Eunice Charlton-Trujillo – Fat Angie

Nachdem ihre Schwester bei einem Einsatz im Irak gefangen genommen wurde und das Schicksal der Familie durch alle Kanäle gezerrt wurde, hat sich Angie immer weiter zurückgezogen. Ihre Trauer und Frust um den Verlust der geliebten Schwester bekämpft sie mit Essen. Immer mehr frisst sie ihr Lied in sich hinein, immer noch hoffend, dass die Schwester irgendwann doch noch lebendig wiederauftauchen wird. Ihre Mitschüler haben wenig Mitleid und als Fat Angie führt sie ein Außenseiter Dasein bis KC Romance in der Schule auftaucht und sich mit ihr anfreundet. Neuen Lebensmut gewinnt Angie auch durch das Baskeballspielen – das Spiel ihrer Schwester. Ihr Ehrgeiz wird geweckt, es ihrem Vorbild gleichzutun.

Eine ungewöhnliche coming of age novel, denn Angies Schicksal ist zwar einerseits sehr typisch – das Außenseitermädchen, dass im wahrsten Sinne des Wortes alles in sich hineinfrisst – und doch ist sie mit der Geschichte um ihre Schwester eher selten zu lesen. Die Autorin verzichtet auch auf schnelle Erfolge beim Kampf gegen die Mitschüler, das Übergewicht, die Eltern etc., sondern zeichnet ein recht realistisches Bild eines komplexen Falles. Die Protagonistin ist ebenfalls sehr authentisch präsentiert, in ihrem Handeln nicht immer stringent, Rückfälle verschiedener Art, die Trauer, die sich unterschiedlich ausdrückt. Insgesamt für einen Jugendroman thematisch recht anspruchs- und gehaltvoll.
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