Dave Eggers – Bis an die Grenze

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Dave Eggers – Bis an die Grenze

Josie steht vor den Trümmern ihres Lebens. Eine Klage hat ihr ihre Zahnarztpraxis geraubt, von ihrem Mann ist sie getrennt und wenig hält sie mehr an der Vergangenheit und in der Heimatstadt. Kurzerhand packt sie die beiden Kinder, den 8-jährigen Paul und die 5-jährige Ana und flieht mit ihnen nach Alaska. Mit einem Camper möchte sie den Bundesstaat erkunden und in der Weite des Landes zur Ruhe kommen. Doch die Reise ist beschwerlicher als gedacht und aus dem Abenteuerurlaub wird bald schon der Kampf ums Überleben: Überleben der Erinnerungen, Überleben gegen bösartige Menschen, Überleben von Naturgewalten.

Konnte mich Dave Eggers in der Vergangenheit mit „The Circle“ und „A Hologram for the King“ begeistern, war dieser Roman auch für mich als Hörerin eine Herausforderung. Zwar ist der Plot durchaus interessant und bietet einige spannende Momente, aber die Figurenzeichnung war unsäglich. War Mae Holland in „The Circle“ bereits naiv bis dümmlich, übertrifft Josie sie noch um Welten. Die studierte Zahnärztin, von der man rationales und bedachtes Handeln erwarten sollte, bringt sich und die Kinder immer wieder in größte Gefahr durch ihr blödsinniges und gedankenloses Handeln. Man möchte sie anschreien und ihr zurufen, wie absurd dumm sie sich verhält und wünscht sich geradezu, dass Paul und Ana nicht länger in ihrer Obhut bleiben dürfen.

Was als Selbstfindungstrip angekündigt war, ist eine Tour de Farce einer kopflosen Frau, die vor dem Leben davonrennt und bei all den gestellten Aufgaben nichts lernt. Dass ihr Sohn mehr verstand zu besitzen scheint als sie, ist erschreckend. Leider leidet darunter das Hörvergnügen, denn man kann sich kaum auf die Handlung konzentrieren, ist man so damit beschäftigt, denn nächsten Ausfall dieser Mutter zu verarbeiten.

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