Miroslav Nemec – Die Toten von der Falkneralm

Roman, Krimi, Rezension
Miroslav Nemec einmal nicht in der Rolle als Tatort Kommissar Batic, sondern als Schauspieler, der auf der Falkneralm an einem „Mörderischen Wochenende“ auftritt und dort aus einem Roman Mankells vorlesen soll. Doch seine Rolle entwickelt sich etwas anders als geplant: erst sorgt ein Sturm für Aufregung, viele Gäste schaffen es nicht mehr hoch auf die Alm, wo man derweil von der Außenwelt abgeschnitten ist. Nachdem seine Frau den bekannten Schauspieler gerade noch sehr zu seinem Missfallen angehimmelt hat, wird einer der Gäste tot im Swimmingpool gefunden. Ein Unfall wie es scheint. Gerade hat sich die Aufregung etwas gelegt, ist schon der zweite Tote zu beklagen: zwei Ziegeln, offenbar durch den Sturm vom Dach gerissen, müssen ihn tödlich getroffen haben. Der Schauspieler rückt mehr und mehr in die Rolle des Ermittlers, unterstützt von einem ehemaligen Polizisten, der jedoch selbst auch mal die Seiten wechselt und zum dritten Todesfall in nur wenigen Stunden wird. So viel Zufall kann nicht sein und ein Mann, den ohnehin alle für einen Kommissar halten, muss die Figur mimen, die von ihm erwartet wird.
Mit „Mein erster Fall“ untertitelt der Neu-Autor sein schriftstellerisches Debüt. Dieses Augenzwinkern schon auf der ersten Seite behält er bei und macht sich gar nicht erst die Mühe, einen Erzähler zu kreieren, sondern schildert die Handlung gleich aus seiner (fiktiven) Perspektive. So entsteht ein Plauderton, der wenig von einer klassischen Erzählung hat, sondern irgendwie eher an ein lockeres Gespräch beim Abendessen oder Bier erinnert. Bisweilen hat man den Eindruck, Nemec stehe auf der Bühne und wolle sein Publikum unterhalten, die etwas unlustig geratenen Witze sind hier das Indiz und sie wären sehr verzichtbar gewesen. Die Anmerkungen zum Dasein als Schauspieler und den nicht immer noch angenehmen Nebeneffekten eine bekannte Rolle im Fernsehen zu spielen, verleihen dem Roman zwar eine persönliche Note, die ihn sicher von anderen unterscheiden, lenken jedoch auch immer wieder von der Krimihandlung ab. Der Fall selbst ist angemessen spannend für einen typischen Regionalkrimi, insgesamt weitgehend logisch und glaubwürdig, jedoch auch nur mäßig kreativ, es werden doch auffällig viele Krimiversatzstücke bemüht.

Alles in allem, durchaus gut und unterhaltsam lesbar, durch die Wahl der Perspektive sicherlich ein außergewöhnliches Buch, als Krimi jedoch nur Durchschnitt. 
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