Katy Regan – Little Big Man

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Katy Regan – Little Big Man

With his eleventh birthday approaching, Zac decides that it is time to actively look for his father. He has never met him because his father was not interested in him and left his mom before he was born. His friend Teagan is going to help him with his search and they are quite determined even though they have to keep their mission secret since in Zac’s family, it is forbidden to ever mention his father because of what he had done. But it’s not only the Dad-finding-mission that keeps Zac occupied, for months now he has been bullied due to his weight and now the school has written a letter to his mother. Life is not easy when you are ten years old. Especially when there are adults around you with secrets they want to keep.

I really loved this book even though in its story, there is not much that is positive after all. Zac’s life is all but easy: his mother Juliet is fighting, but as a single parent with a low income, they cannot afford any fancy pastime activities and the lack of a partner doesn’t make things easier. Both find relief in food which isn’t helpful after all, so another war that has to be fought. However, the love they show for each other is genuine and the only actual ray of hope.

The story is told alternatively from Zac’s, Juliet’s and Mick’s point of view – this is a bit astonishing as in the beginning you cannot really figure out why Juliet’s father Mick is that important while his wife’s perspective isn’t given. Yet, the secrets the adults have kept from Zac for more than ten years are slowly unfolded and the more you hear from Mick, the more obvious his role becomes.

Katy Regan did a great job in portraying what life in school can be for outsiders like Zac and his friend Teagan. It is hard to say, but all the bullying is just too authentic. And she also shows what this does to the kids – luckily, Zac has found a friend he can confide in. It would be a lot harder if he was on his own. The author also found the perfect voice for Zac, his diary entries sound like the one’s of a 10-year-old, a clever one but nevertheless a child.

Even though the lives of the characters are not too joyful, the novel is often full of humour and definitively of love – a classic bitter-sweet story that hits the heart.

Tracy Chevalier – Der Neue

Der Neue von Tracy Chevalier
Tracy Chevalier – Der Neue

Osei kennt die Situation schon, denn regelmäßig muss seine Familie wegen des Diplomaten-Jobs des Vaters umziehen. Wieder einmal ist er der Neue an einer Schule. Und wieder einmal ist er nicht nur neu und kennt niemanden, sondern so wie auch auf den letzten Schulen wird er der einzige Schwarze sein und argwöhnisch beäugt werden. Im Washington der 1970er ist nicht zu erwarten, dass er mit offenen Armen empfangen wird. Doch er scheint sich geirrt zu haben, denn Dee, das hübscheste Mädchen der Schule ist freundlich und offen und nimmt sich seiner an. Das gefällt nicht jedem – Schüler wie Lehrer beobachten diese seltsame Freundschaft und noch am ersten Schultag gelingt es dem missgünstigen Ian, bekannte Mechanismen in Kraft zu setzen und durch geschickte Manipulation ein schlimmes Drama zu provozieren.

Tracy Chevalier hat sich, wie vor ihr schon Anne Tyler, Howard Jacobson oder Margaret Atwood, an der Hogarth Shakespeare Reihe beteiligt, die anlässlich des 400. Todesjahres des Barden große zeitgenössische Autoren aufrief, die bekannten Werke des Dichters in die Gegenwart zu verlagern und neu zu erzählen. In „Der Neue“ greift Chevalier die Tragödie um Othello auf, der als einziger Schwarzer unter den Intrigen Iagos im Veneziens um 1600 leiden muss.

Sowohl die grundlegende Figurenkonstellation – die verliebten Osei und Dee gegen den intriganten Ian und seinen Gehilfen Rod, die unerwartet von Dees Freundin das entscheidende Hilfsmittel im Kampf gegen den Außenseiter erhalten – hat Chevalier leicht erkennbar übernommen, ebenso wie die Namen, die ohne große Mühe der Vorlage Shakespeares zuzuordnen sind. Die Gliederung des Romans in fünf Kapitel, der zudem der klassischen Dramenstruktur folgt, ist eine gelungene Anspielung an das Original.

Das Setting ist jedoch gänzlich verschieden, vom beschaulichen Venedig verlegt die Autorin die Handlung in das weiße Washington der 70er Jahre und lässt etwa 12-jährige Schulkinder die Rollen übernehmen. Die klingt zunächst abstrus, es zeigt sich aber schnell, dass die menschlichen Beweggründe sich in den 400 Jahren nicht verändert haben und welche Kraft Neid, Missgunst und Rache auch nach so langer Zeit immer noch haben und dass sich trotz der zwischenzeitlichen Aufklärung und der gesetzlichen Gleichbehandlung in der Realität nur wenig in den Köpfen bewegt hat.

Eine Reihe von unglücklichen Entscheidungen gepaart mit einem ohne erkennbares Motiv bösartig handelnden Charakter sind die Triebfedern in der Geschichte um den schwarzen Außenseiter. Chevalier gelingt es überzeugend trotz der Nähe zu Othello, eine eigene Geschichte zu erzählen, die auch völlig losgelöst von der Tragödie funktioniert. Ihre Schulkinder agieren genau so, wie man es von Kindern in diesem Alter erwarten würde. Ihr zentraler Konflikt entzündet sich an einem Mäppchen und wirkt absolut glaubwürdig, ebenso wie alle Folgehandlungen, die sich hieraus ergeben. Auch in diesem jungen Alter haben sie schon eine Vorstellung von der Ordnung der Welt, die klar zwischen schwarz und weiß unterscheidet, und sie handeln bereits im vollen Bewusstsein, dass jede Entscheidung, die sie treffen, gewisse Folgen für ihr Ansehen in der Gruppe haben wird. Sie können sogar antizipieren, was geschehen wird, so vertraut sind sie mit den Charakterzügen ihrer Mitschüler. Das Kindsein hindert sie nicht daran, in dieselben Fallen zu treten wie auch Erwachsene.

„Der Neue“ konnte meine recht hohen Erwartungen voll erfüllen. Nach den letzten Adaptionen von Atwood und St Aubyn hingt die Messlatte hoch, aber Tracy Chevalier ist es ebenfalls gelungen aus einem alten Stoff eine neue Geschichte zu entwerfen, die von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt.

Ein Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zur Autorin und dem Buch finden sich auf der Seite des Verlags Random House.

Eine Übersicht über die bislang erschienenen Adaptionen und die Links zu meinen Rezensionen findet sich hier.