Anstey Harris – The Truths and Triumphs of Grace Atherton

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Anstey Harris – The Truths and Triumphs of Grace Atherton

Grace Atherton’s life is in full tune: in London, she is running a violin shop and in Paris she meets her partner David. She had wanted to become a professional musician but due to lack of talent, she had to leave college and has to be content now with making the string instruments and playing them without any audience. When David rescues a young woman in the Paris metro, their whole life is turned upside down. Even though David’s wife knows about their affair, it has always been a delicate topic with their kids and David’s profession also requires discretion, but now the whole of France is searching for the hero of the underground and his obvious company. Yet, this is only the start of a series of events that will shake Grace’s life deeply.

“The Truths and Triumphs of Grace Atherton” is a novel hard to describe in only a couple of words. It’s a love story, a story of a break-up, about the love of music and about family and especially parents’ role in the life of their children, it’s about friendship and quarrels and first and foremost about forgiving and going on in life. What I really adored is how the author manages to convey the love of music into words, the compassion for the elegant and fragile instruments can be felt throughout the novel.

All characters in the book are very well thought out, they have strengths and weaknesses which make them authentic and lovable, but most of all they are compassionate and kind-hearted and have their hearts in the right place. Even though not all that happens gives them (or you as a reader) pleasure, I’d call it a feel-good novel nevertheless and perfect for those autumns days where you long for something cosy and comfy.

Horst Eckert – Schwarzlicht

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Horst Eckert – Schwarzlicht

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Walter Castorp wird nur wenige Tage vor der wichtigen Landtagswahl tot im Swimmingpool seines Hauses aufgefunden. Vincent Veih erhält so seinen ersten Fall als neuer Leiter des KK11, was keine dankbare Aufgabe ist: nicht nur der Medienrummel ist erwartungsgemäß enorm, sondern auch der politische Druck, der auf dem Polizisten lastet. Eigentlich bräuchte er alle Energie für den Fall und seinen neuen Job, aber sein Privatleben fordert ebenfalls Tribut: seine Freundin Nina ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und seine Mutter, eine Ex-RAF Terroristin, plant eine große Ausstellung und wird gleichzeitig vom Verfassungsschutz wegen neuer Vorwürfe observiert, was ihr gar nicht gefällt und was ihr Sohn richten soll. Unter diesen Umständen dauert es erwartungsgemäß nicht lange, bis die Ermittlungen zu einem Ding der Unmöglichkeit werden.

„Schwarzlicht“ ist der erste Fall für den Düsseldorfer Kommissar mit kriminellen Vorfahren. Aus der Reihe sind inzwischen zwei weitere Bände erschienen: „Schattenboxer“ (2015) und „Wolfsspinne“ (2016). Das Setting und die Anlage der Figur Vincent Che Veih hat mich neugierig gemacht, denn beides verspricht solide Krimiunterhaltung, leider konnte der Roman nicht ganz meine Erwartungen erfüllen, da für mein Empfinden das Privatleben, vor allem die Frauengeschichten Veihs, sehr viel Raum einnehmen und seine Ermittlungsweise im besten Fall als unorthodox, genauer aber als illegal und damit überzeugend bezeichnet werden kann.

Was den Fall angeht, war er komplex angelegt, aber diese vermeintliche Komplexität hat sich letztlich als Versuch herausgestellt, alle möglichen Nebenszenarien mit einzubauen, was die Handlung den roten Faden verlieren lässt und eher zusammengestrickt als plausibel wirken lässt. Man kann sich vorstellen, dass ein ranghoher Politiker in dunkle Geschäfte verstrickt ist, aber gleichzeitig schwarze Kassen, enge Kontakte ins Prostitutionsmilieu, zu dubiosen Bauunternehmern, daneben noch Affären und eine lesbische Ehefrau und in Verwaltung und Polizei dicke Freunde, die alles mitvertuschen – vielleicht ein bisschen zu viel für einen einzigen Roman.

Der Protagonist ist mir zu viel Django und zu wenig Polizist. Auch seine Familiengeschichte, die sowohl RAF-Terroristen wie Nazi-Schergen bietet, ist vielleicht etwas zu überladen. Dass er ohne mit der Wimper zu zucken freimütig Insiderinformationen an die Presse weitergibt, nur um eine Journalistin zu beeindrucken und sie ins Bett zu zerren, macht ihn auch nicht sympathischer. Ein viel zu großes Ego lässt für ihn auch jede gute Zusammenarbeit mit Kollegen schwierig werden, was aber für den Superhelden nur am Rande ein Problem ist.

Die vermeintlich komplexe Handlung wird so zu einem nur begrenzt authentischen Mischmasch vielfältiger Themen, die als Konsequenz auch einige Längen aufweist und immer wieder den Fall aus den Augen verliert.