Liane Moriarty – Nine Perfect Strangers

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Liane Moriarty – Nine Perfect Strangers

Tranquillum House, ein Gesundheits- und Wellness Resort in der australischen Pampa, verspricht die völlige Transformation. Genau das, was Frances Welty jetzt braucht. Gerade hat ihr Verlag ihr aktuelles Buch abgelehnt und auch ansonsten läuft es nicht so gut. Zehn Tage ohne Handy, Internet und nur auf ihr Wohlbefinden ausgerichtet, scheinen perfekt. Auch die anderen Gäste haben Erholung nötig: der Lehrer Napoleon, der mit seiner Frau Heather und der Tochter Zoe den Tod des Sohnes verarbeiten will; Carmel, die mit vier Töchter plötzlich alleingelassen dasteht; der Scheidungsanwalt Lars, der nicht weiß, ob er mit seinem Partner wirklich ein Kind will und grundsätzlich nur Frauen vertritt; Ben und Jessica, die schon nach kurzer Ehe vor einem Scherbenhaufen stehen und Tony, ex Football Star, der seinem Hund nachtrauert. Sie alle begeben sich in die heilenden Hände von Masha und ihrem Team, auf der Suche nach der ultimativen Heilung. Doch der Trip wird zum bösen Erwachen führen.

Nachdem mich das letzte Buch von Liane Moriarty – „Truly, Madly, Guilty“ – nur mäßig begeistern konnte, hat sie nun mit „Nine Perfect Strangers“ wieder genau meinen Nerv getroffen. Nicht nur, weil sie bösartige Charaktere geschaffen hat, denen man mit größter Freude zusieht, sondern auch, weil sie perfekte Spannung aufbaut durch Andeutungen („NIEMAND verlässt uns vorzeitig…“), die die Vorfreude auf die Handlung nur steigen lassen.

Das Setting ist perfekt gewählt: fernab der Welt, ohne Zugang zu Telefon und Internet und mit lauter Figuren, die alle ihre Geschichte mitbringen, von der die anderen nichts ahnen und die sich erst nach und nach einander offenbaren. Dass die Chefin des Resorts völlig gestört ist, merkt man recht schnell und dass die Transformation ihrer Gäste sicherlich aus dem Ruder läuft, ist auch absehbar. Natürlich ist vieles völlig überzogen – die Gesundheitssmoothies, die Noble Silence während der jede Form von Gespräch verboten ist – wobei man sich durchaus vorstellen kann, dass es so etwas in der Realität auch gibt.

Beste Unterhaltung durch eine virtuose Verbindung von Spannung und ironischem Humor, genau das, was ich bei Liane Moriarty schätzen gelernt habe.