Karin Slaughter – Pretty Girls

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Karin Slaughter – Pretty Girls

Zwei Frauen, deren Leben kaum unterschiedlicher sein könnte: Claire und ihr Ehemann Paul leben dank eines enormen Einkommens das Luxusleben der Oberschicht von Atlanta. Lydia hat sich nach der Drogenabhängigkeit und der viel zu frühen Schwangerschaft langsam ins Leben zurückgekämpft und führt mit ihrer Tochter ein bescheidenes Dasein. Pauls Tod nach einem nächtlichen Überfall führt die beiden wieder zusammen. Fast 20 Jahre haben die Schwester nicht mit einander gesprochen, das Verschwinden ihrer Schwester Julia hatte damals die Familie zerbrochen. Doch nun bringt ein grausamer Fund in Claires Haus sie wieder zusammen: offenbar war der gute Ehemann nicht der, für den Claire ihn fast zwei Jahrzehnte gehalten hat. Je tiefer sie in sein zweites Leben eintaucht, desto mehr muss sie erkennen, dass sie mit einem Monster verheiratet war. Doch die beiden Frauen ahnen noch nicht, welches grausame Verbrechen auf das Konto des smarten Architekten geht.

Unbestreitbar ist Karin Slaughter eine der weltweit erfolgreichsten Thriller Autorinnen, ihre Serien um Will Trent und Sara Linton gehören mit zu den meist verkauften des Genres. „Pretty Girls“ ist ein Standalone Thriller, der ebenfalls nicht mit Spannung und Brutalität geizt. Zunächst die Frage, was die beiden Frauen verbindet und weshalb Lydia über Pauls Tod dermaßen erleichtert ist, doch dies wird rasch aufgelöst. Etwas länger die Frage, weshalb Claire verurteilt wurde und mehrere Monate eine Fußfessel tragen musste. Man ahnt, dass die Figuren hinter der augenscheinlichen Fassade noch mehr zu bieten haben und wird nicht enttäuscht. Keiner ist der, für den man ihn zu beginnt hält.

Neben den Geheimnissen, die die einzelnen Figuren mit sich tragen, bleibt natürlich der Fall, der immer wieder mit Überraschungen aufwarten kann und sich zunehmend ausweitet. Insgesamt ist dies alles in sich stimmig und glaubwürdig, für mich aber letztlich doch etwas zu viel des Guten. Über weite Teile hielt ich das Doppelleben für durchaus möglich, aber ab einem gewissen Punkt erschien mir manches zu sehr konstruiert, um es für real zu halten. Der Showdown wie immer in hohem Tempo erzählt, die Figuren unter enormem Druck und einmal mehr erspart die Autorin dem Leser keine Grausamkeit, die man von einem Menschen eigentlich nie erwarten würde. Alles in allem ein Thriller, der dem Genre voll gerecht wird.

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