Virginia Woolf – To the Lighthouse

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Virginia Woolf – To the Lighthouse

A summer house in the Hebrides. Mrs Ramsey is taking care of her family, although she sometimes wonders if this is really the life she has dreamt of. So does her husband. Even though the house is full of people, apart from the eight children there are numerous friends, many of them feel lonely and misunderstood. Even when they are together at the large dinner table. Ten years later, Mrs Ramsey is dead and the summer house forgotten. The war has left people with other thoughts. But now the family wants to go back to the residence which does not look as inviting as it did many years before. Yet, finally, they will be able to go to the lighthouse, since this time, the weather will be fine.

Virginia Woolf’s novel is not easy to access. We have three sections which could hardly differ more than they do. In the first part, we get a lot of insight in the characters’ thoughts and their feelings. Their emotional states are closely observed and it leaves you with an uneasy feeling since all of them are not able to express what they really think and want to say. They hide behind facades. In the second part, the point of view shifts; nature becomes much more present with its forces and what it dies to the house. It is only the servants that we meet and their thoughts on the family. Finally, the original task of going to the lighthouse becomes the big event in the last part. Unfinished tasks are now completed, even though the family is not complete anymore. Their lives have changed, time and the war have left scars.

As it is a classic, much has been said about the novel. The different approaches to life that the characters take and most of all its transience. The force of nature and opposed to it the attempt of seizing and getting hold of it with art. And of course the lighthouse as a guiding light, which the characters always see, want to go to and have to wait until the moment has finally come. Much of this is pretty obvious, but what I found much more impressive than the motives and metaphors was Virginia Woolf’s power of language and most of all, her capacity of creating an atmosphere. Sometimes dark, often moody, you cannot withdraw from what she creates and thus you become a part of the novel.

Liza Klaussmann – Villa America

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Liza Klaussmann – Villa America

Villa America – Das Sommerhaus der Murphys, Gerald und Sara, in Antibes an der Côte d’Azur gelegen. Dort verbringen sie in den 1920er Jahren ihre Sommer mit zahlreichen illustren Gästen. Zu ihren Freunden gehören Zelda und Scott Fitzgerald ebenso wie die Hemingways, Cole und Linda Porter oder John Dos Passos. Man streitet sich, man versöhnt sich, man bewundert sich, gratuliert sich zum Erfolg und bedauert gemeinsam die Niederlagen. In diese Gruppe von überwiegend Amerikanern gesellt sich ein weiterer junger Mann aus der neuen Welt: Owen, seinerseits Pilot mit einem kleinen Unternehmen. Er verdreht Männern wie Frauen den Kopf und wirbelt gehörig Staub auf, trotz seiner zurückhaltenden, schüchternen Art.

Liza Klaussmann ist mit im letzten Jahr mit Tigers in Red Weather zum ersten Mal begegnet und sie konnte mich direkt begeistern. Nun hat sie sich nicht an einen fiktiven Stoff, sondern an eine faktisch-biographische Erzählung gewagt. Sie zeichnet das Leben von Gerald und Sara Murphy nach, einem ebenfalls künstlerisch tätigen Paar, das jedoch weniger wegen der geschaffenen Werke als vielmehr durch ihre Villa America und die dort verkehrenden Gäste Berühmtheit erlangten. Klaussmann ist auch nicht die erste, die sich dem Paar literarisch nähert, F. Scott Fitzgerald hat in seinem immer hinter dem Great Gatsby zurückstehenden Roman Tender is the Night den beiden bereits ein Denkmal gesetzt und Emily Walton hat in Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte ebenfalls die illustren Runden an der Côte d’Azur beschrieben.

Inhaltlich gibt es daher nicht viel, was einem noch nicht bekannt ist. Zunächst beginnt der Roman auch etwas langatmig. Die Vorgeschichte, das Kennenlernen von Gerald und Sara in Amerika, ihre Familienverhältnisse etc. sind nur mäßig spannend du hätten für meinen Geschmack ganz entfallen können. Interessant wird es mit der Übersiedlung nach Europa und hier kommen auch Liza Klaussmanns Sprachvirtuosität und ihre unzähligen Anspielungen zu tragen. Man taucht ein in das Leben Südfrankreichs, die Soiréen der Künstler und Dichter. Immer wieder finden sich kleine und große Anspielungen auf die Werke der Anwesenden wie etwa das Licht, das man am anderen Ufer sieht und das fasziniert; dann der Stierkampf in Pamplona, den man so auch schon mal gelesen hat. Eine neue Facette ist der Pilot Owen und er bringt mit sich einen starken Kontrast insbesondere zu Hemingway. Dieser, Inbegriff des Maskulinen, kann mit den homosexuellen Tendenzen nichts anfangen. Andere hingegen sind gebannt von ihm. Besonders gelungen auch die Variationen in der Erzählform. Immer wieder – vor allem dann, wenn große Zeitabschnitte zu überbrücken sind – wechselt die Autorin hin zur Erzählung in Briefform, was ihr geschickt erlaubt, die Wochen und Monate zu raffen und die vor allem am Ende tragischen Ereignisse für sich sprechen zu lassen.

Ein Roman zum Abtauchen in eine längst vergangene Welt, die Roaring Twenties in vollem Rausch.