Anders de la Motte – Sommernachtstod

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Anders de la Motte
Sommernachtstod

Als der kleine Billy vom Hof seiner Eltern in Nordschweden verschwindet, ist die Aufregung im ganzen Ort groß. Tagelang wird nach dem Jungen gesucht, doch es findet sich keine Spur. Lediglich einen Verdächtigen gibt es, der bereits wegen anderer Vorfälle aus der Dorfgemeinschaft verstoßen wurde. Das Verschwinden kann nie aufgeklärt werden und auch als Erwachsene wird seine Schwester Veronica immer wieder daran erinnert, auch wenn sie bereits direkt nach der Schule geflüchtet ist. Als in der Therapiegruppe, die sie leitet, ein junger Mann auftaucht, der berichtet, dass er immer noch unter dem spurlosen Verschwinden seines damaligen Freundes leidet, reißt die alte Wunde wieder auf, aber auch Hoffnung keimt: könnte dieser Mann vielleicht selbst Billy sein? Wird der unheilvolle Sommer von 1983 endlich zuendegehen und es Antworten auf all die offenen Fragen geben?

Anders de la Motte arbeitete selbst als Polizist, bevor er sich dem Schreiben zugewandt hat. Auch wenn die Polizeiarbeit in seinem Krimi „Sommernachtstod“ einen bedeutenden Raum einnimmt, steht sie jedoch nicht im Mittelpunkt, da die Nachforschungen hauptsächlich von Veronica wieder aufgenommen werden. Die Handlung verläuft parallel auf zwei Zeitebenen, so erfahren wir, was damals in dem unheilvollen Sommer geschah und was sich aktuell in Veronicas Leben abspielt. Dazwischen finden sich mysteriöse Liebesbriefe, deren Bedeutung sich jedoch erst ganz zu Ende enthüllt und die vieles noch einmal in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Insgesamt ist der Krimi sauber konstruiert, bietet eine Reihe von Fährten, die man mit der Protagonistin verfolgen und wieder verwerfen kann und am Ende wird der Fall sauber und glaubwürdig gelöst. Ich fand ihn nicht übermäßig spannend, auch wenn es einige für Veronica kritische Situationen gab, war doch zu deutlich, dass sie das Rätsel wird lösen müssen und daher immer wieder einen Ausweg wird finden können. Zwar hat der Autor versucht, die Figur nicht eindimensional zu zeichnen, indem er ihr eine psychologisch relevante Vorgeschichte zu den aktuellen Ereignissen zuschrieb, jedoch wirkte diese für mich nicht nur sehr konstruiert, sondern auch völlig überflüssig. Das Enthüllen darüber, was genau zwischen ihr und ihrem Ex geschehen war, wird künstlich in die Länge gezogen, was jedoch nur begrenzt zusätzliche Spannung bietet. Hiervon abgesehen, ein runder, recht typischer skandinavischer Krimi, der sehr gut die ländlich-dörfliche Gegend und die damit verbundene Kultur der Gemeinschaft verdeutlicht und dies überzeugend in die Handlung einbaut und als leichte Sommerlektüre bestens geeignet ist.

Liese O’Halloran Schwarz – The Possible World

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Liese O’Halloran Schwarz – The Possible World

Being invited to a birthday party isn‘t something that comes easy for Ben. Too many things can happen, all is so unpredictable with other boys, but his mother can convince him to go nevertheless. And then, the most unexpected happens: a murderer comes to the party and kills the two mothers in the house as well as all of the kids, except for Ben. In hospital, Lucy can only determine that he hasn’t been hurt physically, but there seems to be a kind of trauma since Ben wants to be called Leo and remembers life with a certain Clare. At an elderly home somewhere in town, Clare is fighting again against having to socialise. Her life alone in a recluse hut and later with her foster child Leo has simply been perfect. How come Ben remembers being Clare’s son Leo?

Liese O‘Halloran Schwarz‘ novel is one of the rare books that you just open and then get completely lost in. I read it in just one sitting because I simply did not want to get away from her characters. It is bittersweet, often melancholic, but you see the good heart the characters have and you are convinced that there must be something good coming from them. It is a perfect feel-good book, even though it tells harsh reality in an emergency room and the story of a child given away by his mother.

I liked the alternate narration of the three protagonists, even though it did not completely make sense at the beginning, you slowly manage to put together the puzzle pieces that form a new and complete picture. All three are very sensitive characters, misunderstood by the people around them and therefore lonely. I guess these kind of people recognize each other what helps them to find each other. What also links them is the fact that they are highly intelligent and question the world: why do the things have to be the way they are and why don’t people change something about it?

A beautifully written story about non-mainstream characters who can easily be overlooked.