Peter Heller – Celine

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Peter Heller – Celine

Celine is a very peculiar woman. Her personal history made her become a private eye specialised in reuniting families. She has been tracking down people whom even the FBI could not locate. When Gabriela, a woman with an interesting family history, asks for her help to find her father, Celine does not immediately think of what this case might demand of her. Gabriela’s father disappeared many years ago when he, a professional photographer, was in a national park. The police suppose he was attacked by a bear, but they could never find the body. Celine and her husband agree to start the search anew. But soon they have to acknowledge that there are mighty enemies who will do everything to hinder them from discovering something.

Admittedly, I found the parts of Gabriela’s life as a girl, the strange family situation after her mother died in the ocean and her father married again, the most fascinating in the novel. They way her father’s new wife treats her, how they manage to hide from the outside world what is going wrong inside was most compelling and repellent at the same time. Yet, the search for her presumably dead father also had some interesting aspects, especially when they were looking more closely at the scene of crime and the traces.

Concerning the characters, the protagonist has some noteworthy spots, she is not the mediocre standard investigator whose private life is a mess and who is addicted to alcohol or drugs. Her family life before coming to the States and the things she hides from her own son make her outstanding in the ocean of crime novels. Peter Heller clearly has created a unique character here, but quite often she seemed a bit too peculiar to me to be authentic. In this regard I preferred her husband who is much more down to earth. Nevertheless, this is for me the strongest aspect of the novel: the characters are complex, shaped by their experiences and sensitive to others.

All in all, even though there is some kind of mystery about Gabriela’s father’s disappearance and also some suspense and even a kind of showdown, it is not this aspect that made the novel noteworthy, but Heller’s passion for detail in creating his characters.

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Darcey Bell – Nur ein kleiner Gefallen

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Darcey Bell – Nur ein kleiner Gefallen

Stephanie ist froh, nach dem Umzug in die Vorstadt und dem Tod ihres Mannes endlich wieder eine Freundin gefunden zu haben. Emily ist das, was man unter einer perfekten Frau versteht: groß, schlank und attraktiv arbeitet sie erfolgreich in der Modebranche und kümmert sich dennoch liebevoll um ihren Sohn Nicky und den Ehemann Sean. Als Emily Stephanie bittet, Nicky von der Schule mit nach Hause zu nehmen, bis sie abends zurückkehrt, ist dies nicht ungewöhnlich, ihre beiden Söhne sind befreundet und haben viel Spaß miteinander. Doch Emily erscheint nicht und ist auch am nächsten Tag wie vom Erdboden verschluckt. Sean weilt derweil in England und kann Stephanies aufkeimende Sorge nicht teilen. Doch Emily bleibt verschwunden und als man einige Tage später eine Leiche findet und die DNA abgleicht, steht fest: die perfekte Karrierefrau und Mutter ist tot. Oder doch nicht?

„Nur ein kleiner Gefallen“ folgt im Muster anderen erfolgreichen Romane der letzten Jahre: Girl on the Train und Gone Girl lassen grüßen. Wir bekommen als Leser nur selektive Informationen, machen uns ein Bild und trara: leider waren alle Annahmen falsch, denn das entscheidende Wissen hat uns gefehlt. Auch wenn das Schema sich inzwischen ein wenig abgenutzt hat, kann der Thriller doch fesseln, wenn man sich auf das Spiel einlässt. Man ist vorsichtig bei den Figuren, weiß man doch nicht, welche Geheimnisse sie vor uns verbergen und was im Laufe der Handlung noch ans Licht kommt. Darcey Bell hat das durchaus sehr gelungen umgesetzt.

Die Figuren sind sehr verschieden, am spannendsten natürlich Emily, die lange Zeit wenig greifbar bleibt und dann aber zunehmend an Format und Charakter gewinnt. Etwas enttäuscht war ich von Stephanie, der Inbegriff der intellektuell begrenzten Bloggermom, deren Leben so überschaubar komplex ist wie das einer Amöbe, sie aber permanent an den Rand des Zusammenbruchs befördert. Ich hatte die Hoffnung, dass hier eine große Überraschung kommen könnte. Sean blieb auch eher der genügsame Ehemann, der eigentlich keine Partnerin, sondern eine Hausangestellte brauchte und dem es an jeder Cleverness fehlte, es mit den Frauen aufzunehmen. An dieser Stelle wären ein paar mehr Überraschungen toll gewesen, die Figuren sind so etwas schablonenhaft.

Trotz der schwächelnden Figuren ist der Thriller unterhaltsam zu lesen, spannend allemal und mit zahlreichen immer neu hinzukommenden Aspekten, so dass man dranbleiben möchte, um zu sehen, wer im großen Finale als Sieger den Ring verlässt.