B.A. Paris – Behind Closed Doors

Roman, Krimi, Rezension, review, crime novel


He has the perfect look, the perfect manners, he is absolutely charming and he even likes her sister Millie who suffers from the Down syndrome. Grace cannot believe her luck when Jack Angel proposes, she must be in a dream. There is just one favour he asks of her: she should give up her job at Harrod’s which is needs a lot of travelling. Grace reluctantly agrees, but since she expects to have children and then be a stay-at-home-mum for some time, this does not seem to be too bad. Everything is perfect – but it is all just a façade. The ink on their wedding certificate has not yet dried when Grace realizes that she might have made the biggest mistake of her life. However, she does not know that hell on earth is waiting for her.

The novel slowly reveals more and more of Jack’s atrocities before you can see the full extent of his evil character. You know that this cannot go on forever, the suspense slowly rises. First, you only feel pity for Grace, then you want to find out how she could end up in this situation and finally, you tremble and pray for her to find a way out. All this is really thrilling and sometimes the nerves are really on the edge while reading.
B.A. Paris’ novel plays with the greatest fears you can imagine: being held prisoner and abused and having people around who only see the outside and cannot look under the surface. Feeling and actually being completely helpless while not only your own life but also the one of your beloved is at risk, must be one of the most awful nightmares imaginable. At the same time, everybody envies you for your perfect life which is everything but not what what it seems to be. Albeit it is just a novel, it makes you think about what you really know about your friends and acquaintances and if all those perfect lives that you see from the outside, are really the same behind closed doors.

Fred Vargas – Im Schatten des Palazzo Farnese

Drei junge Studenten in Rom mit Namen großer Kaiser: Claudius, Tiberius und Nero. Sie leben ein recht entspanntes und ausschweifendes Leben. Als sich Claudius strenger Vater aus Paris ankündigt, steigt die Aufregung, denn er soll nicht allzu viel von den mitbekommen, was den Tag der Studenten bestimmt. Doch der Vater kommt gar nicht dazu, ihnen irgendetwas vorzuwerfen: kurz nach der Ankunft wird er durch Schierling ermordet. Die „Kaiser“ geraten ebenso ins Visier der Ermittler wie Laura, die jugendliche Ehefrau des Getöteten, die ihrerseits auch durchaus einiges zu verbergen hat. Aber auch ein Bischof funkt in die Nachforschungen, die scheinbar weniger persönlich motiviert sind, sondern durch Kunstraub aus den vatikanischen Archiven.

Ich mag Fred Vargas Romane eigentlich sehr, aber dieser hier konnte mich in keiner Weise überzeugen. Die Handlung schleppt sich dahin, Spannung fehlt mir über weite Strecken. Die Charaktere konnten mich ebenfalls nicht ansprechen, vor allem, weil keiner von ihnen auch nur einen Hauch von Sympathie wecken kann. Am schlimmsten jedoch war Suzanne von Borsodys furchtbare Art zu lesen. Völlig unpassend und übertrieben intoniert sie insbesondere die Studenten, die bei ihr klingen wie arrogante alter Mafiosi kurz vorm Sterben. Es war bisweilen unerträglich ihr zuzuhören, was sicherlich einen großen Anteil an der sehr negativen Wahrnehmung des Romans hat. 

Lot Vekemans – Ein Brautkleid aus Warschau

Roman, Rezension
Marlena findet in Natan, einem amerikanischen Touristen, die Liebe ihres Lebens. Endlich erscheint die Möglichkeit vor dem polnischen Dorfleben und ihrer Familie zu flüchten greifbar. Doch plötzlich reist Natan nach Hause und lässt nichts mehr von sich hören – und Marlena ist schwanger. Verzweifelt und ratlos gerät sie an eine Heiratsvermittlung, die sie zu dem holländischen Bauern Andries führt, mit dem sie fortan ein bescheidenes und ruhiges Leben führt. Andries sieht in Stan seinen eigenen Sohn und alles könnte gut werden. Doch als Marlenas Mutter im Sterben liegt, kehrt sie mit dem Jungen zurück und erfährt dort, dass Jahre zuvor nicht alles so war, wie sie dachte.
Lot Vekemans Roman taucht ab in die Tiefen der Psyche und der Traurigkeit. Keine der Figuren ist glücklich. Niemandem schenkt das Leben etwas. Alle schaden bewusst oder unbewusst den anderen und laden Schuld auf sich. Nacheinander erhalten wir drei Sichtweisen auf die Handlung, zunächst die junge Marlena, gefangen in der polnischen Tradition und blind vor Liebe; Andries verzweifelt wegen Marlenas und Stans Flucht und ebenfalls gefangen in der holländischen Familientradition; Szymon, ein Leben lang unter seiner Mutter leidend, auch als diese schon tot ist, und nie da ankommend, wo er hin möchte. Alle drei Leben sind geprägt durch Zwang von außen und fehlende Freiheit – aber auch fehlenden Mut, den sie erst sehr spät aufbringen.

Der Roman geht tief ans Eingemacht, die Emotionen sind oft schwer zu ertragen, vor allem, weil wir als Leser nur mit den Figuren leiden können. Dennoch wirken die Handlung und die Figuren authentisch und ihr Leben wir glaubwürdig eingefangen.