T.C. Boyle – Die Terranauten

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T.C. Boyle – Die Terranauten

Das Leben auf der Welt ist endlich, immer mehr wird die Umweltzerstörung unseren Lebensraum dahinraffen und uns die Existenzgrundlage entziehen. Zeit nach Alternativen zu suchen. Ein Terrarium in der amerikanischen Wüste dient als Experimentierfeld. Die erste Mission ist gescheitert, aber die zweite soll erfolgreich sein. Vier Männer und vier Frauen werden zwei Jahre lang in der künstlichen Atmosphäre leben und sich nur von dem ernähren, was sie selbst zu produzieren wissen. Linda konnte sich leider nicht für das Team qualifizieren, von außen berichtet sie, wie sie die unsäglich langen 24 Monate von „Ecosphere 2“ erlebt. Dawn und Ramsey sind unter den Auserwählten und berichten vom Leben drinnen, abgeschnitten von der Außenwelt und zum Erfolg verdammt, denn das Projekt darf nicht scheitern.

Was mich beim Hören besonders begeisterte war, dass mit August Diehl, Ulrike C. Tscharre und Eli Wasserscheid drei verschiedene Sprecher für die erzählenden Figuren eingesetzt wurden, was es sehr viel einfacher machte, dem Text zu folgen. Die Handlung beginnt in den letzten Zügen der Vorbereitungen und damit an einem menschlich kritischen Punkt, denn nur die Hälfte der Bewerber wird ausgewählt werden. Eine Zerreißprobe für die entstandene Freundschaft zwischen Dawn und Linda, die in der Folge zwischen Neid und Mitgefühl immer wieder schwankt und letztlich doch viel fragiler ist als die beiden jungen Frauen sich eingestehen. Sie sind Konkurrentinnen und wenig mehr als die identischen Aufgaben verbindet sie. Die anderen Figurenbeziehungen sind geprägt durch das Leben auf engstem Raum, das durch die schwierigen Rahmenbedingungen wie Mangel an Nahrungsmittel und Entbehrung aller zivilisatorischen Bequemlichkeiten noch verschärft wird.  Missstimmungen bleiben nicht aus und Alleingänge und insbesondere das Gefährden der Mission durch einzelne Crewmitglieder stellt sie auf eine harte Bewährungsprobe.

Insgesamt haben mir die Figurenzeichnung und die Entwicklung von Dawn am besten gefallen. Ist sie zu Beginn noch recht naiv, verunsichert und unbedarft, wird sie immer deutlicher in ihren Ansichten und Überzeugungen und weiß am Ende sogar sehr egoistische Entscheidungen zu treffen. Auch Linda wirkt wehr authentisch in ihrem Handeln und vor allem ihren Emotionen.

Die Hintergrundhandlung selbst basiert auf dem realen Projekt „Biosphere“ aus dem Jahr 1991. Viele technische Details bestimmen gerade zu Beginn die Handlung bleiben jedoch in einem den Fluss nicht störenden Rahmen. Einige der Zwischenfälle in der künstlichen Welt sind vorhersehbar und überraschen den Leser nicht wirklich, aber es sind weniger die technischen Aspekte und die Realisierbarkeit der Studie, die im Fokus stehen, sondern das, was diese Situation mit den involvierten Menschen macht. So kann die Geschichte letztlich überzeugen und unterhalten.

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