Markus Liske – Glücksschweine

Max hat sich verliebt, in Pebbles, doch eigentlich ist er mit Nina zusammen und genaugenommen sollte er endlich seine Magisterarbeit fertig schreiben. Da ihm sein eigenes Leben über den Kopf wächst, fliegt er kurzerhand nach Asien, wo er zuerst in Thailand, dann in Kambodscha das Leben Leben sein lässt und sich dem Haschischrauchen hingibt. Zurück in Berlin sind die Probleme immer noch da, aber glücklicherweise kann er dank Weihnachten ins heimatliche Wiesbaden fliehen. Doch dort begeht sein bester Freund Marvin Selbstmord und zu den ohnehin großen Sorgen kommt auch noch die Frage nach dem Warum. Die Alltagsbewältigung in Berlin ist schier unmöglich und so versinkt Max zunehmend in der Partyszene und probiert sich durch das reichhaltige Angebot an Drogen. Auch sein Umfeld wandelt zwischen Drogen und Depressionen, manischen Ausbrüchen und gelegentlichen Ausflügen in die Realität.

Der Roman beginnt enorm stark und überzeugend. Max Flucht nach Kambodscha in das Land, das zu diesem Zeitpunkt noch von der Khmer Rouge regiert wird, ist psychologisch tiefgründig und aufgrund der Eindrücke des Landes auch interessant. Auch die Episode direkt um den Selbstmord des Freundes, das Aufarbeiten der letzten Momente kann überzeugen. Doch dann versinkt der Roman im Drogenexzess und verliert für mich jeden Reiz. Langatmige Wiederholungen, durchgeknallte Charaktere, eine wirr-absurde Handlung, die – wie der Ich-Erzähler dann auch einräumt – an Logik und Glaubwürdigkeit mangeln lässt. Die zweite Hälfte ist eine Quälerei und der Exkurs in das 90er Jahre Berlin und seine ausufernde Techno-Szene hat wenig Interessantes zu bieten.

Beryl Bainbridge – The Girl in the Polka Dot Dress

Rose ist schon sehr aufgeregt, immerhin darf sie in die USA fliegen, was im Jahre 1968 keine Selbstverständlichkeit ist. Dort wird sie endlich Dr. Wheeler wieder treffen, der ihr Leben so nachhaltig geprägt und verändert hat. Washington Harold wird ihr dabei helfen und mit ihr eine Reise quer durch Nordamerika antreten, auf der Suche nach dem ominösen Dr. Wheeler, der ihnen jedoch immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Kuriose bis erschreckende Begegnungen machen sie dabei, bis sie schließlich in LA zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein scheinen.

Das Buch hat einen gewissen Reiz, weil man sich die ganze Zeit fragt, wer eigentlich dieser Dr Wheeler ist und was er für Rose getan hat. Gleichzeitig schwebt auch die Frage im Raum, welche Motive Washington Herold verfolgt, warum er Rose hilft und ober nun ein Guter oder ein Böser ist. Vieles bleibt jedoch diffus und seltsam, auch sind mir die Charaktere nicht glaubwürdig genug gezeichnet. Für den männlichen Protagonisten geht dies in Ordnung, immerhin entsteht so auch eine gehörige Portion Spannung, aber Rose ist ebenfalls mal der durchtriebene Vamp, der klar kalkuliert mit Männern spielt, dann ist sie wieder völlig naiv und unbedarft, bringt sie oftmals vieles durcheinander und versteht kaum etwas von den Gesprächen der Erwachsenen (sie selbst ist dabei ja auch kein Kind mehr), weiß sie dann plötzlich wieder sehr genau, wo der Hase langläuft. Man merkt dem Buch an, dass es unfertig ist und von der Autorin nicht nochmals überarbeitet werden konnte. Dennoch durchaus eine interessante Geschichte mit unerwartetem Ausgang.