Deutscher Buchpreis 2017 – Mein Fazit

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Übermorgen, am 9. Oktober 2017, wird er nun verliehen, der diesjährige Deutsche Buchpreis. Da ich bis dahin keinen weiteren Roman mehr lesen werde, hier mein Fazit zur diesjährigen Liste. Eine Gesamtübersicht mit den Links zu meinen Rezensionen findet sich hier:

https://missmesmerized.wordpress.com/deutscher-buchpreis-2017/

Was mich überrascht hat:

Die Bandbreite an Themen und Genre hat mich dieses Jahr wirklich überrascht. Meine ersten drei Romane ließen mich noch befürchten, dass gescheiterte Männer dieses Jahr hoch im Kurs stehen könnten (Kraft, Walter Nowak bleibt liegen, Nach Onkalo). Doch dann plötzlich entfaltete sich eine unglaubliche literarische Breite, die mit Romanen wie Katie ungewohnte Genre und mit den Kieferninseln sogar richtige Poesie bieten konnte.

Was mich begeistern konnte:

Die Hauptstadt ist ein rundum kompletter Roman, der sowohl wegen seiner Geschichte wie auch der Sprachgewalt des Autors vollends überzeugt. Sehr viel Spaß beim Lesen hatte ich aber auch mit Das Jahr der Frauen und Romeo oder Julia, die neben ihrer literarischen Qualität auch einfach unterhalten können.

Worauf ich hätte verzichten können:

Schlafende Sonne dürfte der streitbarste Roman der diesjährigen Liste sein. Hat mich überhaupt nicht erreicht, wie viele andere Leser offenbar auch.

Was ich nicht gelesen habe:

Von der Shortlist fehlt mir Das Floß der Medusa, das mit thematisch einfach nicht angesprochen hat. ich werde sehen, ob ich damit genau das Buch nicht gelesen habe, das am Ende den Preis erhält und das viele Leser auch begeistern konnte. Von der Longlist werde ich mir sicher noch Zaimoglus und Regners Romane ansehen.

Was mir gefehlt hat:

Monika Helds Roman Sommerkind hätte sicher eine Nominierung verdient gehabt, ganz sicher auch Husch Jostens Hier sind Drachen, das für mich auch ein würdiger Sieger gewesen wäre.

Wie auch immer, ich habe interessante Romane entdeckt, die mir ohne den Preis sicher entgangen wären. Abschließend bleibt noch folgende Frage zu beantworten:

Wer hat den Preis verdient und wer wird ihn wohl bekommen?

Robert Menasse ist mit Die Hauptstadt mein großer Favorit, weil er in jeder Hinsicht überzeugen kann: politisch/gesellschaftlich relevant, sprachlich bestechend und unterhaltsam dazu. Marion Poschmanns Die Kieferninseln würde ich ihn einfach aufgrund der ganz großen Poesie in ihrem Roman wünschen. Ich fürchte jedoch, man wird die Schlafende Sonne zum Sieger erklären, da dieses Werk so unverständlich ist, dass sich keiner traut zuzugeben, dass er nichts darin finden konnte und es deshalb ganz große Kunst sein muss.