Markus Liske – Glücksschweine

Max hat sich verliebt, in Pebbles, doch eigentlich ist er mit Nina zusammen und genaugenommen sollte er endlich seine Magisterarbeit fertig schreiben. Da ihm sein eigenes Leben über den Kopf wächst, fliegt er kurzerhand nach Asien, wo er zuerst in Thailand, dann in Kambodscha das Leben Leben sein lässt und sich dem Haschischrauchen hingibt. Zurück in Berlin sind die Probleme immer noch da, aber glücklicherweise kann er dank Weihnachten ins heimatliche Wiesbaden fliehen. Doch dort begeht sein bester Freund Marvin Selbstmord und zu den ohnehin großen Sorgen kommt auch noch die Frage nach dem Warum. Die Alltagsbewältigung in Berlin ist schier unmöglich und so versinkt Max zunehmend in der Partyszene und probiert sich durch das reichhaltige Angebot an Drogen. Auch sein Umfeld wandelt zwischen Drogen und Depressionen, manischen Ausbrüchen und gelegentlichen Ausflügen in die Realität.

Der Roman beginnt enorm stark und überzeugend. Max Flucht nach Kambodscha in das Land, das zu diesem Zeitpunkt noch von der Khmer Rouge regiert wird, ist psychologisch tiefgründig und aufgrund der Eindrücke des Landes auch interessant. Auch die Episode direkt um den Selbstmord des Freundes, das Aufarbeiten der letzten Momente kann überzeugen. Doch dann versinkt der Roman im Drogenexzess und verliert für mich jeden Reiz. Langatmige Wiederholungen, durchgeknallte Charaktere, eine wirr-absurde Handlung, die – wie der Ich-Erzähler dann auch einräumt – an Logik und Glaubwürdigkeit mangeln lässt. Die zweite Hälfte ist eine Quälerei und der Exkurs in das 90er Jahre Berlin und seine ausufernde Techno-Szene hat wenig Interessantes zu bieten.
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