Virginie Despentes – Vernon Subutex Two

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Virginie Despentes – Vernon Subutex Two

Vernon Subutex is living in the streets of Paris now; he found a quite comfortable place in the parc des Buttes Chaumont and doesn’t really care about his old acquaintances. But they show up one after the other since there are still things going on all connected to him. First of all, Emilie’s apartment was broken into and Vernon’s rucksack has been stolen. He didn’t really care about it, but he had something that many people were keen on seeing destroyed: tapes with recordings of Vernon’s and Alex Bleach’s discussions in which the later and now dead musician reveals that Vodka Satana hasn’t died from an overdose but was killed. A whole bunch of people gathers on the Parisian hill, all grieving their own kind of loss, searching for meaning in their life and finding in Vernon the piece that holds them all together.

I liked the second instalment of the Vernon Subutex series a lot more than the first. I had the impression that the different stories which are told somehow better fit together and they are a lot more interesting than in the first. Even though Vernon Subutex still gives the novel the title and he is definitely the linking item between all of the characters, he just plays a minor role here.

It is not obvious from the beginning how all the characters relate, sometimes it needs a longer explanation to reveal the missing link. But Virginie Despentes has equipped them all with stunning lives that are not only interesting to read but also very diverse and each offer something completely new. What she manages in this way is to offer a broad picture of the French society, especially since her characters come from all kinds of classes and normally they wouldn’t really interact. But here, it does not only work, but it is convincing and great to read.

Beatrice Hitchman – Petite Mort

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Beatrice Hitchman – Petite Mort

Ein Stummfilm aus dem Jahr 1913, den man eigentlich bei dem Brand in den Pariser Pathé Studios verloren glaubte, wird nach 50 Jahren in erstaunlich gutem Zustand aufgefunden. Nachdem die Zeitungen darüber berichten, meldet sich eine Frau, die etwas zu dem mysteriösen Film sagen kann: Adèle Roux, damals jung und auf die große Karriere im Film hoffend, kam sie nach Paris, doch endete sie zunächst als Näherin, bevor der Regisseur André Durand sie zur Assistentin seiner Frau und seiner Geliebten machte. Unschuldig hofft Adèle so auf den Durchbruch, doch stattdessen wird sie in eine unheilvolle Dreiecksbeziehung gezwungen, gleichermaßen zu André wie auch zu seiner Frau hingezogen. Das Ehepaar glaubt sie unter Kontrolle zu haben, doch Adèle kann heimlich eine Rolle in dem Film „Petite Mort“ ergattern und als sie zu eigenwillig wird, muss sie für ihr Verhalten bezahlen.

Schon das Konstrukt der Erzählung legt nahe, dass mit dem doppelten Erzähler einiges verheimlicht und beschönigt wird. Adèle berichtet über ihr Leben, vor allem die Zeit bei den Durands, doch wir haben nur ihre Perspektive und können nie sicher sein, dass die ältere, abgeklärte Dame auch wirklich die Wahrheit erzählt. Was sie erzählt, fesselt die Journalistin Juliette ebenso wie den Leser, denn es bietet alles, was eine gute Geschichte braucht: Glamour, Geheimnisse, heimlichen Sex, Liebe und Rivalitäten auf unterschiedlichen Ebenen. Man ahnt, dass die Geschichte nicht gut ausgehen kann, der Film ist schon fast in Vergessenheit gerückt, als die Handlung plötzlich ungeahnte Wendungen nimmt und zu einem völlig überraschenden Abschluss geführt wird.

Der Roman ist eine Hommage an das Kino längst vergangener Zeiten, wenn auch so mancher Aspekt heute ebenso aktuell zu sein scheint wie vor hundert Jahren: der Umgang von Regisseuren mit Schauspielerinnen hat sich offenbar nur unwesentlich weiterentwickelt und so ist Beatrice Hitchmans Krimi aus dem Jahr 2013 heute aktueller denn je. Dank der cleveren Anlage, ihres Schreibstils und der überraschenden Wendungen gelingt es ihr auch, nicht in Kitsch und Klischee zu verfallen, sondern in dichter Atmosphäre interessante Charaktere zu schaffen, die die Geschichte tragen. Es bleibt jedoch ein Gefühl, dass die Autorin nicht nur ein Buch über das Kino schrieb, sondern dieses schon im Auge hatte für ihre Geschichte.