Wilhelm Genazino – Bei Regen im Saal

Reinhard hatte eigentlich ganz gut Perspektiven mit Studium und abgeschlossener Promotion. Doch der akademische Alltag ist hart und so endet er nicht als Professor, sondern als Redakteur einer unbedeutenden Provinzzeitung. Auch in der Liebe läuft nicht alles nach Plan. Seine Freundin verlässt ihn, um mit einem gestandenen und erfolgreichen Mann ein neues Leben zu beginnen. Doch für beide bleiben Wünsche unerfüllt und so finden sie doch wieder zusammen, ohne jedoch wirklich Liebe und Erfüllung zu finden.

Den Mid-Life-Crisis geplagten Mittvierziger kennt man aus allerlei Erzählungen. Auch Genazino liefert und eine gescheiterte Existenz ohne Rückgrat, mit Selbstzweifeln und der vor lauter Introspektive den Bezug zur Außenwelt verliert. Bisweilen ist Reinhards Erzählung kaum mehr zu ertragen, weil er so verblendet auf die Welt blickt und Probleme heraufbeschwört, die außer ihm wohl niemand sehen konnte. Das macht das Lesen bisweilen zu einer erheblichen Qual und lässt einem erleichtert aufblicken, wenn man endlich fertig ist.
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