sich wie die beiden anderen zwischen Journalismus und Literatur bewegt. Ganz definitiv eine Generation von beachtenswerten Frauen, die auf Deutsch schreiben, aber ihr (weiß)russisches Erbe durchscheinen lassen, dass ihnen einen ganz eigenen Ton verleiht.