Richard Lawson – All we can do is wait

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Richard Lawson – All we can do is wait

An awful accident brings a bunch of teenager together in the waiting area of a hospital: a Boston bridge collapsed during busy traffic and now they are waiting for news. Scott is afraid that his girlfriend Aimee might be amongst the dead. Skyler was on the telephone with her sister when Kate suddenly broke away. Jason and Alex fear the worst about their parents who were on the way to Alexa’s school. And Morgan already knows that her father is not alive anymore. While they are condemned to wait in the sterile area without any information, they all recall the last couple of months, what they went through with the loved ones, the good sides and the bad ones. But sharing this feeling of utmost anxiety also brings out things which were long buried and in the morning, they are not the same anymore.

“All we can do is wait” has the classic drama setting: all characters in one place, waiting for the moment when they are either relieved or their biggest fear is confirmed. There is nothing they can do to change the situation, they have to sit and wait for the verdict. No matter what they wish or pray for, their fate is already sealed but they do not know about it.

Richard Lawson makes his young protagonists alternate in the narration. Each chapter is dedicated to one of them and slowly their lives unfold. Thus, we are not constantly in the situation of extreme stress in the waiting room, but look back also on happy moments full of joy and love. But the sword of Damocles of looming over them all the time and inevitable we return to the hospital.

The story is full of emotion, positive and negative ones, and the author created authentic and lovable characters who are credible in their fears and hopes. They already show whom they are going to be in a couple of years and yet, they are still adolescents with great hopes and wishes. Apart from this, there is obviously a lot of suspense because you just want to know what happened to their friends, sister and parents. This just makes you read on and on and on. I really loved the novel even though it is a rather melancholy story that is told.

Elena Ferrante – Die Geschichte des verlorenen Kindes

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Elena Ferrante – Die Geschichte des verlorenen Kindes

Die Geschichte der Freundschaft von Elena und Lila geht weiter. Inzwischen sind die 70er Jahre angebrochen und Elena hat ihren Mann endgültig für Nino verlassen. Nach all der Zeit hofft sie nun auf eine glückliche Zukunft gemeinsam mit ihrem Kindheitsschwarm. Doch so wie diese Liebe in den Jahren zuvor bereits zum Scheitern verurteilt war, steht sie auch jetzt unter keinem guten Stern. Letztlich zieht es Elena zurück in den Rione und sie erneuert ihre Freundschaft mit Lila. Schicksalsschläge schweißen sie zusammen, Streitigkeiten trennen sie wieder. Beide sind beruflich erfolgreich, aber ihr Privatleben ist von Katastrophen überschattet.

Elena Ferrante beendet mit Band vier die neapolitanische Saga erwartungsgemäß. Auch dieser Lebensabschnitt sprüht vor Leben aus jeder Zeile und zieht einem unmittelbar in den Bann. Die beiden Frauen, einerseits durch ihre Vergangenheit miteinander verbunden, andererseits immer im Konkurrenzkampf, zeigen, dass das Leben nie schwarz und weiß und damit eindeutig ist. Es herrschen die Grautöne, die jederzeit ins Extrem ausschlagen können.

Ihre große Stärke liegt bei Elena Ferrante unverkennbar in der Figurenzeichnung. Einmal mehr steht die Zerrissenheit und Vielschichtigkeit der Erzählerin im Zentrum. Ihre Unsicherheit, vom ersten Tag ihres Lebens an, noch verstärkt durch die erfolgreiche und beliebte Freundin, verhindern, dass sie jemals das Selbstbewusstsein entwickelt, das ihr gutgetan hätte und bei ihrem Erfolg und Ansehen angemessen gewesen wäre. Stattdessen quälen sie Zweifel und Vergleiche, bei denen sie immer die Unterlegene ist. Ein Leben lang herrscht Lila über sie, mal aus der Nähe, aber ebenso aus der Ferne, sogar noch als sie gänzlich verschwindet.

Darüber hinaus ist gerade auch der letzte Band der Saga ein Zeugnis von Korruption und mafiösen Strukturen, die man für literarische Erfindung halten müsste, wenn man nicht genau wüsste, wie real die Schilderungen sind. Familienbande und Fehden bestimmen den Alltag der Bewohner des Rione, die Angst diktiert ihr Handeln und den Abhängigkeiten kann man nicht einmal durch den Tod entfliehen.

Alle Bände zusammen sind weitaus mehr als die Geschichte eines Lebens. Sie sind vielleicht nicht die große Literatur, die man klassischen Kanon findet, aber erzählerisch hat sich Elena Ferrante zurecht einen Platz neben den Größen ihres Heimatlandes verdient.

 

Die Rezensionen zu den anderen Bänden finden sich hier:

Meine geniale Freundin

Die Geschichte eines neuen Namens

Die Geschichte der getrennten Wege