Margaret Atwood – The Handmaid’s Tale

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Margaret Atwood – The Handmaid’s Tale

Irgendwann in einer unbestimmten Zukunft, in der Republik Gilead. Offred kommt in das Haus des Commanders Fred und seiner Frau Serena Joy. Offred ist eine sogenannte „Handmaid“, ihre einzige Chance zu überleben nachdem ihre Hochzeit mit Luke für ungültig erklärt wurde und ihre einzige Alternative die Kolonien gewesen wären. Die Aufgaben der Handmaids sind ebenso wie die der anderen Gruppen, etwa der Marthas oder Aunts, genau definiert und ihre Kleidung lässt sie schon von weitem als zugehörig erkennen: ein roter Mantel, der alle weiblichen Formen verhüllt, dazu eine weiße Haube, die verhindert, dass man den Handmaids, die den Blick nach unten zu richten haben, ins Gesicht sehen kann. Wie ihre Namen bereits andeuten sind die Besitztum eines Kommandanten und erfüllen die wesentlichen Aufgaben, denen die Ehefrauen nicht nachkommen können oder wollen: Geliebte und Mutter der Kinder.

Die Neuverfilmung des Stoffes war Anlass nun endlich zu dem Klassiker des Dystopien zu greifen. Wie auch andere bekannte Werke des Genres, etwas George Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Brave New World“ liegt über dem gesamten Roman eine bedrückende Atmosphäre, die die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit der Menschen in diesem Staat verdeutlicht. In Gilead gibt es eine klare Rangordnung, die vorgeblich auf biblischen Grundlagen herrscht: Frauen sind Besitztum der Männer und weitgehend frei von Rechten. Wertvoll sind sie dann, wenn sie gebärfähig sind. Allen sozialen Gruppen sind Farben zugeordnet, die leicht erkennen lassen, wer zu welcher Klasse gehört. Individualität gibt es nicht mehr, viele Frauen verlieren sogar ihren Namen und werden nur noch über ihre Funktion benannt: Martha oder Of-Fred/Of-Glen, die Frau, die Fred/Glen gehört.

Die Geschichte Offreds ist geprägt auch von Rückblicken, sie kann sich noch an die Zeit vor Errichtung der Republik erinnern, als sie mit Luke verheiratete war und mit ihm auch eine Tochter hatte. Dann ihre Zeit der Umerziehung und Vorbereitung auf die Rolle der Handmaid. So kontrastiert und charakterisiert Atwood den neuen Staat, der vor allem für Frauen ein herber Rückschritt bedeutet. Viele Szenen lesen sich nur mit Schrecken, etwa Offreds erste Begegnung mit dem Commander oder die öffentlichen Hinrichtungen. Es gibt Versuche, das System zu unterwandern, diese sind jedoch gefährlich und nicht immer erfolgreich, lediglich der Epilog macht Hoffnung, spielt dieser in der Nach-Gilead Zeit, zu der die Republik offenbar schon nicht mehr existiert.

Viel kann man zu diesem Roman schreiben, viel ist geschrieben worden. Unzählige Anspielungen auf die Realität der 1980er Jahre – nicht nur in den USA, sondern auch in Ländern, in denen islamistische Herrscher die Frauen aus der Öffentlichkeit verbannten wie dem Iran – lassen sich in dem Text finden, der jedoch auch 2017 kein bisschen von seinem Schrecken verloren hat. Für mich aufgrund der spezifisch feministischen Perspektive ein besonders beachtenswerter Roman des Genres.

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